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Montag, 12. September 2011

Smokehead

Einer meiner rauchigen Whisky-Lieblinge soll heute entsprechend gewürdigt werden.
Der Smokehead ist eine Marke und wird von Macleod Distillers Ltd. vertrieben, das Getränk stammt aber vermutlich(?) aus den Trögen von Caol Ila.
Wie auch schon der Bruichladdich kommt er in einem blechernen Gewand daher.
Allerdings nicht silbern mit pastellblau, sondern, wie es sich für meine Seele empfiehlt, tiefschwarz.
Smokehead Flasche
Um dem ganzen einen frischen und jugendlichen Anstrich zu geben, ziert noch stylischer Schnickschnack die Dose, wenigstens sind es Wörter (powerful,peaty,rich, monstrous etc.) die den Whisky-Eindruck beschreiben sollen.
Trotzdem, ich brauch auch das nicht wirklich, wenigstens scheint sich hier der Preis nicht unbedingt sehr dadurch zu erhöhen.
Ein Graus ist mir auch mal wieder die Webseite, die mit (zum Glück abstellbarer) Musik(?!) und Flash an meinen Nerven sägt.
Wenigstens ist das Ganze ein wenig morbider gehalten, als die hibbelige Monkey-Shoulder-Kindergeburtstags-Yuppie-Cocktail-Orgie.

Dennoch, auch hier mal wieder der Hinweis auf Cocktails und eine Rundumvermarktung; vom T-Shirt bis hin zum rauchigen Kondom mit Smokehead Geschmack Screensaver.
Es scheint schlimm um Whisky zu stehen, wenn das Verpanschen als Lösungsweg für mehr Umsatz angesehen wird. Traurig.

Und dann auch noch bei einer solchen Perle, alleine für diesen Frevel sollte man den zuständigen Marketing-Manager mit einem ZementTorfschuh vor Islay versenken.

Neben diesen Auswüchsen von amoklaufenden Werbeclowns gibt es jedoch einen hinreißenden Whisky zu verkosten, der wie es scheint allerdings leichte Schwankungen in der Intensität haben kann.
Die erste Flasche, die ich das Glück haben durfte zu verkosten, war wesentlich kräftiger und wuchtiger, als die letzte, die mir unter die Finger kam.
Die Eindrücke, Gerüche und Schmackhaftigkeiten sind bei beiden dennoch nahezu identisch.

Wir gießen den kleinen Räucherkopf in ein Blenders Malt Glas und stellen fest, das bereits ohne das man sich ihm mit der Nase genähert hat, Rauch in der Luft hängt. Gut so!
Es soll Menschen geben, die Zitrone, Ingwer und ähnliches mit heraus riechen, lucky bastards sie sind.
Jah-Jah-Blödbabbler erfreut sich nur an Rauch, noch mehr Rauch und dann einer mächtigen Welle ...na? ... genau... Rauch!
Der variiert allerdings zwischen kaltem Lagerfeuerrauch samt Asche gerne auch mal hin zu geräuchertem Schinken.
Wenn man den Geruch von Kaminrauch an einem kalten Wintertag kennt, so ähnlich werden die Geruchszellen umschmeichelt und laden ein zum Träumen, selbst bei Außentemperaturen um die 35 Grad.
Sehr delikat und, wenn man nicht aufpasst, dann sitzt man mit offenem Mund und fröhlich sabbernd wie eine Bordeaux-Dogge am Tisch.
Wenn einen das nicht abgeschreckt hat, und wieso sollte es das, dann lässt man die ersten Tropfen auf die Zunge laufen und *Peng*.
Ein Honig süßlich, extrem rauchiger und mächtig teeriger Geschmack füllt die Mundhöhle und haftet sich an die Zähne, zieht in den Gaumen ein und wird dort lange verweilen, eventueller Gegenmaßnahmen zum Trotz.
Der Abgang ist folgerichtig mächtig lang, überdauert gerne auch die Versuche der Zahnbürste zur Nacht und beglückt am nächsten Morgen immer noch den glücklichen Genießer durch seine Existenz.
Man riecht herrlich wie ein alter Kamin aus dem Mund, eine Beglückung die zumindest vor spontanem Sex schützt, wie der Blödbabbler aus Feldversuchen erfahren konnte.
Zu alledem ist der Smokehead in der 0,7 Liter Flasche für einen Whisky nicht wirklich teuer, die Flasche liegt eigentlich immer unter 30 Euro, mit etwas Glück bekommt man sie auch mal für knappe 27.
Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und wenn man von der stylischen Fraktion ist, auch ein dekorativer Hingucker fürs Wohnzimmer.

Wertung Single Malt
Smokehead

Geschmack:
Fass5
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile5

Fazit: Ein Whiskey wie eine Offenbarung. Wer auf rauchigen Whisky zu bezahlbaren Preisen steht, der sollte sich etwas Gutes tun und mindestens eine Flasche davon kaufen. Wer dabei erwischt wird, wie er sich einen Cocktail daraus bastelt, dem sollen alle Geschmacksknospen verblühen und verdorren. Panscher, setzen!


