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Sonntag, 12. Juni 2011

Black Bottle

Ein Blended Whisky der mich ziemlich überrascht hat, leider meistens unangenehm und nachhaltig irritierend.

Die Black Bottle wird von nahezu jedem gelobt, egal ob es sich dabei um den Bibelschreiber Jim Murray, der diesem Whisky -auch in seiner 2011 Ausgabe- noch 91 Punkt (Brilliant) gab oder Ian Buxton der ihn in seinem Buch "101 Whiskies to Try Before You Die" als einen "good everyday standby" Whisky aufführt, handelt.

Beworben vom Händler damit, das er sich aus Flüssigkeiten aller klassischen Islay Destillen plus (dem unvermeidlichen) Grain Whisky zusammensetzt und dadurch ein stark rauchiger und junger Racker sein soll, legte ich mir eine der erlesen hässlichen, aber dabei hoch funktionalen Flaschen in der 1 Liter Größe zu.
Meine Erwartungshaltung war groß als ich die Flasche öffnete und den Islay Saft ins Blenders Malt Glas rinnen ließ.
So wurde dem Blend ein bisschen Zeit zur Entfaltung gegönnt und dann -voller Vorfreude- sachte an seinen Ausdünstungen geschnuffelt.
Arrgghh!
Die Nase trifft wuchtig ein mächtiger Schwung Alkoholdunst erst dann lässt sich ganz sachte dahinter etwas Rauch erahnen.
Definitely not quite what I expected, Holmes.
Selbst ein billiger Blended Whisky wie Teacher's Highland Cream hat da -gezeugt in den Trögen von Ardmore- mehr Rauchigkeit in seiner Schnuffelwolke zu bieten.

Schade! Aber meine eigene Schuld, denn der Hersteller schreibt inzwischen auch nichts mehr von "starkem Rauch", wie es noch in den meisten Beschreibungen zu finden ist, sondern "Fresh and fruity with hints of peat", wobei er leider nicht zu viel versprochen hat.
Anbieter wie whisky.de sollten ihre Beschreibungen adäquat umschreiben und der Realität anpassen oder die Kommentare ihrer Kunden auch veröffentlichen.
Egal.
Wir sind ja nicht hauptsächlich zum Gesichtsgurken benetzen mit diesem Whisky in Kommunikation getreten, sondern um zu erschmecken, was in der Hexenküche von Burn Stewart Distillers zusammen gemischt wurde.

Die Black Bottle mit ihren 40% entfaltet ein (honig-)süßes, warmes Aroma auf der Zunge, ist dabei leicht rauchig und leider unangenehm aggressiv sprittig dominant.
Der Rauchgeschmack geht meiner Meinung nach in die Richtung eines leichten geräucherten Schinkens, bleibt aber immer hinter den anderen Eindrücken zurück.
Sein Abgang ist trocken, grasig mit ein wenig Nelke und einer leicht bitteren Hinterlassenschaft.
Er macht, wie es der werte Mittrinker Herr AausB treffend sagte:"Eine pelzige Zunge", definitiv nicht das, was man haben möchte, wenn man einen dram verköstigt.

Was mich allerdings an diesem Whisky am meisten irritiert hat, war seine Eigenschaft, das er bei geraden Verköstigungssitzungen (2, 4, 6 tes probieren) durchaus trinkbar war, fast ein feiner Begleiter des Abends.
Dann entpuppte er sich als ein Whisky, dem die meisten der oben genannten Unarten abgingen oder bei dem sie nicht so dominant waren.
Ein gar merkwürdiges Phänomen.
Ich habe immer noch keine Ahnung was das war oder ist noch woran das gelegen haben könnte.
Anfänglich hatte ich die Blenders Malt Gläser -im Vergleich- zu den normalen Nosing-Gläsern in Verdacht, diese These erwies sich allerdings als nicht haltbar.
Nach dem zweiten Aufeinandertreffen, vermutete ich das sich durch das Öffnen der Flasche die unangenehm hohe Sprittigkeit und der Alkohol ein wenig verflüchtigt hätten - doch beim dritten Mal war es wieder wie beim ersten Mal.
Der arme Herr AausB war mitleidender Zeuge und Opfer zugleich.
So wiederholte sich das guter-Whisky-böser-Whisky-Spiel, bis ich vor wenigen Tagen die leere Flasche dem Glascontainer meines Vertrauens anvertraute.
Zurück bleibt ein Rätsel dessen Lösung sich mir nicht erschließt.
Help wanted.
Das Whiskys -je nach Stimmung, vorheriger Nahrungsaufnahme und vielen andern Umständen nie ganz gleich schmecken ist mir klar, aber solch eine Diskrepanz wie beim Verzehr der Black Bottle ist mir bisher noch noch nicht untergekommen.

Die Black Bottle ist -wenn man ein wenig schaut- für um die 26 Euro den Liter zu haben, sie kommt nackelisch ohne Umverpackung in einer ulkig-grünen Flasche mit einem Schraubverschluss daher.


Wertung Blended Whisky
Black Bottle

Geschmack:
Fass2
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile2

Fazit: Ein sicherlich überschätzter Blend, wenn man etwas rauchiges erwartet, der riech- und schmeckbare Anteil davon ist leider viel zu gering. Die Islay Begrifflichkeit eher irreführend. Es kann ein brauchbarer bis guter Whisky sein, wenn man einen geraden Tastingtag erwischt. :-D Denn dann kann er fast schon süffig sein, ist mir aber letztlich im Vergleich zu den Standard-Einstiegs-Blends Teacher's oder auch Ballantine's Finest definitiv zu teuer -man erhält bei selbigen die doppelte Menge Schnaps und auch mehr Spaß beim Trinken.


