Mittwoch, 12. Juli 2017

Those were the days

Puh, nachdem ich inzwischen als quasi Dauerzustand eine blockierte "Erste Rippe", sowie,etwas seltener, noch zusätzlich einen geblockten Atlas- und /oder Axis -Wirbel habe, ist die angenehme Zeit vor dem PC leider noch weiter zusammengeschrumpft.

Um die Verspannungen, die wohl meistens (immer!) der Auslöser sind ein wenig abzupuffern füttere ich seit 8 Tagen nun bereits ein Mittel mit dem Wirkstoff Methocarbamol zu.
Nur zur Nacht und nicht wie bei Hardcoreeinsätzen viermal am Tag.

Tjo. Die Dauerverspannung ging in der ersten Nacht(viva Placboerwartungshaltung?!) zurück, ich hatte etwas schwere Beine und war saumüde - durchgeschlafen wie ein Baby; bei meiner Durchschlafstörung durchaus eine willkommene Reaktion.
Leider hat sich in den folgenden Nächten nichts verbessert, sodass ich die im Beipackzettel angesprochene Wirkverstärkung im Zusammenspiel mit Alkohol für ein probates Mittel der Wahl hielt!

Feigling, der ich bin, tastete ich mich mit einem kleinen Glas zwanzigjährigem (ja,ja Solera ich weiß!) Sherry Dos Cortados der Bodegas Williams & Humbert heran.
Der übrigens aus meiner Sicht der schwächste aus der Reihe neben dem sirupartigen Don Guido Solera 20 Pedro Ximenez und dem knackig trocknen Jalifa 30 Jahre Amontillado Sherry ist. Auch schwächer als der "As You Like It Medium Sweet" Sherry ebenfalls wie die vorgenannten aus dem Haus Williams & Humbert.

Leider brachte diese Wirkverstärkung lediglich eine unangenehme Form von Hitzewallung in der Rübe(also Kopf, keine anderen Glieder... :-D ) und ein schwaches Übelkeitsgefühl in der Magengegend, so in der Form einer beginnenden Gastritis.
Falsche alkoholische Beimischung schlußfolgerte ich und probierte es am nächsten Abend einfach mal mit zwei kleinen dram Whisky, leckerer junger Stoff aus den Bottichen der schwedischen Künstler von Mackmyra, hier war es der Svensk Ek.

Selbe Reaktion, roter Kopf und Schweißausbrüche, sowie ein eher raues Gefühl in jener Körpergegend in der gemeinhin der Magen verlotet wird.
Leider brachte auch dieser Selbstversuch nicht das gewünschte Ergebnis von deutlich schlapperen Muskeln mit sich, einzig die Hitzewallungen scheinen jetzt zur verklemmten Rippe dazuzukommen, oder mein beginnendes Klimakterium hat sich koinzidental(verdammter Zahn! :-D ) gemeldet.

Wobei die Wechselbalgjahre sich bei Männern ja eher im Kauf eines Porsches oder dem schlichten ansammeln von jungen Dingern äußern sollen, wie ich aus einschlägigen gelben Presseprodukten lernen durfte.
Weswegen ich es jetzt nicht mehr Midlife-Crisis, sondern Zahnarztsyndrom nennen werde. *eg*

Gestern, also am achten Tag der Einnahme der Tabletten, hat mich dann ein veritabler Drehschwindel von jeglicher Lust an weiteren Tests mit alkoholischer Lösung abgehalten, sogar von der zweiten Folge Castlevania gucken.

Ich lag nur platt, müde und mit eingeklemmter erster Rippe auf dem Sofa und spielte sterbender Schwan, wie es nur Männer können, um wenigstens eine Streicheleinheit und eine Portion Empathie von der genervten Ms. zu erheischen.
Nach gut 1.5 Stunden war der Schwindel wieder weg, ich wurde deutlich wacher und ging deshalb schlafen. :-D

Heute hat die Ms. zweimal versucht die blöde Rippe durch heftiges Reindrücken zu mobilisieren, aber leider ergebnislos, eventuell sollte ich es mir auch mit einem Stock selber machen. ;)
Vorhin las ich gerade von jemandem der einem anderen den "FEDERhandschuh" hinwerfen wollte. Und nein, ich war nicht in einem Transenforum LGBT safe space unterwegs.