Bei ralfy hab ich kein passendes Video gefunden, Herr Lüning hat ihn aber besprochen

Ihnen Ihr Blödbabbler

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Sonntag, 11. September 2011

Terror-Feier-Feierterror

Das italienische Staatsfernsehen macht nun also auch in vorauseilendem Gehorsam Programm.
Um christliche Gefühle nicht zu verletzen, wurde eine Sendung der deutschen Schmonzettenserie "Um Himmels Willen" aus dem Programm geworfen.
Nicht etwa, wie man hoffen könnte, weil dort auf unkritische Weise Religion und Kirche verherrlicht werden, sondern, weil dort zwei Schwule heiraten oder sich verpartnern oder weiß der Geier was.
Ja, wo kämen wir denn da hin, wenn man so etwas zeigte.
Vermutlich in die Hölle, oder Schlimmeres noch, in die Hinterstube eines Pfaffen gar?
Aber wir wissen ja, auch da sind sich die Religionen wie üblich nicht fern, egal ob es die Friedensfreunde der Scharia sind, oder ihre Kollegen Kuttenbrunzer (wie sie in den 80 ern mal nett von der Titanic genannte wurden) von der Fraktion des Genagelten.
Wenn es ihnen möglich ist, dann versuchen sie die Menschen zu zwingen nach ihrem Schuhkarton-Weltbild zu leben, dann sind die Dinosaurier eben mal Kumpels der Menschen und Gotteszorn trifft den schwulen Bruder wie die unzüchtige, weil nicht gefügsame Schwester.
Und so wie es scheint funktioniert die Hegemonie der Heuchler in Italien noch recht gut.
Berlusconi, der seinen kleinen -wie anders sollte er sein bei einem Italiener :-D - Kameraden in jedes noch so junge Loch steckt und dafür (Stichwort: Ehebruch, Todsünde!1!!!!1!! Hallo, Don Camillo übernehmen sie!) nicht von der Kirche sanktioniert wird, deckt seine Kumpane im Geiste all die Kinderschänder von der väterlichen Sekte.
Diese unheilige Allianz, die auch Spanien jahrzehntelang unter seine Knute hatte, sie ist noch stark im jungen Skywalker in Italien. Abe,r wie man von Spanien lernen konnte, es reicht leider nicht aus die Priester aufzuknüpfen um dem Spuk ein Ende zu machen, man sollte auch den ganzen Kampf gewinnen.

Kampf?!, da war doch was.... Richtig, wie man kaum der Verknoppung des Historischen im TV entgehen kann - wer waren nochmal Hitlers Helfer und Dienstmägde?- so wird augenblicklich 10 Jahre Anschläge auf das World Trade Center abgefeiert, wie sonst anderswo nur das Fasten- oder Ehebrechen begangen wird.
Voller Elan and in color darf man sich wieder an springenden Menschen, einstürzenden Altbauten und Flugzeugen erfreuen, zumindest wenn man den Fernseher einschaltet oder eine Tageszeitung aufschlägt.
Man sollte das nicht tun, also Fernsehen gucken oder Zeitung lesen, nicht, wenn solche Tage anstehen.
Da nimmt man sich lieber ein Buch, das man schon lange mal gelesen haben wollte.
Etwa eines über die Rolle der USA am Putsch in Chile am 11.9, oder eines das sich mit dem neoliberalen Experiment beschäftigt mit dem danach Chile so heftig vergewaltigt wurde, so dass es noch heute aktuellen Grund zum Protest gibt.
Oder, man nimmt sich mal wieder ein Buch vor in dem die Akkumulationsstrategie des Kapitals näher erleuchtet wird, all das ist mit Sicherheit viel besser angelegte Zeit, als das heuchlerische Treiben rund um den Tag, den sich die Sicherheitsfanatiker als Legitimation ihres Frontalangriffs gegen die Bürgerrechte weltweit auserkoren haben.

Ja, auch ich war damals fassungslos und sorgte mich um das Leben zweier amerikanischer Kundinnen mit denen wir zwei Tage zuvor noch zum Abschluss eines Projekts Essen gegangen waren und die just zu diesem Zeitpunkt in New York bei den Towern waren.
Auch ich war den Tränen nahe und emotional mitgenommen, aber es kommt doch darauf an, welche Konsequenzen und Maxime man aus solch einem Vorfall zieht.
Die USA haben sich in den letzten 10 Jahren innenpolitisch zu einem -noch paranoideren- die Bürgerrechte massiv beschränkenden Kraken entwickelt, der außenpolitisch den Krieg in Länder bringt, diese destabilisiert und die schlechte Entwicklung noch verschärft.
Gut nach außen nicht ganz neu, siehe Chile, Nicaragua, Grenada etc., aber innenpolitisch ein Desaster.

Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, die USA haben nachdem sie sich selbst so beschnitten und verstümmelt haben, immer noch mehr Demokratie übrig, als man sie in den Ländern in denen die Friedensfreunde und ihre Scharia herrschen jemals haben wird.

Eine Gesellschaft kann definitiv nicht frei und demokratisch funktionieren, wenn politische Entscheidungen durch religiöse Glaubensdoktrinen beeinflusst oder vorgegeben werden.
Das wenigstens wussten die Gründerväter der USA, die bis zu den Knien im Blut der Ureinwohner standen, als sie diese freie Verfassung generierten.
Leider haben die Irren in der Tea Party und die wiedergeborenen Esel der Evangelikalen dieses Teil Verstand, der aus Vernunft entsteht und der Vernunft ist, nicht und werden mithin die USA vermutlich in den nächsten 20 Jahren auch in einen Gottesstaat verbogen haben.

