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Lebenswasser

Mittwoch, 17. Juli 2013

Ben Bracken 12 'Speyside'

Heute der erste Artikel über eine von zwei bereits länger herumliegende Tastingnotes.

Es geht um zwei im Winter 2011 im Discounter Lidl erstandene Whiskys, den Anfang macht der jüngere der beiden, der Ben Bracken 12 Speyside.

Neugierig, wie ich nun mal bin und unerschütterlich gesegnet mit dem Anspruch nahezu jedem Whisky eine Chance zu geben, zog es mich im Weihnachtsgetümmel anno 2011 auch zu Lidl und Aldi(Süd).
Die beide für deutlich unter 20 Euro einen 18 jährigen Speysider im Angebot hatten.
Ben Bracken 12 'Speyside' (Lidl 2011) Flasche
Als ich schon mal vor Ort war, packte ich gleich noch eine Buddel des besagten und hier zu besprechenden Ben Bracken 12 ein, der -wenn ich mich recht entsinne- irgendwas um die 14 Euro pro 0,7 Liter gekostet hat
Die Flaschenform gefiel mir, ging ein wenig in die Richtung der Old Pultneys.
Vorweg, um die bestimmt schon unerträgliche Spannung meiner zwei Leser abzumildern - von den drei Flaschen (Ben Bracken 12, Speyside 18 (Lidl), Blackstone 18(Aldi)) gab es lediglich einen bösen Ausrutscher, zwei der Whiskys waren angenehme, keinen überfordernde und fast schon süffige Whiskys.

Der Ben Bracken12 aus dem Lidl hat eine frische, blumige und karamellige Süße, wenn auch leider keine sehr intensive Geruchsnote. Aber da habe ich für deutlich mehr Geld schon schlimmeres gerochen, dieser fällt nicht unangenehm auf.

Im Mund ist er etwas ölig und fettig, schwache Holzeinflüsse geben einen würzigen Beigeschmack zu sehr schwacher Vanille.

Im Abgang ist er leicht brennig, dabei aber angenehm süß und leicht und ehe man sich versieht ist er auch schon aus dem Gedächtnis verschwunden. Ein durchaus kurzer bis sehr kurzes Abgang.

Für den niedrigen Preis war der Ben Bracken 12 aus dem Jahre 2011 kein unangenehmer Zeitgenosse; ich hatte mir deutlich weniger erwartet und habe ihn als einen leichten Begleiter durch den Sommer 2012 erlebt.

Warum habe ich mir dann in 2012 nicht wieder einen gekauft?

Hmm, ich weiß gar nicht ob es zu Weihnachten wieder einen 12 jährigen gab, oder was Lidl sich diesmal hatte einfallen lassen. Eben mal im Internet, das ja laut vorherrschender Phrase „Nichts vergisst“ nachgeguckt, es gab wohl wieder nur die beiden 18 jährigen, aber nicht dieses Schätzchen. ;-)

Aber um auf die Frage zurückzukommen, um ihn mir nachzukaufen, war mir meine Leber zu schade, denn ich versuche ja möglichst viele verschiedene Whiskys zu testen, und zwar prinzipiell mindestens 0,7 Liter davon und nicht nur einen dram.
Wenn ich nun alles, was ich mal im Glas hatte nachkaufe, kapituliert direkt nach der besten aller Mss. auch meine Restgesundheit und das Entgiftungsorgan schneller als mir lieb ist.

Jedem jedoch, der einen einfachen, leicht süffelbaren Sommerwhisky für ganz kleines Geld gesucht hätte, dem wäre er anempfohlen gewesen.

