Montag, 11. Mai 2015

Danke, Edward Snowden!

Ich habe mir gestern Nacht die Laune verdorben.

Gut, besser als den Magen -aber irgendwie auch wieder nicht.
Meist gehts mit dem Magen bei mir schneller wieder aufwärts - also nicht im reziproken Essenssinn, sondern umgangssprachlich formuliert- als mit meiner Laune.

Ich habe mir endlich den 'Edward Snowden' Film Citizenfour angeguckt, den es legal -sogar als HD-Fassung- z.b. via Chip oder eben direkt bei cryptome gibt(HD-Fassung(3,4GB), SD-Fassung(1,2GB)).

Gut, inzwischen sind ja die Infos aus dem Film meist hinlänglich bekannt.
Doch trotzdem liegt weiterhin Totenstille über den betroffenen Ländern, so als sei nichts davon ein bedrohlicher Ausdruck eines diktatorischen und demokratiezerstörenden freidrehenden Systems innerhalb des Systems.
O.k. ich denke letztlich auch it's not a bug, it's a feature des Kapitalismus. Wenn man das Risiko eingehen musste, über das allgemeine Wahlrecht den Ausgebeuteten die Möglichkeit zu geben, das System zu übernehmen, dann muss man natürlich Sicherheitsmaßnahmen einbauen, damit das nicht geschehen kann. Wir haben dazu -neben anderem- dauerberieselnde Medien, hypertrophe PR-Agenturen und natürlich die Repressivorgane am Start.
Wenn es nach dem Willen der CDU, und damit vermutlich auch ihrem Appendix, der SPD, ginge, dann würden ja schon die Panzer auf den Straßen rollen dürfen: Verstehn' schon, Terrorismus und so!

Man tut also weiterhin in den betroffenen Regierungen so, als wären alle ans Licht gekommenen Fakten nur bedauerliche Einzelfälle oder eben individuelle Vergehen(so wie bei rechter Gewalt, die ja auch immer nur von unpolitischen Einzeltätern verübt wird) und kein systematischer Rechtsbruch der zumindest partiell in Absprache mit den USA begangen wird.

Stattdessen sollte man langsam zur Kenntnis nehmen: die Repressions- und Herrschaftsstrukturen, die hier etabliert wurden und werden, sind tatsächlich Ausdruck vom Ende von Freiheit wie sie unsere Generation noch erfahren und denken konnte.
Sie sind schlicht das Ende des bürgerlichen Traums von gelebter Privatheit.
Die Möglichkeit gegen etwas zu artikulieren ohne sich selbst dabei im Vorfeld schon zu zensieren nimmt dramatisch ab. Unterschreibe ich die Petition gegen TTIP noch, oder lasse ich es besser in Hinblick auf meinen amerikanischen Arbeitgeber bleiben? Tauche ich danach womöglich auf einer no-fly Liste auf und erhalte quasi Platzverbot für ein ganzes Land?
Werde ich nach der Online-Petition womöglich als real und direkt zu bespitzelnder ‚Terrorist‘ eingestuft? Erwischt es dann doch Buttle statt Tuttle?
Ich halte es -als alter Paranoiker- schon lange mit dem keep-a-low-profile Ansatz im Internet, seit ich mich darin bewege möchte ich keine Verknüpfungsmöglichkeiten feilbieten.

Gut, im Rahmen von algorithmisierten, sprachlichen Analyse- und Rastermethoden nutzten auch unterschiedliche Nicknames nur wenig, aber es erschwert hoffentlich die Arbeit noch ein wenig, bzw. kostet kostbare Rechenzeit wenn sich jemand damit befassen will.
Im Moment kann es immer nur darum gehen die Arbeit der Bespitzeler zu erschweren, mehr ist realistisch wohl nicht drin. Erschweren
  • indem man sich beispielsweise weiterhin der Verschlüsselungsmöglichkeit die GPG bietet, bedient.
  • indem man weiterhin auf TrueCrypt in der vorletzten Fassung zurückgreift.
  • indem man möglichst mittels tor im Netz unterwegs ist.
  • indem man möglichst nicht mit Klarnamen unterwegs ist und dadurch direkt sein komplettes Leben transparent macht.
  • Indem man GPS Tracker im Handy und Tablet nicht auch noch direkt mit Fratzenbuch, EinenanderMeiseGezwitscher und Konsorten verbindet und so in Echtzeit sein eigenes Bewegungsprofil abliefert.
Neben den üblichen Verdächtigen aus dem Schlapphutmilieu, die man bei ihre Arbeit damit leider nur etwas behindern, aber deren anlassloses Bespitzeln eben nicht verhindern kann, gibts nämlich da draußen auch noch die anderen, gewöhnlichen Kriminellen.

Vom pickeligen Scriptkiddie, das sich einen von der Palme wedelt, wenn es der privaten Sexvideos und -pics habhaft wird, bis hin zu organisierten Banden die ihren Lebensunterhalt durch Identitätsdiebstahl verdienen, gibt es immer Abnehmer für quasi frei, weil offen preisgegebene, vagabundierende Informationen im Netz.

Man sollte sich also im Klaren sein: Möchte ich, dass mein Nachbar -mit einem Bier in der einen und was auch immer in der anderen Hand- fröhlich grinsend vorm PC hockt und mich nackisch mit der Gespielin beim Vögeln im Internet betrachten kann?
Will ich das meine Krankheits- oder Gehaltsdaten für jeden frei verfügbar sind, oder doch eher nicht?
Würde es mich stören wenn mein privates Handeln und Tun - von wem auch immer-dazu benutzt werden kann, mich öffentlich zu diskreditieren oder gar zu erpressen?
Falls man also -wie ich vermute- eher geneigt ist mit NEIN! darauf zu antworten, dann ist meine Frage: Verschlüsselst du schon oder prostituierst du deine Daten noch immer?

Nutzt GPG, nutzt TRUECRYPT und nutzt TOR.
Macht euch die Mühe und kontrolliert die Dateien auf unveränderte Struktur anhand der Signaturen, die meist bei den Programmen auf den Webseiten dabei sind.
Ob man nach der bekannt gewordenen Mitarbeit des BSI am Bundestrojaner noch guten Gewissens auf GPG4Win zurückgreifen sollte, muss jeder mit sich selbst abmachen. Alternativen gibt es sicherlich.

Nach dem abgeschlossenen TrueCrypt Audit der Fassung 7.1 gilt, die Software ist nach wie vor eine gute Wahl, im verlinkten Artikel bei heise findet sich auch ein valider Downloadlink.

Wer eine schnelle Alternative zum Browsen benötigt, eine, die nicht zu viel (IP Adresse, spezielle Browserkennungen etc.) preisgibt, der liegt sicherlich mit dem tor Browserbundle auf der sicheren Seite. Auch hier gilt, am besten die Signatur der heruntergeladenen Datei mit der vorliegenden auf der Webseite vergleichen, bevor man damit etwas anfängt.

Wenn es kurzfristig nur um eine nicht direkt übertragene IP-Adresse geht, kann man sicherlich auch zu einem Anonymisierer, wie bspw. Anonymouse.org oder SmartHide greifen.
Bei diesen Diensten gilt wie immer, das reicht eventuell für den Besuch bei einer normalen Webseite, blog etc. aber auf keinen Fall um sich vor Schlapphüten und Konsorten zu verstecken.
Denn im Falle eines Falles(Straftat, übler Mundgeruch oder eine mächtige Dauererektion) liefern diese Dienste natürlich hilfsbereit alle möglichen Hinweise auf die Ursprungs-IP und ihr seid schlicht im Arsch.

