Donnerstag, 5. Juli 2012

Connemara peated

Der heutige Whiskey stammt aus Irland, und war ein nettes Geschenk des Herren AausB; er überließ mir die Flasche hälftig gefüllt um mir meine eigenen Gedanken dazu machen zu können.
Ich mag ja die Pure Pot Stills der Iren , wie Redbreast, Green Spot oder den Powers John‘s Lane wirklich gerne.
Ich trinke auch die normalen Blends wie Paddy, Tullamore Dew oder Jamesson mit Spaß an der Sache und fand den nordirischen Bushmills 10 einen guten Einsteiger-Singlemalt.

Mit den 'normalen' Singlemalts, wie einem Tyrconnell NAS oder einem Clontarf konnte ich mich bisher nicht anfreunden, die schmecken mir meisten eher bäh, irgendwie zu jung, grasig mit merkwürdigen Beigeschmäckern.

Eventuell hab ich auch immer nur die falsche Abfüllung erwischt.

Sei‘s drum.Connemara peated Whiskey Flasche
Heute geht es um eine der wenigen Ausnahmen vom normalen Single Malt Geschäft der Iren, einen getorften, also hoffentlich rauchigen Whisky.
Aus den Trögen der Cooley Distillery, die auch für den Tyrconell verantwortlich zeichnet und die den veritabel leckeren Greenore Grain Whiskey -allerdings dann auf der Patent Still und nicht den PotStills- herstellt, stammt der Connemara peated Single Malt.
Er kommt in der Connemara typischen Buddel daher, gedrungen, dickglasig, grün und mit angenehm breitem Ausguss, welcher den Korken mit einem sattem Plopp entlässt.
Bis hierher durchaus alles richtig gemacht; auch der Preis von ab 25 Euro für die 0,7 Liter stimmt versöhnlich.

Allerdings verstört mich schnell der Geruch den dieser kleine Racker deutlich absondert.
Nachdem er sich einen Moment im Glas flätzte, schob ich meinen Zinken in seine Nähe um mich mit ihm vertraut zu machen.
Doch, oh weh!
Ein stark terpentinartiger Geruch, der etwas schwach Süßes mit der Aromanote "verwesendes Fleisch" umhüllte zeigte mir, mitsamt einer leichten Zitrusnote, den olfaktorischen Stinkefinger.

Ich hab es tapfer mit einigen drams immer wieder neu getestet, bis dann die Flasche, immerhin halb voll, die Neige erreichte - ich habe mich ehrlich bemüht.
Aber ein Freund dieses Aromas bin ich nicht geworden.
Ich hatte gehofft es wäre wie mit dem Ardbeg Ten, den ich eine ganze Zeit nicht wirklich mochte, zu aufdringlich süß erschien mir auch dort die Note im Gleichschritt mit dem Torf.
Doch inzwischen sind wir gute Freunde geworden, das misslang mir mit dem Connemara peated. Leider!

Bilder von verwesendem Getier im Kopfkino konsequent ausgeklammert ließ ich den Tropfen in meinen Mund laufen und *bämm* schon fing die Vorstellung erneut an. Doublefeature sogar, oh graus.

Süß, das verendete Tier ganz dicht dabei, schmeckte mir, als wenn es in Fenchelhonig ertränkt wurde.
Daneben durchaus angenehme Würze und eine überraschende Leichtigkeit, die man diesem hautgoutartigen Gesöff so nicht zugetraut hätte.
Etwas verbranntes Holz, dieser terpentinartige Beigeschmack und ein Hauch bitteres Element runden, oder besser unrunden den Connemara peated ab.

Wie immer, wenn ich etwas nicht besonders mag, hat es die Angewohnheit besonders lang nachzuhallen.
So auch hier.
Der Abgang ist mir deutlich zu lang. Leider hinterlässt er auch noch das terpentinig ölige Etwas im Rachen und klammert sich kleinkindhaft an die widerliche Süße.

Das hatte ich nicht erwartet!

Ein Whiskey der trinkbarer ist als Tyrconnell (in meinen Augen das irische Pendant zur Whiskyhölle namens Loch Lomond NAS) und sogar besser schmeckt, aber dennoch so fies ist, das einer meiner Finger sicherlich so schnell nicht in Höhe schnellte, wenn es um einen Gratisdram davon ginge.

Ich weiß nicht mehr, ob die Buddel direkt aus Irland kam, oder der werte Herr AausB die bei einem der einschlägigen Händler besorgt hat.
Auch ist mir nicht klar ob, das einen gravierenden Unterschied machte.
Obwohl das nun schon Monate her ist, seit die Flasche im Container gelandet ist, schüttelt es mich beim Schreiben erinnerungsbedingt noch immer ein wenig.

Wertung Single Malt
Connemara peated

Geschmack:
Fass1
bis
Fass2
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile3
Fazit:Der Connemara peated lässt mich fassungslos zurück. Ein widerlicher Geruch, Geschmack und Abgang, Anklänge von faulendem Fleisch, eingelegt in Terpentin und mit Fenchelhonig aufgegossen. Es muss dafür einen Markt geben, ich hoffe nur, der ist weit genug weg von mir. Mein ehrlicher Tipp: Finger weg und Beine in die Hände genommen wenn jemand damit auftaucht.


Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt - 5 Wunderbar - 4 Lecker - 3 Gut - 2 Brauchbar - 1 Widerlich - 0 Fußbad

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AausB (Gast) - 6. Jul, 13:19

Gleiches Ranking wie der Loch Lomond? Ups.

Die Buddel war von einem deutschen Händler, aber möglicherweise muss der Connemara auch in einem mit Torffeuer beheizten Wohnzimmer getrunken werden während draußen der Wind heult.

So hab ich den das erste Mal probiert. :)

bloedbabbler - 6. Jul, 13:54

Nicht gleiches Ranking wie der Loch Lomond, etwas besser. Dem Tyrconell gäbe ich vermutlich ein gleiches wie dem Loch Lomond NAS. ;-)
Wenn ich denn die beiden mal hochschupsen werde, sind es vermutlich 0-1 oder max 1 Fass. Da ist der Connemara noch von entfernt. :-D
Er muss ja auch nicht wirklich schlecht sei, nur mir war die Geschmacks-Geruchs-Abgangsnote eben zuwider. Vor Ort schmeckt eh alles besser.

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