Man muss allerdings beachten und die Cleverles unter meinen beiden Lesern haben das wohl auch schon bedacht, Ben Bracken ist keine Destillerie, sondern die Marke unter der –was-auch-immer für Lidl abgefüllt wird.
Deshalb kann der im nächsten Jahr komplett anders schmecken, riechen und aussehen.
Was es eben dann trotz meiner obigen Einwände reizvoll machen kann, sich so was doch noch mal zu holen. *hüstel*

Wertung Single Malt
Ben Bracken 12 'Speyside'


Geschmack:
Fass2
bis
Fass3
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile5

Fazit: Fazit: Wer sich nur von Preisen blenden lässt, beim Discounter nur üble Plörre vermutet, dem ist hier ein durchaus gut zu trinkender, nicht anspruchsvoller aber dafür süffiger Sommerwhisky im Winter durch die Lappen gegangen.
Aber inzwischen ist schon viel Wasser den River Spey runtergeflossen und wer weiß, was beim nächsten Mal in der Flasche steckt; mutigen und risikofreudigen Trinkern sei zum Kauf geraten, der Rest wartet einfach zwei Jahre bis er wieder was dazu bei mir liest. :-D



Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt - 5 Wunderbar - 4 Lecker - 3 Gut - 2 Brauchbar - 1 Widerlich - 0 Fußbad

Donnerstag, 11. Juli 2013

Gentleman Jack

Ein paar schon länger aufgeschobene Tastingnotes zu einem Tennessee Whiskey sollen heute besprochen werden.
Ich hatte ja bereits beim Test des Jack Daniel‘s Single Barrel verlautet, dass mir meine bisherigen Trinkversuche aus dem Haus Jack Daniels nicht wirklich geschmeckt haben.
Trinkbar, auch mit 'gut' bewertet, aber nix was mich zu einem weiteren Kauf hinreißen würde.

Diesmal hatte ich den Gentleman Jack im Glas und etwas später auch in mir.
Geworben wird mit der besonderen Milde die aus einer doppelten Aktivkohlefilterung herrühre.
Der Stoff läuft einmal vor dem 'aging', als White Dog(?), über drei Meter hohe -aus Zuckerahorn hergestellte- Aktivkohle(filter)schichten, und noch einmal nachdem er gereift ist.
Dadurch entstehe ein besonders milder und weicher Jack Daniel's, eben der Gentleman unter den Tennessee Whiskeys.
Soviel zur Propaganda.
Jack Daniel's 'Gentleman Jack' Flasche
Die Flasche gefällt mir gut - mit ihrem metallisch wirkenden und irgendwie steampunkig daherkommenden Etikett "Gentleman Jack Rare Tennessee Whiskey" erfreut sie.
Sie fasst 0,7 Liter und hat 40% Alkohol der -gesetzlich vorgeschrieben- ungefärbt einen schönen goldbraunen Farbton aufweist.
Er kostet um die 23 Euro, wobei er an manchen Orten auch durchaus 27 kosten kann, wie immer beim Whiskykauf gilt daher: Augen auf und Verstand einschalten.

Im Glas entwickelt der Gentleman Jack ein vordergründig starkes Klebstoffaroma -wenn auch deutlich weniger als der Single Barrel - was sich nach einer Weile etwas abschwächt und mandeligen, vanilligen und karamelligen Gerüchen erlaubt ein wenig Bahn zu brechen.
Diese Aromen bleiben jedoch eher unaufdringlich, sanft und fast elegant hinter dem Aceton zurück, wobei auch -obwohl nur 40% Alkohol- eine leicht alkoholische Note vorhanden ist.
Insgesamt gefiel mir das Errochene nicht schlecht und ließ mich hoffen, dass dieser Jacky seine geschmackliche Herkunft würde verleugnen können.

