zuckerwattewolkenmond - 17. Apr, 21:53

Nein,

ich setze nicht auf zahnlosen Pazifismus, sondern ich schrieb ausdrücklich "auf Dauer". Eine Gesellschaft, die Sicherheit bieten soll, muß natürlich grobe Verletzungen und Angriffe auf die Menschenrechte ahnden und sei es durch Strafe oder notfalls im Verteidigungsfall mit Waffengewalt. Aber es ist eben nur eine Bekämpfung der Symptome und sollte nicht dazu führen, sich an diesem Punkt zurückzulehnen, weil die Konflikte damit nicht gelöst werden, sondern immer wieder auftauchen und aufflackern. Und zur wirklichen Konfliktlösung müssen halt auch die Ursachen mit einbezogen werden.

Was die Ängste betrifft, so liegt das Problem darin, so glaube ich, daß die Ängste eben zu unserer emotionalen notwendigen Ausstattung gehören, aber die Gründe nicht mehr so unmittelbar greifbar sind wie früher. Das wirkt sich so aus, daß Ängste als hinderlich angesehen und unterdrückt werden, was ja auch in der Erziehung oft so angestoßen und kommuniziert wird. Nur Ängste, die unterdrückt werden, entfalten dann die wirklich fiese Zerstörungskraft, weil sie eben nicht mehr steuerbar sind, sondern über Projektion, Aggression usw. ausgelebt werden. Ängste, die bewußt an- und wahrgenommen werden, können auch bewußt reflektiert und hinterfragt werden, ob diese Angst nun real oder nur eingebildet ist. Dazu kommt ganz richtig, daß durch die Medien auch noch gerne Ängste geschürt werden. Allerdings kann dies auch "unbewußte" Menschen wirklich stark beeinflussen und steuern. Und selbst, wenn man Verschwörungstheorien glaubt und unterstellt, daß Ängste mit Absicht geschürt werden, um Macht zu erhalten, funktioniert solch eine Manipulation bei Bewußtheit eben nur noch in sehr viel geringerem Maß, wenn überhaupt.

bloedbabbler - 18. Apr, 10:41

Dann bin ich froh,...

... ihre Intention doch nicht falsch verstanden, sondern sie nur etwas zu überspitzt ausgelegt zu haben. Gut. :-)

Sie schreiben richtigerweise, dass kritisches Wahrnehmen und Reflexion eine wichtige Bedingung sind, leiten die Ursachen der Probleme jedoch nach wie vor einzig(?) auf "Ängste" zurück - ich denke damit springt man deutlich zu kurz. Ängste -und die Art des Umgangs damit- stellen sicherlich ein nicht zu unterschätzendes Potential dar, ich vermute aber es gibt einiges mehr, was ebenso einen Anteil an dieser Form der Menschwerdung hat, in der sie die Zerstörungskraft sehen. So ist ein weites Feld der sozialen Interaktion frei von Angst, Kulturleistungen und vieles von dem was wir Kunst und selbst Zivilisation nennen, scheint eher ermutigend und positiv zu sein; Angst nicht unbedingt die alleinige Triebfeder von gesellschaftlichem Fortschritt.
Falls sie nun argumentieren sollten, der Mensch sein eben -qua Bauplan- einfach nur basierend auf Ängsten, seine Entwicklung einzig eine stetige Abfolge von aufeinanderfolgenden Ängsten und Traumata und deren Bewältigung bzw. Nichtbewältigung, dann wäre es an dieser Stelle sicher sinnvoll die Thematik zu beenden.
Ich glaube dies so implizit nämlich nicht, mir fehlt aber leider im Moment die Zeit mich intensiver mit der Thematik zu befassen, auf die sie hier wohl abheben - das bedeutet ich kann nur aus dem Bauch heraus was dazu sagen und das wird dem Thema so dann nicht gerecht.
Bisher gehe ich davon aus, dass vieles was wir tun tatsächlich Ergebnis unserer Veranlagungen, genetisch angelegt und chemisch umgesetzt ist. Wir sind ein gutes Stück weit geprägt von Einflüssen die uns umgaben und umgeben, wir sind fähig zur Selbsterkenntnis und auch befähigt entgegen unserem eigenen Besten zu handeln.
Dies können auch andere Tiere, denen altruistisches Handeln ebenfalls nicht fremd ist.
Ich bin mir sehr sicher diverse Ängste zu haben, bei denen ich allerdings nicht das Gefühl habe, sie beeinträchtigten meine Fähigkeit einer rationalen Analyse von Thema XY. Aber das kann natürlich auch schlicht eine Form von Selbsttäuschung sein.
Eine Möglichkeit zur bewussten Wahrnehmung der Welt ist immer ein probater Anfang zu einem Mittel für Resistenz gegenüber Propaganda und Manipulation.
Falls man allerdings bereits frühkindlich mit Heilsgeschichten von Autoritätspersonen gefüttert wird, besteht eine gute Wahrscheinlichkeit, dass eben solches vermeintliches "Wissen" später nicht hinterfragt, sondern als Gegeben angenommen wird. Wenn ich mir das gesamte Konzept von organisiertem Glauben, als absurde Aneinanderreihung von merkwürdigen Geschichten betrachte, -was man als erwachsener Mensch durchaus kann-, dann muss ich mich doch fragen, inwieweit das mir Dargebotene plausibel erscheint.
Leider verfährt man jedoch oftmals an dieser Stelle nach dem Motto: Das ist so dämlich, dass kann sich keiner ausgedacht haben", und behauptet dann schlicht eine Wahrheit, die man eben glauben müsse. Oder man zieht sich –dies der eher aktuelle Ansatz- auf die Behauptung zurück, "das sei ja alles nicht wörtlich zu nehmen, man müsse das als Parabeln etc. betrachten...
Warum soll dann bspw. ausgerechnet der Teil mit Jesus echt sein und keine Parabel oder Allegorie? Warum soll das Buch der Bücher, wie die Bibel ja gerne von ihren Anhängern bezeichnet wird, in manchen Teilen -in denen das Blödsinnige und Absurde besonders hoch und unglaubwürdig ist- nicht wörtlich, in anderen aber doch Buchstabe für Buchstabe gesehen werden soll. Und was kann einem dann solch ein Buch noch sagen?
Kann ich dafür nicht ebenso einen Harry Potter oder einen Jerry Cotton zur Hand nehmen? Ist es nicht so, dass man den guten alten Trekkiespruch:"Alles was ich über das Leben weiß, habe ich aus Star Trek gelernt!", dann richtigerweise priorisieren sollte - das Star Trek Universum der Bibel vorziehen? Ich denke ja. ;-)

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