Musik...zwo...drei...vier

Samstag, 29. Oktober 2016

Wenn schon Clowns...

... dann doch die gefährlichen Clowns von "Der Plan" und nicht irgendwelche verzogene Wellenreiterscheissbürgerkinder mit hypertrophem Hang zum Egodrama und kindischem Aktionismus.


Vielen Dank an den Leitartikler in der Rundschau heute Morgen, Harry Nutt, der mich durch seine Einleitung an diese geniale Band erinnert hat. :-)

Ihnen Ihr Blödbabbler

Freitag, 13. Dezember 2013

Futter fürs Gemüt

Wenn sich "draußen vor der Tür" nichts von Borchert findet, sondern nur etwas fröstliges und schmuddeliges abspielt, was sie gemeinhin Wetter nennen, oder genauer, Herbstende, dann wird es Zeit für was schönes und herzerwärmendes.

Die geistig besonders Armen machen dann das, was sie jedes Jahr tun, nämlich sich den runden Hohlraum auf ihren Schultern mit Schunkelpop aus dem Hause Wham zuzukleistern - oder sie hören gleich die Toten Hosen, Deutschlands Pendant zum Thema Belanglosigkeit ganzjährig.

An besonders grauen und tristen Tagen -die ich mein Lebtag eigentlich immer geliebt habe, aber inzwischen vor lauter Asthmahusterei, auch gerne durch richtige trockene Kälte ersetzt hätte- wenn der Körper deutlich eher nach einem Grog (für die Ms.) oder nach einem Rusty nail (2 Teile Laphroaig 10 und 1 Teil Drambuie) schreit, als nach einer Wassermelone, lasse ich gerne mal die Seele baumeln, wie man leichtfertig sagt.

Und auch, wenn man sich -falls man der alten Trinkerregel folgt, die da lautet: Kein Alkohol bevor die Sonne untergegangen ist! bei diesen dunklen Tagen schon mittags einen einschenken könnte, tun wir selbiges natürlich nicht.

Stattdessen unterstützt musikalisches Manna den Tagesablauf und macht ihn schlicht schön.

Gewöhnlich fand ich es immer inspirierend während dieser Jahreszeit alten Tom Waits Stücken oder auch Nick Cave und seinen Bad Seeds zu lauschen.
Auch das wunderbar 'leidende' Saxofon eines Jan Garbarek bspw. in Folk Song verstärkte aufs angenehmste eine latente und herrliche Melancholie.

Was ist dagegen der sinnfreie Kommerzlärm, den uns die Radiosender stattdessen um die Ohren hauen?
Laut, penetrant und aufdringlich wie ein Versicherungsvertreter zum Jahresabschlussende.
Eine Art Zeugen Jehovas der Ätherwellen, nur in bunt und mit Megaphon.
Widerlich klebrig wie ein Leimfänger fürs Gemüt. Bah!

Als ich heute auf der Suche nach passender Musik zur Unterstützung meiner feinen Stimmung war, fielen mir CDs von Eva Cassidy in die Hände, die ich länger – unverzeihlicherweise - nicht gehört hatte.
Eine Frau mit einer wunderschönen Stimme und -wie es die Regel zu sein scheint- leider viel zu früh gestorben.
Heino singt immer noch -und zunehmend erfolgreicher- seine hirnerweichenden Lieder und auch der Mannheimer Kirchenchor und sein Vorbeter Naidoo verheeren uns mit sich und ihrer Art von musikalischer Missionarsstellung.

Eva Cassidy, deren Interpretationen von Liedern anderer Künstler in den meisten Fällen -zumindest in meinen ungeschulten Ohren- schöner klingen, als die Originale (etwas das man sonst gewöhnlich jedem Interpreten von Bob Dylan Liedern nachsagt. :-D), aber ist bereits 1996 an Hautkrebs gestorben.

Ich empfehle bei youtube einfach mal reinzuhören.

Als kleine Auswahl finde ich die alte Sting Nummer "Fields of Gold"

die Vertonung eines Robert Burns Gedichts von 1794 - A Red, Red Rose

und passend zum Ende des Herbstes "Autumn leaves"


Ich hoffe euch gefällt die Stimme genauso gut wie mir, und sie bringt euch schöne, schwere Gefühle als Futter gegen die allgegenwärtige Seifenoper, die vor der Tür sicherlich noch bis zum Jahresende dargeboten wird.

