Samstag, 15. Juli 2017

Wo er Recht hat...

... hat er Recht, der gute Herr Laurin bei den ruhrbaronen.

Mit seiner manchmal ständigen, reflexartigen Linkenfresserei kann ich meist wenig anfangen, seine rantigen Analysen über Zustände in der Republik treffen dafür ziemlich oft ins Schwarze.

-----heute nur ein Kurztext, lange Texte scheinen ja nicht so anzukommen :-D -----

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https://bloedbabbler.twoday.net/stories/1022626550/modTrackback

wvs - 15. Jul, 16:25

Was, lieber Herr bloedbabbler, kann denn getan werden um Sie aus dem momentanen "Keiner-liebt-mich"-Gefühl heraus zu holen ...?

PS:
Ich habe den langen Text übrigens gelesen & verstanden.

2. PS:
So recht gefällt mir der verlinkte Artikel nicht, weil er verschweigt, dass es immerhin (absolut) so ca. 10% linke Wähler in NRW gibt -von denen allerdings die Hälfte genauso faul & satt zu sein scheint wie die ansonsten verachteten "Bürgerlichen" ....

bloedbabbler - 16. Jul, 18:19

Sie könnten...

... google dazu bringen endlich wieder den Friedhof namens Twoday.net zu indexieren. ;-)

Sie wissen ja, die meisten meiner Mitbürger können mich gerne haben, da ist es mit dem geliebt werden nicht so weit her für mich.

Hmm, mir ist der Einwand aus Punkt 2 nicht klar.
Der Artikel von Laurin beschäftigt sich nicht mit diesem Teil, weil er für das vorgebrachte Argument einer eben nicht existenten linken Deutungshoheit deutlich irrelevant ist, wie mir scheint.

Von der Linken aus NRW höre ich meist auch eher garstige Dinge, die fast schon eine moralische Nähe zur AfD nahelegen.
Als Islamophilie getarnter Antisemitismus scheint mir kein wirklich linkes Projekt zu sein, obwohl, wenn man mal die Schriften von Karl Marx "Zur Judenfrage" heranzieht, die bspw. nach Hannah Arendt oder aktueller Micha Brumlik deutlichen Antisemitismus zeigen, liegt eben dort bereits ein Spross dazu. Seis drum.

Islamistenkuschler sind in erster Linie Idioten, was aber ein vermeintliches links sein nicht ausschließt. Die absurden Versuche "Links und Gewalt" als unvereinbare Pole darzustellen, zeigen, was von einer SPD zu halten ist, nur für den Fall, dass sich jemand mal noch irgendwelche Hoffnungen gemacht haben sollte. Gewalt war für die SPD immer nur notwendiges Übel um die Reaktion an der Macht zu halten, Mittel vermeintlich- revolutionäres Handeln niederzukartätschen; also Gewalt nur dann gerechtfertigt, wenn sie als Gewalt des Staates ausging.
Man könnte sich als netten Untertitel für den Wahlkampf vorstellen. SPD: Seit fast 100 Jahren Kompetenz in Sachen reaktionärer Gewalt.
Selbstverständlich ist Gewalt eine zentrale Frage innerhalb linker Theorien, die immer zu stellen ist, wenn man sich Gesellschaft nicht schlicht als zementiert und unveränderlich vorstellen kann und will - oder schlimmer, nur einen Automatismus von positiver Veränderung innerhalb des Systems denken kann. Aber, solange man mit der eigenen revolutionären Gesinnung ein ergiebiges Auskommen innerhalb des Systems findet, ist es mit der Frage ja auch nicht mehr so dringlich, gelle.

Freilich ist davon auszugehen, dass herrschende Eliten(oder Kapitalfraktionen) nicht einfach das Feld räumen, wenn große Teile der Gesellschaft versuchen sollten die Zivilisationsleiter eine Stufe höher zu klettern.
Das Notstandsgesetz wurde ja nicht nur zum Spaß erlassen.
Die Diskussionen um Bundeswehr im Innern und eine Zusammenarbeit von Polizei und Armee sind ja auch erste Aufhorcher für solche Form von potentieller Möglichkeit von Staatssicherheit vulgo Sicherung der bestehenden Pfründe.