Es kann aber auch sein, das sich die Black Bottle einfach in den letzten Jahren verändert hat, im Tasting Video von ralfy aus dem Jahre 2009 hat die Flasche ein anderes Etikett und der Whisky wird noch als peaty bezeichnet.
Klingt wie die Versprechung und nicht wie das was es wirklich gab. ;-)

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt - 5 Wunderbar - 4 Lecker - 3 Gut - 2 Brauchbar - 1 Widerlich - 0 Fußbad

Freitag, 10. Juni 2011

Freiheit für die Gurke...

... den Sprossen ein "¡No Pasarán!"

Das soll mal einer verstehen.
Da wird wochenlang die Gurke verächtlich gemacht, mit wüsten Verdächtigungen überzogen und vom potenziellen Käufer isoliert.
Sogar unser Gesundheitsminister, wie sein glückloser Vorgänger der aalige Herr Rösler, ebenfalls aus den Reihen der Regierung spielenden Gurkentruppe FDP, ließ die sinnstiftende Grünfrucht wie eine heiße Kartoffel fallen.
In diesen schweren Zeiten sah man doch förmlich vor dem geistigen Auge die Aigner Ilse mit Plakaten "Deutsche! Kauft keine Gurken" vor unseren Supermärkten auf und ab marschieren.
Ihren Boykottaufruf untermalt wimmernd leise der knabenhafte Daniel Bahr der nervensägend auf der Arschgeige aufspielte.
Doch bis dato war die Gurke unschuldig, es war ihr einfach nichts anzuhängen, das mit dem Stamm O104:H4 in direktem Zusammenhang stand.
Man hatte sie mal eben so ohne Nachweis beschuldigt und angeklagt; doch nun das.
Am 8.6 fanden sich in Griesgram-Oscars Heim in den Tiefen einer Zonie-Bio-Mülltonne Keime vom gemeinen Stamm O104:H4.
Und woran fanden sich die?
Es klebte der Unheilsbringer an Oscars liederlicher Gurke, oder genauer an seinem kümmerlichen Gurkenrest, der kompostierend seinem Ende entgegensaftete.
Nun ist natürlich nicht klar, was da noch so alles in der Tonne lag, was eventuell die arme Gurke heimtückisch anzuschmieren bereit sich fand, aber letztlich auch egal.
Fakt ist, der Keim wurde -soweit ich das beobachtet habe- erstmalig an einem (vormaligen) Lebensmittel festgestellt.
Und was passiert dann zwei Tage später?
Entwarnung für Gurken, Tomaten und Salat.
Das ist ja fast so ein sauberer Freispruch für die verdächtige Gurke, wie sie im Wettermann Prozess dem Angeklagten zu Teil wurde und darüber hinaus sogar noch schlüssiger.
Wir halten fest:
  • Kein Nachweis von ganz bösen Keimen -> Warnung vor dem Gemüse
  • Nachweis von bösen Keimen -> Aufhebung der Warnung
Ein Schelm wer böse dabei denkt.
Aber im Moment sind ja die Sprossen verdächtig, mal sehen wie es damit weitergeht.
Man könnte den Eindruck gewinnen, es ging bei den Aktionen der Aigners und Bahrs hauptsächlich darum, möglichst großen Schaden anzurichten und das haben sie denn tatsächlich geschafft.
Das namentliche Nennen des Lübecker Restaurants (auch in Tagesschau und Konsortensendungen), ebenso des Bio-Hofes werden sicherlich nicht im Sinne von "auch negative Medienpräsenz ist Medienpräsenz" ein gutes Werk verrichten, sondern finanziell verbrannte Erde hinterlassen.
Wem war damit bitteschön gedient?

Auf der verzweifelten Suche nach einem Sprossen-Substitut zur Abrundung meines täglichen Rohkosttellers bin ich inzwischen bei einer interessanten Lösung gelandet.
Ich habe meinen Salat gestern mit Kieler Sprotten behäuft - auch wenn das ähnlich klingt - es ist irgendwie nicht so lecker um nicht zu sagen pfui.
Wir lernen, auch wenn etwas interessant ist, muss es noch lange nicht schmecken.
Und wenn etwas von einer Behörde kommt muss es noch lange nicht vernünftig und richtig sein.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Freitag, 3. Juni 2011

Blödbabblers Wochenschau

Im Auge des Blödbabblers verfingen sich diese Woche ein paar Ungereimtheiten, Offensichtliches und eine mistige kleine Obstfliege.

Irgendwie gruselig.
Wenn man augenblicklich auf den Straßen der Republik unterwegs ist, erscheint es zumindest mir so, als wäre seit kurz vor Ostern, permanent Berufsverkehr.
Auf den Straßen sieht es aus wie in einem verstopften Darm: alles sehr träge, irgendwie Scheiße und ständig ist ein Arschloch in der Nähe.
Mich beschleicht dabei das Gefühl, das irgendwie alle mobil sind, keiner arbeitet und jeder seine Existenz nur zum Ärgernis seines Nächsten auslebt.