Doch leider, nach einem kurzen Moment, als er sich irgendwie dünn, ja fast wässrig auf meiner Zunge und im Mundraum ausbreitet, mit einer intensiven holzigen Note und schöner Vanille kippt er schon hin zu einer merkwürdigen sherryartigen Note, wie es auch beim Single Barrel traurigerweise der Fall war.
Faule dunkle Früchte, irgendwie erinnerte mich dieses Geschmackselement ein wenig an den Bunnahbhain 12.
Mein dritter Jack Daniel's und alle hatten sie -mal mehr, mal weniger- diesen Einfluss, der mir so gar nicht zu gefallen weiß.
Allerdings habe ich dann heldenhaft den Selbstversuch gewagt und ihn 'getrunken', statt ihn nur zu tasten, will heißen: größere Menge und runter damit und siehe da, mit zunehmender Vernebelung der Sinne zog sich das sherryeske Element zurück und hinterließ einen kurzen Anflug von Spaß.
Ich vermute mal, so wird auch der Großteil von Jack Daniel's weltweit verkostet, eher Gallonen als dram weise, eher Kampfgetränk denn Connoisseurtröpfchen.
Dann allerdings kann ich auch zu billigerem Stoff greifen, dem dann zwar nicht die Aura des rebellenhaften Outlaws umspielt, eben deutlich weniger Sons-of-anarchy-Style und derbes Testosteron Gemuffel, aber eben deutlich mehr Spaß am Getränk bietet. Hier sei z.B. auf den Four Roses Yellow oder den Bulleit verwiesen.

Im Abgang klebt mir die faule Frucht förmlich am Gaumen fest und überdeckt den leckeren Anflug von Vanille leider stark. Für seine 40% Alkohol empfand ich den Abgang überraschend warm, insgesamt war sein Gastpiel mittellang, bevor dann der Gaumensegelvorhang gnädig zum Ende hin fiel.




Wertung Tennessee Straight Whiskey
Jack Daniel's 'Gentleman Jack'


Geschmack:
Fass2
bis
Fass3
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile3

Fazit: Ich gestehe freimütig: Jack Daniel's ist nicht meine Sache, zu viel Mode, zu merkwürdiger Geschmack und für das gebotene Erlebnis meistens ein paar Euro zu teuer. Ursprünglich gekauft wegen der weich, mild und sanft Propaganda, als ein Bourbon Versuch für die beste Mss., konnte ich von Glück sagen, von ihr deswegen nicht vom Hof gejagt zu werden. Definitiv kein 'Mädchen'bourbon, aber eben auch keiner für den Blödbabbler. Dann lieber einen Buffalo Trace, einen Knob Creek oder einen Charter 101.


Ihnen Ihr Blödbabbler

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Dienstag, 2. Juli 2013

Speyburn 10

Ein weiterer Speysider aus der Region Rothes ist der Speyburn 10 aus der gleichnamigen Destillerie, Speyburn, nicht 10. :-D
Speyburn 10 Flasche
Abgefüllt in einer 1 Liter ‚Blödbabbler-glücklich-mach' Flasche mit 40% kühlgefiltert und ‚Blödbabbler-unglücklich-machender Schaufel E150a zur legalen Farbtäuschung geschändet worden.
Die Flasche ist ein wenig Bowmore Style, die Dose wirbt mit einem Highland Single Malt und wuchert nicht mit dem Etikett "Speyside".
Auf dem Label ist ein springender Lachs abgebildet, der vermutlich auf den River Spey hinweisen soll, ebenso die 'schöne' Destillerie harmonisch in Grün eingebettet.
Wie die Friends of Laphraoig oder das Ardbeg Committee gibt es dort den Speyburn Clan, dem man, sofern man aus UK oder USA stammt, beitreten kann um in den Genuss von Sonderabfüllungen zu gelangen.
Och menno, schon wieder ist Deutschland ein Land dritter Klasse. :-D
Egal, dann werde ich halt kein Clan Member. ;-)

Aus dem Glas erschnuffel ich einen frischen, klaren und fruchtigen -ein Hauch Orange?- leichten Whisky, der seine Herkunft so gar nicht leugnet.

Im Mund brennt er leicht, ist aber dennoch seidig, leicht ölig (oder fettig?) und hat eine ganz leicht holzige, bittere Note die aber gut durch honigsüßen Geschmack abgemildert und abgefedert wird.

Der Abgang ist warm, mittellang und wirklich trocken.