Natürlich ist Gewalt ein Teil einer jeden linken Utopie, unredlich ist es nur so zu tun, als läge nicht auch via (vor-)herrschender Kräfte ein dauerhaftes Gewaltverhältnis gegen Veränderungen vor.

Wer jedoch meint islamistischer Terror habe nie, nichts, never mit dem Islam zu tun, der schluckt sicherlich auch den weitgehend sinnfreien Ansatz, Gewalt gehöre nicht zu einer linken Gesinnung dazu. Beides sollte man als schlichte Ideologie benennen und ablehnen.

Aber zurück zum Artikel der meines Erachtens einiges gut benennt, was ideologisch falsch läuft.
Spätestens mit der Entmachtung der sogenannten Fundis innerhalb der Grünen war es vorbei mit der "Sozialen Frage" innerhalb dieser Protestpartei, wurde sich sozialdemokratisch innerhalb des Systems eine Nische fürs eigene Fort- und Auskommen gesucht.
Weite Teile der Kinder der Eliten erledigen den moralischen Teil, während die Eltern weiter die Wirtschaft am Laufen halten.
Das war dann ein paar Jahre ein echter Aufreger daheim, wenn man gemeinsam das Weihnachtsfest beging, aber mit der Ende des Jahrtausends kam man sich dann langsam wieder näher und heute ist es kein Widerspruch mehr. Schwarz und Grün die progressive Zukunft, hurra!
So will man grünalternativ und ökologisch produzieren und konsumieren, unterstützt also in den meisten Fällen lediglich eine andere Nische der kapitalistischen Produktionslogik mit Forcierung von 'neuen' Akkumulationsmodellen.
Da passt dann die veraltete Frage nach „Oben und Unten“, „gerecht und ungerecht“ oder gar jene verwegene Frage nach „Eigentum an Produktionsmitteln“ nur bedingt, ist man doch stillschweigender Teil des Oben geworden und vertritt seinen Teil des Kampfes gegen die Unten vehement. So sehe ich -ebenso wie der gute Herr Laurin- einen Teil des Kampfes der Biobourgeoisie gegen die alten Produktivkräfte als Form des Klassenkampfes an.
Nur, was eben -wie er an schönen Beispielen darlegt- sicherlich nicht Teil des herrschenden Diskurses ist, ist eine linke Theorie die dahintersteckt oder gar hegemoniell war und ist.
„Rettet die Umwelt“, ist zuerst mal eine Forderung der sich jeder anschließen kann, außer kompletten Dummköpfen und Zynikern. Wie das dann geschieht oder mit welchen Mittel könnte Teil eines linken Dialogs sein, wenn man das Ganze aber als eine Frage von Überfremdung und Globalisierung vs. Nationalstaat aufzieht klar auch ein Diktum der äußersten Rechten.

Wer solche Themen loslöst von einer diesen Staat konstituierenden Wirtschaftsordnung, bzw. meint mit ein paar Änderungen komme der Kapitalismus mit menschlichem Antlitz daher, der sollte besser weiterhin als Fleischwurst getarnte Tofu-Saitanklumpen kaufen gehen und seine vegane Scheingefechte im Biedermeierzimmer führen.

Jatzt habe ich doch tatsächlich wieder mehr geschrieben, als gewollt und dann auch noch den latenten Furor aus langem und dem kurzen Artikel gemischt - man sehe es mir nach, ich habe gestern Abend mit zwei Polen Whisky getrunken (und freue mich einzig, dass es keine Russen waren, so von der Menge her *hust*).
wvs - 17. Jul, 02:50

Wow, Sie stellen die grundsätzliche Änderungsfähigkeit der Staatsideologie in Frage und stellen das, was z.B. "Die Linke" fordert ebenso als kosmetische Tünche dar wie das vermeintliche Bemühen der Grünen sich ein solches Fell überzuziehen und dann als ökologisch zu gelten ...?

Es geht doch bei der Linken nicht darum etwa schönzufärben. Es geht darum die Begriffe - wohl verwendet & als Alibi genannt von SPD und Christparteien, eher als leere Phrasen - mit Inhalt zu füllen und sich stellenweise davon abzusetzen [NATO, EU], zu widersprechen [Kirche / Staat; Steuergerechtigkeit; Umverteilung], zu beenden was einen Friedensprozeß stört [Waffen nach Nahost, hofieren von Erduan / Saudis] und anstatt die Flüchtlinge ersaufen zu lassen die Fluchtursachen anzugehen .... sich also vom "Großen Vorbild der Demokratie" jenseits des Atlantiks zu lösen.