Weil nun der Ami aber prinzipiell patriotisch und gottesfürchtig ist, eine Analogie zu dumm und leichtgläubig, fährt er gerade die Hegemonie gegen die Wand.
Say Goodbye to USA and welcome to the Chinese Empire.
Nicht traurig sein, denn was, so frage ich Euch, haben die Römer USA jemals für uns getan??"? Ich meine mal außer Duffy Duck, Bourbon und Rye, Coca Cola, den Hippies, Janis Joplin und dem Aquädukt?
Sie haben leider definitiv nicht den Frieden gebracht, um mal in der Floskelei von Monthy Python zu bleiben.

Um den Tag der Tage nun patriotisch anständig zu würdigen hier ein Video der Band A.C.K.


Ihnen Ihr Blödbabbler

Samstag, 10. September 2011

Bruichladdich 15 2nd. Edition

Mein heutiger Testfall stammt von der Insel Islay, dem Hort schlechthin für rauchig torfige Whiskys mit der Geschmacksnote rubber meets the road wie es Herr FausD und die Frau DausD gerne zu nennen pflegen.
Das es dort auch nicht und wenig rauchige Whiskys gibt, verschwindet bei all dem gegenwärtigen Mega-Torf und Räuscherschinken Hype gerne mal aus dem Blickfeld des Betrachters.

Doch dank dem Herrn ti der mir zur Probe einen Bruichladdich 15 Jahre 2nd. Edition mitbrachte, kam ich doch mal in die Verlegenheit den Vorzug einen solchen trinken zu dürfen.

Mit der Firma Bruichladdich, und ich nenne die mal bewusst so 'Firma' und nicht Destille, und deren Sortiments-Chaos und Preispolitik kann ich mich nicht wirklich anfreunden.
Sie füllen meisten noch recht junge Whiskys zu durchaus ambitioniert bis unverschämt zu nennenden Preisen ab und werfen davon dann schwer überschaubare Sorten von Abfüllungen auf den Markt.
So hat sich der Herr virtualmono letzens noch ein paar Flaschen von deren Abfüllung 3D3 gesichert da auch dies ein Auslaufmodell in schnelllebiger Vermarktungsstrategie geworden ist.
Ich denke da steht zukünftig auch noch mal ein fleißiges Probieren an.

Aber zurück zum 15 jährigen, einem für Bruichladdich Verhältnisse fast schon alt zu nennenden Kameraden.Bruichladdich 15 2nd. Edition Flasche

Wie schon erwähnt, findet sich keine Spur von Rauch in der Nase, dafür allerdings ein fruchtiges Aroma mit Anklängen an Sherryfass, ein Geruch, welcher sich im Innern an den Nasenhärchen geradezu festklammert wie ein Babyäffchen.
Der stammt allerdings nicht von einem Sherryfass, sondern aus einem Süßwein-Fass Chateau d'Yquem Sauternes in dem er nachgereift ist.
Mir fehlt da leider das Unterscheidungskriterium, da ich zwar Sherry kenne, aber einen Chateau d'Yquem Sauternes noch nicht zu mir genommen habe. Ich kenne nur Riesling :-D

Der Antritt des Bruichladdich ist stark und warm und attackiert die Zunge geradeheraus malzig und fruchtig.
Es finden sich sogar leichte Einsprengsel von etwas Salzigem darin und der Whisky legt im Mund eine nicht unangenehme Öligkeit an den Tag.
Auch auf den Geschmacksknospen findet sich der Sherry-Einfluss wieder der schon beim Schnuffeln merkbar war.

Der Abgang des Bruichladdich 15 ist mittellang, halbtrocken und malzig.

Ein durchaus trinkbares Stöffchen.
Aber, ich hätte mir den vermutlich nicht gekauft, sondern fürs gleiche Geld eher einen Glenfarclas - wenn ich denn was Sherryhaftes haben wollte.
Dort, bei Glenfarclas, stimmt meines Erachtens die gesamte Politik besser, es wird nicht ganz so penetrant auf die Werbetrommel eingedroschen und ganz ehrlich, das Herumspielen mit der repräsentativen Underdog Rolle trifft es bei Bladnoch besser als bei den Bruichladdich Robin Hoods.
Das sind jedoch nur meine gemeinen Einschätzungen über das Management, die Whiskys dieser 'Firma' hingegen sind durchaus gut bis sehr gut.

Der 15 Bruichladdich 2. Edition kostet -wenn man ihn noch bekommt was nicht oft der Fall sein dürfte- etwas zwischen 45 und 55 Euro für die 0,7 er Buddel.
Diese kommt - nach Art von Bruichladdich- blenderisch und irgendwie auf dicke Hose machend in einer stabilen Metalldose daher.
Sieht gut aus, ist allerdings auch nur Sondermüll und treibt den Preis vermutlich weiter nach oben als nötig wäre.

