Alien
Es ist eine neuere Version von  AlienInsideTwoday  verfügbar!  Aktualisieren  Jetzt nicht!
© 2018-2023 NeonWilderness

Dienstag, 1. Mai 2012

Maskenlos

In seinem gelebten Versuch die Gesellschaft zu spalten ist der werte Herr Clement wenigstens konsequent bei der Suche seiner Freunde.

Was ich wirklich schlimm ekelhaft finde, ist, dass der Mann ja keine Ausnahme im Reigen der neoliberalen Herrenmenschen innerhalb des alten Zombies SPD war oder ist.

Die anderen Herren der ehemaligen rot-grünen Regierung sind zwar weniger konsequent im Beharren auf geistiges Volldampffahren in engen Sackgassen wie Clement, aber dafür auch deutlich wendehalsiger in ihrem Tun.

Denn, dass sie begriffen haben sollten, was sie unserem Land mit ihrer Agenda 2010 und ihrer Wirtschafts- und entsprechenden Steuerpolitik angetan haben, scheint mir schon zu weit hergeholt.

Nachdem Wolfgang Clement schon seit langem vor sich hin irrlichtert ist es natürlich passend, das er treffsicher - zugunsten der gelebten spätrömischen Dekadenz dargeboten in der Form der FDP- in den Wahlkampf in NRW eingreift.

Da muss ich an den, dem alten Whisky-Willy selig zugeschriebenen, Ausspruch denken: "Da wächst zusammen, was zusammen gehört"
Quasi Kopf und Arsch wiedervereint, wobei es selbstverständlich dem neutralen Betrachter überlassen bleibt, aus welchem Blickwinkel er das wertet und welche Rolle der Herr Clement hierbei einnimmt. ;-)

Das bisherige Wirken des Herrn Clement scheint mir für unsere Gesellschaft zerstörerischer, als es eins, zwei viele Bücher vom alten Zausel populistischen Vulgäreugeniker Sarrazin überhaupt sein können.
Aber, überraschenderweise kein Aufschrei.
Überraschenderweise?
Nein, selbstverständlich kein Aufschrei!

Dieses Land ist, dank Kohls geistig moralischer Wende und der Schröderschen Wirtschaftsethik, inzwischen ein Versammlungsort von ellenbogenbewehrten, morallosen Einzelkämpfern und einer beachtlichen Zahl von täglich wachsenden Opfern.

Gelebte Idiotie im Privatfernsehen - das uns die großen Volksaufklärer der CDU im Gleichschritt mit der FDP bescherten- manifestiert(e) ein Wertesystem, im Dauerkampf einer sich an Primitivität nach unten permanent überbietenden Meinungsmache.

Das durch "Neue Soziale Marktwirtschaft", IFO-Institut und Sinn, sowie eine hirnlos nachplappernde Presse in diesem Land injizierte Gift einer zerstörerischen neoliberalen Ideologie hat offenkundig Empathie, Solidarität und das Verständnis für "Richtig" und "Falsch" nachhaltig beeinträchtig, wenn nicht gar bereits abgetötet.

Das Vernichtungswerk der rot-grünen Spitzbuben, deren unverhohlene Attacke auf die Sozialstrukturen dieses Staates, sowie deren Handlangerdienste fürs Kapital, haben Wirkung gezeigt.

Schwächung des Rentensystems zugunsten der privaten Versicherungswirtschaft, oder wie es Norbert Blüm formulierte: "Riester hat die gute alte Rentenversicherung ruiniert, hat der Versicherungswirtschaft Milliarden in den Rachen geworfen und die Rente dem internationalen Finanzkapitalismus überantwortet" (Zitat aus Focus).

Der Arbeitsmarkt wurde um einen riesigen Niedriglohnsektor erweitert, mit dem vorhersehbaren Ergebnis von weniger Steuereinnahmen, mehr Druck auf reguläre Arbeitsverhältnisse und steigenden Krankheitszahlen aufgrund der daraus resultierenden unsicheren Verhältnisse.

Firmen wurden massiv steuerlich entlastet, Vermögenssteuer fiel weg und Erbschaftssteuer wurde "reformiert" vulgo gesenkt, während gleichzeitig Praxisgebühren eingeführt wurden und dann unter schwarz-rot die Belastung für alle in Form der MwSt. um 3% angehoben wurde.