Seltsam.
Heute musste ich für das Post-ident Verfahren bei meinem Postamt vorstellig werden, einem Kosmos von ganz eigener Schönheit.
Im Gegensatz zu seligen Deutsche Post Zeiten, als gewöhnlich nur ein Schalter besetzt und geöffnet war, gefühlt zwischen 9.15 und 11.30 an jedem Mittwoch eines Schaltjahres, sind in unserem Postamt derer drei dauerhaft bemenscht.
Auch der Prototyp einer deutschen Beamtenseele, der in früheren Zeiten in all seiner Schrecklichkeit allgegenwärtig war und einem ein klares Verständnis der Vorgänge im Dritten Reich am lebenden Objekt ermöglichte, ist glücklicherweise inzwischen passé.
Durchaus nette Menschen geben sich Mühe dem Kunden auf der anderen Seite vom Tresen seine vorgetragenen Wünsche von den Augen und den Händen abzulesen.
Denn es scheint -zumindest in unserer Stadt- offenbar nicht unbedingt Voraussetzung zu sein das man Sprache beherrscht oder sie zumindest anwendet um einen Geschäftsvorgang einzuleiten und durchzuführen.

Ärgerlich.
Offenbar findet man auch eine -schon fast ausgestorben gedünkte- Spezies in dieser gelben lebensbejahenden Umwelt wieder, den gemeinen Sabbelhans aka die Schnatterliese.
Jenen Arsch Archetyp, der vor Einführung der Praxisgebühr und des höchstens eine Minute Arzt-Patienten-Kontaktes seit Äonen in den Wartezimmern dieser Republik sein Domizil aufgeschlagen hatte.
Vertrieben von gehässigen Gesundheitspolitikern und umsatzgeilen Hausärzten stand dieses Exemplar bereits vor dem Verschwinden, kleinere Gruppen konnten noch in Schrebergartenkolonien für einen gewissen Zeitraum gesichtet werden.
Doch hier nun scheint das Postamt diesen kleinen Rackern eine neue Möglichkeit gegeben zu haben, sich in ihrer Wichtigkeit mitzuteilen und das zu machen, was ihre Lebensaufgabe zu sein scheint: Ihren Mitmenschen die Zeit, die Nerven und die Reste von zivilisatorischem Anstand zu rauben.
Jene Menschen, die sich früher beim Arzt fürs Gespräch versammelten, verstopfen inzwischen in den Postämtern dieser Republik die Schalter, halten den Verkehr auf mit ihrem sinnfreien Geschwätz, ihren Forderungen und Wünschen.
Egal wie viele Schalter offen sind, es scheint immer an jedem mindestens einer dieser Nervtöter den Schaltermenschen mit Dauerbeschlag zu belegen, während die Schlange der "Auch-mal-an-die-Reihe-kommen-woller" inzwischen an den Geldautomaten vorbei auf die Gasse hinaus reicht.

Abwarten.
Ich habe mir diese Woche eine Gurke gekauft und Lotto gespielt - mal schauen was mich eher trifft, unbeschreiblicher Reichtum oder unbeschreibliches Leiden.
Nun bin ich kein Mathematiker, ich denke aber die Chancen stehen ungefähr zusammen auf einer Stufe mit "Vom-Blitz-beim-Scheißen-getroffen-werden".

Widerlich.
In Dresden kommen die protestantischen Gläubischen zum jährlich Herdenabtrieb nieder, und wie immer ist auch ein böser Wulff nicht fern der Herde voller Schafe.
Unser doller Verteidigungsminister salbadert was vom "Beten für die Taliban" und davon, dass das die Basis praktischer Politik sein kann und zeigt damit, das Irrsinn und Idiotie nicht auf Adelshäuser beschränkt sein muss.
Und auch eine Käsmännin stieg vom Himmel herab, lief über die Elbe und zeigte dann die erschreckende Wirkung, die langjähriger Alkoholgenuss eben auch haben kann: sie forderte ein "Beten mit den Taliban".
Und das ist wieder einmal der Punkt, letztlich unterscheiden sich die Religiösen nur in Nuancen, die zwar manchmal über Leben und Tot entscheiden können, aber ihr Trend und Tenor ist gleich.
An dieser Stelle hoffe ich mal das der R.A.F. zum vollbesetzten Dresden eventuell eine erprobte Lösung einfällt.
Ich erinnere mich dabei gerne an den hübschen Text von Wiglaf Droste zum Katholikentag 1990: "Wo warst du, Nero - und vor allem: Wo waren deine hungrigen Löwen, als Ende Mai die Christen in Berlin einfielen und in vielfacher Divisionsstärke durch die Rabatten trampelten?".
Solange Menschen nicht begreifen wollen, das Menschenrechte erworben werden und nicht angeboren sind, das man nur mit Menschen das Zivilisationsspiel spielen kann, bei denen die gleichen (humanen) Ziele und Voraussetzungen gegeben sind, solange wird das alles nichts.
Man kann einfach nicht ernsthaft Demokratie leben wollen, wenn man darüber mit Verbrechern abstimmen will, und ihnen die gleichen Rechte zubilligt.
Das gilt genauso für den Nazi wie für den Islamistenknecht, die wirklich jedem Ansatz von Zivilisation, Aufklärung und Menschenrechten hohnsprechen.