Ich gebe es gerne zu, mir ist eine Pappschachtel um einen "ehrlichen" Whisky immer eine Spur näher, als diese Ritterrüstungen für Flaschen.
Meiner gefestigten Einschätzung nach, sollte der Inhalt eben die Form immer schlagen und nicht, wie es leider inzwischen Usus ist, vice versa.

Genug gemosert, denn der Whisky ist ja nicht schlecht, die Verpackung ansprechend - wenn man darauf steht - und da der Herr AausB vermutlich einen Draht zu Bruichladdich gesponnen hat, werden wir zukünftig noch häufiger mit deren Erzeugnissen konfrontiert werden, also hier die Wertung der deutschen Jury:

Wertung Single Malt
Bruichladdich 15 yo 2nd. Edition

Geschmack:
Fass3
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile3

Fazit: Wenn man mal die Marketing- und Prestigemali wegläßt, dann ist es ein durchaus guter und trinkbarer Whisky, der mit anständigen 46% nicht kühlgefiltert und ungefärbt aus der Flasche läuft. Mir geht es allerdings so, das ich eigentlich Rauch möchte, wenn ich Islay höre. Obwohl auch der nicht rauchige Caol Ila laut Jim Murray besser sein soll als sein rauchiges Pendant werde ich mich trotzdem lieber dem rauchigen zuwenden. Das Preis- Leistungsverhältnis stimmt meines Erachtens für einen 15 jährigen hier nicht so ganz, Dalwhinnie oder auch Aberlour sind da deutlich preiswerter und keinen Deut schlechter.

Ihnen Ihr Blödbabbler

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Freitag, 2. September 2011

Geld zurück, zack,zack!

Die EBS soll dem Land die veruntreuten falsch verwendeten Mittel zurückzahlen.
Es ist der lächerliche Pappenstil von 950.000 Euro, peanuts also, im direkten Vergleich zu den horrenden Summen die beispielsweise eine Beteiligung an der EU Obstkampagne für Schulen gekostet hätte.
Leider habe ich den Artikel nicht in der Online-, sondern nur in der Print-Ausgabe der FR gefunden, sodass ich den besten Satz leider so zitieren muss.
Trotz der Querelen (blödbabbler: damit sind die Ungereimtheiten und Unterschlagungen gemeint) darf sich die EBS seit Donnerstag Universität nennen.
Falsch liebe Freude.
Nicht trotz, sondern wegen all dieser Ungereimtheiten und Mauscheleien ist es nun endlich der passende Hort für die Elite-Brut um sich der zeitgenössischen Juristerei hinzugeben, worauf ich bereits im Artikel Ave EBS, lucrifacturi te salutant! hinwies.

Dazu mal wieder ein Zitat des Tages, diesmal vom alten Shakespeare aus King Henry VI:
But, Clifford, tell me, didst thou never hear
That things ill-got had ever bad success?
(Doch sag mir, Clifford, hast du nie gehört,
Daß schlecht Erworbnes immer schlecht gerät?)

Ihnen Ihr Blödbabbler

Mittwoch, 31. August 2011

Tage der Trennung?

Gestern, auf der Rückfahrt vom "Ich-renk-dir-den-Halswirbel-wieder-ein" Doc fing mein Auto, treuer Weggefährte für die letzten 16 Jahre, plötzlich zu ruckeln und zu wackeln an.

Mein Tritt aufs Gaspedal verstärkte das Schütteln nur, der Antritt war saft- und kraftlos.

Als dann auch noch laute Schlaggeräusche aus dem Motorraum ins Innere des Autos und meines Gehörs vordrangen, entschied ich mich den Wagen zügig zu parken und den Motor abzustellen.

Nachdem heute ein ADAC Mensch meinen alten Freund an den Haken gehängt hatte und am Horizont mit ihm verschwunden war, kam ich mir irgendwie nackt vor, gut das die Ms. dabei war.

Das Gespräch mit der Werkstatt meines Vertrauens macht nun nicht wirklich Mut.

Der Motor ist definitiv kaputt, irgendein blödes Teil ist wohl da drin abgerissen und hat Bambule gemacht.

Jetzt wird nach einem neuen alten Motor Ausschau gehalten und wenn es nicht zu absurd teuer wird, also mehr als 1 k Euro, dann werde ich dem Gefährt diese lebenserhaltende Maßnahme sicherlich noch mal gönnen.

Wenn es doch mehr wird, dann steht jedoch definitiv die Trennung ins Haus, sehr ärgerlich, nachdem ich gerade neuen TÜV, neue Reifen und neue Stoßdämpfer habe. *Hmpf*

Wenigstens hat mich mein altes Autolein noch zusammen mit der Ms. durch die wilden Schluchten und Berge des Hunsrück getragen ohne dort seinen letzten Schnaufer zu tun.

Vermutlich waren diese Strecken doch zu viel für den nur noch kürzeste Kurzstrecke gewohnten kleinen Kerl.

Sorry for that Methusalem.


Wenn ich es mir recht überlege, versagen inzwischen gehäuft technische Geräte ihren Dienst.
Nun, mein braves Auto - nach 23 Jahren sei ihm das gegönnt, aber die vermaledeite Grafikkarte beispielsweise war noch nicht sooo alt, eher 3 Jahre und ist nun schon Galopp zu ihren Ahnen geritten.