Normale Löhne stagnierten nicht nur, sondern waren inflationsbereinigt sogar am Sinken zwischen 2000 und 2010, während in den Vorstandsetagen ein deutliches, ja, explosives Wachstum einzog.

Arbeitsverhältnisse sind heute scheinbar nur noch befristet zu erhalten.

Überraschenderweise pflanzten sich die Deutschen in dieser wunderbaren Zeit nicht so fleißig fort, wie es denen, welche alles von Gott und einem dahinter stehenden Fortpflanzungsbefehl herleiten, gerne hätten.

Sofort schrien sie auf und jammerten: wie soll denn die Welt am deutschen Wesen genesen, wenn es bald keine Deutschen mehr gibt?

Das demographische Damoklesschwert schwebte fortan über unserem Kopf, gerne von den üblichen Nutznießern der Wirtschaftsinstitute und der Arbeitgeberpräsidenten noch mit einem "Fachkräftemangel" gewürzt.

Dieser Blödsinn zieht sich -wie erst vor kurzem wieder in einem dümmlichen Artikel in der FAZ als vagabundierende kleine Raupe Nimmersatt durch die Orte der Kleingeistigkeit vulgo das deutsche Feuilleton und die Talkshows dieser Republik.

Einziges Ziel ist es für mehr Privatvorsorge zu trommeln, Lohndrückereien gesetzlich zu verankern und nebenbei noch "Das Deutsche" was immer das sein mag als dem Untergang geweiht zu kassandran.

Der FAZ Artikel auch wieder gefüllt mit den üblichen "Wir-werden-alle-ausstörben" Metaphern.
Nur noch Alte, Fachkräftemangel hui buh ... und Deutschland ist wech.
Mal nebenbei, wenn uns morgen eine indische Atomrakete auf den Kopf fällt, die Brodersche Armee Fraktion putscht oder uns die rote gelbe islamische Flut wegspült, sind doch sowieso all die akademischen Rechenbeispiele und Prognose für die nächsten 60 Jahre für die Katz.

Was sie imho auch ohne diese Ereignisse sind; zu doof die nächsten Quartalszahlen zu liefern, aber Prognosen für 60 oder 100 Jahre abgeben.
Pfffhh!

Der ständig beschworene angebliche Fachkräftemangel, bei dem es sich wohl tatsächlich um einen einfachen Lohndrückerkampfbegriff handeln dürfte, bei dem es -wie die Tage abgesegnet- um neue Lohnuntergrenzen für Ingenieure, Ärzte und ITler geht, hat -zumindest soweit mir bekannt- noch keinerlei höhere Gehälter abgeworfen.

Sollte er aber doch, wenn man denn den Marktmullahs und ihrem Gesabbel von Angebot und Nachfrage Glauben schenken will.

Stattdessen werden die Hürden für Gehälter von Externen gesenkt, die sich dann wunderbar im direkten Konkurrenzkampf mit der einheimischen Bevölkerung befinden und den (Lohn-)Druck staatlich unterstützt erhöhen.

Staatlich flankierte Lohnsenkung, statt der sonst immer gepriesenen Angebots-und Nachfragedoktrinen.

Verordnet und durchgesetzt eben von denen, die, wenn es denn zu ihrem persönlichen Vorteil gereicht, nicht genug vom freien Markt bekommen können.
cui bono?

Ständig das nölige Gejammer, dass es weniger Menschen Deutsche in diesem Land werden würden - oh weh, so tönen sie: Niemand da der Rente zahlt, Landstriche entvölkert und überall Moslems, das Christentum stirbt auch noch.

Doch mal ehrlich, wenn in Deutschland in 40 Jahren eben weniger Menschen leben, kratzt das die - für alle diese Nasen ach so wichtige- Produktivität zuerst einmal prinzipiell nicht.

Produktivität ist eben nicht in erster Linie eine Frage von Menge und Anzahl der Menschen im Land, oder?

Nebenbei, solange wir uns den Luxus leisten 5-8 Millionen Menschen durch staatliche Stützmaßnahmen zu alimentieren - hauptsächlich, damit die Wirtschaft eine Reservearmee hat aus der sie fleißig schöpfen und womit sie Druck auf Lohnempfänger ausüben kann - solange scheinen wir auf jeden Fall nicht zu wenige Menschen in diesem Land zu haben.

Und falls mir mein Nachbar mal nicht mehr auf den Fuß tritt, weil er eben statt 2 dann 5 Meter entfernt wohnt, freue ich mich und kann dann endlich wieder durchatmen.

