Montag, 14. April 2014

Wer einmal aus dem Blechnapf aß

Vor einiger Zeit, irgendwann kurz vor Fastnacht 2014, bei einem Livemusikabend diskutierten die Frau CausD und der Blödbabbler angeregt, neben anderem auch, über die Gefahren von Aluminium.
Da Herr AausF aufgeschreckt durch einen Film im Jahre 2013 zu diesem Thema mir schon mal sein Leid geklagt hatte, hatte ich mich zum Thema "Gefahren von Aluminium", Alzheimer und Brustkrebs ein wenig kundig gemacht.
Ein Artikel bei den Skeptikern zu besagtem Film klärte mich ein wenig auf und versuchte, weg vom anekdotischen Charakter, die fast schon grassierende Hysterie-die sich anscheinend um das Thema herum aufgestaut hat(te)- zu bremsen.
Deren Fazit, was auch zum damaligen Zeitpunkt durch das Bundesinstitut für Risikobewertung geteilt wurde, war: es gibt bisher keinen wissenschaftlich eindeutigen Nachweis dafür, dass Aluminium für das Entstehen von Brustkrebs oder Demenz (mono)kausal verantwortlich sei.

Daran hat sich, soweit ich das sehen kann, auch nichts geändert.

Was sich geändert hat ist deren Einschätzung,des Bundesinstitus, dass Aluminium über Kosmetika aufgenommen, hier speziell Deos, mit den sowieso schon über die Nahrung aufgenommenen Anteilen zu einer deutlichen Überschreitung der als unbedenklich festgelegten Werte führen kann.Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat die geschätzte Aluminiumaufnahme aus
Antitranspirantien bewertet. Dazu wurden die aus experimentellen Studien ermittelten Daten
zur dermalen Aufnahmemenge von Aluminium aus Antitranspirantien für gesunde sowie für
geschädigte Haut zugrunde gelegt. Die errechneten systemischen Aufnahmemengen liegen
für die gesunde Haut mit rund 10,5 µg über den 8,6 µg pro Tag, die für einen 60 kg schweren
Erwachsenen als unbedenklich angesehen werden. Sie liegen damit bei täglichem Gebrauch
über der tolerierbaren wöchentlichen Aufnahmemenge der EFSA.

Dies ist etwas, das mir einleuchtet. Auch, wenn ich nun kein 60kg Männlein bin und somit meine Dosis deutlich ein wenig höher liegen dürfte.
Dennoch scheint es so zu sein, das dieser Eintrag sich eben mit 'unvermeidbaren' Aluminiumeinflüssen akkumuliert und dann eben Grenzwerte überschreiten kann.
Da ich nun um solch bizarre Dinge wie (Leitungs-)Wasser, Tee, Gewürze,Salate und Gemüse(säfte) nicht so leicht rumkomme, wie um den Geruchskiller unter der Achsel, ist es sicherlich nicht unvernünftig sich darüber Gedanken zu machen, wie ich diese Eintragungsquelle reduzieren, bzw. eliminieren kann.

Um nun meine Mitmenschen -neben meinem eh schon akuten, quasi pathologischen Vollgequassel aka Hessi James Syndrom- nicht mit noch mehr aggressiver Männlichkeit, in Form von Ausdünstungen der Marke "Iltis", zu beglücken, werde ich - dem Rat von Frau CausD folgend- bei den nächsten Einkäufen meine Augen eben nach einem aluminiumfreien Deo-Roller Ausschau halten lassen.
Bis dahin verbrauche ich noch die Deo-Roller-Reserven mit Aluminium, denn Gründe zu einer Panikreaktion sehe ich nach der aktuellen Wissenslage definitiv nicht.
Auch, wenn bisher keine wissenschaftlich belastbare Aussage zu möglichen Krankheiten zu machen ist, zu viel von etwas ist meist nicht gut, soviel ist selbst mir klar.
Vor allem dann, wenn es sich im Körper anreichert und nicht mal eben vollständig wieder ausgeschieden werden kann.

Aluhutfreie Tage wünscht Ihnen Ihr Blödbabbler

Donnerstag, 10. April 2014

Glenmorangie Quinta Ruban

Aus jener Destillerie mit den höchsten Brennblasen Schottlands stammt, aus der gefinishten Reihe, der Quinta Ruban, der in Ruby Portweinfässern nachreifte.
Der normale Glenmorangie ist ein leichter angenehmer Sommerwhisky, der -wie ich finde- ein wenig in die Richtung langweilig und Mädchenwhisky tendiert(wow, langweilig und Mädchen in einem Satz und das von mir. :-D).

Achtung, unzulässige Verkürzung eines Sachverhalts:
Da es inzwischen ein offenkundiges Problem mit anständigen Fässern in der schottischen Whiskyindustrie zu geben scheint, erdachte man sich die Nachreifung.
Das erneute Lagern in einem 'frischen' Fass um Whiskys aus 'ausgelutschten' Fässern ein wenig mehr Geschmack, als Tannin aus der Eiche, mitzugeben.
Deshalb lässt man Whisky inzwischen immer öfters in Portwein, Sherry oder französischen Süßweinfässern für eine deutlich kürzere bis kurze Zeit lagern, sodass von diesen ein Geschmackseintrag in den Whisky stattfindet.
Hin und wieder schmeckt das dann, als habe man sich entschlossen, einfach ein paar Buddeln der Weinsorten ins Fass dazuzukippen.
Viele scheinen das zu mögen, ich hingegen stelle immer stärker fest, meine Welt ist das nicht.
Echte Reifung in einem solchen Fass, über einen langen Zeitraum gerne, diese kurzen Nachreifungen sind mir meist deutlich zu weinlastig.
Glenmorangie rühmt sich nun damit, eben einer der Pioniere dieser Reifung zu sein und man muss ihnen zugute halten, das der Whisky zwei Jahre nachreifen darf, also schon eher länger.
Und diesen feinen Unterschied schmeckt man tatsächlich.
Glenmorangie 'Quinta Ruban' Flasche
Der Quinta Ruban hat eine schöne Farbe, wobei ich rätsele ob da mit E150a nachgeholfen wurde, denn von natural colour steht nix auf dem Etikett.
Der Glenmorangie QR wurde nicht kühlgefiltert mit 46% abgefüllt, aber da meine Flasche aus dem Ausland stammt, entfällt möglicherweise der verpflichtende Aufdruck "mit Karamell".
Es gibt ihn in einer 0,7 Liter Flasche, die mir vorlag, und einer 1 Liter Abfüllung die zwischen 48 und 50 Euro kostet.