Nochmal, das Nutzen von Verschlüsselungstechniken ist eine letzte Notwehrhandlung, um eure Privatsphäre zumindest vor den gewöhnlichen Gaunern zu schützen - bei den staatlichen hilft das nur begrenzt.
Aber immerhin verzögert es im besten Fall deren Arbeit und macht die anlasslose Gesamtüberwachung der Insassen der BRD deutlich teurer.
Falls denn immer mehr Menschen von ihrem Menschenrecht auf Privatsphäre Gebrauch machen wollen.

Der gerne in diesem Zusammenhang gebrachte Hinweis, Menschen gäben ja bereitwillig beim Fratzenbuch und Konsorten auch ihre Privatsphäre preis, deswegen sei das auch völlig in Ordnung, wenn der Staat alle bespitzelt ist offensichtlich hanebüchener Unfug.

Unabhängig davon, dass es selbstredend dumm ist sein Leben öffentlich in den asozialen Medien zu führen, ist es dennoch dort ein freiwilliger Akt. Es gibt ein Recht auf Dummheit, die Möglichkeit den gewollten Ausverkauf des Privaten zu vollziehen, das Private öffentlich zu machen.
Marc Twain schrieb dazu sehr schön:Das Recht auf Dummheit wird von der Verfassung geschützt. Es gehört zur Garantie der freien Persönlichkeitsentfaltung.
Gut, meist ist das Gejammer hinterher groß, wenn der Personaler einen mit den Sufffotos und der großen Klappe konfrontiert, oder wahrscheinlicher, gar nicht erst in die engere Wahl nimmt.
Aber das ist eine bewusste Entscheidung. Ich lebe, ich agiere und lebe danach mit den Konsequenzen. That's it.

Wenn aber staatliche Dienste anlasslos Menschen und deren Äußerungen und Ansichten überwachen, wenn es Abteilungen gibt die sich gegenseitig mit Nacktbildern der Überwachten imponieren - da ist dann der Bezug zum Scriptkiddie-Wixer nicht weit -, dann ist das eben nicht die bewusste Preisgabe der eigenen Privatheit, sondern ein massiver Einbruch in das Persönlichkeitsrecht und das Menschenrecht auf Privatheit. Soviel dazu.

Wer den Unterschied zwischen freiwilliger Preisgabe und heimlicher Verletzung der Privatsphäre nicht versteht, der findet wahrscheinlich auch, die Stasi und die GeStaPo haben eben nur ihre Arbeit gemacht.

Launige Grüße von Ihnen Ihrm Blödbabbler

Montag, 27. April 2015

Heureka!

Es gibt merkwürdige Dinge die man nicht auf Anhieb versteht, also in meinem Fall natürlich das Meiste, aber auch anderen Menschen soll es ja hin und wieder so gehen.
Ich mache -aus Spaß an der Freud'- im näheren Bekannten und Freundesumfeld manchmal noch 'Computersupport'.
Ich bastele dann neue Rechner zusammen oder versuche dahinterzukommen, warum der alte PC nicht mehr will.
Ich entseuche und aktualisiere Software, kurzum bin eben der Computermensch im Freundeskreis der DAUs.

Vorgeschichte
Früher, zu Studienzeiten war diese Bastelei etwas, dass ich ursprünglich gerne machte.
So konnte ich dabei immer ein wenig mehr über den Computer lernen ohne mein eigenes Budget angreifen zu müssen.
Selbst war der Mann, und der Freundeskreis war froh einen Bastler in der Nähe zu haben.
Als ich dann später arbeitete, wurde es lästiger.
Manche Menschen aus meiner Vergangenheit, besonders einige mit einem ansprechenden Einkommen, meinten mir meine für ihre Rechner verbratenen Stunden mit weitergeschenkten Champagnerflaschen der 40-50 DM Klasse durchaus nobel zu vergelten.
Dazu sollte man wissen: sowas trinke ich nicht, trank ich noch nie und will ich nicht trinken. Ich kriege bereits Sodbrennen, während ich nur das Wort "Champagner aufschreibe.
Und so befand und beschloss ich, die Opferung meiner Freizeit -bei wirklich langen Arbeitstagen- sei damit nicht adäquat berücksichtigt.
Denn meist war der Arbeitsaufwand im Mittel bei 5-6 Stunden und so fand ich einen 'Stundenlohn' von etwas unter 8 DM deprimierend.
Wohlgemerkt, das waren damals gut verdienende Selbstständige oder Oberstudienräte aus dem bekannten -und Freundeskreis.
Auf die Fragen, was ich denn bekäme antwortete ich deshalb irgendwann mal damit, was es normalerweise kostet, wenn man mich Arbeitsseits bucht - ich war dann bereit, davon nur die Hälfte zu nehmen, aber damit lag ich sicherlich immer noch deutlich über dem Satz den ein PC-Lädchen um die Ecke dafür genommen hätte. Ich hätte mich auch in Zigaretten oder vollen Bierfässern zur Kompensation beglücken lassen, aber -oh Wunder!- von da ab blieb mein Telefon still.
Manche der damaligen 'Freunde' habe ich dann auch nicht mehr gesehen. Komisch, oder?
Kurzum, weil das Leben zu kurz ist um sich mit solchem Mumpitz lange herumzuärgern schraube ich seitdem nur noch die PCs der Ms. und meinen zusammen.
Eigentlich, denn natürlich habe ich in den letzten Jahren hin und wieder eine Ausnahme gemacht.
Alle, denen ich seitdem mit dem PC geholfen habe, waren gute, meist langjährige Freunde und selbige waren beschämenderweise eher zu generös, so dass ich nie das Gefühl haben musste der Computertrottel zu sein.

Diese Vorgeschichte zum besseren Verständnis.

Gegenwart
Ich supporte immer noch mit Wonne die Freiberuflerin, deren Spaß mit dem VoIP Anschluss ich die Freude hatte, hier bereits kurz zu verwursten.
Nachdem ich ihr eine Homepage mit wordpress gebastelt habe, damit auch Menschen unter 100 ihre Praxis finden können, und dort eine E-Mail Adresse zur möglichen Kontaktaufnahme hinterlegte, macht es natürlich Sinn, selbige auch abfragen zu können. Da die Freiberuflerin -ich nenne sie mal Frau MausD- mit dem Smartphone und seinen magischen Möglichkeiten ungefähr so vertraut ist, wie der Blödbabbler mit Champagnermarken - also gar nicht-, erschien uns die Idee einen alten Computer, zum E-Mail abrufen und Kunden-CDs gucken, in ihre Praxis zu stellen, naheliegend.
Gesägt tun getan!
Dank der Altrechnerspende des Herrn HausD hatten wir zwei PCs die für besagten Zweck in Frage kommen konnten.
Rechner mit Win 7 bespielt, Thunderbird drauf und fertig war die Arbeit.
Gut, Windows nuckelt nach dem Servicepack 1 noch ungefähr 1,5 GB an Updates herunter und installiert die dann- mit schweizerischem Tempo während der nächsten Tage- vor sich hin. Aber prinzipiell war der Rechner fertig. :-D
Der Rechner lief langsam, aber brav und auch das Abrufen und verschicken der E-Mails funktionierte, so wie es soll.