O.k. nun tut man das ja schon länger nicht mehr in diesem Land, also jemanden befehden wollen und dazu eine Fehde noch so altmodisch mit einem Stoffhandschuh samt Backenstreich formell zu eröffnen.
Schade eigentlich! Deutlich zivilisierter als: "Was guckst du, du Opfer", zu hören bevor man ohne Anlass körperverletzt wird.
Nicht für die Schule, sondern? Genau, fürs Leben lernen wir.
Dazu lustig, eben gesehen: bei den katholischen Pfaffen ist der Backenstreich ein leichter Schlag bei der Firmung, den der Bischof dem Firmling mit zwei Fingern auf die Backe gibt. *rolleyes*

Nun habe ich bei dieser Kombination Priester, Kind und Backe sicher keine guten Bilder im Kopf, Wange ja, aber Backe?..., sicher, dass es nicht eher ein Backenstreicheln ist, nun ja eventuell ist das eine ja auch schlicht das Vorspiel fürs andere... und... Vorhang!
Bleibt Hamburg.
Militante, die Militanz dann gut heißen, wenn sie nicht im eigenen Kiez stattfindet.

Also, Militanz ist dann gut, wenn sie nicht bei einem selbst im Kiez geschieht.
Gut das wir diesen politischen Ansatz des Autonomensprechers mal geklärt haben. Logo, mir esse net do wo mer scheisse! Was für bigotte und dumme Arschlöcher!

Und dann gibts die ganz schlauen Journalisten, solche wie Herr Leo Fischer, die im Neuen Deutschland proklamieren:Brennende Autos beim G20: Nationalfetisch Auto.

Wer sich als 'Linker' beim Artikel von Herrn Fischer schenkelklopfend oder gar hämisch über diese Deutschen amüsiert, jene, die so an ihrem Auto hängen, dass sie es gar nicht schön finden, wenn dieses abgefackelt wird, der sollte sich fragen lassen wo sein Mitgefühl und auch der Verstand geblieben sind.

Wer diese vermeintlichen Tröpfe, jene, denen man das Fahrzeug angezündet hat, jene, die ach so konsumgeil sind weil sie nur an ihrem Besitz hängen, statt gegen das System aufzubegehren-vielleicht auch, weil sie sich nicht einfach ein neues Auto kaufen können- verhöhnt, wie es Herr Fischer süffisant tut, der sollte sich wohl fragen lassen, ob die gleichzeitige, medienpräsente Empörung über den armseligen Tweet von Hohlbirne Tauber zum Thema "Minijob" nicht aufzeigt, dass der eigene moralische Kompass klemmt.
Dicke Autos haben Vollkasko, die Möhren die ich brennen gesehen habe sahen eher nicht danach aus.

Und nochmal zurück zu einer, wie-auch-immer zielgerichteten und dadurch richtigen Militanz, die als sinnvoll und politisch akzeptabel in den Raum geworfen wurde.
Also Zerstörung ist o.k. wenn sie nicht bei mir passiert, dann ist sie wichtiger Teil des, tjo, was? Befreiungskampfs? Ernsthaft?

Ich frage vielmehr, ob und warum, auch wenn die Zielrichtung der Militanz aus dem eigenen Dunstkreis heraus wabert, es o.k. sein sollte, jemandem in einem anderen als dem eigenen Viertel das Auto anzuzünden oder den Laden zu plündern?
Was genau legitimiert das?
Die eigene Verachtung als absolutes zu setzen und gegen andere und deren Gegenstände einzusetzen, kann ja schlecht Ausdruck einer wie auch immer gearteteten sinnvollen Maxime sein, zumindest keiner die sich links, mithin auf der guten Seite der Weltgeschichte sieht.

Wenn ich schon Krieg & Zerstörung spielen will, könnte ich wenigstens so konsequent sein wie die Islamisten und nach Syrien auswandern, statt hier Bürgerkrieg spielen zu wollen.

Und ja, ich bin mir sicher, dass sowohl der Ort als auch die Zeit für das Treffen der G20 kein Zufall war, sondern Teil einer Eskalationsstrategie und bewusster Machdemonstration.

Man könnte sich die Kohle und den ganzen Mist sicherlich sparen und einfach per skype solch ein Gipfeltreffen der Idioten veranstalten - kostet deutlich weniger und jeder der kulinarischen Weltführer kann sein eigenes Essen zu sich nehmen und auch Musik hören die ihm gefällt, nicht diesen Beethoven Mist. Taube Musiker? My ass!