Kurzum, mal lieber das Positive sehen, wir werden weniger - Hurra! und alle Menschen können arbeiten wenn sie wollen - Hurra!

Und das Beste daran, diese ganzen Verbrecher Herren der ehrenwerten Gesellschaft, die Clements, Schröders, Steinbrücks und wie sie alle heißen, welche die SPD und mit ihr das ganze Land an das Kapital verraten und verkauft haben, jene die für den sozialen Niedergang dieser Republik verantwortlich sind, werden dann nicht mehr unter uns weilen(außer die haben dem ollen Heesters seine Gene vom Sarrazin klauen lasse :-D).

Merke: Im Niedergang ist immer auch Hoffnung.

Musikalisch wünsche ich euch da draußen noch mit Georg Kreislers Kapitalistenlied einen schönen 1 Mai.


Ihnen Ihr Blödbabbler

Sonntag, 29. April 2012

Tomintoul "with a peaty tang"

Heute mag ich von einer der für mich angenehmsten Whisky-Überraschungen der letzten Zeit schreiben.

Die Tomintoul Destillerie, in der Nähe von Ballindalloch, ist - nach Dalwhinnie - die zweithöchst gelegene Brennerei Schottlands.
Aus dieser eher weniger bekannten jungen Destillerie (1964) - in der Speyside im Herzen Schottlands gelegen - stammt das vortreffliche Stöffchen "with a peaty tang".

Aufgefallen ist mir die Destillerie irgendwann letztes Jahr in der Whisky Bible 2011 von Jim Murray.
Dort erwähnt dieser, dass der Whisky Tomintoul "with a peaty tang" deutlich mehr als nur einen Hauch Torf (Rauch) in sich hätte.

Das weckte natürlich mein Interesse.

Denn, ein rauchiger Whisky der eben nicht von Islay stammt, sondern aus Campbeltown - wie beispielsweise der leckere Longrow C.V von Springbank - oder aus den Highlands -wie der feine Ardmore Traditional Cask- haben mich in der Vergangenheit klar überzeugt; und so war ich freudig gespannt auf diesen Vertreter.

Glücklicherweise fuhr dann der werte Herr AausB nach Luxemburg.
Durch seine selbstlose Tat kamen wir in den Genuss eines extrem günstigen Kampfpreises von 18.99 Euro für die 0,7 Liter Flasche.
Gewöhnlich kostet der Tomintoul "with an peaty tang" oberhalb von 27 bis hin zu 30 Euro für die 0,7 Liter Flasche.
Doch auch für diesen Preis ist der Whisky wirklich jeden einzelnen Cent wert - für unseren Kaufpreis jedoch hat man Tränen des Glücks in den Augen stehen.

Im guten und informativen kostenlosen Whisky-Buch des Online Versenders "The Whisky Store" las ich, dass die Destillerie Tomintoul -als bisher Einzige- die beim Destillationsprozess anfallende Abwärme dem nächsten Prozess wieder zuführt und somit einen energetisch sinnvollen Weg beschritten hat.
Brav! Auch solche kleinen Details machen mir einen Whisky und seinen Schöpfungsort durchaus zusätzlich sympathisch.

Hinweis:Das oben erwähnte Whisky Buch gibt es übrigens als pdf oder auch als mp3 Hörbuch zum kostenlosen Downloaden beim oben genannten Shop; informatives Buch, allerdings auch mit diversen Eigenwerbungen versehen - dafür aber eben auch kostenlos. Ein durchaus gutes und faires Angebot.

Nun flink back to topic.Tomintoul with a peaty tang Whisky Flasche
Der Tomitoul kommt in einer Pappdose daher, die mit Torfstechermotiv und Fluss (Glenlivet) oder Quelle (Balantruan) -da bin ich mir nicht sicher- schön anzuschauen ist.

Die Flasche ist schlank und grün, auf dem Label wiederholt sich das Torfstechermotiv , die verwendeten Schrifttypen sind harmonisch und wirken elegant.

Leider wurde der Tomintoul kühlgefiltert und mit E150 und den dabei üblichen 40% abgefüllt.

Der Whisky kommt ohne Altersangabe daher, es soll sich um einen Blend aus jungen 4 jährigen getorften Whiskys und einem 8 jährigen 'normalen' Tomintoul handeln.