Ich sehe bestimmt nirgendwo in den Programmen/Diskussions-Eckpunkten der Linken für die kommende Wahl irgenwelche faulen Kompromisse oder den Wunsch das System in einen Zustand wie vor '89 in der DDR oder noch davor in der vormaligen Sowjetunion zurück zu katapultieren. Deswegen ist mindestens der Vorwurf aus ihrem vorletzten Absatz den Linken nicht zu machen.

Dass der "Marsch durch die Institutionen" die Ideologie, den Kern, die Einstellung der Agierenden mindestens graduell verändert hat halte ich nicht für verwunderlich - und wegen der Schwäche des Widerstandes gegen Erpressungen [ .. da stehen schon drei weitere Bewerber an den Job zu machen .. ] ist eben so mancher KPD-Marxist-Leninist-Sozialistischer-Studentenbund-Angehörige eingeknickt und hat eine Kehtwendung gemacht; menschlich verständlich, allerdings Verrat an der Sache, aber wer will da den ersten Stein werfen?

Es stimmt ja was in dem verlinkten Artikel steht. Dagegen ist nichts einzuwenden. Die alten Kämpfer sind schlaff geworden, Bequemlichkeit und Sicherheit haben mehr Attraktivität als sich beständig gegen das System zu stemmen - dies umso mehr als die hauptsächlich Betroffenen nicht erkennen wo ihre wahren Feinde sind ...!

Einzig der dortige Absatz mit Alkohol/Zigaretten und der Finanzierung des öffentlichen Dienstes ist aus meiner Sicht sehr 'gewollt', da werden Äpfel und Birnen vermischt. Nicht den öffentlichen Dienst pauschal sollte man angreifen, sondern die Privilegien der Volksver(-rä-)-tre-ter, die auf die sowieso schon üppigen Bezüge & Pensionen für sich selbst noch ein Pfund draufgelegt haben.

" .. Natürlich ist Gewalt ein Teil einer jeden linken Utopie, unredlich ist es nur so zu tun, als läge nicht auch via (vor-)herrschender Kräfte ein dauerhaftes Gewaltverhältnis gegen Veränderungen vor .. " Wenn die Abkehr vom "real existierenden Sozialismus" ohne Gewalt abging mag das der Schwäche des Systems zugeordnet werden - oder eben der "deutschen Natur" die gewaltsame Umbrüche a la Frankreich oder Italien noch nie hervorgebracht hat. Die Linke tritt denn auch folgerichtig für einen graduellen Übergang ein - in kleinen Schritten läßt sich das sicher besser bewerkstelligen als mit Siebenmeilenstiefeln. Möglicherweise sogar ohne den heftigen Widerstand der Herrschenden.
 
__ --- __

 
Grundsätzlich stellt sich die Frage der Relevanz all dieser / unserer Überlegungen vor dem Hintergrund einer drohenden ökologischen Katastrophe. Oder der drohenden Gefahr dass der Irre in Washington auf den roten Knopf drückt oder - mangels ausreichender Kenntnis der naturwissenschaftlichen Hintergründe - glaubt einen 'regional begrenzten' Einsatz von Mini-Atomwaffen beherrschen zu können.
 
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Was Google angeht kann ich nur vorschlagen die Weblogs nach "antville" - ebenso in Österreich ansässig und von der Struktur her offener - zu transferieren, da ist die 'community' gegeben. Der Vorteil wäre, dass wer zu einfältig ist selbst etwas zu gestalten dort nicht zu Rande käme und all der Schrott der sich bei "twoday" gesammelt hat ins Nirvana katapultiert würde .... eine nette Vorstellung, ich hätte sie mir schon 2005/6 gewünscht ....
bloedbabbler - 17. Jul, 13:31

Hallo Herr wvs,...