In der Nase ist der Glenmorangie QR ein wenig parfümig, weinig mit Sherryassoziation(o.k. wird vermutlich eher Port sein, da ich bisher aber nur Tawnyport kenne passt das in meinem Hirn eher zu einem trockenen Sherry) und ein wenig schokoladig.
Später geht der Geruch in Richtung Karamell.
Insgesamt eine schöne Nase die sich darbietet.

Im Mund ist er deutlich trocken und säuert nach Wein -vermutlich Port :-D -und zieht die Zunge leicht zusammen.
Dann folgt Süße, ein leichtes Brennen, Sherrysäure und ein Hauch bittere Schokolade.
Das passt nicht zu den Destillerie Eindrücken, die ich hier mal unkommentiert zitiere:
Samtartig wird der Gaumen von Walnüssen und Pfefferminzschokolade umhüllt. Ergänzt werden diese Aromen durch Rose, Lokum und süßen Pomeranzen.(Quelle:Glenmorangie)

Der Abgang ist dann sherryhaft, etwas trocken und holzig, warm mit Säure auf der Zunge und insgesamt eher mittellang.
Wow, so daneben zu den Meinungen anderer habe ich lange nicht gelegen.
Ich hatte den Quinta Ruban einst beim Herrn AausB probiert und war angetan, da war deutlich mehr von dem zu finden, was in der Destilleriebeschreibung stand, vorallem war dieses säuerliche Weinelement nicht so vordergründig.
Eventuell schwanken die Abfüllungen über die Jahre ja auch stärker, als man das gerne hätte.

Was bleibt?
Ein durchaus guter Whisky, der, wenn man weinsäuerliches im Whisky mag, sicherlich das Herz erobern kann.




Wertung Single Malt
Glenmorangie 'Quinta Ruban'


Geschmack:
Fass3
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile3

Fazit: Ein nachgereifter Whisky mit deutlicher Weinnote, der, wenn man sich damit anfreunden kann und will, sicherlich kein schlechter Begleiter für den Abend ist. Geschmacklich imho leider nicht mehr so, wie ich ihn vor vier Jahren erstmalig erleben durfte.

Ihnen Ihr Blödbabbler

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Mittwoch, 9. April 2014

Tage wie diese

Wow, das sind ja wieder ein paar Tage voller Widerlichkeiten.

Hoffnungsschimmer

Der EuGH entscheidet vordergründig zugunsten von Bürgerrechten und gegen pauschale Schuldzuweisung an alle und kippt damit die Vorratsdatenspeicherung.
Ein löblicher Schritt weg von einer verqueren Schuldumkehrvermutung, die sich leider vermehrt in den freien Bereichen manches Politikerkopfs -und nicht nur dort- eingenistet hat.
Jetzt bleibt abzuwarten, welche gezinkten Karten unsere sogenannten Volksvertreter wieder aus dem Ärmel ziehen um geltendes Recht in sein Gegenteil umzumünzen.

Kriegserklärung

Der neue Mann, der es sich zum Ziel gesetzt zu haben scheint, die Bürgerrechte zugunsten einer vermeintlichen Sicherheit zu opfern, ist der allseits beliebte und vom Christentum erleuchtete Herr de Maiziere.
Man muss konsternieren konstatieren: seine Zeit in Sachsen scheint offenkundig auf sein Rechts-und Demokratieverständnis deutlich abgefärbt zu haben oder selbiges war Grundvoraussetzung für die damaligen Tätigkeiten; Henne oder Ei?
Unser Bundesinnenminister sucht, wie es mir dünkt, nach neuen Wegen geltende (EU) Rechtsprechung auf Bundesebene eben nicht umzusetzen.
Dafür kramt er dann stattdessen lieber mal wieder den feuchten Traum der Sicherheitsfaschisten Reaktionäre aus der Gummizelle hervor, in die er zu Recht von den Vätern(und Müttern) des Grundgesetzes verbannt worden ist.
Aber, solange man die Verräterpartei an seiner Seite weiß, ist ja Polen oder doch Pommern noch nicht verloren. Soviel lehrt die Geschichte.
Es geht mal wieder um die erweiterte, schleichende Aufweichung des Verbots eines Einsatzes des Militärs im Innern, dargeboten als "Das muss man doch noch machen dürfen!" durch unseren lieben Herrn de Maiziere.
Was mit den Notstandsgesetzen begann scheint noch nicht mit der Plenarentscheidung des Bundesverfassungsgerichts von 2012, den Einsatz bei Tatsachen katastrophalen Schadens für regulär zu erklären, beendet.
Unser Sicherheitschef möchte die unzähligen gekaperten Flugzeuge -die bemannt mit fiesen Terroristen Deutschland unsicher machen- durch bloßen Befehl der Verteidigungsursel abschießen lassen können.
Ohne dafür, wie es das Bundesverfassungsgericht klar stellte, auf eine Regierungsentscheidung warten zu müssen.
Verstehn' schon, Gefahr im Verzug!
Interessant, wie sich bei Christenmenschen sooft das Recht auf Leben zwar mit Vorliebe auf minimalste Zellhaufen und Urschleim fokussiert, aber sobald es um lebende Menschen geht, selbiges gerne mal einer vermeintlichen (Staats-) Räson oder dem vermeintlichen Willen Gottes geopfert wird.

Minderschuldfähig

Aber auch unsere Rechtsprechung scheint ja hin und wieder merkwürdige Ansätze zu vertreten.
Seit Kindestagen ist es mir ein Rätsel, wieso jemand der im Vollsuff oder einem Rauschzustand jemanden verletzt oder tötet mit mildernden Umständen rechnen kann.
Ich würde bei alkoholbedingten Taten eher einen Vorsatz draufschlagen denn eine Schuldminderung.
Wenn ich allgemeingültige Regeln nicht einhalte -die dann zu einem Unfall oder ähnlichem führen- dann wird mir gewöhnlich Fahrlässigkeit unterstellt und mir wird eine Mitschuld gegeben.
Wenn ich im Suff jemanden totfahre, werde ich entweder in Bayern Verkehrsminister, oder wegen fahrlässiger Tötung und nicht wegen vorsätzlicher Tötung verurteilt. Ich bekomme also eine mildere Strafe.