Schönes Wochenende und einen guten Schluck aus dem Bottich der Melancholie wünscht Ihnen Ihr Blödbabbler

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Edith Piaf

Heute vor nunmehr 50 Jahren starb die kleine -und doch so große Frau des gelebten Chansons- Edith Piaf.
In seiner schön schnulzigen und leider dämlich clowneseken Art setzte ihr Herman van Veen in den 80er(?) Jahren dennoch ein feines musikalisches Denkmal.

Die Piaf ist bei meinen all-time-favorites, bei jenen, deren Stimme und deren Lieder mich mein Leben lang begleiten und immer wieder berühren, aufmuntern, glücklich machen können.
Und -hier möge der werte Herr wvs ein Auge zudrücken- ich mag auch ihre Version des alten französichen Kampflieds gegen die Aristokratie "Ca ira", wobei mir allerdings die 'sanscullotische' Textfassung noch näher liegt. ;-)
Hier noch ein Link zu einer guten und hörbaren Fassung von "Ca ira" (Achtung liegt auf einem russischen Server), denn die Filmversionen bei youtube kranken alle durchweg an lausigem Ton.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Sonntag, 11. Dezember 2011

3 Videos zur Muße

An grauen NovemberDezembertagen sollte man sich ruhig mal den schönen düsteren Gefühlen hingeben.
Immer nur übermütig, straightforward und hibbelig ist auf Dauer nicht gesund. ;-)

Deshalb hält der clevere Mensch hin und wieder inne und macht sich die Technik der Muße wieder urbar.

Für eine angenehme und stimmige Untermalung unseres Jetzt auf seiner Reise der Gedanken sind mir drei alte Klassiker unter die Finger geraten, welche ich deshalb mal wieder als Video verlinke.

Der allseits geschätzte Mr. Tom Waits -einstmals ein veritabler Trunkenbold vor dem Herrn- ist inzwischen ja auch eher trocken, macht aber dennoch auch heute noch wirklich gute Musik.
Davon konnte man sich auf dem aktuellen Album Bad as me gerade erst wieder überzeugen.
Aber als Stimmungsaufheller ist mir augenblicklich altbekanntes Liedgut lieber - Tom Traubert's Blues aka Waltzing Mathilda vom Rockpalast Auftritt 1977.





Dann, um sich der Endlichkeit seiner unseligen Existenz mal wieder ein wenig bewusster zu werden, bietet sich für die präweihnachtliche Irrsinnszeit sicherlich der alte Bob Dylan Klassiker "Death is not the end" an.
Allerdings kann ich die näselnde Singerei von Dylan dabei so absolut nicht ab, deshalb die wesentlich 'schönere' Fassung von 1995.
Dort bezaubern Nick Cave, Kylie Minogue, Blixa Bargeld und der zahnstummelige Shane MacGowan alle Sinne des Rezipienten.
Am Anfang des Videos ist noch der geniale Ray Cokes zu sehen, der damals wirklich einzige Grund MTV einzuschalten; wenn man von Beavis und Butthead mal absieht. :-D
Und deshalb startet das Video aus Sentimentlitätsgründen eben nicht direkt mit dem Lied.




Und wenn wir schon bei Shane MacGowan sind.
Dieser hat zwar inzwischen auch -nach Art des Pol Pot Paul Potts- neue Zähne erhalten, aber im folgenden Video in dem er uns mit einer Dirty Old Town Fassung beglückt, ist er noch zahnstummelig wie zu seiner besten Zeit zu sehen.


Ihnen ihr müßiggängerischer Blödbabbler

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Diamonds and Rust

"My poetry was lousy you said" hallte es wieder in meinem hohlen Schädel, nachdem ich der deutschen Sprache - mal wieder - in dichtender Weise Gewalt angetan hatte.
Dylans Bob, der alte Schelm, war es wohl, der einst der bezaubernden Joan Baez diese besondere Art von Liebesdienst erwies. Sehr uncharmant und wenig diplomatisch wies er sie auf ihre lyrischen Mängel hin.
Nun ja, zumindest ist es eine Zeile im wunderschönen Liebeslied-Abgesang Diamonds and Rust aus dem Jahre 1975.
Mich erfreut bei diesem Auftritt ihre Mimik, wenn sie den Teil mit der lausigen Dichterei, singt, so ungefähr bei 1:22.