Ist aber anders gewollt, denn es geht natürlich um eine klare Machtdemonstration dabei und eben nicht nur um "keine Fortschritte" bei den Treffen.

Die Eliten unter sich überlegen, wie sie den Pöbel am besten weiter verarschen können und der Plebs zahlt brav dafür die Zeche, so oder so.
Auch für diesen Unfug ist immer Geld da, während gleichzeitig beschlossen wird, an jeder erdenklichen anderen Stelle Kohle einzusparen; versteh‘n schon, gibt nix für die blöden Kitas, wir mussten leider so viele Überstunden für Staatsbedienstete bezahlen, die unsere Musikveranstaltung schützen mussten... war was von einem Behinderten, also gut!

Diese Krawallmacher haben also auch noch was gegen Behinderte, nicht nur gegen unsere Art die Welt für uns aufzuteilen unsere freudespendende Globalisierung der neoliberalen Art. Schlimme Menschen also, diese Schwarzen aus dem Block!

Wenn man sich dann die Nachsorge medialer und politischer Art anschaut, und einem eh schon schlecht ist von der Alkohol-Tabletten-Mischung, könnte man nur noch kotzen wollen.
Momentan bekomme ich das Gefühl, man hat sich was von der Türkei nach dem Putschtheater abgeschaut, zumindest was den Ansatz und die bizarren Schuldzuweisungen angeht.

Interessant auch, wie sich der Mob auf den Weg macht unterstützt von "jagt Dutschke und das Studentengelump" -Bild. Mal wieder direkt dabei, wenn es ums Menschen jagen geht, wie es scheint.

O.k., man hat es zwar in den letzten Jahrzehnten nicht geschafft die mörderischen rechten Terroristen zu fangen, die Unterstützer in den staatlichen Reihen zu identifizieren und zu belangen, aber hey, diese Chaoten werden wir an die Laternen hängen.
Sind ja genauso schlimm wie der islamistische Terror.... Ernsthaft? Sind uns da nicht doch ein paar Relationen durcheinandergekommen, unser Werteraster ein wenig zu grob gefasst?

Was sich da unter den Mützen und Kappen befand, und das ist ja gerade der Witz von Vermummung, scheint mir nicht so eindeutig zu sein, wie es uns -gerade auch als Bundeswahlkampfaufmacher und zur gerne genommenen, weiteren Verschärfung von Gesetzen und Einschränkung von Bürgerrechten in der BRD- vorgebracht wird. Und damit verteidige ich nicht die militanten Idioten, dazu habe ich ja oben klar Stellung bezogen, sondern will nur auf das übliche cui bono? hinweisen. Wer setzt in einer sozialdemokratisch regierten Stadt, mit massiv linkem Potential in direkter Nachbarschaft ein Treffen der G20 an, ganz ohne Hintergedanken? Das hätte man nur noch toppen können, indem man es auf den 1.Mai legt.

Deeskalation sieht anders aus. Wenn ich dann noch -trotz internationaler Datenbanken- keine Gefährder(oder wie man die potentiellen griechischen, spanischen oder französischen Kleinkriminellen nennen mag) im Vorfeld ausmachen kann, dann ist entweder diese Form der Überwachung untauglich oder es ist gewollt, dass die anreisen können.

Wenn man dann soviel mit G20 und Umfeld zu tun hat, dass sich die Faschos in Cottbus mal eben durch die Stadt bewegen können, ohne dass da einer was gegen macht oder machen kann, ist die Überlastung der Sicherheitsorgane offensichtlich.
Klar, linkes Auge, rechtes Auge. Man könnte mal wieder auf die Anzahl der von rechten Schlägern getöteten Menschen seit der Widervereinigung hinweisen, darauf, dass es bisher einen sehr ungleichen body-count dazu gibt und auch die Verfolgung dieser Verbrecher und Verbrechen eher schleppend in Gang kommt, versteh‘n schon, sind ja alles unpolitische Einzeltäter, nicht so wie bei den Linken, ganz homogen dieser "SCHWARZE BLOCK". m( *seufz*