geht doch, ich schreibe einen Satz und wir bekommen eine Diskussion zusammen, oder zumindest ähnliches, einen Gedankenaustausch.
Danke dafür. :-)
Dies ist ein Teil jener Form Leben, den ich mir hier bei twoday (wieder) wünschen würde. Aber das sind vermutlich die Träume eines "Früher war alles besser" Spinners.
Ich habs nicht so mit Ameisen und habe die (allerdings langsam sterbende) Hoffnung, wir würden dereinst mal wieder indexiert, denn an allen anderen Stellen, an denen ich es nicht möchte, sammelt google ja auch meine Daten zusammen. :-p
Wow, Sie stellen die grundsätzliche Änderungsfähigkeit der Staatsideologie in Frage und stellen das, was z.B. "Die Linke" fordert ebenso als kosmetische Tünche dar wie das vermeintliche Bemühen der Grünen sich ein solches Fell überzuziehen und dann als ökologisch zu gelten ...?
Ich stelle eine automatische Entwicklung, weg von der diesen Staat konstituierenden Wirtschaftsordnung, innerhalb dieses Systems mit den gegebenen Mitteln in Frage, in der Tat. Die ehrbaren Versuche der Linken sind eben in den meisten Fällen sozialdemokratische Forderungen nach kleinen Schritten einer Verbesserung innerhalb genau der Produktionsweise die wir haben.
Muss ja so sein, sonst wären sie bereits als Partei verboten.
Es gibt einen engen Rahmen(oder auch einen weiten, je nach politischem, persönlichen Gusto betrachtet) in dem sich Politik abspielen kann in diesem Land.
Dieser Rahmen wird überwacht und Abweichungen davon führen zu einem Parteiverbot, als Vorstufe werden Parteimitglieder dann gerne vom Verfassungsschutz beobachtet und es wird fleißig rapportiert, alternativ und / oder kumulativ sitzt der V-Mann bei den Versammlungen neben dir. Ist aber nicht wie in der DDR, hier sind die V-Männer die Guten, die Überwachung nur zu ihrem Besten!!111!!1!!!
Da auch die Politik offenbar glaubt, dass im Grundgesetz steht: Alle Macht geht von der Wirtschaft aus, Kapitaleigner sind Vollstrecker des öffentlichen Rechts, ist es schwer sich eine Partei vorzustellen, die ohne Gewalt eine Änderung dieser grundlegenden Problematik erreichen möchte.
Die Partei "Die Linke" erfüllt, ebenso wie Kabarettisten allzu oft die Funktion des Hofnarren - sie belustigt, legt den Finger in Wunden und verschafft Linken dadurch eine der griechischen Tragödie ähnliche Katharsis. Für die Seelenhygiene sicherlich gut, für einen echten Wandel eher unbrauchbar. Solange sich die meisten meiner Mitbürger, aus möglichem Unwissen, Profit- und Akzeptanzgebahren mit der Situation arrangiert haben, solange bleibts auch ruhig. Außer der Druck, den einige schon verspüren entlädt sich beim klassischen, deutschen Volkssport des Völkermords, in kleinen Schritten beim Abfackeln von Flüchtlingsunterkünften oder dem Totschlagen von Menschen die anders sind.
Der Herr Kantel aka Schockwellenreiter hatte dazu ein passendes Schildchen nach Hamburg gepostet:Ein echter Deutscher verbrennt keine Autos. Ein echter Deutscher verbrennt nur Bücher, Kommunisten und Juden.. In dieser Richtung könnte tatsächlich eine Veränderung stattfinden, aber darunter drehen sich natürlich weiterhin die Rädchen der Akkumulationsregime unserer Wirtschaftsordnung, nur die politische Repräsentanz ist dann eben offen terroristisch, statt nur demokratischer Übervaterpopanz sein zu wollen und das zu verkaufen.
Aber zu ihrem Beitrag, mein lieber Herr wvs, muss ich nochmal darauf hinweisen, dass es weder Herrn Laurin, noch meiner armseligen Weise darum ging, hier eine Kritik an vermeintlich linker Politik zu äußern. Die gibt es so eben -zumindest wie ich oben schrieb- als hegemoniale Ideologie ja gerade nicht (mehr). Meine Kritik ging gegen die Grünen und die SPD, die beide als vermeintlich linker Diskurshegemon wahrgenommen werden und doch in realiter lediglich den Klassenkampf von Oben noch exekutieren.

Das man sich ideologisch sicherlich manchmal noch als Vertreter des kleinen Mannes sieht, wäre schon im Dialog mit einem Grünen nicht mehr vermittelbar. Fehlte diesem doch das Gendersternchen und die Xe, sowie der Hinweis, dass es natürlich für jedes mögliche Geschlecht.... äh wie war das nochmal mit der Sozialen Frage?