So scheint es auch bei einem Fall zu sein, der augenblicklich durch die Presse geht.
Allerdings scheint hier jemand dem Irrsinn des Ramadans gefolgt zu sein und hatte 14 Stunden an einem heißen Tag-so steht es in der Presse- nichts gegessen(nicht schlimm) und nichts getrunken(definitiv schlecht) und war deshalb unterzuckert und dehydriert.
Die Richter urteilten, dass dies bei einem gesunden Menschen nicht schlimm gewesen sei und ungefährlich, aber, da der Täter depressiv sei und sich in seiner Ehre verletzt gefühlt habe, es zu einer verminderten Schuldfähigkeit führen müsse. Deswegen 12 Jahre statt lebenslanger Haft.
Wait, what?
Mal ganz davon abgesehen, das es klare Hinweise darauf gibt, das dieses ritualisierte Selbstkasteien eben zu deutlich mehr Unfällen führt, mithin eben auch dem "Gesunden" schadet, steigert es scheinbar auch aggressives Verhalten.
Das bei heißen Temperaturen der Verzicht auf Flüssigkeitszufuhr zu körperlichen Problemen führt, scheint nicht von der Hand zu weisen.
In diesem Beispiel haben wir also jemanden, der nach meiner Ansicht sowieso schon eine Geistesschwäche hat und diese auslebt(ausleben darf, denn wir haben Religionsfreiheit!), der eine depressive Grunderkrankung und einen "Ehr"begriff hat, der wenn er glaubt, gehört zu haben, dass ihn der Nachbar auf türkisch als "Zuhälter" beschimpft habe, ihn in eine akute Belastungssituation bringt, in der er den anderen totmachen muss.
Jemand steigert seinen Wahn durch bewusstes vorenthalten von Lebensmitteln und wird deshalb minder stark bestraft, weil ihm in der Situation, die er selbst herbeiführte, kein anderer Ausweg möglich war?
Was bitteschön ist das denn für eine Rechtsprechung?

Verräterpartei

Falls sich einer der Wähler der Sozialdemokraten noch irgendwelcher Illusionen hingibt, sie würden etwas für ihre Klientel in der Regierung umsetzten, was sie versprochen haben, der sollte sich mit dem Ausnahmenkatalog zum Thema Mindestlohn der Frau Nahles beschäftigen, bei dem scheinbar all jene ausgenommen sind, deren augenblicklicher Lohn bereits unter dem festzusetzenden Mindestlohn liegt.
Der Dicke Wirtschaftsminister gibt sich alle Mühe ein würdiger Nachfolger vom Clement zu werden.
Clement, wir erinnern uns, war und ist Sozialdemokrat -zumindest seiner eigenen Einschätzung nach- auch wenn er vor lauter Enttäuschung aus dieser Partei austreten musste, weil er mit diesen ganzen linken Sozen in der SPD(*rofl*) die Solidarität und Gerechtigkeit zwar auch nicht wollen, aber hin und wieder noch auf Parteitagen skandieren, so rein gar nix mehr gemein haben wollte.
Nach seinem langen Marsch durch die rauchenden Ruinen des Modells Deutschland, bei dem es nach guter alter Tradition nur verbrannten Boden übrigzulassen galt, landete er schließlich bei der arbeitgeberfinanzierten, neoliberalen Meinungsmacherbude INSM. Wie wusste einst schon Willy selig, "...es wächst zusammen was zusammen gehört".
In den übergroßen Fußstapfen des Arbeiterverräters versucht sich unser geliebter Popminister nun auch zu profilieren.
Wie weiland der Schröder Gerd, der sich gerne mit "Genosse der Bosse" bauchpinseln ließ und nicht merkte, dass das als Unflat gemeint war, suhlt sich auch der Erzengel Gabriel lieber mit dem Kapital denn mit jener Arschmasse die Deutschland durch ihrer Hände Arbeit am Leben erhält.
Aber, mal ehrlich, wer würde so etwas auch von einem Sozialdemokraten erwarten? Eben!
So freut er sich das die großen Wirtschaftskonzerne weiterhin -fast ohne Einschnitte- auf Kosten der Bürger und der kleinen Betriebe über die EEG Umlage subventioniert werden.
Dieses Armutszeugnis verkündet er stolz, als Neustart der Energiewende, eventuell hat er auch zuviel gefastet? Wahn allenthalben!
Es bleibt also alles beim Alten, unten bei den Habenichtsen die Kohle holen und zu denen schieben, die schon haben - klassische Sozialdemokratie?

Surprise, surprise

Ein Schmankerl zum Abschluss las ich heute im Wirtschaftsteil der FR.
Eine Untersuchung, so konnte man dort lesen, belege, dass in Brüssel die Finanzindustrie eine Lobbyübermacht bei Gesetzgebungsmaßnahmen habe.
Nein!? - Doch!! - Ohh!!!
Das Finanzkapital sichere sich dort dank seiner massiven Ressourcen den direkten Zugang zu den Entscheidern, massiver und radikaler, als wir es uns heute überhaupt erst vorstellen können([Goebbels mode off]).
No shit, Sherlock.
Und, wer sich dabei immer noch denkt, Demokratie funktioniere auf Dauer mit dramatischen Ungleichgewichten, der hofft vermutlich auch das Krankheiten verschwinden, wenn man sich ein heiliges Buch auflegt oder Zuckerkügelchen schluckt.

No pasaran.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Freitag, 4. April 2014

Bunnahabhain Darach Ùr

Bunnahabhain, eine weitere Destillerie die mit ihrem gälischen Namen einige Menschen vor ein Ausspracherätsel stellt, produziert den heute vorzustellenden Whisky.

Von Bunnahabhain habe ich bisher den 'neuen' 12 jährigen besprochen, heute folgt der Darach Ùr -was soviel wie neue Eiche bedeutet und was offenbar auch Konzept ist.
Bunnahabhain 'Darach Ùr' Flasche
Der Whisky reifte in neuen Fässern aus amerikanischer Weißeiche, also nicht Refill Ex-Bourbon, was augenblicklich ein neuer Nischentrend zu werden scheint.
Einige Destillerien werben inzwischen mit virgin oak Reifungen und einige davon konnte ich probieren.
Soll mir recht sein, lieber mehr davon, als zu viele lausige Sherryfässer.
Von Bunnahabhain habe ich augenblicklich noch den Cruach-Mhòna offen, eine rauchige Variante aus diesem Hause, dazu in Kürze mal ein paar Notizen.

Der Darach Ùr wurde mir lobend vom Herrn AausB empfohlen, der selbigen - allerdings ein deutlich früheres Batch davon- beim Herrn EausF verkosten durfte.
Also ließ ich mir eine Flasche davon mitbringen.
Sie stammt aus dem Batch No.6 und ich glaube sie fand Ende 2012 oder Anfang 2013 den Weg in mein Regal.