Aber, who really cares, wenn das Ergebnis stimmt?

Bruichladdichs Octomores sind ja auch junge Hüpfer und dennoch eine Offenbarung.

Es gibt von Tomintoul noch einen weiteren stark getorften Whisky den "Old Ballantruan" mit 50%.
Dieser sehr junge Whisky gilt / galt als torfiger Vorgänger des 2007 erschienenen "with a peaty tang".
Mich schrecken allerdings dessen häufig in Foren und sogar im Handel genannten Aromen und Geschmäcker ab, wie bei diesem Händler!1!!, welcher schreibt :"Verändert sich langsam zu einer Note nach Bauernhof, Anflüge von Mist, gärendem Gemüse und Früchten, durchgeweichte getorfte Gerste, nasser Kalk.".
Das klingt nun für mich nicht unbedingt nach "Haben-wollen". :-D

Aber davon ist der Tomintoul "with a peaty tang" zum Glück doch miles away.

Denn, nachdem er es sich im Glas gemütlich gemacht hat, bekommen wir eine fast Islay typische Menge an (nicht medizinischem) Rauch in die Nase.
Stark aber dennoch elegant dabei und nie 'die Nase verklebend'.
Er ist erstaunlich fruchtig und auch blumig .
Auf jeden Fall ist der Geruch harmonisch und auf sehr angenehme Weise appetitanregend.

Nachdem ich mir, den vor Vorfreude sabbernden Mund, trockengewischt habe, lasse ich einen guten Schluck des Whiskys meine Mundhöhle betreten.
Malz und Honigsüße tauchen zuerst auf und dann kommt sofort der Rauch dazu.
Eine anständige Portion Rauch, aber eben nicht nur, so haben wir haben etwas bittere Eiche, ein wenig Trockenheit und einen Hauch von Öligkeit.
Saulecker! Und dabei richtig süffig.
Da brennt nix ein runder und weicher doch durch den Rauch interessanter Speysider.

Sein Abgang ist mittellang, dabei wird es einen Tacken warm im Rachen.
Er verabschiedet sich mit herrlich trockenem Rauch, der dann die Zunge ein wenig anpelzt.
Aber nicht so, dass man es als irgendwie unangenehm empfinden würde.

Ein absoluter Hammerwhisky - mit den angenehmen Eigenschaften eines Speysiders gepaart mit einer knackigen und trockenen Rauchigkeit, der das jodhaltige und medizinische Element diverser Islay -Whiskys abgeht.

Hinweis:
Es scheint, als wenn die Destillerie jeden Cent in den Schnaps steckt, denn deren Server mit der Hompage sind oft down. Da gibts deutlichen Änderungsbedarf, denn wenn sie mal on sind, gibts Schriftgröße 3 oder 4 - echt fies klein.


Wertung Single Malt
Tomintoul "with a peaty tang"

Geschmack:
Fass5
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile4Smile5
Fazit: Ein wunderbarer Whisky! Rauchigkeit meets Speyside, ein schöner Versuch und sehr sehr gut gelungen. Bisher haben den Whisky 6 Leute bei mir probiert und waren alle davon angetan. Natürlich hoffe ich einerseits, dass mehr Leute diesem wirklich guten Whisky eine Chance geben, bange aber andererseits auch davor, dass dann bei mehr Massenmarkt die Preise sinnfrei anziehen könnten. Denn, die Destillerie produziert wohl bereits auf Anschlag. Also genug gelesen, aufstehen, kaufen und genießen. Klarer Kaufbefehl!


Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt - 5 Wunderbar - 4 Lecker - 3 Gut - 2 Brauchbar - 1 Widerlich - 0 Fußbad

Freitag, 20. April 2012

Nazis? Bei den Piraten?

Kinderschänder? Bei der katholischen Kirche?
Homer Simpson? Auf ein Bier bei Moe?
O.k. ich schweife ab. Worum gehts?

Klare Worte von Marina Weisband zur Problematik der rechten Dumpfhirne innerhalb der Piratenpartei.

Man konnte ja die letzten Tage verfolgen, wie sich die Piraten von solch illustren Demokratenvereinen wie der CDU (das waren die mit Kiesinger, Filbinger und einer ganzen Rotte voller Nazis in leitenden Positionen bis spät in die 70 Jahre hinein, sowie aufgefüllt ab 1989 noch durch assimilierte aalglatte Mittätern aus der Blockfötenära der DDR-Zeit) angreifen lassen mussten.