Was wird kommen? Mehr Überwachung(für alle) unter dem Vorwand nun auch noch die Mörderterroristen der Linken vor der Vernichtung der Bürger abhalten zu müssen. Strafverschärfungen wie die "besondere Bestrafung" für Angriffe gegen bestimmte Berufsgruppen hat ja schon mal Anfang des Jahres zu einer rechtlichen Ungleichbehandlung geführt.
Mit jedem dieser Schritte, mit jedem Sonderrecht das man religiösen, beruflichen oder anderen Partikulargruppen zuspricht, geht ein Stück eines allgemeinen und für unseren Rechtsstaat und sein Verständnis fundamentalen Gleichheitsprinzips verloren.
Das sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man nun nach Verschärfungen von was-auch-immer dem geifernden Mob das Wort redet.
Und wenn BILDmacher dem Innenminister die Worte für den aufziehenden Shitstorm in den Mund legen und dann selbigen befeuern, dann weiß man sicherlich, dass dieses Pack auch nicht die Guten sind, jene, die etwas selbstloses für alle in die Feder diktieren.
Nur für den Fall, dass man sich dieser Illusion kurzzeitig hingeben mochte.

Und nein, diese Art von dialektischem Unsinn ist nicht neu, diese Form von Kampf gab es schon lange. Und Idioten und Verbrecher bleiben eben auch dies, Idioten und Verbrecher.
Sich in ein sozialromantisches Klassenkampfsnirvana zu versetzen und dann abräumen was geht, ist schon lange ein Teil von manchen sich als links empfindenden Menschen.
Manchmal war dieser Kampf dann sogar für außenstehende als gerechtfertigter Protest zu erkennen, oftmals ging es leider schlicht und einfach nur um Bambule.
Seit sich jedoch davon Bereiche auch globalisiert haben, scheint der Krawall stärker zu sein, eine erkennbare Theorie nicht mehr vorzuherrschen, bzw. ist schlicht nicht mehr zu vermitteln.

Da liegt vermutlich ein Teil der letzten Tage tatsächlich begraben.

Ich muss da immer an Woody Allens Dialog mit Diane Keaton in "Die letzte Nacht des Boris Gruschenko" denken:
Sonja: "Gewalt ist gerechtfertigt, sofern sie im Dienste der Menschheit geschieht."
Boris: "Wer hat das gesagt?"
Sonja: "Attila der Hunne."
Und darauf läuft es dann leider meist hinaus.

Wenn man jetzt aber von den Idioten abstrahiert und sich anguckt, was eine neue Dimension gewonnen hat, dann stößt man unweigerlich auf die Rolle der Polizei bei diesem Theaterstück; als deutliches Instrument einer sich immer repressiver gebärdenden Staatsmacht. Da werden Reporter gezielt eingeschüchtert und angegangen wie man es sonst aus Staaten in den Nachrichten sieht, die man eher nicht mehr auf der demokratischen Seite des Spektrums verbuchen kann. Das kennt man sonst ja eher von "Besorgten Bürgern", Islamisten und ähnlichen Wutwichteln, solche, die gerne Journalisten angreifen und an ihrer Arbeit hindern; elende Systempresse und ungläubige Faktenverzerrer! m(

Und auch, wenn die Panzer nur gezielt verlegt wurden, kann und sollte man sich fragen, warum und wieso zu diesem Zeitpunkt.
Ich warte momentan mit der Bullshit Bingo Karte in der Hand auf die Forderungen aus dem Dunstkreis der CDU/CSU nach einem 'geregelten' Einsatz der Bundeswehr im Innern. Und wenn man schon mal dabei ist, hätte doch sicher die VDS oder das vollständige Abschnorcheln von Handygesprächen bereits im Vorfeld geholfen... ja, nee, klar!
Da ist mir -neben den rauchenden Ruinen- noch zu viel unklar.

Bei den verletzten aus den Reihen der Polizei, musste ich trotz der ernsten Thematik kurz lachen, als ich mich nämlich den 130 hessischen Polizisten widmen wollte, die durch friendly fire in Form von Tränengas getroffen und verletzt wurden.
Ach nee, das wurde ja dann am nächsten Tag den Gipfelkritikern zugerechnet, die vermutlich mit vielen Tonnen Tränengas unterwegs waren... hmm... oder doch einfach eine Granate zurückgeworfen?
Hmm, mir gefällt ja diese Aussage:Dies habe zu Augentränen und -rötungen geführt.
Erinnert mich an eine der dokumentierten Nebenwirkungen bei der Masernimpfung: Kind weint! Häufige Nebenwirkung.

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