Der Bunnahabhain Darach Ùr kommt in einer gedrungenen, leicht dicklichen Papptube daher und beinhaltet eine dunkle 1 Liter Flasche im Bunna-Rum-Buddel-Style.
Der Whisky wird mit natural colour und un-chillfiltered mit sehr löblichen 46,3% Alkohol abgefüllt.
Man bekommt den Darach Ùr den Liter zwischen 43 und 47 Euro, meiner kostete damals knapp 35.
Inzwischen kostet er aber auch im befreundeten Ausland knapp 40 Euro.

Aus dem Glas bekommt man eine schöne, angenehme Nase geboten.
Fruchtig und frisch mit einem Geruch, der an ein cremiges Balsamico ohne den Essigtouch erinnert, sowie einem Schuss Heidekraut.
Überraschend stimmig mit dem Hang zu mehr-davon-haben-wollen.

Im Mund ist er leicht ölig, mit starkem Eicheneinfluss und honigsüßen Geschmacksanteilen.
Leider -und inzwischen glaube ich, dass das der Brennereicharakter ist, vorher hatte ich Sherryfässer im Verdacht- kommt dann eine volle Wagenladung dunkler, fauler und zermatschter Früchte, welche sich wonnig in Trockenpflaumensud mit Rosinenpampe wälzen, dazu.
Das muss man mögen, und mir ist da nicht wirklich oft danach.
Das schmeckt nicht schlecht, ähnlich wie auch beim Bunnahabhain 12 auch, aber mein Leib-und Magengeschmack wird das sicherlich nicht.

Im Abgang gibt es dann mehr von dieser dunklen Fruchtansammlung und es wird ein wenig bitter dazu.
Im Mund bleibt aber zwischen den massiven Matschfrüchten ein schönes malziges Einsprengsel, davon hätte ich gerne deutlicher mehr gehabt.

Mal sehen, eventuell hat Herr AausB auch noch ein paar Anmerkungen dazu, denn er war mit diesem Batch 6 im Vergleich zu seinem Ersteindruck -wenn ich es recht verstanden habe- nicht mehr ganz so zufrieden.


Wertung Single Malt
Bunnahabhain 'Darach Ùr'


Geschmack:
Fass3 bis Fass4
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile3

Fazit: Wie schon beim Bunnahabhain 12 überwiegen hier dunkle, faule Früchte den Geschmack, flankiert von durchaus wuchtigem, aber nie garstig bitterem Eicheneinfluss. Wer so etwas mag, der kann bedenkenlos zugreifen, denn für umgerechnet 30 Euro bekommt man den als Einstieg billiger, als den 12 Jahre gereiften. Nicht selbstverständlich in Zeiten der teuren NAS Abfüllungen.

Ihnen Ihr Blödbabbler

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Bowmore 15 'Mariner'

Nachdem ich gestern meine Eindrücke zum Starterwhisky Bowmore Legend dargestellt habe, geht es heute um einen 15 Jahre gereiften - wie es den Anschein hat nicht mehr erhältlichen - Bowmore, den 'Mariner'.

Ich hatte mich damit im befreundeten Ausland über die letzten Jahre (2011-2013) eingedeckt, der Preis dort war unschlagbar.
So kostete der Liter des 15 jährigen Bowmore dort lediglich gute 33 Euro.
Bowmore 15 'Mariner' Flasche
Meine letzte Flasche verschenkte ich allerdings zum großen runden Geburtstag letztes Jahr an die Frau IausF, bei der er nun -zwischen vielen anderen ungeöffneten Flaschen- ein Plätzchen gefunden hat.
Da die Flaschen bei mir auch meist schneller leer waren, als ich mich um ein Foto bemühen konnte oder wollte, stellte mir Frau IausF dankbarerweise eines der ihrigen Flasche zur Verfügung.
Meine Flaschen kamen noch in einer runden stabilen Papptube, der abgebildete ist bereits mit der rechteckigen Pappschachtel neueren Datums gesegnet.
Ob es einen Geschmacksunterschied zwischen den unterschiedlichen Abfüllungen gab oder gibt, weiß ich nicht, meine Notizen beziehen sich auf die Abfüllungen in der runden Dose.

Der Mariner beinhaltet sowohl Ex-Bourbonfass gereiften (Hauptanteil) sowie Sherryfass gereiften Whisky - an einer Stelle im Internet fand ich ein Mengenverhältnis von 70:30, wie weit das tatsächlich belastbar ist, kann ich nicht einschätzen.

In der Nase steht zuerst und stark der Rauch, der aber durch Süße weniger eindimensional wirkt, als man es sonst gerne mal findet. Das Aroma ist insgesamt eher trocken und wirkt leicht holzig mit einer ganz sachten maritimen Note.

Im Mund ist er sehr ansprechend mild mit süßem Honig, eingebettet in ein rauchig-torfiges Geschmackserlebnis.
Eine sanfte, holzig-trockene Note gibt ihm etwas mehr Tiefe, wobei er herrlich süffig ist.
Ich schreibe das ja öfter, aber der hier ist noch mal eine Klasse für sich, wenn es sowas bei Süffigkeit geben sollte, ein prachtvoller Spaßwhisky.

Sein Abgang ist warm mit süßklebrigem Rauch, der sich an der Zunge festkrallt und letztlich einer leichten Würzigkeit Raum gibt.

Einer meiner absoluten Favoriten von der Insel Islay, bei dem ich es bedauere ,dass sein Lebenszyklus offenbar beendet wurde.
Aber wie es den Anschein hat, setzt auch Bowmore inzwischen zunehmend auf den Trend hin zu alterslosen Abfüllungen, wenn man von den limited Editions mal absieht.
Immerhin scheint so wenigstens auch der Enigma zu Recht unter die Räder geraten zu sein, man sollte ja bei allem Negativen immer versuchen auch etwas Positives abzugewinnen.

Die wenigen Shops die den Mariner noch gelistet haben, wollen inzwischen dafür fast 60 Euro und da schwanke ich kurz ob ich denn bereit wäre soviel für einen 15 jährigen auszugeben - nö, wäre ich nicht!

Wertung Single Malt
Bowmore 15 'Mariner'


Geschmack:
Fass4 bis Fass5
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile4

Fazit: Ein echter Knaller aus dem Hause Bowmore lecker und gefährlich süffig. Mit dem richtigen Verhältnis Bourbon- zu Sherryfassanteil, dem man bei jedem Schluck anmerkt, dass er darin gereift ist und nicht nur darin nachgereift wurde. Wenn es ihn noch zu einen normalen Preis gäbe sicherlich ein absoluter Kauftipp.