Dieses mistige Stück Schrott aus den Pfuschlabors Produktionsstätten von Nvidia soll rosten bis zum St.Nimmerleins Tag, verfluchtes Stück Dreck, elendes.
Für die Frechheit, die sich diese Firma mit den Karten der GF 8800 er Reihe geleistet hat - die versagen ja fast alle mit Ankündigung nach diesem Zeitraum - habe ich mir diesmal wieder eine Grafikkarte from the firma formerly known as ATI bestellt, die hoffentlich morgen angeliefert wird.

Denn der reanimiertektivierte Jurassic PC macht nicht nur keinen Spaß, sondern zickt herum, friert ansatzlos ein und signalisiert mir sehr deutlich, dass er der nächste Todeskandidat zu werden wünscht. Arrglll!



Da nun auch noch der alte Golf der Ms. angefangen hat sich heimlich Kühlwasser hinter die Binde zu kippen und selbst meines Vaters Auto dies feuchte Gut inkontiniert, könnte bald die Stunde des Fahrrads schlagen, ein gruseliger Gedanke.
Hinweg ihr bösen Geister *huschhusch*.


Jedoch, als unerschütterlicher Idiot Optimist hoffe ich einfach mal, dass sich nicht noch mehr Gremlins in unseren technischen Geräten trollen und durch ihre gehässig Art das teuer Gut funktionslos werden lassen.


Ihnen Ihr Blödbabbler

Montag, 29. August 2011

Urlaub liegt auf der Straße

Ein Pärchen das urlaubt in Beilstein
bei einem Glas mosligem Weißwein
Die Sonne brennt heiß
wie der Sod und der Steiss
wird Riesling wohl mit dabei sein.

Nachdem der Blödbabbler und die Ms. zum letzten Mal 2001 zusammen Urlaub machten, ja überhaupt urlaubten, schien es zumindest an der Zeit einen kleinen Ausflugstrip anzugehen.
Nachdem wir das Wochenende in Franken Blut geleckt hatten - Weinberge, Essen und Zechen erschien uns ein durchdachtes Konzept - nutzten wir das schöne Wetter und fuhren für ein paar Tage an die Mosel.
Da der Blödbabbler - wie ihm gehässigerweise nachgesagt wird - nicht der Inbegriff des Romantikers sei, suchte er natürlich, um der Ms. tunlichst zu Diensten sein zu können, den "romantischsten Ort an der Mosel" (Eigenwerbung Ende) als Basisstation für die ersten zwei Tage heraus.
Beilstein.
Ein kleiner Ort mit etwas über 100 Einwohnern und geschätzten 20.000 Touristen, welche dem Ort im hellen Tageslicht alleine schon durch ihre elende Existenz Gewalt antun.
Idyllisch gelegen an den Füßen der Weinberge, unterhalb der Reste von Burg Metternich windet sich ein fachwerkliches Amalgam aus kleinen und kleinsten Gassen und Gässchen darmgleich bis zur Mosel.
Dort sitzen bei Tage Horden von Belgiern, Holländern und Luxemburgern, so kommt es einem zumindest vor; wahrscheinlich überwiegen jedoch in Wirklichkeit die deutschen Geronten und Gerontinnen.
Man kann ungefähr zu den Preisen speisen und trinken, die auch das Rhein Main Gebiet bereit hält, nicht mehr an Kosten, aber eben auch nicht weniger.
Egal, ist Urlaub und wenn nicht der Blödbabbler und die Ms. wer sonst soll den lahmenden Gaul Konjunktur an seinem Schweif aus der Krise ziehen?
Na?
Eben!
Die aus Not gewählte Pension ist angemessen.
Leider verläuft die Straße dort vorbei und die Menschen der Moselgegend scheinen eine Bande kleiner fleißiger Frühaufsteher zu sein, welche es allesamt um 6.15 in ihren Autos, Mopeds, Treckern, LKW und Panzern zur Arbeit am Haus vorbeizieht.
Das Karma möge sie mit Zahnfäule strafen, weil sie unsere Nachtruhe auf so grobe Art unterbrachen.
Seis drum. Der Ort ist ab ca. 16.00 Uhr, wenn die Plage der Bustouristen -vollgefressen wie die Heuschrecken- sich aufgemacht hat andere Orte heimzusuchen, ein herrliches Fleckchen.
Mein absoluter Favorit ist die Winzerschenke in ihrer heimeligen Lage.
Beilstein tag
Romantik ist dort zwischen Käseplatte und einem Rivaner fast mit den Händen zu greifen, wenn es dunkelt steigert sich der Effekt noch dramatisch.Beilstein nacht
Absolute Empfehlung. Vor allem muss man nicht die echt böse steile Treppenkaskade zum Kloster und seinen weltlichen Verlockungen hinter sich bringen, sondern sitzt angenehm eingepackt ebenerdig.
Da der Blödbabbler aufgrund von Akrophobie mäßiger Handicapifizierung naturgemäß nicht zu Höhenflügen neigt, kam ihm das klar zu pass.
Trotzdem sind wir auch auf die Burg Eltz gewandert, richtig gehört, gewandert!
Der Blödbabbler legte in diesem Urlaub Wege zu Fuß zurück, entgegen seiner sonstigen Gewohnheit sogar im Bereich von Kilometern und nicht wie üblich in der Meter Einheit.
Die Burg wurde -wie eigentlich alles immer dann wenn der Blödi irgendwo auftaucht- renoviert.
Egal, wenigstens war sie da.
Burg war schön, und der Fußmarsch irgendetwas im 6 km Bereich hin und zurück, bei schweisstreibender schwüler Temperatur immer schön die Steigung hoch. Puh.
Nach Beilstein, der geschändeten Perle der Mosel, fuhren wir bis wir einen Ort fanden, der es an Einwohnerzahl gleich tat. Nur dort gab es keinerlei Touristenhorden, dooferweise aber auch nur eine Gaststätte, da die drei Straussenwirtschaften entschieden hatten heute nicht zu öffnen. Vermutlich eine Art dörflicher Kult, dessen Sinn sich mir nicht erschloss, aber das tut er ja bei kultischen Dingen eigentlich nie.
So speisten wir etwas rustikaler Flammkuchen und Bratwurst mit Pommes bei einem Grauburgunder oder war es ein Weißburgunder, auf jeden Fall etwas mit weniger Säure, als die allgegenwärtigen Rieslinge, die sich mit Merkelscher Alternativlosigkeit auf den Karten der Gastronomie aufdrängten.
Die Nacht wurde diesmal nicht durch Autolärm sinnfrei verkürzt, da wir allerdings geschätzte 50 Grad unter unserer Biberbettwäsche oder was immer es war, hatten, waren wir müde und längst auf den Beinen, als es Frühstück gab.
Aber, wer will sich auch schon ausschlafend im Urlaub erholen?
Am nächsten Tag ging es, über einen kleinen Kulturhüpfer zu einer römischen Villa, zielgerichtet nach Trier, Geburtsstadt von Karl Marx und offenbares Einkaufsparadies.
Kurz nachdem die ausgedehnten Schoppingmeile endet, findet sich der traurige Hinweis "Friedrich Ebert Stiftung" an Charlys altem Haus, kurz dahinter beginnt der Kiez. Zumindest scheinen die sexuellen Vorlieben der Trierer recht merkwürdig ausgeprägt zu sein, Sexshops und Angelzubehör. Es dauerte Stunden bis ich die Bilder wieder aus dem Kopf hatte. Bah!
Da der werte Herr AausB den Besuch des Amphitheaters anempfohlen hatte, liefen Blödbabbler und Ms. selbstverständlich auch dorthin und bestaunten die Anlage, die auch Schiffchen in der Arena erlaubte.