Man bekommt den Speyburn 10 wenn man kurz im Netz nachguckt -vertrauenswürdig- für gute 28 Euro den Liter; meine Buddel kostete im befreundeten Ausland knappe 20 - ein Schnäppchen bei dem einem Tränen in die Augen steigen könnten vor Wonne und Glück.*grins*

Was gibt’s sonst zu sagen? Der Speyburn 10 schmeckte mir durchaus nicht schlecht, sogar gut, vor allem für den Kampfpreis ein guter Kauf, aber auch sonst.
Mir fallen auf Anhieb nicht viele Whiskys ein, die dieses PLV bieten, eventuell Glenfiddich 12, alle anderen kosten inzwischen deutlich mehr.
Und besser als ein Singleton aus den Trögen von Dufftown ist er allemal.
Er schmeckte mir sogar deutlich besser, als meine aktuelle Flasche Glenfarclas 12, der vom Preis ungefähr in der gleichen Richtung liegt, aber leider im Vergleich zu den Vorjahren ein wenig schwächelt.

Wertung Single Malt
Speyburn 10


Geschmack:
Fass3
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile5

Fazit: Für umgerechnet knapp unter 20 Euro pro 0,7 Liter ist das ein sehr günstiger Einsteigerwhisky, der eine Menge richtig macht und auch noch gut zu trinken ist. Wer allerdings Komplexität, Raffinesse oder Rauch sucht, der wird hier nicht glücklich. Sonst kann man den bedenkenlos kaufen. Auch und gerade als leichten Sommerwhisky.


Ihnen Ihr Blödbabbler

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Sonntag, 23. Juni 2013

Cardhu 12

Ein Whisky, den man gemeinhin den Einsteigern zurechnet, ist der Cardhu, den es auch mit einer etwas tuntigen Ledertasche im Geschenkset gibt.
Alleinstellungsmerkmal ist die Flasche mit ihren Einbuchtungen und der 'eckigen' abgerundeten Form. ;-)
Cardhu 12 Flasche

In der Nase ist der Cardhu angenehm süß-karamellig, viel mehr ist allerdings nicht zu erwarten.

Im Geschmack ist er ebenfalls süß, deutlich malzig, mild und geschmeidig und auch etwas ölig.
Zu Anfang war auch ein etwas dominantes bitterer Eichengeschmack präsent, der sich aber glücklicherweise über die Zeit legte.

Mit brannte die Zunge etwas nach, der Abgang ist insgesamt überraschend warm für 40%.

Tjo, mir schmeckte der eigentlich gar nicht, zu belanglos und irgendwie nix besonderes, bis, ja, bis ich eine leichte Erkältung bekam.
Als ich ihn mit einer -geringfügig- veränderten Wahrnehmung süffelte und das tat ich - also süffeln und wahrnehmen- entpuppte sich der Cardhu auf einmal als richtig leckeres Stöffchen, das mir sogar Anfing Spaß zu machen.
Ehe ich mich versah, war die Buddel alle, aber da nun der Whiskyteich dort draußen einfach riesengroß ist, werde ich mir den bewusst nicht mehr nachkaufen.
Lustigerweise gab es zu jener Zeit, als ich mit Erkältung testete, noch jemanden der ebenfalls die Kombination "Cardhu und Erkältung" ins Forum von TWS schrieb und gleiches oder doch ähnliches darüber berichtete.
Seltsam, aber wahr, ich schwör!111!!!!!

Wenn man den Cardhu 12 alleine, also nicht im Geschenkset erstehen möchte, kostet der gewöhnlich um die 29 Euro für die 0,7 Liter Flasche, imho eigentlich schon zu teuer für das gebotene Niveau.

ralfy und Herr Lühning sehen die gebotene Qualität deutlich anders als ich, ihre Videos dazu:
ralfy hat ein Video zum Cardhu hier und Herr Lüning dort.