Loser unter sich.
Montag weinte der Himmel und Kachelmann ward freigesprochen, was mir ziemlich am Poppes vorbei ging.
Was mich eher interessierte war, das es der BILD Zeitung ein weiteres Mal - nach der versuchten Heiligsprechung des Lügenbarons- nicht gelungen ist, mit ihrer Dreck-und Schmutzkampagne in Bezug auf den Wettersabbler ihre Leserschichten einzunehmen.
Nicht einmal der Coup mit der -leider immer unerträglicher werdenden- Alice Schwätzer gelang, eventuell war aber das auch der Fehler bereits im Ansatz.
Ein über die Jahre liebgewonnenes Feindbild plötzlich berichten zu lassen, auch wenn der Stil schon zum Rest passte, musste die Wiederkäuer Leser dieser Gazette doch sicherlich verwirren.
Die knapsen sicherlich noch an den 180 Grad Wenden, die die Schlüpferkoalition breitärschig hinlegt, und für mehr Platz ist in den Hirnen der BILDhörigen bedauerlicherweise selten Platz genug.
Verliert die BILD ihr Gespür für die passenden Manipulationen ihrer Leserschaft?
Mal schauen ob sich daraus ein Trend ableiten lässt.

Laufzeitverlängerung für die abgetakelte Schlüpferkoalition wurde abgelehnt.
Stresstest nicht bestanden und definitiv nicht Absturz sicher dieser Haufen.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Freitag, 20. Mai 2011

Glenfarclas 105

Aus einer der wenigen unabhängigen Destillen -Glenfarclas- und im Familienbesitz stammt dieser in Fassstärke abgefüllte Single Malt von J&G Grant.
Glenfarclas 105 Flasche

Er kommt mit satten 60% -inzwischen in 10 jähriger Abfüllung- daher und wird von einer schwarz-grauen Tube mit rot-weißer Aufschrift geschützt.

Diese Abfüllung kommt kühlgefiltert daher und ohne einen Schuss E150.

Beim Schnuffeltest mit der vollen Breitseite von 60% sticht der Alkohol vordergründig in das Riechorgan und betäubt diesen Sinn kurzfristig und konsequent.
Einen Moment später, nachdem der Sinn rebootet hat, erscheint dahinter süßes Karamell und etwas anderes eher unangenehmes -ich würde es am ehesten als einen Anflug von Schwefel bezeichnen.

Die 60% machen einen wässrigen Mund, der Whisky tritt voll und honigsüß an, bei gleichzeitigem matschig-reifem Obstgeschmack, dem unvermeidlichen Sherry geschuldet.
Sein Abgang ist trocken, lang und warm.
Der Mund hallt noch minutenlang nach Sherry nach, die Süße ist hingegen schnell verschwunden.
Mit den unverdünnten 60% die aus der Flasche fließen, ist dieser Whisky allerdings eher, sobald man mehr als ein paar Tropfen davon die Zunge benetzen lässt, ein Zungen-Sedativum der erfolgreichen Art.
Deutlich leckerer wird er durch die Zugabe von reichlich (meine favorisierte Mischung sind 6 spoons auf einen Dram) Wasser, denn das treibt ihm den aggressiven Grund-Ton schnell aus.
Sowohl in der Nase, als auch auf der Zunge verliert er seine Wuchtigkeit und das macht ihn effektiv bekömmlicher und feiner.
Neue Geschmacks- oder Geruchseindrücke habe ich durch meine Panscherei allerdings nicht bekommen, alles wurde nur etwas runder und weicher.
Letztlich schiebt aber genau das dann den Glenfarclas von 3 auf 4 casks in meiner Bewertung hoch.

Für einen Einstieg in die Welt der Cask-Strenght-Whiskys ist der Glenfarclas 105 sicherlich eine gute Wahl - auch aufgrund seines feinen Preis-/ Leistungsverhältnisses.
Man erhält die Literflasche Glenfarclas 105 bereits für um die 35 Euro.
Wenn man sich vorstellt, dass er dann durch verdünnen entsprechend gestreckt und verlängert wird, ein klasse Preis für diese Qualität.
Die Möglichkeit sich seine wuchtigen 60% selbst auf Lieblingsgeschmack-und stärke herunter zu verdünnen -unabhängig von einer Destillen-Vorgabe seinen Tagesdram zu gestalten- ist ein nettes Feature.
Denn mal ehrlich, wie oft haben wir uns schon bei einem, 40% Whisky gedacht, schade, den hätte ich gerne mal mit 43 oder 46% geschmeckt, etwas voller und aromareicher, bevor er für den Massenmarkt hingerichtet wurde.

Wertung Single Malt
Glenfarclas 105

Geschmack:
Fass4
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile5

Fazit: Ein wuchtiger Mundwärmer der den Spaß des D-I-Y Verdünnens mitbringt. Blind geeignet für den Einstieg in die Welt der Fassstärke, allerdings sollte man Sherryeinfluß im Whisky nicht abgeneigt sein.

Ein Tastingvideo von ralfy habe ich zum Glenfarclas 105 nicht gefunden, dafür eines mit einem Interview mit George Grant von der Glenfarclas-Destille.

Eine Besprechung zum Glenfarclas 105 gibt es von Horst Lüning von whisky.de.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Mittwoch, 18. Mai 2011

Bunnahabhain 12

Von der Insel Islay stammt dieser Single Malt, aus einer Destille deren Sortiment originär eher islay atypisch nichtrauchige Whiskys feilbot.
Ein nicht rauchiger Kandidat ist auch der 'neue' 12 jährige, den Bunnahabhain mit 46,3% nicht kühlgefiltert und ohne das leidige Zuckercoleur E150 abfüllt.
Brav.
Die dunkelgrüne Buddel mit Steuermann auf dem Etikett läßt ahnen, in welche Richtung sich das zu erwartende Erlebnis entwickeln könnte.
Eine maritime Geschmacksnote, Seetang oder ähnliches vielleicht?
Das Nosing Glas wird glucksend befüllt -in Ermangelung eines Eichstriches- beseelt mit dem festen Willen, pi mal Daumen, einen anständigen Dram zu verzapfen.
Gesägt tun getan.