So, und ein wenig maulen muss denn an dieser Stelle auch mal sein.
Denn, eine klanglich bessere Fassung ist dank der Contentmafia in unserem Lande mal wieder nicht verfügbar - außer man nutzt einen Proxy oder tor mit mgeni um USA-Land als Exit Node zu bekommen.
Deshalb und weil es in all seinem Schwarz-Weiß (*grins*) authentischer ist, habe ich mich für die Live Fassung aus dem Jahre 1975 entschieden.




We both know what memories can bring
They bring diamonds and rust


Und nachdem mir dann so viele Erinnerungen aufstießen, fiel mir auch wieder ein, dass ich bereits eine andere Fassung von Diamonds and Rust" live gehört und gesehen hatte.
Anno in den ganz frühen 80'ern des 20. Jahrhunderts konnte ich Judas Priest bei der Arbeit zuschauen, Rüsselsheim oder Wiesbaden - keine Ahnung mehr, wo es war, allerdings war es ein feines Konzert und ich glaube Saxon gaben damals die Vorgruppe.
Rob Halford war vor dem Konzert mit seinem Moped ;-) durch die Stadt gefahren und die Stimmung war feucht und fröhlich, wie man in gesetzteren Alter heute vermutlich sagen würde.
Damals ging einfach die tierisch die Post - die zudem noch staatlich war - ab; ob sie allerdings Diamonds and Rust gespielt haben, hat mein Gehirn über die Zeit leider ausgeblendet. Wenn dem so war, dann vermutlich so ähnlich, wie auf diesem Video von 1982 in Memphis.



#Update 20111211 Video neu verlinkt da die Content Mafia wieder zugeschlagen hatte :-(#
#Update 20130806 Video neu verlinkt da die Content Mafia wieder zugeschlagen hatte :-(#

Dienstag, 30. November 2010

Soldier of Fortune

In jungen Jahre lauschte ich schmachtend "Soldier of Fortune" von Deep Purple, vorzugsweise in der Live-Fassung der Langspielplatte "Last Concert in Japan".
Ein feines Werk, durchaus dazu angetan das Herzelein eines jungen Menschen zum Wubbern zu bringen und ihn selbst in Glückseeligkeit zu versetzen.
Und auch heute, lange Zeit nach dem Aussprossen meiner jungen Triebe weckt diese LP und besonders das Lied "Soldiers of Fortune" meine Säfte und - angenehmer formuliert hallt wieder von Zeiten, in denen die Welt noch etwas Neues und Aufregendes zu bieten hatte und die Liebe noch etwas zu Findendes war.
Die Unplugged-Fassung von David Coverdale - unter der Flagge von Whitesnake - gefiel mir schon beim ersten Anhören und gehört zweifelsohne in meine Abteilung "Musik...zwo...drei...vier".

Hier gehts zum Video - schönen Dank an die Content Mafia :-/

#Update 20111211 Video neu verdrahtet#
#update 20130806 Und wieder wech, schönen Dank. :-/
Deshalb jetzt das Original von Deep Purple 1975 Life in Japan.

Donnerstag, 11. November 2010

Kinder von Piräus

Nun, eigentlich wollte ich sowohl mir, als auch den zufälligen Besuchern meines Blogs, die bloße Verlinkung von Musik als einen Beitrag ersparen.
Doch, nach einigen langen Nächten, in denen mich interessante Interpretationen oder einfach nur schöne Lieder beglückt und bezaubert haben, möchte ich zumindest den Versuch wagen, wöchentlich einen Verweis einzustellen, um liebgewonnenes nicht einfach nur wieder aus den Augen und Ohren zu verlieren.

Den Anfang macht ein Lied, das in Deutschland als "Ein Schiff wird kommen" und im englischsprachigen Bereich als "Never on Sunday" von vielen Interpreten wie Lale Andersen, Conny Francis oder Petula Clark gesungen wurde.
Die wunderbare Melina Mercouri sang es als "Τα παιδιά του Πειραιά - Kinder von Piräus" im Film "Pote tin Kyriaki - Sonntags… nie!".

Eine große Frau, der schon alleine für ihr aufrechtes Verhalten gegen die faschistische griechische Militärdiktatur Achtung und Respekt gebührt und die es verstand die Herzen durch ihr Schauspiel und ihren Gesang zu berühren.
Der folgende Filmausschnitt - mit einer rauchig singenden und selbstverständlich rauchenden Melina Mercouri - mutet in heutiger Betrachtung wie ein Artefakt aus untergegangener Zeit an und weckt in mancherlei Hinsicht Sehnsucht.

Ein Blog Mirror steht unter

wordpress zur Verfügung.

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