Nicht schön, aber nach Stand der Dinge eben auch nicht verwunderlich.

Da den etablierten Steuergeldveruntreuern langsam die Felle wegzuschwimmen drohen, werden bereits Bundeswehreinsätze -auch an Land- gegen Piraten erwogen(Man darf sich dabei nicht täuschen, denn heute ist es noch Somalia, morgen dann sicher schon Herne West und übermorgen die ganze Welt!11!!!).

Aber zurück zum Thema.

Wer es, wie die Piraten, nicht schafft, dass sich die tumbesten Parteischädel woanders ein politisches Zuhause suchen oder, wenigstens nicht noch in führenden Positionen auftauchen, der darf sich halt nicht wundern wenn ein fleckiges Bild entsteht.

Wer zurecht für eine strikte Trennung von Staat und Religion ist, aber sich esoterische Scharlatane in leitenden Positionen leistet, der wird eben angreifbar und leider auch unglaubwürdig.

Um sich mit solchem Übel nicht mehr abgeben zu müssen, schreibt Marina Weisband in ihrem Blog "Mir reichts jetzt." eine durchaus kluge, wenn auch leider eigentlich selbstverständliche Herangehensweise an die Problematik.

Sie leitet, imho etwas theatralisch, mit einem persönlichen Bezug ein, kommt aber doch dann zügig auf eine klare Position, indem sie fordert:
[...], dass jeder Pirat sich deutlich, ohne Relativierung, distanziert von
- Rassismus
- Nationalsozialismus
- Geschichtsrevisionismus
- Antisemitismus
- Islamophobie
- Homophobie
- Sexismus
- und jedem weiteren Weltbild, das Menschengruppen ausgrenzt oder verachtet, wegen Dingen, für die sie nichts können.

Kann man fast überall zustimmend ein Häkchen machen, allerdings stößt mir auf das sie -wie leider die meisten der sich links der Mitte dünkenden Schreiberlinge und Politiker- den sinnfreien Begriff des Islamophoben aufzählt.

Unabhängig davon, das sich natürlich jeder Mensch aussuchen kann, ob und wenn ja, welchem religiösen Verein er denn beitreten möchte, und sich das mit ihrem "[...] wegen Dingen, für die sie nichts können." nicht verträgt, ist mir natürlich klar was sie eigentlich möchte.

Ach so, in den Ländern die uns den Begriff des Islamophoben gebracht haben, geht das natürlich nicht ganz so einfach mit solchen Dingen, wie freier Religionswahl, Frauenrechten(keinem Sexismus), Schwul- und Lesbischsein(keiner Homophobie) und keinem plakativen Antisemitismus.

Aber darum geht es Marina Weisband in diesem Falle ja auch nicht. Richtig so, denn wir können natürlich nicht immer die ganze Welt im Blick haben, wenn wir uns nur mit den deutschen Piraten beschäftigen. *hüstel* Ist ja nicht wie bei Grass. *hüstelhüstel*

Oder?

Dennoch, ich verweise mal wieder auf den ausgezeichneten Artikel von Pascal Bruckner "Die Erfindung der Islamophobie" beim perlentaucher, der deutlich macht, dass es sich bei Islamophobie um einen Kampfbegriff der fundamentalistischen Islamanbeter handelt.

Dieser Begriff, der unter jeglicher Ausblendung von Realität, eben aus berechtigter Kritik an einer religiösen Sache einen rassistischen Affront machen will, um damit die Kritik zu denunzieren und letztlich zu verbieten, scheint auf dem Vormarsch.

Eben dieser Begriff taucht regelmäßig unreflektiert und im Gleichschritt mit den Begriffen Rassismus und Antisemitismus in den Gazetten der Republik auf, leider immer vorne mit dabei die Frankfurter Rundschau, mein Leib- und Magenblatt seit knapp 30 Jahren.

Eine unsinnige Gleichsetzung, dessen originäres Ziel es ist, eben die fauligsten, repressivsten und demokratieverachtendsten Elemente einer Religion zu etablieren, eine gedankenlose Nutzung und Verbreitung des Begriffs, der jeden Tag jedem 'normalen' Menschen das Leben und ein versöhnliches Miteinander schwerer macht.

Wobei mir diesmal das Timing der Piraten, in Form von Marinas Blogeintrag, deutlich besser gefallen hat, als beim unsäglichen Herumgeeiere Georg Schramm als Bundespräsidentenkandidat ins Gespräch zu bringen.