Probleme
Nachdem wir den Rechner in die Praxis verfrachtet, angeschlossen und ihn hochgefahren hatten, schien alles für die künftige Praxis 2.0 gerüstet.
Als ich drei Tage später in der Praxis auftauchte erfuhr ich, der Rechner habe solange funktioniert, wie ich vor Ort war. Am folgenden Tag ließ er sich nicht mehr zum Starten bewegen.
Auch meine magische Aura schaffte es nicht ihn über das Leuchten der 'Einschalt-LED' hinaus zu einem Startbildschirm zu überreden. Mal an allen Kabel gewackelt, ihn aufgeschraubt und ins Innere geblickt doch der Stinksack blieb im Nirwana. lucky him!
Aber -wie gesagt wir haben ja noch die PC-Spende des Herrn HausD. Also den PC eingepackt und heimgeschafft. Dort habe ich ihn aus Spaß an der Freud' einfach nochmal angeschlossen und siehe da: er fuhr ohne Mucken direkt hoch, der Windowsstartbildschirm begrüßte uns gerade so, als sein nichts geschehen. Faaflucht!
Ich vermutete einen Wackelkontakt, war aber eigentlich zufrieden, dass der PC lief, ersparte es mir doch den Ersatz-PC bespielen zu müssen.
Also den PC wieder eingepackt und ab damit in die Praxis.
Dort angeschlossen, eingeschaltet und im beim Hochfahren zugeguckt. Brav!

Reloaded
Am nächsten Tag rief mich Frau MausD an und teilte mir lachend mit, der PC führe nicht hoch, er sei: tot.
Sie habe extra noch einen ihrer Kunden(„das soll mal ein Mann probieren!“) gebeten, dieser ruckelte und zuzzelte aber wohl auch ohne Erfolg daran 'rum, der PC blieb tot.

Elan
Also PC wieder nachhause mitgenommen und siehe da dort funktionierte er sofort und ohne Mucken. Magic!
Inzwischen hatte meine -nach oben nicht mehr offene- Genervt Skala fast schon die Spitze erreicht, deshalb beschloss ich doch den Reserve-PC zu bespielen.
Nur leider war der direkt nach dem Einschalten nicht bereit, mehr von sich preiszugeben als den BIOS Hersteller Bootbildschirm. Dann hing er fest und nichts ging.
Also, Schraubendreher und ab in die Innereinen des roten Renners.
Sitzen alle Kabel fest, sehen irgendwelche Elkos gebläht aus oder sind gar geplatzt?
Nö, alles wunderbar.
Eventuell hat die CMOS Batterie keinen Saft mehr? Ruckzuck das Biest getauscht, nee, wars auch nicht.
Dafür aber wurde das BIOS durch diese Aktion resettet.
Ich zog mal alles an Kabeln ab, was nicht direkt fürs Booten benötigt wird. Nachdem ich das DVD Laufwerk auf diese Art aus dem Rennen genommen hatte, kam ich bis zum BIOS. Sehr schön.
Überraschenderweise bootet der PC jetzt, dafür hatte die Grafikkarte bereits direkt nach dem Einschalten -ohne Last- Temperaturen aufzuweisen, wie eine Endstufe von Arianne Trägerraketen.
Notiz an mich: GraKa im Auge behalten.
Der PC bootete also, bis er spontan entschied ein Reboot sei auch eine tolle Idee; Nein, besser noch s schien es ihm sich von alleine ganz auszuschalten.
Hmmpf!
Wir konnten ihn einschalten, er begann zu booten und schaltete sich aus.

Verzweiflung und Hoffnungsschimmer
Dies war der Augenblick an dem ich beschloss, ein paar neue Brocken und ein Stoßgebet sollten reichen. Ich will nicht mehr mit diesen beiden Möhren.
Also, neues Mutterbrett, ein wenig RAM, neue CPU(mit GPU) gekauft und inständig gehofft, dass nicht das Netzteil im ersten PC der Übeltäter ist.
Den ersten PC umgebaut und siehe da, er läuft brav - allerdings haben wir entschieden diesen dann doch nicht in die Praxis zu stellen, sondern eventuell den älteren Privatrechner der Frau MausD, da dieser deutlich langsamer ist. Da daheim nicht nur die Leute sterben, sondern auch zocken etc. macht das durchaus Sinn den schnellsten der PCs eben dort zu parken.
Inzwischen hatte ich bei einem alkoholfreien Bier und einem Glas Paddy mit dem Herrn HausD ein Gespräch, bei dem ich seinen PC und das unschöne Runterfahrverhalten schilderte. Gemeinsam fiel uns ein, dass besagtes BIOS Probleme mit dem damals neuen Core2Duo 8400 hatte, die Temperaturfühler meinen immer: der wird gerade gegrillt und fahren aus Sicherheitsgründen den PC runter. Es gab da damals ein Firmwareupdate, was der Herr HausD aber nie aufgespielt hat, stattdessen stellte er das Auslesen des Temperaturfühlers im BIOS aus. Leider hat der Boardhersteller kurz danach sein Geschäft eingestellt und man findet im Netz keine seriöse Quelle mehr für das notwendige Update. Egal. Also im BIOS das Sicherheitsfeature ausgeschaltet und der PC lief, sodass ich Windows 7 aufspielen konnte und dem PC dann die nächsten Tage beim Updaten und den Bytes quasi beim Eintrudeln zusehen konnte.
Thunderbird drauf, Konto eingerichtet, E-Mail verschickt und empfangen. Fertig!

Fettich?
Den roten Raser in die Praxis gebracht, angeschlossen, eingeschaltet und hochgefahren. Noch den Thunderbird ins Autostart geschupst und noch zwei Lesezeichen zu den Mittagskarten der hiesigen türkischen Italiener im Firefox eingerichtet. Puh!
Der Freiberuflerin gesagt, sie möge mich bitte am nächsten Tag anrufen, wenn der PC nicht mehr gehen sollte, damit ich dann mit einem Schamanen zusammen Fehlersuche...
Sie hielt sich zwar nicht direkt dran, sondern rief mich auch so an, um mir lachend mitzuteilen: der PC läuft weiterhin. Juchu!

Über Bande ins Auge der Software
Nach einer Woche fragte sie mich dann, was man denn machen müsse um Briefe von ihrem PC zu verschicken.
Ich antwortete: "Man müsse ihn mit einer Frankiermaschine kreuzen", was offenbar nicht genau die Antwort war, die sie erwartete, wie mich ein schmerzhaftes Zwicken am Oberarm vermuten ließ.
Sowohl sie, als auch ihre jüngere und ganz junge Kollegin hätten es nämlich nicht geschafft mit dem Thunderbird eine E-Mail zu versenden.
Ganz Sherlock Blödbabbler vermutete ich mal sexistisch ins Blaue hinein: "Wenn es scheinbar nicht am Alter liegt, liegt das Problem vielleicht am Geschlecht der Versenderinnen?!"
Den blauen Fleck am anderen Arm deutete ich als Zeichen, das auch diese Antwort nicht genehm war - seufzend setzte ich mich an das Sorgenkind und schrieb eine Test-E-Mail.
Verdammt, am Geschlecht lag es offenkundig wirklich nicht!
Der Versuch des Sendens brach immer -nach gefühlter Ewigkeit- ab, die Mail blieb wo sie war im Entwurfsmodus.
Da ich mit dem PC bereits eine Test E-Mail gesendet hatte und an den Einstellungen nichts verändert wurde, kamen für mich einige Möglichkeiten in Betracht: Virenscannerupdates, Windowsupdates, ein versehentliches `Ja ich will den Verkehr nach draußen sperren- Klick in der Firewall, Probleme beim Hoster und ähnliches.
Weil ich auf meinem Privat-PC die eingehenden E-Mails in der Prä-Praxis-PC Zeit beobachtet habe um gegebenenfalls per Telefon Absagen, Terminänderungen etc. weiterzugeben, beschloss ich von dort nochmal den Versand zu testen.
Toll! Von meinem PC aus gehts - der Hoster als Problem scheidet damit aus.
In der Praxis heute erneut versucht zu senden. Nix geht.
Virenscanner deaktiviert. Nix
Virenscanner deinstalliert. Nix
Portadressen geändert für den smtp Server. Nix
SSL ausgeschaltet und unverschlüsselt probiert. Nix
Firewallregeln durchforstet. Nix.
Ein neues Konto bei einem Freemailhoster eingerichtet und im Thunderbird ein Konto erstellt. Damit geht’s!
Das Problem liegt also definitiv am Konto und nicht an irgendwelchen Regeln oder Sperren in der Firewall.
Ich wollte schon aufgeben, dann viel mir der alte Klassiker ein, wenn was nicht geht, dann vermute mal es was mit der T**ekom zu tun.
Der Router ist ein Mietling, den uns besagter Provider ins Haus gebracht hat, und heute mein letzter Versuch.
Router-IP im Browser eingegeben, Passwort und eingeloggt in die Innereinen des Routers.
Und siehe da der Router hat eine Liste mit 'vertrauenswürdigen' E-Mail Servern(hauptsächlich solche von besagtem Provider und einigen Freehostern) hinterlegt. Der Hoster bei dem die Praxis-E-Mail liegt, war natürlich nicht darin aufgeführt. Manuell also den Hoster als 'vertrauenswürdig' eingetragen und es klappt auch mit dem Versenden von E-Mails.
Danke! Das hat mich ungefähr zusammen 4 Stunden meines Lebens gekostet. Es gibt Gründe wieso ich, ganz sportlicher Preuße, Altes-Fritz-Boxen empfehle. :-D