Ihnen Ihr Blödbabbler

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Donnerstag, 3. April 2014

Bowmore Legend

Aus der Destillerie Bowmore von der Insel Islay stammt der heutige Whisky, den man als deren alterslosen Einsteiger betrachten könnte, wenn es nicht noch den Surf gäbe, der noch weniger kostet.
Den Surf, der ursprünglichem dem Travel Value zugedacht war und in meinen Augen und meinem Mund nicht so gut wegkam, sollte man imho überspringen, wenn man sich an einen alterslosen Bowmore herantrauen möchte.
Denn, der heutige Testkandidat ist bei ähnlichem Preis ein wesentlich angenehmerer fellow.
Ich habe bisher von Bowmore den Surf, den Legend, den 12 jährigen, den Enigma und den 15 jährigen Mariner getrunken und auch verkostet.
Der Enigma ist in meinen Augen ein sehr unsynchronisierter Whisky, Rauch und Sherry stehen sinnfrei nebeneinander, ergänzen sich nicht und harmonieren auch nicht miteinander.
Der zwölfjährige ist ein guter, süffiger und leckerer Bowmore, der sich zum Enigma ungefähr so verhält, wie der Legend zum Surf.
Der 15 jährige Mariner ist ein geiles Stöffchen, der machte einfach nur Spaß und ist sicherlich definitiv underrated in Murrays Whisky Bible.
Bowmore 'Legend' Flasche
Aber zurück zum Bowmore Legend.
In vielen, wenn nicht den meisten Onlineshops wird dem Bowmore Legend ein Sherryfass Symbol angeheftet, woher dieses Wissen kommt, entzieht sich mir.
Auf der Verpackung und auch bei Bowmore selbst ist die Rede von "a selection of the finest bourbon barrels", kein Wort von Sherryfässern weit und breit.
Ich behaupte mal: da ist kein Sherryfass dabei, die müssen schließlich die schlechten merkwürdigen Sherryfässer doch alle in den Enigma kippen. ;-)
Der Legend kommt in der typischen Bowmore Flasche die immer wirkt als verschlanke sie sich nach unten, ein wenig wie das ominöse Schulterarsch-Dreieck bei 'richtigen' Männern. :-D
Er steckt in einer relativ stabilen Pappschachtel, wurde mit 40% Alkohol und unter Zuhilfenahme einer Schippe voll E150a farblich für die Doofen angeglichen und per Kühlfilterung kaltgemacht.
Meine Flasche stammte aus 2013 und kostete um die 23 Euro, inzwischen bei den meisten Händlern um die 25.

In der Nase findet sich leichter Rauch und ein süßer Hauch irgendwas, durchaus angenehm.

Im Mund wirkt er zuerst leicht wässrig und sollte definitiv nicht noch durch Wasserzugabe 'aufgeschlossen' werden, zumindest nicht wenn man ihn danach noch trinken will.
Er ist sehr weich und mild, süßer Honig der sehr lecker das Maul feucht macht ergänzt sich harmonisch mit trockenem Rauch und einer sanften Würzigkeit.
Der Bowmore Legend ist überraschen gut ausbalanciert für einen vermutlich eher jungen Whisky.
Der Abgang ist dann warm, trocken mit Rauch, etwas Holzwürze und einem guten Anteil Süße. Leider pelzt die Zunge etwas auf, man sollte sich also zwischen zwei drams ein wenig Ruhe und einen guten Schluck blasenfreies Wasser gönnen.
Insgesamt verharrt der Legend eher lang bis er sich geschlagen gibt im Mundraum. Sehr gut!

Ich war und bin -beim aufgerufenen Preis- sehr angenehm überrascht vom Bowmore Legend.
Ein angenehm süffiger und wunderbar ausbalancierter, dabei nicht zu rauchiger Whisky aus den Trögen von Bowmore.
Die Flasche war, nur falls Herr Lo nachfragen sollte, ursprünglich voller und wird gewöhnlich auch so bei den Händlern feilgeboten. :-D
Da sie aber verdammt lecker war, neigte sie sich der Neige deutlich schneller zu als ich den Auslöser drücken konnte.

Wertung Single Malt
Bowmore 'Legend'


Geschmack:
Fass4
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile4

Fazit: Ein sehr süffiger und überraschend gut harmonisierter Einsteigerwhisky aus dem Hause Bowmore. Hier bekommt man -wie auch beim 12 jährigen- durchaus was geboten für sein Geld, wenn man denn auf die bowmoreartige Mischung aus Süße und Rauch steht. Murray bezeichnet das ja gerne als "Fisherman's Friend cough sweet character", ganz so schlimm finde ich es nicht. :-D Aber wenn schon Hustenmittel, dann definitiv dieses.


Ihnen Ihr Blödbabbler

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6 Perfekt - 5 Wunderbar - 4 Lecker - 3 Gut - 2 Brauchbar - 1 Widerlich - 0 Fußbad

Freitag, 28. März 2014

Jeder Schuss ein Russ?

Wenn man sich in der letzten Zeit gefragt hat, wieso unsere Politiker sich über das kriegsmüde und zu pazifistische deutsche Volk geärgert haben, sieht man klarer, wenn man das aktuelle Säbelrasseln aus den Mündern dieser Menschen vernimmt.
Wie es den Anschein hat, sind meine Mitbürger, wenn man denn den Umfragen trauen möchte, deutlich differenzierter und weniger blutrünstig, als das Pack in der Politik.
Aber, das konnte man ja bereits aus den Nörgeleien, die der Bundesjogi vor der Militärakademie herausgauckte feststellen, ich schrieb damals etwas dazu.
Sein Gejammer, man müsse die doofen Michels nur mit genug Medienpropaganda weichklopfen, sonst würde wohl das nix mit Tschingderassabum und frühem Aufstehen so gegen 5.45 deutete schon einen Paradigmenwechsel an.
Im gleichen Tenor bediente er selbstverständlich das Klischee vom strammen Neoliberalen, wobei er ebenfalls darauf hinwies, das man eben die Deutschen -wenn sie es von alleine nicht einsehen wollen- mithilfe von Propaganda von ihrem Glück überzeugen müsse.
Ein interessanter Ansatz für jemanden der immer von Freiheit faselt.
Aber es geht ja eben nicht um die Freiheit des Einzelnen gegen Krieg, gegen Ausbeutung oder gegen asoziale Lebensumstände zu sein, sondern schlicht um jene Freiheit, dort Handel zu treiben wo es den eigenen Nutzen maximiert - zugunsten einer kleinen Clique von Herrenmenschen.
Gerne und auch unter Androhung von Sanktionen und aufgebauter Drohkulisse.
Stimmig angereichert mit einem Hauch martialischem Donnerhall als Begleitmusik aus dem Proberaum der NATO.