Wir haben eine Form der politischen kognitiven Dissonanz erreicht, ideologisch gibt man vor(und glaubt es vermutlich tatsächlich!) für jene einzustehen, die nicht auf der Sonnenseite der Republik gelandet sind, praktisch bittet man diese Klientel aber in Permanenz sich nach vorne zu bücken, die Hose runterzulassen, die Backen auseinander zu ziehen, damit der wuchtige Kapitalschwengel kräftig zustoßen darf.

Die grüne und die sozialdemokratische Politik sind eben nicht "Links" im Sinne von einer Theorie, die sich um eine Radikalisierung und Bewusstwerdung der Abgehängten bemüht; die den Widerspruch von Kapital und Arbeit noch als solchen begreift und überwinden will. Die beiden Parteien machen Politik für eine ominöse neutrale Mitte und so sieht das Ganze dann aus.

Man kannst nicht Diener zweier Herren sein, zumindest nicht zweier in ihrer Ausrichtung antagonistischer.

Wenn ich versuche es allen in der Republik Recht zu machen, deren Interessen qua definitionem nicht vereinbar sind, dann bleibt nur scheinbare willkürliche Politik übrig, was wir ja ständig sehen können. Ein Hü und Hott, ein Beschenken, Wegnehmen und Pseudoparadigmenwechsel, Frau Merkel ist da auch ein gutes Beispiel für, also die Politik für die sie steht. Deswegen orakeln ja auch manche von einer Sozialdemokratisierung der CDU, rennen Teile mit wehender Fahne und die Reihen fest geschlossen zur AfD über, die dort die heutige CDU für sich erkannt haben.
Es ist der Versuch sich an einem vermeintlichen Volkswillen zu orientieren, damit man weiter an der Regierung bleibt um die echte Agenda nicht zu gefährden.
Es interessiert keine Sau, außer ein paar extrem dummen Menschen, ob Schwule und Lesben heiraten dürfen oder nicht, das ist neben der Offensichtlichkeit von einem Schritt hin in Richtung Menschenrecht doch komplett uninteressant für das Kapital.
Was hingegen zählt, und, dabei ist Frau Merkel und ihre Politik keinen Zentimeter abgewichen vom Weg über die Jahre, ist die Etablierung neoliberaler Wirtschaftsprinzipien in Deutschland und Europa.
Das ist es, was zählt und was von Interesse ist. Nicht ob man einem Flüchtling mehr Asyl gewährt oder nicht und ob man gleichgeschlechtlichen Paaren den Zugriff auf den Steuerbonus erlaubt.

Ein Europa der Märkte, eine marktkonforme Demokratie, das sind die Ziele, die sie umsetzt und für die sich die Wirtschaft bedankt.

Dies ein Problem das sich durch die Staatsform „Demokratie“ ergibt, sie birgt den Kern, dass man entmachtet werden könnte, durch die, die man qua Wirtschaftsordnung niedrig hält. Kein Zustand der selbstlos gegeben wurde, das ist Ergebnis langer und alter Kämpfe, deren Formen inzwischen ja auch schon wieder an mancher Stelle eingeschränkt oder angepasst werden, dazu bspw. Amerika und das Ziehen der Wahldistrikte etc.
Diese Absenz von linker Politik kritisiere ich, beim Herrn Laurin vermute ich das mal nicht, der steht ja eher der FDP nahe. ;-)
Deswegen überrascht auch nicht sein Seitenhieb gegen den Öffentlichen Dienst, zumindest mich nicht. ;-) Und dass er ein Gegensatzpaar zwischen nationalem Wirtschaften und internationalistischer Politik aufmacht, scheint mir eher seiner ‚liberalen‘ Ideologie zu entspringen. Aber ich muss ja nicht alles was er schreibt auch teilen, stelle aber trotzdem fest: Seine Konklusion erscheint mir richtig. Wir sehen einen Kampf von zwei Kapitalfraktionen über Deutungshoheit und Machtanspruch und eben keinen Ansatz von Überwindung des Widerspruchs Kapital und Arbeit, also z.B. ein Stellen der Sozialen Frage.
Natürlich findet man sich dann schnell beim kleinsten(auch wenn es für den Planeten natürlich der größte Punkt ist) Nenner wieder: wir retten Mama Erde und kaufen Bio-Jutesäckchen von behinderten Kindern, in Afghanistan mundgeklöppelt und fair von dunkelhäutigen Lesben gehandelt.
Ist ja auch nicht schlecht und auch total wichtig1!!!11, aber damit löst man weder das bizarre "Wachstumsmantra" des Kapitalismus auf, noch stoppt es auch nur Ansatzweise den Ressourcenhunger und die ungerechte Verteilung von Lebensgrundlagen, sowohl vertikal als auch horizontal betrachtet.
Die Produktionsweise und mit ihr das, was manche als Konsumismus in die Diskussion eingeführt haben ist ein veritables Problem, das wir nicht dadurch auflösen, dass wie uns neue Akkumulationsmodelle in Nischen derselben Wirtschaftsordnung suchen!