Wertung Single Malt
Cardhu 12


Geschmack:
Fass2
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile2

Fazit: Fazit: Wenn man mal ein interessantes Experiment machen möchte, in dem sich Whisky und Erkältung positiv ergänzen, dann ist das ein Tipp, sonst eher nicht. Da gibt es für gleiches Geld oder weniger deutlich andere Single Malts, die ich mir eher noch mal hinstellen würde.


Ihnen Ihr Blödbabbler

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Freitag, 21. Juni 2013

Benromach Organic 'Special Edition'

Einer der ganz wenigen, mir bekannten, 'grünen', ökologischen, nachhaltigen oder was man sonst noch an Schlagworten benutzen mag, Whiskys ist der Benromach Organic.
Meine Buddel kaufte ich irgendwann im Jahre 2011 und sie stand lange in meinem Lager aka Wohnzimmer, bis ich mich daran machte sie zu öffnen.
Mit ihrer schwarz-glänzenden Metallrüstung machte sie sich dabei auch durchaus gut, wobei allerdings das Label etwas überfrachtet wirkt.
Benromach Organic Flasche
Danach war sie umso schneller leer, ein Start-Ziel Sieg, wenn man diesen Begriff aus dem stumpfsinnigen im Kreis fahren benutzen möchte.
Die Marketingabteilung von Benromach lässt uns wissen, dass dieser Whisky 'handcrafted' -wie auch immer ich mir das vorstellen muss - und von lediglich zwei Männern mit finest Scottish barley und purest spring water hergestellt wurde.
Ok, ich hoffe die armen beiden Kerle mussten nicht auch noch die Blechdosen zusammendengeln und die Flaschen glasblasen.
Was aber bleibt ist ein Whisky, der mit eben jener biologisch angebauten Gerste, die anständig über Torfrauch getrocknet wurde und den man zum Reifen in frische Fässer von amerikanischer Weißeiche verfüllte.
Eigentlich wie beim Bourbon, das mit dem Fass – also kein Refill-Ex-Bourbon Fass, sondern ein ganz neues jungfräuliches mit der vollen Würze und Holzigkeit und der vollen Filterwirkung der 'Aktiv'kohle.
Der Benromach Organic wird mit 43% in der 0,7 Liter Flasche angeboten und kostet zwischen knapp über 39 und 47 Euro, ich zahlte damals um die 38.

In der Nase ist er schokoladig, karamellig und hat ein wenig zitrusfrische.
Das Raucharoma, was sich in der Nase sammelt geht etwas in Richtung Teerpappe.

Im Mund ist er leicht honigsüß, sanft rauchig mit starkem Eicheneinfluss angenehm trocken.
Er ist überaus süffig und seine Rauchigkeit hat imho was von einem Laphroaig QC.

Sein Abgang ist lang und warm mit herrlich süßlichem Rauch.

Der Organic war für mich eine sehr positive Überraschung.
Aus einer Laune heraus gekauft - mal ´nen Ökwhisky hinstellen - habe ich mich lange geziert ihn zu öffnen, denn allzu viel versprochen habe ich mir davon eigentlich nicht.
Umso geiler, wenn man dann eines Besseren belehrt wird und auch noch fähig ist das Anzunehmen. :-D




Wertung Single Malt
Benromach Organic 'Special `Edition'


Geschmack:
Fass4
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile4

Fazit: Wer einen leckeren und rauchigen Whisky trinken möchte, der nicht von Islay stammt, der noch zusätzlich vollständig von der Soil Association zertifiziert wurde und der –auch eher selten- in einem frischen Fass abgefüllt wurde, der muss hier zuschlagen. Ich mag den gerne und habe mich gleich darauf mit mehr Whiskys aus dem Hause Benromach, das zu Gordon&McPhail gehört, eingedeckt - mal sehen was die geschmacklich bringen.