Unsere Vorzeigedemokraten haben kein Problem damit, wenn zugunsten Aufständischer ein unangenehmer Zeitgenosse in Bedrängnis gerät; finden nichts dabei zugunsten von Aufständischen in einen Bürgerkrieg einzugreifen, aktiv und / oder über Waffenlieferungen.
Sie haben aber auch nichts dagegen, mit eben den gleichen Herrschern vorher jahrelang Geschäfte zu tätigen und stillschweigend über jede Form von Menschenrechtsverletzung hinwegzusehen.
Sie tun dies mit den Verbrechern in Saudi Arabien, taten es mit der Ukraine und ebenfalls mit dem Libyen Gaddafis.
Sie tun es mit den USA, die immer noch Menschen ohne rechtsstaatliche Grundsätze auf Kuba interniert, Menschen hinrichten - im Inland durch die Spritze oder Gas im Ausland durch Armee und Drohnenkriege.
Sie taten es, als die USA Grenada unter gelogenem Vorwand überfielen, sie taten es als der Irak mit einem Angriffskrieg überzogen wurde, dessen Ursachen so hanebüchen erlogen waren, dass es selbst dem damaligen Lügner Colin Powell heute peinlich ist.

Ich kann das nicht einschätzen, was für Menschen auf dem Maidan demonstriert haben, verstanden habe ich, sie wollten das korrupte Pakt an der Spitze weg haben. Ein durchaus löblicher Ansatz.
Wieso dann allerdings die rückenkranke Verbrecherin Timoschenko, selbst Fleisch vom Fleische der korrupten oligarchen Struktur auf einmal wieder präsidiabel sein soll, wieso man Naziabschaum in Ministerposten einsetzt, verstand und verstehe ich schon weniger.
Dass nun diese offenbar skrupellose Frau von unseren Eliten dennoch umhegt wird, das man ihre Konten nicht einfriert oder einfror, verstehe ich schon gar nicht.
Wenn sie ein pockennarbiger, fetter Glatzkopf wäre, dann ginge das vermutlich schneller; so blendet der Schein des sanftmütigen Äußeren und erst abgehörte und veröffentlichte Telefonate zeigen klarer wes Geistes Kind diese Frau ist.

Jedoch findet seit Wochen, wenn nicht gar Monaten, lediglich ein Trommelfeuer der Hetze gegen Russland, genauer die Person von Putin, in der seriösen Presse Deutschlands statt.
Warum das so ist, dazu gibt ein interessanter Artikel mit gutem Verweis auf eine lesenswerte Untersuchung als pdf bei den Nachdenkseiten einen Hinweis.

Wer meine Texte ein wenig verfolgt, der weiß was ich von homophoben Arschlöchern halte, nämlich nichts.
Ich halte die Innenpolitik Russlands für mehr als bedenklich; den Kreuzzug -übrigens unter tatkräftiger Unterstützung, wenn nicht gar Initialzündung, der dortigen orthodoxen Kirche- gegen Schwule und Lesben, der Gefahr für einen kritischen Artikel oder einer Demonstration im Gefängnis oder gar auf der Bahre zu landen, und auch die starke, steigende Xenophobie im Land kann man nicht klar genug verurteilen.
Das Geheuchel unserer Politiker während der Olympiade jedoch, das Fernbleiben war ebenso peinlich, wie es heute Sanktionen und der faktische Ausschluss aus G8 sind.
Russlands Politik ist nicht erst seit gestern so.
Als die Spiele dorthin vergeben wurden, war all das bekannt und es wurde dennoch so entschieden.
Man arrangierte sich mit fehlenden Menschenrechten und opferte sie auf dem Altar von Business & verlogener Politikfreiheit des Sportes.
Das inzwischen Teile der russischen Politik aussehen, als habe der Abschaum Schirinowski das Drehbuch geschrieben, sollte ebenfalls zu denken geben; es überrascht in diesem Zusammenhang auch nicht, das eben jener Antisemit es völlig legitim -und mit Völkerecht im Einklang- findet falls Russland Truppen entsandt hätten(Kurzer Artikel bei Rianovosti).

Aber, man sollte sich dennoch vor Augen halten, wer Russland überfallen hat und wer es zu verantworten hat, dass der Boden mit dem Blut von Millionen Menschen getränkt wurde.
Ich habe noch gelernt, dass das Sicherheitsbedürfnis Russlands nach einem cordon sanitaire, nach dem Horror des zweiten Weltkriegs einem nachvollziehbaren Ansatz folgt.
Die ehemaligen Satellitenstaaten, die -neben vielem anderen- auch Puffer für Russland waren, sind inzwischen größtenteils zum ehemaligen Feind übergelaufen, entweder Teil der NATO oder eingespannt in Beziehungen zur EU.
Die Schlinge um Russland zog sich in den Jahren nach dem Ende des Warschauer Paktes immer enger zu, trotz der Beteuerungen der USA und ihrer Vasallen Verbündeten.
Atomwaffen wurden von den Russen aus Deutschland 1991 abgezogen, die der Amerikaner sind immer noch hier.
Und die ach so friedliche NATO äußerte sich laut wikipedia Eintrag wie folgt:Die Strategie der NATO soll weiter auf Kernwaffen setzen. Im Mai 2010 wurden entsprechende Empfehlungen veröffentlicht.[43] Im November 2010 wurden sie beschlossen:[44] „… as long as there are nuclear weapons in the world, NATO will remain a nuclear Alliance.“
In Polen stationierte man gegen –noch zu entwickelnde- iranische Atomraketen m( schützen sollende Raketen, gegen das ausdrückliche und explizit geäußerte Sicherheitsbedenken Russlands.
Man könnte auch in der Vergangenheit weiter zurückgehen und sich überlegen, wer welche Kräfte in der Sowjetunion unterstützte, die die Konterrevolution anstrebten, seit Beginn der Sowjetunion.
So floss Geld, Waffenlieferungen und Hilfsgüter an die Bürgerkriegspartei der "Weißen", kämpften Soldaten auf deren Seite aktiv aus den USA, England, Frankreich etc.