Jetzt bin ich gespannt, was als nächste Baustelle kommt.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Freitag, 24. April 2015

Singleton of Dufftown 12

Heute mal (wieder) ein vermutlich in Kürze ebenfalls aussterbender 'Supermarkt'whisky aus den Trögen der Dufftown Destillerie in –na, wo wohl?- Dufftown.
Der Singleton of Dufftown 12 Jahre ist in Resten bei einigen Onlineversendern noch zu absurd teuren Preisen, also irgendwas um die 33-35 Euro pro Buddel zu haben(hoppla die DHL Gattin hat ihn sogar noch für 29,90). :-O
Meine Flasche vom Singleton erstand ich -als sie im Angebot im hiesigen Supermarkt war- für knapp unter 22 Euro vor einem guten Jahr, sonst kostete sie dort so um die 24 Euro.
Der Duden weiß über das deutsche duff zu berichten, es stünde für matt und glanzlos.
Im Englischen steht es synonym für useless, poor, unsatisfactory und ich bilde mir ein, mal gelesen zu haben, auch für Fusel.
Nun, das legt zumindest die Messlatte nicht künstlich hoch.
Singleton of Dufftown 12 Flasche
Mir gefiel die flundrig-flache und grüne Flaschenform ausnehmend gut, auch, da sie durch keinerlei Verpackung vor meinen kritischen Augen geschützt war. Also nahm ich sie mit, obwohl ich die 71 Punkte und die Bemerkung der Singleton 12 sei 'finess-free' von Murray noch im Kopf hatte. Ein Whisky, schlechter bewertet als das Grauen im blauen Blechgewand , erweckte durchaus mein krankes Interesse.

Nach dem ersten Öffnen und Verkosten musste ich bleich erkennen, der werte Herr Murray hatte eine nicht komplett an den Haaren herbeigezogene Kritik geäußert.
Auch, wenn ich es im Vergleich zum Brackwasser aus den Gestaden vom Loch Lomond sicherlich nicht schlechter fand, hielt sich meine Begeisterung darüber dennoch in sehr engen Grenzen.

Eine Flasche gedacht zur Ehrung der Ahnen: Die kann man eigentlich nur offen stehen lassen, um den wirren Geist -sich über die Monate und Jahre, hin zu den Altvorderen- verflüchtigen zu lassen.
Doch, alter Knausersack der ich nun mal bin, habe ich sie dennoch wieder brav verkorkt und in die hinterste Ecke im Barfach gestellt - zum Hanky Bannister, dem Mellow Corn und dem Heaven Hill.

Ungefähr ein halbes Jahr nach diesem Trauerspiel fiel mein Blick beim Umsortieren des Fachs - es musste Platz geschaffen werden für ein paar ältere Flaschen von van Wees ohne Umverpackung- auf des Dufftowns Singleton, und in einem Anfall von galoppierendem Masochismus beschloss ich es erneut zu wagen einen dram davon zu kosten.

In der Nase offenbarte sich ein schwach blumiger und malziger Ton, süß und nach einiger Zeit im Glas mit einem Karamellaroma.
Gar nicht so schlecht. Nix dolles, aber auch nicht mehr so schlimm wie befürchtet.

Im Mund ist er süß und (milch)schokoladig, pelzt aber bereits in diesem frühen Stadium die Zunge auf. Das passiert mir sonst eigentlich erst beim Abgang und ist nicht so schön.
Er hat eine (hier eine Gemeinsamkeit zum Monster vom Loch Lomond) grasige Note ist aber auch frisch und mentholig im Mund.
Über allem liegt ein hölzerner Malz- und ein irgendwie muffiger, leicht fauler Sherryton. Hoppla. Klingt alles nicht doll, ist es auch nicht wirklich, aber deutlich besser, als ich es nach der Ersteröffnung in Erinnerung hatte.

Im Abgang tritt der Singleton leider noch mal aus, die Zunge trocknet aus und pelzt weiter auf, wie ein Tribble in der Balz.
Er ist deutlich warm, fast schon bissig und brennig. Dafür behält er aber eine schöne Süße bei.

Nun, nachdem ich schon bei Menschen nichts vom verlogenenen Ritual halte, von Verstorbenen nur Gutes zu reden, fange ich bei einem sterbenden Whisyks erst gar nicht damit an.
Der Singleton of Dufftown 12 ist in meinen Augen ein trinkbarer Whisky, etwas garstig und nicht sonderlich verlockend, eher reizlos - dennoch durchaus trinkbar.
Er wird trinkbar, nachdem er eine Weile in der geöffneten Flaschen und in die Ecke gestellt verbracht hat.
Mit ein wenig Wasser wird er sogar zu einem brauchbaren Sommer/Herbstwhisky.
Für ähnliches Geld schmeckten mir der Speyburn 10, auch der (aussterbende) Glenlivet 12 oder als Vertreter eines NAS Whiskys der Tullibardine Aged oak deutlich besser.

So wie es den Anschein hat, sind inzwischen an die Stelle des zwölfjährigen Singleton in den Supermarktregalen seine alterslosen Erben, wie der Spey Cascade oder der Tailfire getreten.
Eine Flasche vom Spey Cascade habe ich mir beim letzten Weihnachtsangebot im Supermarkt vor Ort für 19,90 trotz des durchwachsenen Ergebnisses vom Zwölfjährigen mal eingepackt, weil ich eben nur begrenzt lernfähig bin.
Aber: Spontankäufe erfreuen eben hin und wieder die Seele, unabhängig vom gruseligen Ergebnis das einen möglicherweise sicherlich erwartet. :-D

Eine Miniatur des Singleton of Dufftown 12, die ich als 'Dankeschön' in einer Whiskybestellung dabei hatte, habe ich dem Herrn AausB aufgenötigt.
Damit auch er noch in den Genuss kommen kann, diesen Whisky zu verkosten, bevor es irgendwann mal was gescheites aus dieser Destillerie gibt. diese Möglichkeit nicht mehr gibt.