Dem Whisky wird nun ein wenig seine Ruhe gelassen, während der Blödbabbler seine Äuglein in das beiliegende Infoheftchen gräbt – Whisky ist etwas für alle Sinne :-)

Während der Whisky sich mit der Umgebung vertraut macht und allmählich anpasst, rächt es sich das der Bunna nur in einer blöden Faltschachtel daherkommt, da man ihn so nicht einfach mit dem Metalldeckel seiner Dose abdecken kann.
Kurzfristig tut es dann aber auch leihweise der Deckel einer Flasche Bowmore.
Ich denke mal nicht, dass das dramatische Auswirkungen auf den Whiskygeschmack im Glas haben wird. :-D
Nachdem mich die Lektüre des Beilagenheftchens nicht wesentlich weiser gemacht hat, erhoffe ich mir vom ersten Nasenzug schon mehr Erkenntnisgewinn.
Glücklicherweise bin ich ja primär nicht zum Lesen hier!

Dem Glas entsteigt ein salzig und ganz schwach rauchiges, sowie leicht nach Madeira muffelndes Aroma.
Nicht unangenehm, aber irgendwie nicht ganz das, was ich mir von diesem Whisky erhofft hatte.
Der Geschmack der sich in meiner Mundhöhle entfaltet, ist intensiv, salzig, leicht süß und entwickelt im Abgang die Geschmacksnote faule überreife Pflaume.
Es schmeckt -warum auch immer- irgendwie nach Madeira, und klebt nahezu eine ganze Zeit lang am Gaumensegel, klar ist ja auch ein alter Seebärenwhisky. *grins*

Die in nahezu allen Tastingnotes zu diesem Whisky angesprochene Frische findet auf meiner Zunge nicht statt, eher würde ich von einem leicht dumpfen fast schon tumben Geschmackserlebnis sprechen.
Klingt komisch, aber nach ungefähr der Hälfte der Flasche (im laufe der Zeit, nicht an diesem Abend :-D ) habe ich angefangen diese sehr eigenartige Geschmacksrichtung zu mögen.

Selbst Ms. Blödbabblerin, die in Bezug auf Whisky eine angenehm säkuläre Einstellung hat, "Schmeckt!" oder "Schmeckt nicht!" hat sich bei diesem kleinen Racker letztlich schwergetan.
Anfänglich mochte sie ihn gar nicht, am Ende dann trank sie freiwillig davon und forderte ihn auch schon mal an. :-)
Dieser Whisky wird sicherlich nicht in meine Top 10 kommen, aber ich kann mir vorstellen, damit noch ein paar Versuche zu starten, denn der eigentümliche Geschmack ist mir bisher noch bei keinem anderen Whisky so untergekommen.
Der Whisky ist gewöhnlich für 32-36 Euro in der 0,7 Liter Flasche erhältlich, meinem Gefühl nach ein paar Euro zu viel, wenn man ihn für 30 sieht kann man unbedenklich zugreifen, so man auch einmal in das oben beschriebenen Erlebnis eintauchen möchte.

Lustigerweise hat mein Lieblings-Whisky-Tasting-Video-Ersteller ralfy den Bunnahanhain 12 als seinen Whisky des Jahres 2010 gewürdigt in einem sehr sehenswerten Bunnahabhain 12 - Whisky of the year 2010 Jahresenddreh.
Und hier ist seine vorherige Besprechung des Bunnahabhain12 ein paar Monate vorher zu betrachten.

Wertung Single Malt
Bunnahabhain 12

Geschmack:
Fass3
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile3

Fazit: Geschmackserlebnis der ungewöhnlichen Art, ein gering rauchiger und süßlicher Islay-Whisky mit (über-)reifem dunklen Früchten im langen Abgang. Für Abenteurer und Fans.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Ardmore Traditional Cask

Der Ardmore Traditional Cask ist ein rauchiger Speysider Highlander, der in kleinen Quarter Casks zu Ende reifen darf, wie beispielsweise auch der Laphroaig Quarter Cask, den ich demnächst besprechen werde.
Ardmore füllt diesen Whisky dankbarerweise nicht kühlgefiltert und mit den obligaten 46% ab, verzichtet aber leider immer noch nicht darauf E150 beizumischen, Schade.
Wer öfter in Supermärkten an Spirituosen Reaglen vorbeischlendert, wird dort sicherlich schon mal auf einen Blended Scotch namens Teacher's Highland Cream gestoßen sein.
Sein Leading Malt oder, wie es die Marketingabteilung von Ardmore zu nennen pflegt, der Finger Print; darin stammt aus der Ardmore Destille.
Teacher's Highland Cream wird demnächst hier auch mit ein paar Zeilen gewürdigt werden.

Aber zurück zum heutigen Whisky, dem Ardmore Traditional Cask.
Dessen elegant wirkende 0,7 Liter Flasche mit ihrem Adlermotiv-Prägungs-Stil wird vor bösen Sonnenstrahlen und den gierigen Blicken der Nachbarn durch eine dekorativ-informative Pappdose geschützt.
Das Stöffchen ist für einen durchaus gerechtfertigten Preis von 25-28 Euro eigentlich überall zu erhalten, sogar in den von mir geliebten 1 Liter Abfüllungen, dann allerdings für 37+ Euros.