Am Geburtstag vom GröAaz, dem größten Arschloch aller Zeiten gegen Nazis bei den Piraten Stellung zu beziehen ist gelungen.

Chapeau Marina Weisband.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Freitag, 13. April 2012

13 schwarze Katzen am Freitag unter einer Leiter

Man liest es einmal, dann nochmal und hofft und bangt, dass es sich dabei nur um eine sensationelle Realsatire bei der Frankfurter Rundschau handeln kann.

Immer im Dienste der Aufklärung unterwegs, klärt Julia Frese dort im Gespräch mit einer Wahrsagerin(sic!) wieso die Furcht vor Freitag dem 13. unbegründeter Humbug sei. :-D

Eine Wahrsagerin? Hallo! Noch jemand wach in Redaktion?

Wieso keine Jahrmarktsfee?
Hatte der Papst keine Zeit zur üblichen Märchenstunde?
Sind vielleicht schon alle Korane in Deutschland verteilt und die ersten FR-Reporter von den Freunden der Friedensreligion gemeuchelt worden?

Was will uns also dieses Interview sagen?

Das primitiver Aberglaube Quatsch sein muss, wenn uns sogar geschäftsmäßige Profiteure der Leichtgläubigkeit und Erleichterer der Dummen so etwas sagen?
Wenn also eine erprobte Autorität auf dem Gebiet des organisierten Beschisses, wie, sagen wir, der Papst, Frau Käsmann oder eben eine Wahrsagerin das gelassen Aussprechen kann, was bereits ein durchschnittliches 5-6 jähriges Kind erkennt und durchschaut?

Welchen Erkenntnisgewinn kann ich aus diesem Gespräch mitnehmen?

Wahrsager sind doch weiser als man vermutet?
Sagen sogar Wahres?

Oder doch eher: "Verdammter Mist ich muss noch meine Zeilenvorgabe erfüllen, mal sehen welchen Dreck ich noch auf die Schnelle zusammenkriege?

Ich weiß es nicht, habe aber nach diesem Artikel das ungute Gefühl, dass doch ein gemeiner Fluch auf diesem Freitag liegen könnte.

Gruselige Grüße von Ihnen Ihrm Blödbabbler

Mittwoch, 11. April 2012

Bulleit Bourbon Frontier Whiskey

Wer die Welt des amerikanischen Whiskeys - in diesem Fall des Kentucky Straight Bourbons- aus dümmlicher Ignoranz nicht von vornherein verwirft, dem sei der heutige Testkandidat wärmstens ans Herz gelegt.

Er nennt sich Bulleit Bourbon Frontier Whiskey und kommt flaschentechnisch gleich Western stylisch daher.Bulleit Bourbon Frontier Whiskey FlascheEine schöne old fashioned Buddel, stimmiges Etikett und ein angenehmes Preis-Leistungsverhältnis zeichnen diesen Bourbon meiner Meinung nach aus.

Die geniale Flasche ist nicht in einem Karton oder Papp- oder Blechgewand verhüllt, sondern kommt nackisch in all ihrer Formvollendung daher.

Viele Leute haben ja Probleme mit dem intensiven Klebstoffgeruch, den mancher Bourbon oder auch ein Jack Daniels Single Barrel gar manches Mal verströmen.
Beim Bulleit sind es nur winzige Spuren dieses Klebstoffgeruchs, dafür starkes Vanillearoma gepaart mit (roggenhafter?) Würzigkeit.

Das Schnuffeln macht schon mächtig Lust auf mehr, der erste Sabber läuft bereits im Mund zusammen und so spannt man sich am besten gar nicht erst lange auf die Folter, sondern benetzt Zunge und Mundraum mit einem guten Schluck des Bulleit.

Angenehme Süße mit Vanille, Karamell und einem Geschmack in Richtung Kokos(?) erfreuen des Testers Mundhöhle.
Anbei auch ein beim Bourbon unvermeidlicher (hier jedoch nur schwacher) Anflug von Klebstoff oder Nagellackentferner.
Gut aufgefangen wird das Ganze durch eine ganz leichte hölzerne Bitterkeit und den deutlichen Anteil des würzigen Roggens.
Unglaublich süffig, ja schon gefährlich süffig.