Wertung Single Malt
Singleton of Dufftown 12


Geschmack:
Fass2
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile3

Fazit: Der Singleton 12 aus dem Hause Dufftown ist in meinen Augen nicht so schlimm, wie ihn der werte Herr Murray macht(71 Punkte), aber leider auch nicht deutlich besser. Er ist tatsächlich trinkbar, richtiger Spaß kommt dabei -zumindest bei mir- aber nicht auf. Für die aktuell aufgerufenen Preise (30-33 Euro) fände ich vermutlich immer einen Whisky, der mir deutlich mehr behagt, selbst wenn dieser dann kein Alter trüge.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt - 5 Wunderbar - 4 Lecker - 3 Gut - 2 Brauchbar - 1 Widerlich - 0 Fußbad

Donnerstag, 23. April 2015

Aberlour 10

Heute gibts ein paar Tastingnotes zum Aberlour 10 - dem wohl aussterbenden Einsteigerwhisky aus der namensgebenden Destillerie in der Speyside.

Auf deren Webseite erfährt man in der aktuellen Range, dass sie mit dem 12 jährigen beginnen - hier hat also offenbar ein Wechsel stattgefunden, bei dem der bisherige Einsteiger, der zehnjährige unter die Räder kam.
Lustigerweise antizyklisch zur NAS-Schwemme. ;-)
In den Worten der Aberlour Destillerie klingt das dann so:Our single malts are made from expertly crafted new spirit, usually double cask matured for at least 12 years in the finest hand-picked Oloroso Sherry butts and first fill Bourbon casks. aberlour.com
Der Aberlour 10 war einer meiner ersten Whiskys als ich vor ein paar Jahren begann mit Whisky mögen und Whisky kaufen.
Damals schrieb ich noch nichts auf, sondern erfreute mich stattdessen nur an dem mir dargebotenen Wasser des Lebens.
Aberlour 10 FlascheDen Aberlour 10 mochte ich -wie eigentlich fast alle damaligen Whiskys(bis auf die blaue Hölle vom See)- gerne und habe mir dann 2013 noch eine Flasche davon nachgekauft.
Meine erste Flasche war eine 1 Liter Flasche von einem deutschen Versender, der Nachkauf war eine 0,7 Liter Flasche aus dem befreundeten Ausland.
Leider habe ich für die beiden Einkäufe keine Rechnungen mehr vorliegen, aber im Kopf habe ich noch, dass die Literflasche unter 30 und der Nachkauf um die 23 Euro gekostet haben.
Heute kostet der Aberlour in der Literflasche, wenn man ihn noch bekommt, wohl um die 35 Euro in der 0,7er Ausgabe liegt er dann knapp unter 30.
Negativ fällt mir auf: meine alte Flasche war mit 43% abgefüllt, die neueren haben alle nur noch 40%.
Weiterhin negativ ist mir ein Versender aufgefallen, der bei ihm nicht erhältliche Flaschen nicht etwa auslistet, sondern mit niedrigem Preis weiterhin drin stehen lässt.
Er ist damit zwar nicht der Einzige - das machen inzwischen leider einige -allerdings ist dies für mich ein deutliches Kriterium genau dort nicht mehr zu bestellen, da es unnötig Zeit kostet sich mit diesen Artefakten zu beschäftigen, denn bestellen kann man sie ja doch nicht ist diese Lockvogelmethode für mich ein klares ein K.O. Kriterium(Ich habe denn auch mal den Verweis auf eure Whiskyinfos aus meiner Linkliste genommen).

Von Aberlour habe ich bisher den 10 jährigen (43%), den 10 jährigen(40%), sowie den Aberlour 15 Jahre 'Cuvée Marie d'Ecosse' im Glas gehabt.
Im Regal stehen noch ungeöffnet eine Miniatur des Aberlour 10Jahre (40%), ein Aberlour Select Cask Reserve 15 Jahre, ein A'bunadh(#38), sowie ein Aberlour 18 Jahre herum und warten darauf, mir irgendwann zu Diensten sein zu dürfen.



Doch zurück zum Aberlour 10 und meinen Eindrücken dazu.

Er bietet eine - im besten Sinne- unspektakuläre Speyside Nase.
Sein Aroma ist fruchtig und süß mit Sherryanklängen und deutlich leichtem Geruch. Insgesamt ist das Gebotene lecker. Sommerlicher Stoff.

Im Mund bekommt man Honigsüße, er ist auffallend mild und hier auch mit deutlich mehr Sherryeinfluss auf der Zunge spürbar.
Eine malzige Note und kaum würzige Eiche, dafür cremig-schokoladiges Mundgefühl, gefolgt von etwas bitterer Schokolade.

Sein Abgang ist deutlich warm und er brennt etwas - überraschend nachdem er im Mund eigentlich mild daherkommt.

Ein netter All-day-dram mit einem noch guten PLV der inzwischen wohl vom Markt verschwindet und durch den 12 jährigen als Einstiegsdram(mit dann auch mindestens 6-8 Euro Mehrpreis) ersetzt wurde/wird.

Wertung Single Malt
Aberlour 10

Geschmack:
Fass3
bis
Fass4
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile4

Fazit: Der Aberlour 10 ist ein netter und unaufdringlicher Speysidewhisky der leicht & easy zu genießen ist. Für mich ein schöner Sommerdram mit einem guten PLV, der leider vom Markt genommen wird/wurde.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt - 5 Wunderbar - 4 Lecker - 3 Gut - 2 Brauchbar - 1 Widerlich - 0 Fußbad

Mittwoch, 22. April 2015

BenRiach 10 'Curiositas peated'

Wenn man sein großes Latinum durch Erlernen von Whiskynamen hätte machen können, so wäre dies sicherlich ein gangbarer Weg für mich gewesen.
So aber quälte ich mich durch einen späteren Sprachabkömmling davon - bis ich mich endlich davon frei machen durfte.
Heute reichen meine Französischkenntnisse nur noch zum Bestellen eines Hotelzimmers am Lac Léman oder zu einer gestenreichen(nicht gerstenreichen!) Diskussionen mit den dortigen Müllmännern, wenn mein Auto ihnen bei der Arbeit im Weg ist.
Also wars wenigstens keine komplett verschwendete Zeit. :-D

Von den Destillern um Managing Director Billy Walker stammt der zehnjährige Curiositas peated der noch zu einem guten Preis zu haben ist.
Wenn man kurz im Internet nachguckt findet man ihn für knapp unter 32 Euro für die 0,7 Liter Flasche und mit anständigen 46% abgefüllt.
Wie bei BenRiach üblich wird nicht kühlgefiltert und die Farbe stammt aus dem Fass und nicht aus der Zuckerdose. Recht so!
BenRiach mälzt inzwischen seit ein paar Jahren (2012) wieder selbst, wobei ich allerdings nicht glaube, dass sie das für die gesamte Produktion machen.
Inzwischen kann der Curiositas peated wohl aus dem Stoff nach dem Wiederanlaufen der Destillerie im Jahr 2004 sicherlich wieder bestritten werden.
Ich kredenzte den Teilnehmern beim letzten Babbler-bittet-zur-Verkostung Treffen, jenem bei dem auch der Glenfarclas 8 eröffnet wurde, den BenRiach C.P..
Dieser stieß auf ein ungeteilt gutes Echo, der werte Herr AausB bevorratete sich mit einer Flasche und Frau CausD bekam von mir als Wegzehrung noch eine kleine 5cl Miniatur damit befüllt.
Doch auch -der wohl inzwischen hoffnungslos an twitter verlorene- Herr virtualmono, sowie Frau IausF mochten den BenRiach gerne, sagten sie zumindest. ;-)
BenRiach 10 'Curiositas peated' Flasche
Auf der etwas unruhig wirkenden Tube, die in schönem schwarz gehalten ist, erfahren wir, dass gewöhnlich eine leichte Torfigkeit beim Whisky aus dem Wasser stammt, aber hier -im speziellen Fall des Curiositas peated- eben der Geschmack und das Aroma durch Torf(rauch) beim Darren des Malzes eingebracht wurde. Wers noch nicht wusste, der freut sich sicherlich über diese Info.
Besser als: Wir haben den Längsten! Und sind nebenbei noch die tollsten Hechte in der Mash tun Gefasel das einem hin-und-wieder auf den Umverpackungen über den Weg läuft.