Nachdem der Ardmore sich schlank ins Blenders Malt Glas gebettet hat, schiebe ich meinen Zinken zum "First Contact" heran.
Der Schnuffeltest offenbart einen Hauch von Vanille und wenig Rauch, dezent, nicht mit der inseltypischen "Hoppla-jetzt-komm-ich" Attitude, sondern, eher in einer vornehmen Art von klassischem Understatement.
Ein sehr schöner Start, der mich glatt vergessen lässt, mir ein Glas mit Wasser und spoon bereit zustellen. Verdammt!
Blöderweise habe ich das dann bei jedem Versuch vergessen, bis die Flasche reif genug war für den Altglas-Container. :-D
Einer der wenigen Whiskys die ich bisher getrunken habe, ohne das ernste Verlangen zu haben 'mehr rauskitzeln' oder 'etwas abzuschwächen' zu wollen. Seltsam.
Schon die ersten Tropfen, die die Zunge benetzen zeigen was gespielt wird - ein ehrliches Stück in Malz unterstützt von sanftem Rauch und Vanille.
Der Rauch unterstützt und verstärkt die Süße und rundet das Gesamtbild positiv ab.
Die 46% fallen nicht unangenehm auf, der Whisky macht einen leicht warmen Mund, unterlässt es sinnvollerweise aber sprittig und aggressiv daherzukommen.
Leider verfliegen das angenehme Mundgefühl und seine Geschmacksanhängsel aber eher schnell und hinterlassen dabei den Mund ein wenig trocken.
Aber, wenn nicht zum Durstlöschen, wozu gibt es sonst Wasser? Na? Also! Kein Jammern deswegen, sondern nur eine Feststellung.

Was bleibt?

Ein durchaus leckerer Whisky in meinen Augen recht harmonisch, mit einem kleinen Süße-Überhang, an dem man sicherlich noch ein wenig feilen könnte und sollte.
Eventuell verschwindet dieser Einschlag bereits, wenn man sich das leidige Zuckercouleur schenkt und den Whisky ohne Farbstoff ausliefert - ich zahle dann auch gerne etwas mehr für weniger ;-)

Wertung Single Malt
Ardmore Traditional Cask

Geschmack:
Fass4
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile4

Fazit: Wer einen vornehm-rauchigen Speysider Highlander für alle Gelegenheiten mag trifft mit dem Ardmore Traditional Cask sicherlich eine gute Wahl.

Leider gibt es von ralfy kein Video zum Ardmore, deshalb hier das Tasting Video von Horst Lüning von whisky24.de.


Ihnen Ihr Blödbabbler

Dienstag, 17. Mai 2011

One Scotch, one Bourbon and one beer...

Nachdem ich mich in den letzten Monaten langsam an diverse Whiskys herangetastet habe, will ich hier in Zukunft meine plumpe und ganz subjektive Meinung darlegen, auf das daran die Welt genese. :-D

Da mein Zinken zwar -dank seines Ausmaßes und seiner Größe - eigentlich eine brauchbare Schnuffelumgebung liefern sollte, aber durch solche pain-in-the-ass Geschichten, wie Heuschnupfen und sonstige sinnfreie Allergien nur zu rudimentärer Erforschung der feinsten Geruchsnuancen taugt, schenke ich mir literarische Beschreibungen der Marke "Riecht wie ein Hauch von nasser Unterwäsche an einem Sommertag in der Toscana" und beschränke mich auf "Vanille oder Rauch" ;-)
Da meine Zunge -vielen Dank an die Medikamentenhersteller für das kleingedruckte Zauberwort "Nebenwirkungen"- ebenfalls nicht mehr unbedingt der feinste Gradmesser ist, um Nuancen sauber aufzusplitten und zu benennen, werde ich auch hierbei nicht von den brauchbaren Hilfsmitteln der Tasting-Wheels Gebrauch machen, sondern mich auf die wichtigste Aussage beschränken - "Schmeckt oder schmeckt nicht!"
Hin und wieder werde ich trotzdem mal einen launigen Vergleichskommentar absondern, diese Freiheit nehm' ich mir.

Ich bin mir darüber im Klaren, dass eine solche Besprechung für einen fremden Menschen keine Hilfe ist, aber ich schreibe es schließlich für mich, und mir hilft es sicherlich den Überblick über bereits Verkostetes zu behalten.

Jeden Whisky den ich bespreche, habe ich - meistens mit Wonne getrunken, wenige Ausnahmen bestätigen dennoch auch hier leider die Regel.

Dabei habe ich mir den Anspruch gemein gemacht, das jeder Whisky und jede Whisky-Art es erst einmal verdient hat, getrunken zu werden, bevor man (womöglich schlecht) über sie urteilt.
Das bedeutet, ich werde mich an Bourbons, Ryes, Canadians, Tennesse, Irish und nahezu allem andern im Laufe der Zeit ebenso versuchen, wie an den klassischen Scotchs.

Verschiedene Stimmungen können unterschiedliche Geschmäcker favorisieren, deshalb halte ich von kleinen Probeflaschen – zur ehrlichen Bewertung nicht viel. Manche Whiskys haben mich am Anfang nicht überzeugt, wuchsen mir aber im Laufe ihres Flaschenlebens ans Herz, wieder andere blieben mir fremd, egal was ich mit ihnen anstellte.

Deshalb entspringen meine Eindrücke und Bewertungen immer einer Verkostung von einigen Drams bis hin zu einer Flasche.
Genossen pur, ebenso wie mit einigen spoons Wasser und über einen längeren Zeitraum, bei unterschiedlichster Stimmungslage.