Nachdem unsere Füße durch übermäßigen Gebrauch inzwischen schon legionärsgleich geplättet und vermutlich auch noch geruchsbehaftet waren, zogen wir es einvernehmlich vor, uns auf die Fahrt durchs Hunsrück zu machen.

Eigentlich wollte ich ja dort in einem kleinen Nest Unterschlupf vor der Nacht suchen, aber da es erst Mittag war und ich zu viele Filme gesehen haben, in denen Städter auf dem Land übernachten wollen und hinterher ein Kreuz vor dem Fenster brennt oder sogar die Städter selbst, zogen wir es dann lieber vor zurück in die Zivilisation zu fahren.
Die traf uns dann eher unvorbereitet in Form von Döner, Handy und Ein-Euro Shops bei der Einfahrt nach Bad Kreuznach. Ein veritabler Albtraum.
Mir erschien diese Stadt attraktiv und kulturell wie ein Offenbach-a.M., nur zusätzlich behaftet mit dem Flair einer verschwitzten Achsel.
Und trotzdem fand sich -wie durch Geisterhand- eine Übernachtungsmöglichkeit, neben ein paar Salinen und wichtiger!1!!! einem Brauhaus, in dem ich mir endlich mal wieder ohne schlechtes Gewissen ein paar gezapfte Schoppen gönnen konnte. Lecker! Die Ms. war auch erfreut, denn es fand sich ein Rivaner auf der Karte und sie ergänzte ihren Score durch einen Nahe Wein. Cleveres Mädchen.
Da der Blödbabbler auch noch Schiffchen gucken wollte, machten wir am nächsten Tag noch einen Stopp am Rhein und gönnten uns noch ein wenig Burgen, Bootchen und Bananen.
Klingt jetzt sicherlich alles nicht sehr aufregend und spektakulär, aber mir gefiel der Kurztrip ausnehmend gut und auch die Ms. war nicht abgeneigt.

