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Glenfarclas 18

Der Glenfarclas 18 gehört nicht zum Standardrepertoire der Destillerie, die seit sechs Generationen im Familienbesitz ist, sondern ist war eine "Travel Retail only" Geschichte.
Inzwischen gibts den aber bei quasi jedem Händler der mit Whisky zu tun hat. Was jedoch geblieben ist, sind die Abfüllung in der 1 Literflasche und ein guter Preis.

Wie bereits zum Glenfarclas 17 geschrieben, ist er deutlich billiger zu haben, als sein um ein Jahr jüngerer Bruder.
Meine Flasche stammte aus dem Jahr 2015 und kostete 49,99 € für den Liter bei den Freunden an der Tanke um die Ecke von Trier.
Glenfarclas 18 Flasche
Im Glenfarclas Stil kommt die runde Dose daher, die allerdings farblich ein wenig nach Weihnachtsedition ausschaut.
Die auf jeder Dose abgebildeten Initialen der Family J&G Grant stechen einem fast körperlich schmerzhaft metallisch-rot ins Auge und generieren eine Art von Moiré-Effekt -auch auf den noch nüchternen Betrachter.
Die Dosenfarbe ist eine rotbraune Farbmischung, wie immer nichtsagend rückseitig beschriftet.
Abgefüllt wird der GF 18, ebenso wie der 12, 17, 21, 25, 30 und 40 jährige mit 43%. Löbliche Ausnahme -mit mehr Umdrehung- in der Standardrange gibts nur beim 15 jährigen mit 46%.

Mit dem 15 jährigen, und scheinbar neuerdings auch mit dem 12er teilt er sich leider auch den Liebesgruß aus der Hölle - in Form von schwefligem Aroma & Geschmack.
Hmpf!
Im Glas riecht es zwar schön nach Sherry, aber leider auch in der bocksfüßigen Variante, unschwer als Schwefelaroma auszumachen, sorgt es für Missmut, zumindest bei mir.
Der Geruch ist dicht, fast cremig in der Nase und es geht in die Richtung von dunkler Schokolade.
Wäre fast schön ohne den muffligen Teufelsfurz im Glas.

Im Geschmack ist der gerade Volljährige trocken und adstringierend. Bittere Einflüsse vom Fass begleiten den im Hintergrund präsenten Streichholzgeschmack, cremige Textur und dunkle, bittere Schokolade übernehmen das Mundgefühl. Fettige Lippen macht der GF 18 auch, bietet sich also zur Prophylaxe und Therapie bei trockenen Lippen an.

Nachdem er sich den Schlund runter gemacht hat, bleibt er dabei warm und fast schon pfeffrig, beinahe schon scharf zu nennen. Alter muffiger Sherry und bitteres Holz bleiben zurück.
Tjo. Hmm. Nicht mein GF Favorit, aber auch -trotz des Schwefeleinflusses- noch trinkbarer Whisky, der aber gegen den ein Jahre jüngeren GF 17 nicht ankommt.
Hier ist der Schwefel das mindernde Element, der Rest ist mir zu eindimensional auf die bitteren Bereiche angelegt. Wer darauf aber steht und sich nicht am Teufelsfurz stört, der kann hier für kleines Geld zuschlagen. Denn richtig schlecht finde ich den GF 18 eben auch nicht.

In der Whiskybase gibts dazu: Glenfarclas 18

Wertung Single Malt
Glenfarclas 18

Geschmack:
Fass3
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile5
Fazit: Der Glenfarclas 18 ist ein guter und preiswerter Whisky aus dem Sherryfass. Leider stören mich die Schwefelaromen stark und die sehr einseitige Fixierung auf dunkel und bitter muss man mögen. Aber einen anderen, 18 jährigen Sherryfass Whisky in der Literflasche für unter 50 €, muss man auch erstmal finden. Kann man, muss aber nicht unbedingt.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
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