Da ich es auch dieses Jahr wieder nicht in die Forbes Liste der reichsten Arschgeigen des Planeten geschafft habe und mein Interesse in einer möglichst breiten Feldstudie des Geschmacks liegt, spielen die meisten vorgestellten Whiskys in der 30-50 Euro Liga; Ausreißer nach oben oder unten bestätigen dennoch auch hier die Regel.

Ich vergebe - ganz subjektiv und für Außenstehende willkürlich- auf einer 6 er Skala Punkte für die von mir verkosteten Whiskys.
Dargestellt durch durch symbolische Casks für eine grobe Bewertung "Wie lecker war das Stöffchen", so wie einer Smilies Reihe für das Preis/Leistungsverhältnis.
Desweiteren trenne ich verschiedene Whisky-Arten in der Bewertung: bspw. Single-Malt, Blended oder Bourbon; deren Fässer sind nicht miteinander vergleichbar, sondern lediglich innerhalb ihrer Abteilung.
Meine Punkte stehen für folgende Einschätzung:
  • 6 Perfekt
  • 5 Wunderbar
  • 4 Lecker
  • 3 Gut
  • 2 Brauchbar
  • 1 Widerlich
  • 0 Fußbad
Big Peat Flasche

Den Anfang macht heute ein Blended Malt, der für mich einer wunderbaren Offenbarung gleichkommt - der Big Peat.

In einer -für meinen konservativen Geschmack- gewöhnungsbedürftig-bunten, und comicartigen Buddel kommt dieser Whisky eher robust und pseudo jugendlich daher.
Er hat eine angenehm helle Farbe (ohne E150?) und wurde nicht kühlgefiltert mit angenehmen 46% abgefüllt.
Das Stöffchen ergießt sich leicht glucksend ins Glas.

Über dem Blenders Malt Glas kann meine Nase einen angenehmen (Lagerfeuer-) Rauch wahrnehmen, der klar zeigt, woher die edlen Zutaten dieses Vatted Malt kommen.
Seine Flüssigkeiten stammen allesamt von der Insel Islay und dort von den Destillen: Ardbeg, Caol Ila, Bowmore und Port Ellen.
Wobei mengenmäßig vermutlich die Freunde der Homöopathie beim Tropfen (sic!) von Port Ellen zu ihrem Recht gekommen sein dürften.

Jim Murray mault in seiner Whisky-Bible 2011 darüber, das ihm noch etwas zu viel öliger Caol Ila enthalten ist um den Status einensWeltwhisky des Jahres zu erreichen, aber für meinen untrainierten Geschmack ist die Mischung so wie sie ist, ziemlich rund und lecker.
Ich bin dankbar, dass die extreme Süße die z.B. einen Ardbeg Ten auszeichnet nicht ihr Unwesen in der Flasche treibt, da freunde ich mich gerne mit der spezifischen Öligkeit an.
Durch einen spoon voll Wasser im Dram wird der Big Peat, meiner Meinung nach, sogar noch etwas schlüssiger und passender - wenn das überhaupt möglich ist.

Nachdem unser Schnuffeln bereits dem Mund das Signal "Wasser marsch!" gegeben hat, befüllen wir ihn endlich mit dem ersten Schluck.
Mit seinem kräftigen und trockenen Antritt, gespeist von intensivem Raucherlebnis, entfaltet Big Peat zuerst auf der Zunge und dann im ganzen Mundraum seine Pracht.
Und dort bleibt sie auch noch für eine geraume Zeit stehen und hinterlässt ein beglückt-seliges Grinsen auf dem Antlitz des Blödbabblers.

Da ich -in all meiner naiven und positiven Weltsicht- davon ausgehen muss, dass es frei nach Skully und Mulder da draußen noch etwas gibt, kann ich diesem beeindruckenden Blended Malt leider nur 5 von 6 möglichen Casks geben.
Denn die Peinlichkeit und Blöße eine Erweiterung meiner Skala – quasi ein A++ wie bei Kühlgerätschaften einführen zu müssen- binde ich mir jedenfalls nicht ans Bein, ;-)

Da man die 0,7 Flasche, wenn man ein wenig schaut, für den Kampfpreis von 34.90 Euro bestellen kann, vergebe ich für das Preis-/Leistungsverhältnis 6 Smilies.

Wertung Blended Malt
Big Peat
Geschmack:
Fass5
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile6

Fazit: Wer einen rauchigen, nicht allzu süßen Whisky von Islay zu schätzen weiß, der macht mit diesem Blended Malt -bei diesem Preis- sicherlich seinen Tag und eventuell auch seine Nacht.

Tastingvideo vom fantastischen ralfy zum Big Peat

Ihnen Ihr Blödbabbler

Freitag, 6. Mai 2011

Hirnfürze - eine Lösung?

Der Weisheits neuster Grad'
man ahnt es schon
"Hinweg!" - gespaltenes Atom
"Willkommen!"- Windkraftrad

Regenerativ sei unsere Energie
nicht strahlend und fossil
Ökowende verbrochen übers Knie
ein klarer Stilbruch ohne Stil

Dank Mama Sonnes Strahlekraft
und Papa Windes Pusterei
kommt aus der Dose neuer Saft
Ein grünes Strommix-Allerlei

Wenn heisse Luft Propeller treibt
dann kenne ich den besten Ort
Im Bundestag der Arsch sich reibt
denn's Hirn furzt dauernd dort

Ein laues Gedichtelein zum Thema "Windkraftrad".
Verdammt ich habe das Thema "Whisky" versäumt, weil ich lieber welchen getrunken habe, anstatt darüber zu schreiben... Na, kommt Zeit kommt Rat kommt Attentat :-)

Freitag, 22. April 2011

Religion nervt...