Als wir zu Hause ankamen, hingen Teppiche, Vorleger und Kram über den Zaun; daheim hatte es geunwettert und durch die Klos und Gullis Wasser(?) in den Keller gedrückt.
Unsere Nachbarn knackten unseren Keller und hoben Kisten an höhere Plätze, möge das Karma ihnen Zähne nachwachsen lassen.
Zum Glück hat der aus Franken mitgebrachte Silvaner keinen Schaden genommen und die alten Zip-Laufwerke wollte ich sowieso schon längst entsorgt haben. *grins*

So konnte uns auch dieses sinnlose Ungemach nicht die Stimmung vermiesen, das tat dann erst das Gebolze der Frankfurter Eintracht am Sonntag.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Donnerstag, 18. August 2011

Laphroaig 10

Die Destillerie Laphroaig, ein herrlicher Hort des intensiven Islay Geschmacks und somit eine der Lieblingsdestillen vom Blödbabbler beschert den heutigen Tasting Notes Whisky.
Mir kann es ja gewöhnlich nicht rauchig genug schmecken, zwar nicht zu jedem Moment meines Lebens, aber doch schon zu vielen.
Angefixt für Whisksy wurde ich, nach vielen Jahren der krankheitsbedingten Alkoholabsenz, durch den Laphroaig 10, welchen ich die Freude haben durfte, beim werten Herren AausB an dessen Geburtstag zu trinken.
Ich erinnere mich noch, wie mich der Rauchgeschmack erwischte, meine Zunge und mein Hirn noch irritiert versuchten festzustellen, ob ich das, was ich im Mund habe, dort belassen soll oder besser elegant in die nächste Topfpflanze spucken sollte; metaphorisch gesprochen.
Ich entschied mich - zu meiner immerwährenden Freude- für das drinbehalten, einer der weisesten Entschlüsse meines Lebens, wie ich glücklich feststellen muss.
Allerdings bin ich dann etwas später dem Lapa 10 doch untreu geworden und habe mich mit dem - aus meiner Sicht - noch besseren Laphroaig Quarter Cask vergnügt.
Da dieser jedoch der Ms. aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen nicht sonderlich schmeckt und sie bei Frau DausD und Herrn FausD einen Lapa 10 probieren konnte, und diesen wider aller Erwartung auch mochte, stellte ich selbstredend auch ein Flasche davon zu uns nach Hause in die Bar.
Inzwischen ist er einer der Lieblingswhiskys der Ms., die ja rauchige Whiskys eigentlich gar nicht trinken mag, schnüffeln ja, aber nicht trinken. So verschmäht sie leidenschaftlich den Big Peat, den Lapa ¼ Cask und auch den Longrow C.V.
Und wenn der Lapa 10 schon mal im Haus ist, dann bleibt mir gar nichts anderes übrig, als in mit Tasting Notes zu klassifizieren und mir einen schönen Abend mit ihm zu machen.
Laphroaig 10 Flasche
Der Lapa 10p kommt in einer schönen schmalen grünen Flasche mit einem stilsicheren weißen Etikett daher. Als Beigabe zu jeder Flasche gibt es ein kleines Heftchen mit einem Code durch den man ein Friend of Laphroaig werden kann, dann bekommt man einen square foot Land auf Islay geschenkt, der einen berechtigt dafür vor Ort einen Freedram zu nehmen; Gummistiefel und Regenmantel sind dort vorrätig um seinen Besitz zu sichten. Schöne Idee.

Der Lapa hat leider nur 40%, allerdings gibt es davon auch eine Cask Strenght Version. Ebenso leider kippen die Jungs dort immer noch E150 dazu - lasst es bitte!
Der Lapa 10 riecht intensiv nach Rauch, Lagerfeuerrauch und auch nach Teer wie eine Straße bei 50 Grad Sonnenscheinbestrahlung. Eine Wonne!
Und das beste daran ist, das er auch so schmeckt, alles was die Nase versprochen bekam wurde im Mund gehalten. Trocken begrüßt er den Mund. Mit einer Wucht kommt der Rauch, hier wieder mehr Lagerfeuer, mit einer honigsüßen Begleitung die den Mund herrlich erwärmt. Der Abgang ist lang, rauchig und trocken.
Klingt alles nicht viel, nicht spektakulär oder abwechslungsreich, doch das täuscht. Ein bisschen Wasser knackt den Lapa noch ein wenig auf, ähnlich wie auch beim Big Peat oder dem Quarter Cask, und intensiviert nochmals die Aromen und Geschmäcker. Ein Traum.

Der Laphroaig 10 kommt gewöhnlich in einer 0,7 Liter Flasche daher, die man wenn man Glück hat für 24 Euro bekommt, ansonsten liegt es meistens 1-3 Euro höher. Der Preis ist angemessen, wobei ich mir inzwischen eher eine Literflasche des ¼ Cask kaufe bei der ich das Preis-Leistungsverhältnis noch besser finde.

Wertung Single Malt
Laphroaig 10

Geschmack:
Fass4
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile4




Fazit: Der Klassiker von Islay, der zehnjährige Laphroaig ist eigentlich eine klare Kaufempfehlung, sofern man einem rauchig-teerigen Whisky nicht abgeneigt ist. Der Geschmack ist etwas besonderes, aber man muss es mögen einen Geschmack nach ausgelutschtem Lagerfeuer - selbst nach dem Zähneputzen - bis zum Aufstehen im Mund zu haben. Ich kenne eigentlich nur Liebhaber oder Verächter, dazwischen gibt es nichts. Ein schöner Whisky, der keine Grauzonen kennt und keine Gefangenen macht.

Bei ralfy hab ich kein Lap 10 Video gefunden, da gibts nur den Lapa 10 Cask Strenght, deshalb hier das Video von Horst Lüning von whisky.de.