Bisher habe ich von BenRiach den alterslosen Gesellen Birnie Moss, sowie den zwölfjährigen 'Arumaticus Fumosus' im Glas gehabt, beides in meinen Augen zwei Kandidaten für wunderbare Whiskys.
Von BenRiach stehen desweiteren hier in der Blödbabbler Höhle noch einge ungeöffnete Flaschen im Regal, als da wären: der 'Heart of Speyside', der 'Importanticus Fumosus 12', der 'Dark Rum Wood Finish 15', der Benriach 16, der 'Septendecim 17' und der Benriach 20 - hoffentlich alles leckere Reserven für die Zukunft.

Das Aroma des zehnjährigen 'Curiositas peated' ist intensiv, stark rauchig mit einem Einschlag Heidekraut und macht sofort Lust aufs Probieren.

Wow! Im Mund Honig, Waldhonig(ohne die Ausscheidung von Läusen zu sich zu nehmen, Bäh!), und schön deutlicher Rauchgeschmack.
Er ist mild und hat eine gewisse -super dazu passende- holzige Würze anzubieten, etwas Ingwer und ein wenig Öligkeit runden das Bild für mich stimmig ab.
Der Hammer, ein wunderbarer Geschmack der fast schon zum Trinken denn zum Genießen einlädt.
Also: Vorsicht ist die Mutter der Selbstdisziplin, oder so ähnlich.

Im Verschwinden bittert er dann leicht aus, vorher ist er jedoch fein warm, schön süß und rauchig.
Die Zunge pelzt er allerdings ganz leicht auf.

Ein Knaller, erst recht für einen Preis von knapp unter 32 Euro.
Hier bekommt man einen Whisky mit Altersangabe, und aus dem Herzen einer der wenigen 'privaten' Destillerien geboten, der gefährlich süffig und spaßmachend daherkommt.
Ich hoffe mal, dass die Preise nicht auch beim BenRiach 10 C.P. in Kürze deftig anziehen werden und er uns als wunderbarer, rauchig-süßer Alltagsdram eine Weile erhalten bleibt.


Wertung Single Malt
BenRiach 10 'Curiositas peated'


Geschmack:
Fass5
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile5

Fazit: Wenn ich mir damit nicht ins eigene Fleisch schneiden würde, stünde hier natürlich eine klare Kaufempfehlung. So aber rate ich allen da draußen selbstsüchtig: kauft weiterhin eure geliebten, rauchigen Islay NAS Whiskys für deutlich mehr Geld - denn so bleibt der Preis für diesen wunderbaren Whisky vielleicht noch eine Zeit lang unten und die Bestände reichen länger für mich! :-D

Ihnen Ihr Blödbabbler

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Donnerstag, 16. April 2015

Glenfarclas 8

Nach meiner Woche der NAS Whiskys gehts nun weiter mit ein paar Einsteigerwhiskys die alle ein Alter auf dem Label tragen.
Den Anfang macht dabei der Glenfarclas mit dem süßen Alter von 8 Jahren.
Der Glenfarclas 8 war von mir gedacht als Einstiegsdram zum letzten Whiskytasting in der Höhle des Blödbabblers - und wurde auch zu diesem Behuf angeschafft.

Ich mag Glenfarclas.
Eine schottische Destillerie in Privatbesitz mit bisher meist gutem PLV.
Ich mochte deren 12 jährigen gerne, ansprechender Stoff in der Literbuddel für knapp über 30 Euro (augenblicklich bei einem Händler für 29 € im Angebot) und fand auch den 105 für das aufgerufene Geld eine Wucht.
Inzwischen habe ich mir noch den 17 und 18 jährigen auf Halde gelegt- denn wer weiß schon, wie die (Whisky)Zeiten noch werden?
Doch zurück zum Kinderwhisky mit seinen 8 Jahren.
Man hätte ihn sicher auch 'Legacy' oder 'Fortunato' nennen, stillschweigend sein Alter weglassen und den Kunden damit für doof verkaufen können. Hat man aber nicht gemacht. Brav!
Außerdem hat man ja sein eigenes Erbe mit dem Heritage und seinem Fassstärkebruder alterlos dem Volk bereits überliefert, sowie sich bei der Trilogy(Passion&Springs&Team)ausgetobt. :-D
Glenfarclas 8 Flasche
Mein Glenfarclas kostete im Januar 2015 23,50 Euro, ist aber -wenn man guckt- durchaus für knapp unter 23 zu haben.
Wenn man dies dann allerdings auf den Literpreis hochrechnet, kostet der 8 jährige überraschenderweise etwas mehr als der 12 jährige. Verkehrte Welt!
Der Glenfarclas kommt in glenfarclasüblicher Kartondose und wurde diesmal mit grüner Farbe bedruckt - im Vergleich zum blauen 12er oder dem roten 10er.
Leider sind sonst nur die üblichen Marketingphrasen, bei denen lediglich nach bester Serienbriefmanier das Alter auf der Rückseite entsprechend je nach Whisky geändert wird, aufgedruckt. Schade, das geht besser.
Er wird mit 40% Alkohol abgefüllt und schweigt sich stoisch darüber aus, ob er farblich verändert oder kühlgefiltert wurde, oder nicht. Die Händler interpretieren das auch unterschiedlich.

In der Nase findet sich sehr schwacher Sherrygeruch(trockener nicht süßer) und Malz.

Im Mund ist er süß und weich, dann kommt aber auch schon etwas Würze und eine schwache Trockenheit.
Etwas bittere Schokolade und als ich einmal einen dram Auchentoshan zuvor im Glas hatte(das natürlich danach ausgewaschen wurde) - eine deutliche Weißweinnote. Die habe ich aber später so nicht mehr rauskitzeln können.
Meist lagen eher klassische Sherrynoten auf der Zunge - präsent, aber nie aufdringlich.

Im Abgang rumpelt er dann doch ein wenig und ist pfeffrig warm, mit leichter Sherry- und adstringierender (Holz-)Note. Dafür fettet er die Lippen schön ein und zum Schluss kurz vorm Ende kommt auch noch das Malzerlebnis. Fein.

Meine Gäste fanden den durchaus ansprechend, obwohl natürlich sinngemäß Sprüche kamen, wie: "Oh, wie edel, ein achtjähriger Whisky, der Herr Blödbabbler verwöhnt uns!".

Und ehrlich, mehr sollte es und er auch nicht sein.
Ein netter, preiswerter Einsteigerwhisky, dankbarerweise ohne Schwefelzugabe und von einer Destillerie gemacht, die seit zig Generationen in privaten Händen ist. Was will man mehr?
Irritierend bleibt festzuhalten, dass er -hochgerechnet- etwas mehr kostet als der 4 Jahre länger gereifte 12 jährige aus gleichem Hause.
Aber dieser hatte dafür in meiner letzten Buddel auch einen deutlichen und schwefligen Tritt vom spanischen Teufel abbekommen.

Glenfarclas ist ihr Nachwuchs scheinbar auch nicht ganz geheuer, denn auf deren Webseite beginnt die Range erst mit dem 10 jährigen. Da sage ich mal: (Don't) Kick the baby!