Die absurden Versuche aus Umweltschutz ein Geschäft zu machen sind klar gescheitert. Der "Grüne Punkt" sorgte -Überraschung, Überraschung! - gerade nicht für eine Verringerung des Plastikmüllaufkommens, ebenso wie das unbrauchbare Flaschenpfand - von den Orten der externen Entsorgung und der exportierten Verlagerung des Problems mal ganz zu schweigen.
Eine Win-Win Situation, das Aufkommen von Plastikverpackungen wird nicht gebremst, die Zeche zahlt der Käufer als letztes Glied der Kette mit seinem Einkauf, die Produzenten schreiben gute Zuwächse, die Entsorger haben ein Gewerbe etabliert und sich ein Auskommen geschaffen und selbst die Neger armen Araber auf den Müllbergen in deren Heimat profitieren von unserem Dreck. Nur eben Mama Erde nicht, aber um die ging es auch nicht, als man die entsprechenden Gesetze erließ, zumindest nicht jenseits von scheinheiliger Rechtfertigungssemantik für den Kirchentag.
Das Konzentrieren auf die Pausenclowns in Washington lenkt von dem echten Problem ab. Trump und Konsorten stehen ja nicht nur so an der Spitze, weil die so doll wären, Russlands Wahlbeeinflussung hin oder her. Die wurden gewählt und nach den legalen Wahlbeeinflussungsmöglichkeiten(Wahlen am Wochentag, bestimmte Bezirke zusammenziehen und Wahllokalgrenzen bewußt zu den eigenen Gunsten erstellen, etc.) zu und nach gültigem Recht, das Gejammer der Demokraten und ihrer Fürsprecher wie bspw. des durchaus von mir geschätzte Bill Maher sind da manchmal an Lächerlichkeit schwer zu überbieten. Gar manches Mal würde ich da jenen, auf Trump gemünzten, Spruch als "whiny little bitch" zurückwerfen wollen.
Trump -und auch andere in unseren Ländern an der Macht stehende- sind ja Ausdruck von realen Kräfteverhältnissen, sofern wir davon ausgehen, dass die Wahlen nicht komplett gefälscht wurden, was ich tue. Dann stehen diese Kerle eben für bestimmte Fraktionen des herrschenden Kapitals. Dies muss Menschen dazu bringen auch gegen deren eigenes Interesse zu wählen, Aufgaben die traditionell in den Händen der Kirche und auch der Medien gelegen haben. Mangelhafte und/oder keine Bildung sind dabei noch die große Schwester die hilfreich zur Seite steht. Über die unselige Rolle von Foxnews braucht man im Bezug auf Amerika vermutlich wenig sagen, die Reichweite der BILD in Deutschland ist bekannt. Man sollte sich, also vermutlich zumindest für die USA, fragen, wem dient Trump, wer wird reich und mächtig dank seiner Regentschaft, welche Interessen bedient der Tolpatsch und ist automatisch alles verkehrt, was von ihm gesagt wird oder eben Teil einer gezielten Agenda. Sein Ziel, Washington lächerlich zu machen und handlungsunfähig hat er ja bereits gut umgesetzt, der Staat scheint geschwächt, die Strukturen angegriffen. Ein feuchter Traum von jedem Neoliberalen in Deutschland wird gerade vom Präsidenten der USA umgesetzt. Ein Schelm Narr, wer sich da auf dumme Tweets konzentriert und auf die roten Haare oder seine Weinerlichkeit abhebt.

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