Der werte Herr AausB, den ich mit diesem Bourbon angefixt habe (und er dann den Herrn EausF), kann ob dieser Süffigkeit bereits mehrere Lieder dazu singen, wie er mir offenbarte. :-D

Im Abgang ist der Bulleit sanft brennig warm und eher kurz bis mittellang.
Auch hier bleibt vanillige Süße und ein leckerer Geschmack stehen.

Hach, so sollte ein Bourbon schmecken *seufz*.

Beim Schnapsdealer vor Ort kostet die 0,7 Liter Buddel schlappe 18.99, bei den üblichen Verdächtigen im Netz meistens 1 bis 2 Euro mehr.

Wertung Kentucky Straight Bourbon Whiskey
Bulleit Bourbon Frontier Whiskey

Geschmack:
Fass5
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile5
Fazit: Ein wunderbarer leckerer und dramatisch süffiger Einstiegs-Bourbon zu einem ebenso guten Preis. Der Bulleit ist eine meiner Lieblingsentdeckungen des Jahres 2011. Leicht im Geschmack, fast schon elegant und rund und dabei absolut stimmig. Klarer Kaufbefehl!


Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt - 5 Wunderbar - 4 Lecker - 3 Gut - 2 Brauchbar - 1 Widerlich - 0 Fußbad

Freitag, 6. April 2012

Überraschung!


Auch dieses Jahr fällt der sogenannte Karfreitag wieder auf ein Tanzverbot.

Traurigerweise habe ich meinem Artikel Religion nervt aus dem Vorjahr nichts Neues anzufügen.

Idioten bleiben eben Idioten und Gesetze bleiben halt Gesetze, solange bis man sie endlich der Realität anpasst und somit ändert.

Solange aber die grünbraunen Baumschmuser, die bigotten Gläubischen aus den sogenannten christlichen Parteien und die verrottenden Reste der Sozialdemokratie keinen Handlungsbedarf sehen, um ihrem Auftrag nach Trennung von Religion und Staat nachzukommen, dreht sich eben der Lattenhorste auf dem Mist und alles bleibt bescheuert wie es ist.

Mein Tipp: Lasst euch nicht von den Sorgen und dem selbstreferentiellen Kummer der Christenmenschen den Tag versauen.

Geht an die Luft und erfreut euch des Lebens, vögelt, sauft und hurt was das Zeug hält, nur denkt dran, tanzen dürft ihr halt nicht, weil die christlichen Taliban sonst in ihren Glaubensgrundsätzen verletzt fühlen und massiv empört werden.

Halt genau so, wie die anderen Fraktionen auch, wenn man Bilder vom Kinderschänder zeichnet oder ein gepflegtes "Das hätte Jehova auch gemundet" nach leckerem Mahle ausstößt.
Überall das gleiche Gesocks, überall derselbe Irrsinn.

Zur Aufmunterung des Tages wünsche Ich euch allen einen wunderschönen und fröhlichen Freitag mit einer Coverversion des alten Easybeats Klassikers "Friday on my mind" gespielt von den Golant Pistons.


Ihnen Ihr Blödbabbler, Eintänzer vor dem Herrn

Mittwoch, 4. April 2012

Whiskyverbrecher: Roche und Böhmermann

Da bin ich neulich abends -durch Zufall beim Zappen- bei einer "Talkshow" in zdf.kultur gelandet, die mich zum Weitergucken reizte.

Roche und Böhmermann, ein eher krawalliges Format ohne tieferen Erkenntnisgewinn, dafür aber mit der Möglichkeit zum Rauchen und Schnapstrinken.
Quasi ein old-school Format, zumindest was die Rahmenbedingungen angeht.

Im Gegensatz zu alten Sendungen, in denen die Talkmaster sich allerdings noch die absurde Mühe machten, etwas zu können und sich sinnvoll auf die Gäste vorzubereiten, praktiziert hier die Generation Facebook dünnlaberigen Brei mit dem offenkundigen Ziel kreativ, anders und irgendwie hipp zu sein.

Die offenbar immer noch dramatisch überschätzte Charlotte Roche ist dabei wenigstens charmant und naiv, eine Rolle, welche sie inzwischen schon stark kultiviert hat.
Herr Böhmermann ist präsent, mehr leider nicht.
Selbst sein Selbstversuch mit Viagra endete ergebnislos, was mit einer gewissen Schwanzlosigkeit im Auftreten nicht überraschte. ;-)

Was mich allerdings am Konzept am meisten stört, ist die hochgradige Unfähigkeit des Teams, wenn man schon guten Whisky aus der Karaffe ausschenkt, diesen auch in entsprechende Gläser zu verfüllen.