Die Ukraine, auch die Krimtataren begrüßten ihre Befreier, meistens deutsche Truppen und dankten mit aktivem Kampf gegen Russland oder die Sowjetunion.
Es ist also auch historisch nicht unbedingt von der Hand zu weisen, wenn Russland ein gewisses Unbehagen gegen nationalistische, und / oder faschistische Kräfte in Ämtern der Ukraine hat.
Das unsere Politiker -bis auf Gysi- das nicht zu thematisieren bereit waren und sind, kann ich mir nur erklären damit, das die ostdeutschen an führender Stelle unter Ihnen "den Russen" durch eigene Sozialisation schon immer ablehnten und die Westdeutschen froh sind, wieder das alte Feindbild belebt zu sehen; das lenkt schön ab vom Ärger über Spionagetätigkeit unserer amerikanischen Freunde, von der steigenden Ungleichheit im Land und der offenkundigen Korruption unserer sich selbst als Elite sehenden Mitbürger.

Nachdem man durch die Zerstörung Libyens dem islamistischen Abschaum in Afrika zu neuen Meriten verholfen hat, Syrien bewusst im Bürgerkriegspatt hält und der Zentralafrikanische Republik beim Sterben zuschaut, scheint es an der Zeit von Stellvertretergehampel mal wieder zur direkten Konfrontation zu gehen.
Der Friedensengel aus dem Weißen Haus schüttet Öl ins Feuer, um das es auch diesmal gehen könnte.
Unsere Kriegsministerin v.d.L. äußert schon mal "Nato Truppen ins Baltikum zu verschieben", Bündnisverpflichtung -sie verstehen schon *knickknack*.
Momentan starre ich fasziniert auf die Spirale der Eskalation, sehe wie mit jeder Äußerung ein Klima des Nicht-mehr-zurückkönnens aufgebaut wird und orakel mal, dass es einen richtigen Wumms geben könnte.
Passender Event, so zu den hundert Jahrfeiern zum Ausbruch der ersten Weltverwüstung, ein klares Menetekel das unsere Führer so gar nichts gelernt haben aus der Vergangenheit, allen blasierten Sonntagsreden zum Trotz.
Ob ich die 'Annektion' der Krim gut heiße? Das steht auf einem anderen Blatt, fürchte ich.
Ich denke Putin konnte nicht wirklich anders handeln, richtig finde ich das nicht, aber rational nachvollziehbar.
Aber die Fehler haben deutlich früher angefangen und lagen größtenteils sich nicht auf Seite der Russen.
Selbst Helmut Schmidt, von dem ich nicht annahm, das er zu meinen Lebzeiten noch mal was Vernünftiges sagen würde, argumentiert in die gleiche Richtung.
Und hierbei, das gebe ich zu, bin ich dann unsicher geworden ob mein Ansatz tatsächlich richtig sein kann.
Denn, wenn Schröder und Schmidt, aus meiner Sicht zwei der Totengräber der 'sozialdemokratischen' Sozialdemokratie Putin verteidigen, dann muss ich eigentlich irren.

Grübelnde Grüße von Ihnen Ihrm Politkommissar
Blödbabbler

Montag, 17. März 2014

Piraterie & ein Schuss in den Himmel von Belgrad

Nennt man es inzwischen nicht mehr Piraterie wenn ein Schiff in internationalen Gewässern aufgebracht vulgo gekapert wird?
Ah, ich sehe gerade, das waren die USA, die das gemacht haben.
Na, dann ist ja alles o.k., die haben ja einen selbstausgestellten, weltweit gültigen Kaperschein für jede Form von Rechtsbeugung, Völkerrechtsverletzung und Kriegsführung.
Und, die Regierungen aus Libyen und Zypern baten die USA darum, ähnlich wie das Parlament der Krim die Russen? Oder doch anders?
War es Gefahr im Verzug? Oder doch nur wieder ein Verbrecher im Anzug?
Und, beim Thema Verbrecher fällt mir ein, was sagt denn der gefallene Engel, die Mutter Teresa der Säbener Straße, der Hoeneß Uli dazu?
Jener von allen ach so respektierte Ehrenmann.
Jener dem meine dämlichen Mitbürger -schon bevor er für seine Verbrechen in den Knast gehen muss- bereit sind Absolution zu geben.
Ich schrieb dazu verärgert in einem meinerHeimatboards:
Muss schlimm um die öffentliche Wahrnehmung in Deutschland stehen, wenn man jemandem bereits Hochachtung dafür ausspricht, dass er sich in sein Schicksal als verurteilter Verbrecher begibt und nicht noch ein paar Nebelkerzen mehr zündet.
Jetzt haben alle den Uli wieder ganz doll lieb, wenn ich bei SpOn Kommentare lese, muss ich ernsthaft zweifeln, wie arm im Geiste meine Mitbürger inzwischen zu sein scheinen.
Da wird von

"Hochachtung! Hoeneß war, ist und bleibt ein Vorbild! Damit ist alles gesagt!!!"

ohne den Anflug von Ironie gefaselt,

"Absolut konsequente Entscheidung, die seinen Charakter zeigt. Meinen Respekt hat er."

oder auch

"Gratulation - Auch Ehrenmänner begehen Fehler, können aber damit umgehen. Ich wünsche Ihm alles gute und dass er wieder Präsident von "seinem Verein" wird.".

Meine Fresse, das müffelt bereits nach Vergebung, bevor er auch nur einen Tag hinter Gittern war.
Wenn er nach ein paar Jahren wieder raus ist, dann halte ich ihm zumindest sein Verbrechen -wegen dem er einsaß- nicht mehr vor, aber als moralische Instanz, die er in meinen Augen eh nie innehatte, ist er sicherlich nicht Ernst zu nehmen.
Schlimm, wenn jemand bereits zum Schutzheiligen von Moral und Anstand erklärt wird, weil er zu seinem Verbrechen steht, noch schlimmer, dass das asoziale Gebaren, welches dazu geführt hat, offenbar schon bei einigen der Insassen der BRD zu verblassen beginnt.
Aber, eventuell fanden sie den millionenfachen Betrug an den Bürgern der BRD ja sowieso nicht schlimm, gilt es doch eher, den nächsten Flüchtling oder Hartz IV Empfänger wegen Sozialmissbrauchs durchs Dorf zu treiben.

Ich vermute mal der mögliche Sumpf aus Geldwäsche, Korruption und Bestechlichkeit wird nicht angerührt, die Staatsanwaltschaft das Urteil nicht revisionieren.
Und das, obwohl doch in Bayern der Revisionismus sonst fröhliche Urstände feiert. ;-)
Dieser deutsche Held, strahlendes Vorbild der Jugend und durch und durch gute Mensch von SezuanUlm, ich gebe es freiheraus zu, war mir schon lange suspekt.
Bereits vor langer Zeit, damals, als ich ihn -in einer Gaststätte in Österreich- anno '76 den Ball in den Nachhimmel von Belgrad schießen sah, ahnte ich, mit dem Kerl ist was faul.