... eigentlich immer und überall - gewaltig.

Ganz ehrlich, mir geht es schon massiv auf den Senkel, das ich mich permanent mit dem Islam konfrontiert sehe, obwohl ich meine Ruhe haben will und nicht religiös bin.
Da nerven Christen mit ihren Feiertagstanzverboten und ihrem sonntäglichen Gebimmel.
Muslime jammern beständig, wie schlimm die Welt sei, weil wir noch Reste von Meinungsfreiheit haben, und sie sich in ihrem Kult und seinen archaischen Strukturen durch selbige gestört fühlen.
Und um dann den Bottich vollzumachen, nöhlt auch der Zentralrat der Juden zu jeder unpassenden Gelegenheit oder irgendwelche Buddhisten entzünden sich spontan selbst.
Macht diesen euren privaten Kram in euren -vom neutralen Staat mit Sicherungsgarantie versehenen- Freiräumen, aber bitte, bitte hört auf damit die Gesellschaft mit diesem privaten religiösen Getue zu vergiften.

Heute ist deshalb Tanzfreitag, auch wenn die gläubischen Anhänger des Fischs anderes behaupten und bereits verrottende Reste des Gesetzbuches sie darin bestärken mögen.
Sollen sie ihrem Glauben folgen und an ihren Versammlungsorten trauern und feiern, aber doch bitteschön nicht dem Rest der Menschheit -dem dieser Käse volle Breitseite am Allerwertesten vorbeigeht- vorschreiben, wie sie ihren Freitag oder das Wochenende zu begehen haben.
Ich lasse mir weder von den Friedensfreunden der Scharia vorgeben, wie ich zu leben und was ich zu denken habe, noch von den kümmerlichen Resten des Vereins "Freunde des Zimmermanns e.V.", die es in unserem Land noch gibt.






Und natürlich braucht es zur Untermalung dieses Trauerspiels deutscher Rückständigkeit wenigstens Monthy Phytons Klassiker Always look on the bright side



In diesem Sinne ein vielstimmiges Jehova, Jehova zum aufkommenden Wochenende.

Ihnen Ihr Blödbabbler

#Update: 20110425#
Leider hat auch Oliver von F!xmbr die Problematik nicht verstanden und verweist, ganz wie es auch Shhhhh in seinem Kommentar getan hat, auf den freien Tag (wahlweise die freien Tage), den uns die Christenheit dankbarerweise beschert.
Falscher Ansatz, denn ein Feiertag muß eben nicht religiös sein um seiner Funktion als freier Tag nachkommen zu können.
Es wäre durchaus verbindender, wenn eben kein geglaubtes Ereignis Grund desselben ist, sondern ein gesellschaftlich relevantes tatsächliches Ereignis.
Launische Beispiele finden sich in meiner Antwort an Shhhhh, mit etwas gutem Willen fallen einem sicherlich noch mehr sinnvolle ein, mit denen man die Anzahl von Feiertagen pro Jahr -aus Gründen der Besitzstandswahrung- beibehalten kann.
Nebenbei bemerkt, hat es beim Abschaffen des Buß-und Bettages doch auch geklappt,natürlich ohne Freizeitausgleich.
Aber da ging es ja auch um die Rettung Deutschlands im Allgemeinen und die deutsche Wirtschaft den Dreh-und Angelpunkt jeglicher Entscheidung in der BRD im Besonderen. Sie verstehn schon, knickknack!
Bei Allgemeinem und Besonderem kommen wir auch schon zum alten Hegel.
Ich habe, wie versprochen gekramt und gewühlt, und neben einem schönen Buch über Schottland auch einen Hegel-Band wieder gefunden.
Der besagte Satz auf den ich in den Kommentaren verwies, stammt aus Frühe Schriften, suhrkamp 1986, S. 452f., Erste Entwürfe einer Einleitung zur Verfassungsschrift - Vorrede.
Das Gebäude der deutschen Staatsverfassung ist das Werk vergangener Jahrhunderte: es wird nicht vom Leben der jetzigen Zeit getragen; das ganze Schicksal mehr als eines Jahrhunderts ist seinen Foren eingeprägt, und die Gerechtigkeit und Gewalt, Tapferkeit und Feigheit, die Ehre, das Blut , die Not und das Wohlsein längst verflossener Zeiten, lämgst verwester Geschlechter wohnt in Ihnen; das Leben und die Kräfte, deren Entwicklung und Tätigkeit der Stolz der jetzigen lebenden Generation sind, haben keinen Anteil an Ihnen, kein Interesse für dasselbe und keie Nahrung von Ihnen; das Gebäude mit seinen Pfeilern, seinen Schnörkeln steht isokliert vom Geiste der Zeit in der Welt.
So ähnlich sehe ich die Einschränkungen, die durch überkommene religiöse Forderungen, Tabus und Verbote einer weitestgehend säkularen Gesellschaft vorgeschrieben werden, obwohl deren Basis unter welchen solches mal von Belang gewesen sein mag, inzwischen weitestgehend nichtexistend sind.
Es geht eben nicht um ein Stillhalten an diesen Tagen, sondern um eine realistische Betrachtung, in wieweit eine Gesellschaft bereit sein muß, sich den Forderungen von Sektenanhängern, egal welcher Couleur zu beugen und welche Einschränkungen zu deren Gunsten man hinnehmen muß.