Ihnen Ihr Blödbabbler

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Donnerstag, 20. Juni 2013

Charter 101

Da es augenblicklich zu heiß ist in Deutschland um sich sinnvoll an eine Re-Evaluierung der kürzlich beim Herrn AausB getesteten kleinen Racker zu machen, finden jetzt erst einmal ein paar schon länger auf Halde liegende Tastingnotes ihren Weg ins Blog.
Charter 101 Flasche
Den Anfang macht ein Kentucky StraightBourbon, der mit anständigen 50,5% Alkohol seinen Weg in die Flasche gefunden hat. Aus der Buffalo Trace Destillerie in Frankfort stammt die auffällige 1 Liter Flasche mit ihrem stabilen Plastikschraubverschluss und den Getreideverzierungen im Glas.
Ich habe mir inzwischen angewöhnt die meisten Bourbons, außer solchen Alkoholhämmern ab Wild Turkey Rare Breed (54,2%) bis zu Booker`s mit stolzen 64,5%, nicht mehr mit Wasser zu verdünnen. Zu oft taten selbst geringe Spuren Wasser dem Getränk schändliches an und verwässerten den Geschmack obwohl vermutlich noch deutlich über 40% im Glas waren. Das macht man ein paar Mal, aber eben nicht ständig, zumindest wenn man kein Schnapsschänder werden will. :-D

Doch zurück zum Objekt der Begierde, dem Charter 101.
Direkt nach dem Öffnen verströmte er eine sanfte Klebstoffnote, die sich aber vollständig verflüchtige, nachdem ich die Flasche inzwischen über ein halbes Jahr offen habe.
In der Nase schmeichelt er mit bezaubernder Vanille, Mandel und Kokosaromen.

Im Mund ist er ein wuchtiger Vertreter seiner Zunft, hier stimmen die % Alkohol durchaus mit dem Erlebnis überein, aber nicht unangenehm oder sprittig.

Er macht die Zunge etwas trocken und ist schwach und angenehm bitter und zu Anfangs der Flasche auch im Geschmack etwas acetonig. Aber das Haupterlebnis liegt auf einer massiven Vanilleattacke, süße und würzige holzige Geschmäcker harmonieren gut. Er hat eine überraschende Öligkeit, die die Lippen leicht fettet und schmeckt sehr rund.

Im Abgang ist er wunderbar warm und lang, mit dominierender Vanille, und der erwähnten süßen Würzigkeit, allerdings gibt es auch ein leicht strohiges Element, das ich nun so nicht gebraucht hätte.

Dennoch -trotz dieser geringen Eintrübung eines sehr guten Gesamteindrucks- sicherlich ein Bourbon Whiskey zu einem fairen Preis, der bei den üblichen Verdächtigen um die 28 Euro für den Liter liegt, meine Flasche lag mal wieder ein paar Euro drunter. ;-)




Wertung Kentucky Straight Bourbon
Charter 101


Geschmack:
Fass4
bis
Fass5
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile4

Fazit: Eine Kaufempfehlung für diesen leckeren, süffigen und starken Bourbon aus dem Hause Buffalo Trace. Für mich mindestens so gut wie der Wild Turkey 101 8 Jahre oder ein Knob Creek. Wer –so wie ich- alles mal probieren mag, liegt bei diesem Whiskey sicherlich nicht falsch.


Ihnen Ihr Blödbabbler

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Montag, 10. Juni 2013

Whisky-Tasting

Am Samstag lud der Herr AausB zum fröhlichen Whiskyverkosten und alle einige von uns kamen diesem Ruf gerne nach.
So fanden sich neben Herrn AausB und Frau SausB noch Frau KausA, Herr EausF, Herr Haus? und die Ms und ihr Blödbabbler ein.
Zur Auswahl standen -gemäß des vom Herrn AausB gewählten Mottos Das etwas andere „Insel Tasting“- folgende Getränke.

