Samstag, 29. Juli 2017

Merkwürdiges in 2017

Vorhin bei der Fahrt zum Einkaufstempel mussten wir einen Moment warten, weil ein Wagen vor uns nicht nach rechts abbiegen konnte.
Ein paar Fußgänger gingen dort extrem gemächlichen Schrittes über die Straße und hatten dabei schlicht Vorfahrt.

Die Ms. schnaubte: Können die nicht schneller gehen?
Ich erwiderte, reflexartig, variierend zum Klassiker „Wir sind hier auf der Arbeit und nicht auf der Flucht“ ein: Die kommen sicher vom Einkaufen, die sind doch nicht auf der Flucht!

Dann guckte ich etwas genauer hin -und war mir plötzlich mit meiner Aussage nicht mehr so sicher.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Glengoyne 12 Cask Strenght

Die Destillerie Glengoyne liegt sozusagen am Tor zu den Highlands, kurz nachdem man aus Glasgow rausgewandert ist.

Wer mal den Westhighland Way gewandert ist (i did it twice ;-)), der kommt fast zwangsläufig dort vorbei, ich sach' nur: Von Milngavie nach Drymen im strömenden Regen.
Nachdem man sich zielstrebig bei den Einheimischen zum Gespött gemacht hat, indem man nach dem Ort "Milngavie" - so wie mans schreibt- gefragt hat(der aber selbstverständlich irgendwie gälisch ausgesprochen wird:[mɪlgaɪ] oder [mʌlgaɪ]) und alle Angesprochenen stets vorgaben, von diesem Ort noch nie gehört zu haben, kann man es schon gar nicht mehr erwarten sich in Alkohol und Selbstmitleid zu suhlen - quasi irish feelings in Schottland. *eg*
Egal, also da liegt jedenfalls die Destillerie und die machen traditionell nichtrauchige Whiskys.

Einer meiner ersten, die ich von Glengoyne im Glas hatte, war der 10 jährige noch in der grünen Dose und in der Literflasche zu 28.90€ im Jahre 2010, sogar 26.50 im Jahr danach *grins*. D
en fand ich recht lecker, sehr klar und rein von seiner Machart her. Rauchgas assoziiere ich immer mit Glengoyne, keine Ahnung warum und was Rauchgas überhaupt ist. *rolleyes*
Glengoyne 12 Cask Strenght(100proof) Flasche
Nun wars aber der dickere und etwas ältere, dafür leider schon picklige, größere Bruder - der in Fassstärke mit 57.2% abgefüllte 12 jährige (100 proof) in einer 0,7 Literflasche.
Ich habe leider keine Unterlagen mehr gefunden, wann und wo ich den gekauft habe, geschweige was ich dafür bezahlte. War aber deutlich unter 40€ so viel hab ich noch im Urin Unterbewussten gespeichert.

Aaaalso, der Glengoyne lag, bevor man ihn auf Flaschen zog in Fässern, auch wenn in der Whiskybase nur was von American Oak steht, waren es hier auch europäische Eichenfässer, in denen Sherryartiges lagerte. Und auch bei diesem Whisky gibts ein kleines Problem mit Sherrys nasty bitch, dem Schwefel. Dies vorweg.

In der Nase deutlich Sherry, aber es gibt ein 'schiefes' Aroma zur Fruchtnote, welches ich auf Schwefeleinfluss zurückführe. Der riecht leider nicht 'rund' für mich.

Im Mund ist er angenehm süß, dabei cremig und schokoladig. Er ist deutlich warm und intensiv, etwas Fassbitterkeit kommt als Würze zur leider deutlich spürbaren Schwefelnote dazu.
Mist, so langsam ist das mit dem Schwefelschmecken echt nervig. Ich frage mich ja, ob das so ein genetisches Ding ist, ob man 'Schwefelschmecker' ist oder nicht. Gar viele, auch jene, die den Stoff „Whiskys“ nicht zu ihrem Gewerbe gemacht haben und Videos drehen, schmecken diese Fehlnote nicht oder eben nicht störend raus. Mir springt das direkt ins Gesicht, voll auf die 12 mit dem schwefligen Arsch!
Notiz an mich: Rausfinden, ob das was Geerbtes ist.

Im Mund bittert der Whisky deutlich nach und er zieht den Mund schwach zusammen, ist also adstringierend.
Mit Wasserzugabe bekommt man im Abgang deutlich mehr staubigen Geschmack, der Marke: Papierstaub. Durch den hohen Alkohol und warum auch immer noch, pelzt die Zunge beim Glengoyne 12 CS deutlich auf.
Rabäää! Könnte eigentlich ein gut trinkbarer Geselle sein, ganz anders in der erahnten Geschmacksrichtung als der kleine 10er, aber durch das qualmende Feuerwerk der unfreiwilligen Geschmackszugabe leider von mir deutlich abgewertet.
Da es den aber auch scheinbar nicht mehr im Handel gibt, sollte das kein Problem sein. Eventuell sind die neuen Cask Strenght von Glengoyne ohne Alter ja wieder etwas weniger schweflig als dieser diabolische Bruder.

In der Whiskybase gibts dazu: Glengoyne 12 Cask Strenght(100proof)

Wertung Single Malt
Glengoyne 12 Cask Strenght

Geschmack:
Fass2

Ich habe lange geschwankt ob ich nicht nur eins bis zwei Fässer vergeben soll, aber ganz schlecht ist er auch nicht, deswegen gibts mit viel Augen zudrücken doch 2 Fässer.

Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile3
Fazit: Der Glengoyne 12 CS war mir ein deutlich zu schwefliger Geselle. Auch die wohlmeinenden 57,2% retten ihn leider in meinen Augen nicht vorm Absturz.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt - 5 Wunderbar - 4 Lecker - 3 Gut - 2 Brauchbar - 1 Widerlich - 0 Fußbad

Glenfiddich 15 ‘Destillery Edition’

Die Destillerie Glenfiddich, vermutlich jene Destillerie die auch jeder Supermarktbesucher kennt, wird ja von manchen der selbsternannten Whiskyverkosterkönige gerne mal links liegen gelassen, wie ich finde durchaus zu Unrecht.

Selbst der oftmals mit Verachtung gestrafte 12 jährige ist nicht so übel, wie in sich manche zusammenspinnen wollen in ihrem elitären Großkotzgehabe.
O.k. kein Whisky der mit massiver Komplexität daherkommt, kein Jod, kein Rauch, sondern nur schlichter, dabei gut trinkbarer -fast klassischer-, gereifter Whisky.
Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und das zu einem ansprechenden Preis(dann allerdings wirklich im Supermarkt kaufen, da gibt’s den im Angebot meist für um die 21-22€). Das nur nebenbei.
Den formidablen 14 jährigen Rich Oak, sowie seinen 1 Jahr älteren 15er Solera habe ich ja bereits vor geraumer Zeit wohlwollend besprochen.

Nun also der 15 jährige ‘Destillery Edition’, der mit satten 51% Alkohol in der feinen 1 Literflasche und nicht kühlgefiltert daherkommt, ich vermute mal der war ursprünglich für den Travel Retail Markt gedacht, die landen dann früher oder später meist an der Tanke bei den Freunden im benachbarten Ausland. :-)
Inzwischen scheint er -in der 0,7 Literflasche- zur Standardrange bei Glenfiddich zu gehören.

Ich erstand meine Flasche im September 2013, den Liter für 34,99€.
Heute kostet die 0,7 Literflasche ab 45€ aufwärts.
Mindestens bei 2 inländischen Händlern gibts auch die 1 Literflasche noch ab 67€ aufwärts.
Verdammte Inflation treibt die Preise heftig, oder liegts doch an was anderem? ;)
Innerhalb von 4 Jahren knapp 100% Teuerung spricht deutlich gegen "die Inflation", da passen vermutlich klare Worte wie Gier und dazu apologetisches, stumpfes Gefasel vom „Markt der alles richtet“ besser zu. Seis drum ich hatte ihn ja schon im Glas. :-p
Glenfiddich 15 D.E. Flasche
Der Glenfiddich 15 ’Destillery Edition’ kommt in der dreieckigen, markenspezifischen Dose der Destillerie diesmal in graublau-metallisch daher. Er reifte in amerikanischen (Ex-Bourbon?) und europäischen Eichenfässern(Hering-, Port-Sherry-Rotwein, oder Ziegenkäse? Wir erfahren es leider nicht) für den Zeitraum von mindestens 15 Jahren. Auf der Webseite von Glenfiddich steht spezifischer dazu: spanische Eiche, was auch immer darin war, Sherry könnte eine naheliegende Option sein. ;-)

Der Glenfiddich 15 D.E. riecht schön malzig, blumig und fruchtig, Orange und Aprikose. Speyside ick hör dir drapsen.
Nettes Näschen, macht durchaus Spaß auf den ersten Schluck.

Im Geschmack dann -überraschend für mich-, neben der üblichen Honigsüße und Vanille deutlich rauchige Assoziation. Warm, ein wenig pfeffrig und eben rauchig(nee, nicht Islay!), auch staubig und pelzig. Eine Assoziation von getrocknetem Thymian, intensiv und ölig. Dann nasser Rauch.
Wow! Ich oben noch so... kein Rauch...blabla...und dann das. Ich bin mir aber immer noch nicht sicher, ob das wirklich Rauch sein soll, oder obs nicht doch eher vom Fass aus der Holznote stammt. So, oder so. Das macht Spaß, ein ganz anderer Glenfiddich.

Im Abgang dann bleibts deutlich warm(51%!), eine Mentholnote erscheint, es bleibt süß und trocken. Leider wird’s auch bizzelig. Und, es macht einen 'schleimigen' Mund, das mag ich gar nicht. Bäh, was soll das?
Vermutlich hätte dem Whisky etwas Wasser gutgetan, 51% sind schon eine ordentliche Hausnummer, aber ich habs nicht gemacht. Zu dumm, doppelt eigentlich. Eventuell wäre dann der Abgang schöner oder für mich angenehmer gewesen.
Ich Esel habe aber den ganzen Liter -über längere Zeit- immer unverdünnt getrunken. Shame on me.

Was bleibt? Ein weiterer, guter und ansprechend leckerer Whisky von Glenfiddich, aus dem Hause der Familie Grant, jener Destillerie, die -was man bei der Menge an Output immer gerne übersieht- eben immer noch in Familienbesitz ist. Gut!

In der Whiskybase gibts dazu: Glenfiddich 15 D.E.

Wertung Single Malt
Glenfiddich 15 D.E.

Geschmack:
Fass4
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile3
Fazit: Der Glenfiddich 15 D.E. ist ein alltagstauglicher, leckerer und gereifter Whisky, der durch seine 'rauchige' Note positiv überraschen kann. Leider ist er heute kein Schnäppchen mehr, der Preis für das Gebotene geht aber dennoch in Ordnung.

Ihnen Ihr Blödbabbler

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