Da es sich bei den meisten Clowns Gästen jedoch auch um reine Trinker och-wenns-schon-mal-dasteht Trinker handelt, gibt es passend zur dumpfen Grundeinstellung einen Tumbler, Gottes Strafe für Dummköpfe und passend einen Eimer Eiswürfel dazu.

Wenn es denn nicht so traurig wäre, müsste man sich bei dieser ausgeprägten Form von Ignoranz vor Lachen schütteln, so bleibt man dann eher traurig und angewidert zurück.
Das dann die ungelernten Hilfsmoderatoren noch zur Erheiterung vorlesen, um was für einen Whisky es sich handelt, und mit welchen Aromen und Geschmäckern laut Destillerie zu rechnen ist, erschüttert ob der ignorant dargebotenen Unkenntnis dann nur noch und macht hilflos und betroffen.

Selbst fremdschämen misslang mir in dieser Situation.

In der Sendung vom 1.4.2012 wird ein Bruichladdich gereicht, man ergänzt diese Information noch durch "Ahh,... Second Edition..." und vermutet schließlich anhand es Namens, das es sich dabei wohl um einen Scotch handeln dürfte. Der - und dann kommts - natürlich ein Bourbon sei, denn es steht ja etwas von Bourbon Fass in den Notizen.

Hier wurde dann nonchalant und ambitioniert die Mautstelle des Grenzdebilen deutlich überschritten, und man wünschte sich spontan jemanden, der ihnen den alten Dieter Nuhr Klassiker "Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten" mit wuchtigen Schlägen auf die Stirn tätowiert.

Argggll, Herr lass bitte kein Hirn, sondern ein altes Third-fill-Fass auf die Birnen dieser Narren regnen.

Ganz ehrlich, für Saufköppe Gäste wie das Bo, irgendein Ochsenknecht-Derivat oder Sido reicht doch sicherlich auch eine Buddel Wodka für 9 Euro oder irgendwas hippes mit Abspritzerol drin.

Warum dilletieren diese Nasen ausgerechnet am Whisky rum? Weils gerade wieder in ist oder weil der zumindest dem Anspruch nach eben was Besonderes ist?
Oder doch einfach nur, weil irgendein Medienkasper glaubt, dass dadurch das Konzept schlüssiger, weil flüssiger wird?

Auch der manuell von jedem Tischgast bedienbare eingebaute Piepser, mit dem man sich nach Art der bigotten Amis selbst auspiepsen vulgo zensieren kann, ist ein nerviges Element, geboren im schwachsinnnigen Hirn eines Menschen, der schon-immer-was-mit-Medien-machen-wollte.

Was bleibt?

Eine Sendung, die trotz der oben beschriebenen Probleme, durchaus eine interessante Abwechslung in den normalen Fernsehalltag der Wills, Plasbergs oder Stuckrad-dreht-am-Barren bringen kann.
Nett ist, das Schlussresümee, bei dem Roche und Böhmermann die Gäste und ihre eigene Unfähigkeit noch mal kritisch hinterfragen und Revue passieren lassen.

In der ZDF-Mediathek sind die bisherigen Sendungen noch alle abrufbar, bis wieder die etablierte Gehirnkrankheit namens Depublizieren für gepflegten Fernseh-Alzheimer sorgt.

Eine schöne Mitte der Woche wünscht

Ihnen Ihr Blödbabbler

Montag, 26. März 2012

Endlich!

Der (ehemalige) Kriegsverbrechertreiber und Profiteur Cheney bekommt erstmalig in seinem Leben mit 71 Jahren ein Herz.
Die Operateure waren völlig überrascht, dass an der Stelle, an der sie eines vermutet hatten, lediglich ein Stein anzutreffen war.(siehe auch das Kohlenmunk-Peter-Syndrom)

Ganz ehrlich ich habe lange nach Gründen gegen eine Organspende gesucht.
Doch erst bei dieser Meldung fiel es mir wie Schuppen von den Augen.

Man rettet damit höchstwahrscheinlich wieder nur ein dummes reiches verbrecheriches Arschloch und verlängert so das Leiden der Erde.

Gemein!

Schon wieder Mohammed Bilder in der westlichen Presse aufgetaucht.