Wertung Single Malt
Glenfarclas 8

Geschmack:
Fass3
bis
Fass4
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile4

Fazit: Für 23 Euro bekommt man einen 8 Jahre gereiften Whisky mit Sherryeinfluss und ohne Schwefel, der nicht sonderlich kompliziert ist. Easy drinking und Spaß macht er nebenbei auch. Wer den 12 jährigen mochte, der kann hier auch mal reinschmecken.

Ihnen Ihr Blödbabbler

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Mittwoch, 15. April 2015

Campbeltown Loch

Von den Springbank Distillers stammt der Blended Whisky Campbeltown Loch, den es auch mit hohen Altersangaben gibt, dieser hier ist ein NAS -obwohl man in als 5 jährigen bezeichnet im Netz finden kann.
Die Vermutung liegt nahe, da es die Besitzer von Springbank sind die diesen Blend herausgebracht haben, dass er eben aus Springbank und Longrow Single Malts besteht - woher der Grainwhisky stammt entzieht sich aber meiner Kenntnis.

Springbank ist eine -wenn nicht die- Handwerksdestillerie in Schottland, die machen alles selbst vom Mälzen bis zur Abfüllung.
Es gibt zu Springbank eine schöne Destillerie Vorstellungsreihe von ralfy, die er vor Ort gemacht hat, in 1,2,3,4,5,6,7 Teilen.

Allerdings kann man meiner Meinung nach nicht ausschließen, dass auch andere Whiskys (irgendwann) in dem Blend heimelig werden könn(t)en, bspw. ein Kilkerran von Glengyle oder ein Whisky aus jeder anderen Destillerie in Schottland. Wenn ich darüber etwas nachdenke, dann könnte das bereits heute der Fall sein. :-D
Aber wer spekulieren will der sollte an die Börse gehen, gelle. Ich will trinken und genießen und dafür ist der Stoff aus dem Loch in Kintyre sehr gut geeignet.
Campbeltown Loch Flasche
Ich mag Springbanks Konzept, nicht nur die billigste Lösung für Arbeitsprozesse zu wählen, sondern sich auch in Verantwortung für die Gemeinschaft vor Ort zu sehen - dafür kostet der Stoff dann eben meist ein paar Euro mehr als der von anderen Destillerien. Who cares?
Ungeöffnet stehen hier bei mir im Regal noch ein Hazelburn 12, Springbank 10, Springbank 22 und ein Longrow peated; besprochen hab ich anno 2011 den Longrow C.V..
Meine Flasche vom Campbeltown Loch kostete 15,90 € für die 0,7 Literflasche ohne Umverpackung kurz hinter der offenen Grenze im befreundeten Ausland.
Überraschend preiswert, wenn man obiges berücksichtigt und was man sonst an Qualität und Geschmack für diesen Preis bekommt.
Bei den Onlinehändlern finde ich leider nur den 21 Jahre alten, großen Bruder. Keine Ahnung ob es den 5 jährigen (noch) irgendwo gibt oder irgendwann.

Die Flasche ist eine Standardwhiskyflasche mit schönem Etikett das einen gemalten Blick auf den namensgebenden Ort gibt.
Bei den Springbankern scheint man ein Faible für Frakturen und ähnliche Schriftarten zu haben, diese hier erinnert mich ein wenig an Jugendstil. Egal, insgesamt ein schönes Etikett.
Als Besonderheit für einen Blended Whisky in dieser Preisklasse findet sich als 'Verschlusssache' ein Korken, statt eines billigen Blechverschlusses im Flaschenhals.
Der Campbeltown Loch wurde mit 40% Alkohol und zusammengebastelt aus 100% schottischen Whiskys abgefüllt - ob er gefärbt wurde(ich denke ja) erfährt man nicht.
Außer mit Ikonen, die durchgestrichene, schwangere Frauen(mit Glas in der Hand) und grüne Punkte für verfehlte Recyclingkonzepte zeigen, hält sich das Produkt mit Informationen bedeckt.
Leider erfährt man auch auf der Webseite bei den Springbank Distillers nichts zu ihren Blends, sondern nur etwas zu den Single Malt Hausmarken Hazelburn, Springbank und Longrow.

Der Campbeltown Loch hat eine frische Brise im Glas, Malz, Karamell und sehr schöner, feuchter Drehtabakgeruch. Sehr fein!

Im Mund ist er weich und süß -Vorhang auf- deutlich mehr Tabak tritt ins Rampenlicht. Etwas pfeffrig und ganz schwach salzig, Assoziation von Ingwer liefert ein wenig Wärme. Ein leicht saures Element passt sich stimmig ins Gesamtkonzept von rundem Geschmack. Voll und cremig trotz der 'nur' 40% Alkohol.

Nachdem der Campbeltown im Loch verschwunden ist, bleibt es warm, prickelnd und süß in der Eintrittshöhle des Geschmacks. Hier dann eher Vanille denn Karamell mit immer noch leichter Säure als Kontrastdummy assistierend.

Wow! Ein Blend für 16 Euro der so ziemlich alles richtig macht.
Leckerer und richtig gut zu trinkender Stoff aus der Whisky-Manufaktur der Mitchells.


Wertung Blended Whisky
Campbeltown Loch


Geschmack:
Fass4
bis
Fass5
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile5

Fazit: Für kleines Geld gibts hier einen wunderbaren Blended Whisky mit sanfter Tabaknote und leckerer Süffigkeit. Blödbabbler meint: Wenn schon Banker dann Springbanker! Falls man den Campbeltown Loch irgendwo sieht -und sich nicht zu schade ist einen Blend zu trinken- sicherlich ein kluger und reueloser Kauf.

Ihnen Ihr Blödbabbler

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Dienstag, 14. April 2015

Herr, lass es Eier regnen!

Ostern ist rum und es bestimmen scheinbar weiterhin viele eierlose Gesellen die Tagespolitik in unserem Land.

Doch es gibt Hoffnung!

Ein Papst spricht etwas an und aus, wozu unsere Politiker offensichtlich nicht die Eier haben, gut.
Diplomatisches Herumgeeiere unserer Verantwortlichen um die vermeintlichen Freunde aus der Türkei nicht zu verärgern.

Nachdem Deutschland im 20 Jahrhundert gleich zweimal HIER und JAWOLL! geschrien hat, als es darum ging einen Genozid durchzuführen, und da zählen die zwei Weltkriege noch nicht mal dazu, scheint man heute Angst zu haben bei anderen Nationen, deren Untaten ebenfalls klar und deutlich nachweisbar sind, Stellung zu beziehen.
Doch die Konsequenz aus den deutschen Genoziden an Hereros und Namas und Juden kann doch gerade nicht sein, das Maul zu halten wenn man Unrecht sieht oder dessen Gewahr wird, sondern es muss vielmehr eine laute, deutliche und klare Stellungnahme sein.
Diplomatie ist die große Schwester der political correctness - es sich nicht mit ihm verscherzen, auch wenn er gerade die beste Freundin vergewaltigt hat, eventuell wird man sonst nicht vom Schulrowdy(der aber doch so toll aussieht!) zum Abschlussball mitgenommen. Rücksichtnahme und Feigheit in Personalunion, wo Rückgrat und eine klare Meinung gefragt wären.

Der Papst also.
Vorsitzender jener Vereinigung von alten Männern, die, wenn sie sich nicht gerade in Frauenkleidern lateinisch unterhalten, auch wohl mal gerne an und mit kleinen Kindern spielen - was man so an body-count Zahlen in den letzten Jahren in der freien Presse mitbekommen hat.
Wer, wenn nicht der Chef dieses Vereins wäre wohl besser geeignet um als eine moralische Institution aufzutreten?
Tjo, z.B. vom Volk gewählte demokratische Volksvertreter.