#Update 12:02
Na also, man musste wie gewöhnlich kein Prophet sein, um zu ahnen, das die Staatsanwaltschaft nicht in Revision geht. Folglich bleibt der anrüchige Haufen unbearbeitet, eventuelle Hintermänner, Quellen und Herkünfte der Zockerkohle unhinterfragt. Klar, wer wollte das auch wissen? m( #

Schönen Wochenanfang wünscht Ihnen Ihr Blödbabbler

Mittwoch, 12. März 2014

Port Charlotte 10 'Heavily Peated'

In der Winterzeit gibt es für mich - auf Whisky bezogen - kaum viel Schöneres, als eine gute, kräftige Schippe voll des rauchigen Whiskys.
Leider war dieser Winter ja eher deutlich zu warm , in Anlehnung an den Fernsehspielklassiker, er war "Der Winter, der ein Sommer war". Fast, naja, beinahe.
Wenn es draußen richtig knackig kalt ist, an den Scheiben der Frost nagt und die umliegenden Dächer und Straßen weiß glitzern, dann ist für mich die Zeit gekommen, solch einen Whisky aufzumachen.
Diese Sorte wärmt herrlich das Gemüt und lässt einen träumen von rauchiger Holzfeuerluft, knackiger Kälte und Schnee, also Kinder-und Jugendjahren des Blödbabblers.
Aber, in Ermangelung eines echten Winters geht es natürlich auch so, und- ich verspreche sicher nicht zu viel- Spaß macht es allemal.

Der Port Charlotte 10 Heavily Peated (PC 10 HP) fand sich im Frühsommer 2013 zu einem Preis von 34,50 für die 0,7 Liter Buddel bei mir ein und harrte dann brav im Regal, neben ein paar seiner Kumpels im Geiste, der Öffnung.
Inzwischen scheint er bei den meisten Händlern leider vergriffen zu sein, die, die ihn noch führen, wollen dafür inzwischen um die 42-44 Euro haben.

Port Charlotte 10 'Heavily Peated' Flasche
Port Charlotte war und ist(?) jene Marke in der Range von Bruichladdich, die sich mit den rauchigeren Whiskys dieser Destillerie befasste.
Ich vermute und hoffe mal, nach dem Verkauf an Rémy Cointreau wird es so bleiben, obwohl mir bei der Ausdünnung des Bruichladdich Sortiments noch nicht ganz klar ist, wohin die Reise gehen soll.

Der PC10 HP steckte in einer der üblichen, stabilen Bruichladdich Flaschen - umgeben von einer Blechrüstung - aus der Tube muffelte es, wenn auch weniger fies als normal bei Bruichladdich, deutlich nach Farbe. Für mich immer wieder ein echtes Ärgernis. :-/
Für die Frei- und Feingeister unter uns, hat die Marketingabteilung noch ein englischsprachiges(!) Hegelzitat aufgedruckt, das ich so -in prägnanter Kürze- in §318 der Philosophie des Rechts auf Deutsch nicht zuordnen kann.
To be independent of public opinion is the first formal condition of achieving anything great or rational whether in life or in science
Letztlich geht es dabei aber vermutlich mal wieder nur um die Bruichladdich Variante von "Auf dicke Hose machen" und der Hegelsche Zusatz in §318, genauer, jener Teil des Zusatzes, welcher lautet:Wer, was seine Zeit will und ausspricht, ihr sagt und vollbringt, ist der große Mann der Zeit. Er tut, was das Innere und Wesen der Zeit ist, verwirklicht sie,[..] schmückt das Selbstbild von Jim McEwan und seiner Rasselbande von ach so dollen Nonkonformisten. ;-)

Aber, es soll ja hier eher um den flüchtigen Geist in Form eines guten Tropfens gehen und weniger um Klein-Weltgeists Ausflüge in die Welt oder gar noch den Flügen der Eule der Minerva bei einbrechender Dämmerung gehen, deshalb lasse ich mal diesen Teil ruhen.
Und auch, wenn ich über den Marketingklimbim und das ehemalige stark ausufernde unübersichtliche Sortiment gerne und ausgiebig schimpfe, so machen sie doch fast durch die Bank guten Stoff in ihrer Destille, soviel ist sicher.

Der Port Charlotte ist ohne Farbpulver E150a, nicht kühlgefiltert und mit guten 46% Alkohol abgefüllt worden.

Der PC 10 HP macht im Glas eine gute Figur, er beglückt die Nase mit Vanille, Rauch und deutlichem Sherryeinfluss, sowie einer Spur Eukalyptus, wie ich finde (kann auch Menthol sein, da lasse ich gerne mit mir handeln. :-D).
Klasse Nase, aber der Rauch ist nicht von der kalten Art, wie ich sie gerne im Winter gehabt hätte, durch den Sherry ist es eher warmtönig zu nennen.

Im Mund macht sich sofort und zuerst der Sherryfasseinfluss bemerkbar, aber nicht so intensiv, das ich es nicht mögen würde. Nicht zuviel von faulen, matschigen und dunklen Früchte, dem rosafarbenen, unsichtbaren Einhorn sei Dank!
Etwas trocken und süß, dazu kommt ein deutlicher Rauchgeschmack, einer der Sorte "glimmender Holzspan", sowie um mein Glück noch abzurunden, auch noch teerartige Noten.
Wow, das schmeckt lecker, der Sherry ist nicht zu dominant, das wäre dann nicht mein Fall, sondern harmoniert sehr schön mit den rauchigen, hölzernen Geschmäckern.

Der Abgang ist dann einer der langen Art.
Dabei bleibt er trocken, holzig süß und teerig. Klasse.

Tjo, die Buddel war dann doch schneller leer, als ich das eingeplant hatte. Aber wenn es halt mal schmeckt, warum sollte man sich dann was anderes gönnen? Na? Eben!

Wertung Single Malt
Port Charlotte 10 'Heavily Peated'


Geschmack:
Fass4
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile4

Fazit: Ein sehr leckerer, süßer und rauchiger Whisky von Bruichladdich, der leider -wie es den Anschein hat- in der neuen Vermarktungsstrategie nicht mehr seinen Platz hat. Das Los scheint er mit dem Laddie Ten zu teilen, einem ebenfalls überdurchschnittlich guten Tropfen dieser Destille, der zu einem guten Preis im Handel erhältlich war. Schade. Wer auf rauchigen Stoff steht und sich nicht von über 40 Euro für einen zehnjährigen Whisky abschrecken lässt, der sollte zugreifen bevor er ganz weg ist.


Ihnen Ihr Blödbabbler

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