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Cameronbridge 1995/2013 SV

Es begab sich vor langer Zeit, dass der Blödbabbler meinte, auch diverse Grain Whiskys verkosten zu müssen.

Grain Whisky, wie erinnern uns ist ein Destillat gemacht aus was-man-halt-so-da-hat. Meistens Mais oder Weizen, sollte eben billig und hoch verfügbar sein.
Die Maische daraus wird dann in Gollum Column Stills hochdestilliert, nix mit Kupferköpfchen Romantik und mundgeschöpftem Wasser von kleinen Elfen.
In den unheiligen Hallen von Cameronbridge werden auch Gordon’s Gin, Tanqueray Gin und Smirnoff Vodka hergestellt, die vermutlich genauso schmecken würden, wie der getestete Whisky, wenn man sie denn in ein altes Fass stopfte und rotten dort reifen ließe. Aber das nur am Rande.

Um das Jahr 2015 herum kaufte ich mir eine Flasche Cameronbridge 17 Jahre alt, mit 43% abgefüllt und für 27.90€ vom Abfüller Signatory Vintage.
Der Whisky wurde am 31.1.1995 destilliert und am 24.10.2013 abgefüllt, wenn er die ganze Zeit im Fass war, wovon man bei Vintage Abfüllungen ja leider nie ganz sicher sein kann, dann wäre er 18 Jahre alte gewesen.
So ganz wie ein Erwachsener kam er leider nicht daher, denn trotz der vermeintlichen langen Jahre zum Reifen im Fass hat er sich da nicht sehr viel rausgeholt.
Nach dem durchaus guten Greenore 8 war ich gespannt auf einen Single Grain Whisky, der über die doppelte Zeit gereift sein sollte, und wurde leider etwas enttäuscht.

Im Glas macht er wie ein typischer, leichter Whisky auf. Ich schnuffele das unvermeidliche Karamell, Vanille und sanfte Süße - also fast so etwas wie eine schwache Bourbonnote ohne Klebstoffalarm.
Nicht übel, aber halt auch nichts, wofür man unbedingt Geld ausgeben will oder muss.
Leider kam da auch nach einer Wartezeit(o.k. ich gebe es zu, es waren keine 18 Minuten, ralfys shame on me)nicht mehr Aromen zum Vorschein, das Ergebnis bliebt blass.

Also zügig, nach Art des Feinschmeckers, den Kopf in den Nacken gelegt und einen kräftigen Schluck des Single Grain Whiskys über den Glasrand ins blödbabblerische Erlebnisloch laufen lassen.
Zum Glück getroffen und nicht die Nase geflutet!
Cameronbridge 1995/2013 Flasche

Der Cameronbridge ist adstringierend, schön süß und getreidig im Mund, bei einer leichten Holzwürze und fettet elegant nebenbei noch leicht die Lippen.
Vanille und Karamell sind präsent.
Der Ersteindruck zeigt eine Wässrigkeit, die aber schnell durch einen kraftvollen, fast wuchtigen Schub Alkohol(gefühlt deutlich über 43%) abgelöst wird.
Für einen Grain, wenn ich ihn mit dem Greenore 8 vergleiche, ist er überraschend pfeffrig und warm. Er fühlt sich im Mund deutlich stärker an, als der Ire und entgegen der leichten Nase.

Nachdem der Schluck den Mund verlassen hat, bleibt dieser deutlich warm, der Mund, nicht der Schluck. Das pfeffrige verschwindet ebenso schnell, wie auch der Rest des Geschmacks, samt Vanille und Karamell.
Was zurückbleibt ist eine pelzige Zunge und leichter Papiergeschmack darauf. Örks!
O.k. um fair zu sein, auch das bleibt zum Glück nicht lange bestehen, sondern verschwindet still und leise in den unendlichen Weiten des Universums.
Zurück bleibt ein etwas enttäuschter Blödbabbler.

Hier steht der probierte Whisky in der Whiskybase: Cameronbridge 1995/2013


Wertung Single Grain
Cameronbridge Signatory Vintage 31.01.1995/24.10.2013

Geschmack:
Fass2
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile3
Fazit: Leider aus meiner Sicht ein echter Langweiler, ohne schöne Ecken und Kanten, und mit einer Pfeffrigkeit, die ich darin nicht wirklich brauche. Für ähnliches Geld gabs den deutlich jüngeren Greenore 8 aus dem Hause Cooley. Der 'Nachfolger' dort heißt Kilbeggan 8 - ob der auch so lecker ist, wie der alte Greenore, weiß ich leider nicht. Mein Bedarf an Grainwhisky unter 30-40 Jahren ist nämlich erstmal gedeckt.


Ihnen Ihr Blödbabbler

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6 Perfekt - 5 Wunderbar - 4 Lecker - 3 Gut - 2 Brauchbar - 1 Widerlich - 0 Fußbad

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