Ihnen Ihr Blödbabbler

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Mittwoch, 17. August 2011

Monkey Shoulder

Heute kommen wir endlich mal zu einem, von der Ms. gerne Mädchenwhisky betitelten Getränk aus Schottlands Alchemistentrögen, dem Monkey Shoulder.
Hierbei handelt es sich um einen Whisky der Art Vatted Malt, heute Blended Malt genannt, das heißt einem Amalgam aus mehreren Single Malt Whiskys bei Absenz von Grain Whisky.
Er wurde aus drei Speyside Whiskys zusammengestellt.
Wir finden in der Flasche Glendfiddich, The Balvenie und Kininvie Single Malts die sich in trauter Einigkeit anstrengen zu gefallen.
Doch davon später.Monkey Shoulder Flasche
Die Flasche vom Monkey Shoulder ist eine gedrungene im Rumbuddel-Style gehaltene mit drei lustigen kleinen Affen aus Plastik unterhalb des Halses versehene. Für jede Destille ein Affe, was will man mehr?
Das Etikett ist informativ und kündet, neben dem vermutlich aus dem Hirn eines Marketingclowns getropften Slogan "Triple Malt" wissenswertes über die Herkunft des Namens "Monkey Shoulder" und über die Herstellung des Vatted Malts. Der Name stammt eben nicht von den süßen Affen die sich am Flaschenhals drängeln, sondern von einer Krankheit die sich die Malzwender bei ihrer Tätigkeit holen konnten. Ob man nun unbedingt einen Whisky danach benennen muss sei dahingestellt, aber nun genug der Vorrede. Vorhang auf und Spot an auf den Mädchenwhisky "Monkey Shoulder".

Der Whisky lümmelte sich bereits einen kleinen Moment im Nosing Glas und harrte darauf von mir eratmet zu werden. Diesen Gefallen tat ich ihm ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, indem ich meine Nase sanft über das Glas führte und sie ihren Dienst verrichten ließ.
Lieblich süß und mild mit Honig und Toffee kommt er daher und bereichert meine Nüstern mit seinen Ausdünstungen. Das Aroma ist leicht und sehr angenehm und malzig. Speyside ick hör dir drapsen.
Der Antritt ist überraschend voll malzig und süß, hier eher Toffee als Honig im Geschmack. Bei aller Sanftheit wärmt er doch auch etwas den Mund und hat, als nicht unangenehmen Gegenpol eine schwach bittere Eichennote die auch den kurzen Abgang begleitet und unterstützt. Des Weiteren tauchen hierbei süßliche Vanille Aromen auf die in angenehmen Kontrast zum schon erwähnten zartbitteren Geschmack stehen.

Was soll man sagen?
Der Ms. schmeckt die Affenschulter ausnehmend, der Frau DausD kredenzten wir eine Flasche davon zu ihrem Geburtstag und beim ersten Tasting schien sie dem Geschmack ebenfalls nicht abgeneigt zu sein.
Sie favorisiert gewöhnlich einen weiteren Mädchenwhisky, den Dalwhinnie 15, in dessen Liga ich den Monkey Shoulder durchaus auch sehen würde.
Ansprechendes Äußeres gepaart mit leckerem Inneren bei einem klasse Preis ist der Stoff aus dem Freundschaften gemacht werden.
Man findet die 0,7 Liter Flasche bei den üblichen Verdächtigen im Online-Versand ab 25 Euro ein wie mir scheint sehr faires Angebot.
Für unsere mit Zappelphilip-Syndrom geschlagenen Freunde der Flash Fraktion empfiehlt sich sicherlich auch ein Besuch der Webseite des Monkey Shoulder, dort können sie bewundern, was Flash aus einer Seite macht, wenn man mal damit angefangen hat. Hier können wir aber auch feststellen auf welchen Menschentyp anscheinend mit diesem leckeren Whisky abgezielt wird. Panscher!1!! Es finden sich Rezepte für Cocktails und ähnliche Auswüchse. Da kommt dann zusammen was zusammengehört. Menschen die Getränke verballhornen und mit Flash-Videos das Gehirn weichgekocht haben, ich vermute das geht gut zusammen. Bah! Unabhängig von der offensichtlichen Zielgruppe des gehirnlosen Panschclowns, dem Lieblingskind der Marketingverbrecher und Medienanalysten, ist William Grant & Sons trotzdem ein wunderbarer Whisky gelungen, der zurecht schon mehrere Preise einheimsen konnte.

Wertung Vatted Malt
Monkey Shoulder

Geschmack:
Fass4
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile4


Fazit: Ein sicherlich nicht nur für Mädchen leckerer Whisky. Leicht, süßlich und mit Charakter kommt dieser Vatted Malt daher. Ich bin außerdem mal gespannt, wann es endlich mal einen Single Malt aus dem Haus Kininvie als Standardabfüllung zu kaufen geben wird, bisher wird ja scheinbar fast alles verblended. Schade. Definitiv die Finger weg von der hibbeligen hippen Webseite, lieber zur Flasche greifen, denn das lohnt sich, trotz der schnöden Marketingabsichten diesem Whisky Gewalt in Form von Mixgetränken anzutun, auf jeden Fall. Klare Kaufempfehlung auch für Männer.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
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