Zu Papstland konnte man gerade wieder lesen, dass eben jener Staat dem er vorsteht, also der Vatikanstaat, gerade den neuen französischen Botschafter -offenbar wegen dessen Homosexualität- nicht akzeptiert.
Dennoch: Klare Worte des alten Mannes in Frauenkleidern an die Türkei für ihren verübten Völkermord an den Armeniern.
(Also eigentlich wars das Osmanische Reich, aber die Türkei ist ja Rechtsnachfolger, so wie Deutschland Rechtsnachfolger vom Dritten Reich.)

Und, was schwurbeln unsere Volkshelden aus SPD & CDU stattdesssen?
Wie wird der -Überraschung, Überraschung!- deutsche Anteil am Völkermord an den Armeniern thematisiert?
Im Stile der aktuellen deutschen Politik formulierte es bereits der Kriegsverbrecher und damalige Kanzler Bethmann-Hollweg:„Unser einziges Ziel ist, die Türkei bis zum Ende des Krieges an unserer Seite zu halten, gleichgültig, ob darüber Armenier zu Grunde gehen oder nicht., auf die Hinweise seiner Diplomaten über das türkische Vorgehen gegen die Armenier im Land, 1915.

Heute will man stattdessen den NATO Partner Türkei oder deren islamistischen Rammbock Erdogan nicht verärgern.
Beides, Bethmann-Hollwegs Aussage und das aktuelle Duckmäusertum wird offenbar gespeist aus derselben Quelle.
Auf den Knochen ganzer Völker findet hier ein pervertierter Freundschaft- und Partnerschaftsgedanke statt, der es offenbar für angemessen hält wegzusehen, zu schweigen und sich der Verantwortung zu entziehen um selbst keinen Schaden oder Nachteil dadurch zu erlangen.
Recht wird geopfert für eigene Verwertungsinteressen - schöne westliche Moral, tolle Werte.

So wie hier gekuscht wird, so kuscht man beim Schöpferland des terroristischen Islams, jenem Land, das durch seine Exporte von finsterster Interpretation -von eh schon archaischem Gedankengut- weltweit für Destabilisierung und Terror sorgt, Saudi Arabien. Auch hier wird deren Rolle am Terror nicht thematisiert, stattdessen werden deren Gegenspieler systematisch weggeputscht; man sorgt sich lediglich um die eigenen Wirtschaftsinteressen, diese sollen doch bitte nicht durch überzogene Forderungen wie "Menschenrechte" gefährdet werden sollen.

Heißa, gibt’s dann eigentlich am 20.4 auch eine Gedenkfeier und Reden im Bundestag?
Denn, dann könnte man doch genau den Mann zum Geburtstag ehren, der mit seinem Satz:Wer redet heute noch von der Vernichtung der Armenier? seine Horden zum Morden losgeschickt und den zweiten deutschen Genozid im 20. Jahrhundert zu verantworten hatte.
Denn offenbar hat er Recht behalten, zumindest was deutsche Außenpolitik angeht ist man verdammt still zum Thema „Armenier“, findet

Ihnen Ihr Blödbabbler

Auchentoshan Select

Zum Abschluss meiner kleinen NAS-Whisky Tastingwoche, in der ich den Big Peat Xmas Edition 2014, den Bowmore 100 Degrees Proof, den Bunnahabhain Cruach-Mhòna, den Tyrconnell NAS, den Clontarf (White Label) NAS, den Cask Islay Vatting No.1, den Writers Tears, sowie den Tomatin Legacy (B4) vorgestellt habe, ist heute der Auchentoshan Select dran.

Wie es den Anschein hat, ist der Auchentoshan Select inzwischen aus der aktuellen Range der Destillerie geflogen, dennoch ist er noch bei einigen Händlern in der 1 Liter Flasche zu haben.
Für einen Preis von unter 28 Euro für den Liter lacht das NAS Herz des Whiskykäufers.
Auchentoshan 'Select' Flasche
Auchentoshan destilliert seinen Whisky dreifach, was ihm ein gewisses Alleinstellungsmerkmal unter Schottlands Destillerien gibt.
Der Karton ist zweckmäßig und liefert immerhin die Information wie der gemeine Schotte vor Ort Auchentoshan auspricht: ock-un-tosh-un und marketingsprecht noch ein wenig davon, dass die Eichenfässer für die Reifung einer carefull selection unterworfen waren.

Wenn man nun also glaubt diesen Fakt speziell hervorheben zu müssen, so wirft das natürlich im Umkehrschluss kein gutes Bild auf die normalen, anderen, teureren Abfüllungen von Auchentoshan. Denn diese wurden dann ja scheinbar nicht bedacht ausgewählt, sonst wäre es ja banal und man müsste es nicht auf die Packung als Besonderheit drucken, oder? ;-)

Der Select wurde mit passenden 40% Alkohol abgefüllt und mit Farbstoff für die Doofen bunt gemacht. Business as usual.
Sonst hält man es mit Informationen eher mit Hamlet auf der Verpackung: the rest is silence.

Diesmal gehts ohne große Whiskybeschimpfung gleich in medias res, ich sammle meine Kräfte noch für den Pig's Nose und den Glengoyne 12 CS. *eg*

Der Auchentoshan Select hat ein sehr leckeres und leichtes Aroma.
Blumige Aromen und -deren durch Bienen verarbeitetes Endprodukt- der süße Honig flattern, fluffig, fliegend in des Nasenflügels innerstes hinein.
Etwas Frucht, in Richtung Mango, sowie die sanfte Holznote eines eher leichten Holzes findet sich ebenfalls zum Stelldichein.
Ich stelle fest: Der Select ist vom Aroma her ein sehr schöner Frühling-Sommer-all-day-dram zum Trinken - nix allzu komliziertes, dafür aber durchaus appetitanregend.

Im Mund spürt man zuerst eine schwache, würzige Holznote die ich mit sandelholzartig beschreiben würde.
Er ist etwas honigsüß und wird später erkennbar warm ohne dabei zu brennen.
Eine leichte bis deutliche Trockenheit ist im zu eigen, es bittert im Mund zügig nach und ist vom Gesamteindruck eher leicht. Wenn man direkt danach durch die Nase ausatmet erhält man ein sehr schönes Aroma vom Select gratis dazu.

Abgänglich ist er einen Tacken staubig und macht eine trockene Zunge.
Dennoch ist er auch da noch süß, allerdings verstärkt sich das bittere Element hier noch ein wenig.
Insgesamt ist er eher schnell weg -positiv gewendet macht er uns den Mund frei für einen weiteren Schluck davon. ;-)

Wertung Single Malt
Auchentoshan 'Select'

Geschmack:
Fass3
bis
Fass4
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile5

Fazit: Der Auchentoshan Select ist ein angenehmer Frühjahr- und Sommerwhisky. Nichts was einen überfordert und wenn man mal nicht nur schnuffeln möchte, sondern einfach mal einen Whisky trinken, dann ist er sicherlich keine falsche Wahl. Für den Preis von knapp 28 Euro pro Liter ein netter und fairer Einsteiger in die Welt des Lowland Whiskys, auch wenn er sicherlich kein Whiskys-Überflieger ist. Aber so stelle ich mir einen NAS Whisky vor: gut trinkbar, mit erkennbarer Qualität und zu einem ansprechenden Preis. Klar, dass der heute nicht mehr in die Range passt und langsam vom Markt verschwindet.

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