Aus dem Norden:
1. Highland Park „Svein“ – Single Malt
2. The Six Isles (Islay, Jura, Skye, Mull, Orkney, Arran) – Blended
3. The Arran Malt – Single Malt 10 Years

Von einer Insel aus dem tiefen Süden:
1. Bain’s Cape Mountain Whisky – Single Grain – South Africa

Von einer Insel aus dem fernen Osten:
1. Nikka Taketsuro Pure Malt – Blended 12 Years - Japan

Von einer quasi unbekannten Whiskyinsel:
1. Hammer Head – Czech Vintage Single Malt 1989

Tastingflaschen

Herr EausF brachte dann noch einen Amrut Single Malt aus dem fernen Indien mit, überraschenderweise einen alten Batch aus dem Jahr 2010 (meine vor zwei Wochen erstandene Buddel ist Batch 47 aus dem September 2012).
Und, weil die Damen und Herren prinzipiell experimentierfreudig sind und mir nicht einfach so glauben wollen, auch noch den Bruichladdich 1989 Vintage 'Carmel Cask'.

In den nächsten Tagen, wenn ich die dazugehörigen Probenflaschen nochmal in 'meiner' Umgebung retastet habe, gibts zu den einzelnen Whiskys einen separaten Artikel, bis dahin hier eine Kurzzusammenfassung.

Den Startdram gab der japanische Nikka Taketsuro Pure Malt, den ich mal aus der Hüfte heraus mit 2 Fässern werten würde, aber ich habe mir sicherheitshalber noch mal eine 5cl Sampleprobe abgefüllt, denn die Runde war der Meinung ich täte ihm- im Vergleich zu den anderen- damit unrecht.

Es folgte der südafrikanische Bain’s Cape Mountain Single Grain Whisky, der –so viel sei verraten- eine sehr schöne Nase hat, aber leider beim Geschmack stark abstinkt, metaphorisch gesprochen.
Davon habe ich mir keine Probe eingepackt, denn unser aller Urteil war ziemlich ähnlich.
Meine Einschätzung liegt bei diesem Whisky bei 1-2 Fässern.

Als Dritten im Bunde wagten wir uns an das sozialistische Erbe der tschechoslowakischen Republik in Form des Hammerhead 1989 Vintage. Ich denke es gibt dafür sicherlich irgendwo Fans, aber mich hat er doch ein wenig enttäuscht. Davon hatte ich mir deutlich mehr versprochen, sprechen sich doch z.B. Murray und Buxton mit relativ guten Werten und Worten für diesen Whisky aus. Nun ja, ich hab mir -Fehler!- davon keine Probe abgefüllt, sollte ich noch nachholen. Bis zum Gegenteil empfinde ich den als einen 2-3 Fässer Whisky.

Danach wurde der Highland Park Svein, ein 'neuer' Whisky ohne Alter aus der 'Warrior' Serie in die Gläser gekippt. Erstanden im preisfreundlichen Luxemburg für 30 Euro pro Liter, ginge er imho durch, nicht jedoch für die Preise die ich hier in den Onlineshops gefunden habe. Für 47+ Euro gibts Stöffchen die nach was schmecken und Spaß machen. Leider enttäuschte mich auch der Highland Park Svein, der noch hinter dem inzwischen schwächelnden Highland Park 10 zurückbleibt. Auch hier gibts aber noch ein Samplefläschlein um ihm gegebenenfalls Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Bis dahin ist es eine 2-3 Fässer Wertung.

Auf den Isle of Arran 10 Jahre hatte ich mich auch schon gefreut, und wie so oft, bekommt man dann nicht das was man sich ausgemalt hat. Immerhin hat er eine 3(-) bei mir -deutlich milder gestimmt nach mehreren Proben- abgestaubt. Da auch hier eine 5cl Probeflasche existiert, werde ich mir den kleinen Inselracker noch mal zur Brust nehmen und gucken obs in vertrauter Umgebung noch einen Nachschlag gibt.

Abschließend erfreuten wir uns an dem Six Isles Blended Malt, der mich mit seiner leichten Süffigkeit und dem gut begleitenden Rauch angenehm überraschte. In meinen Augen einer der wenigen rauchigen Sommerwhiskys die mir bisher untergekommen sind. Mal sehn' was das Sample hergibt, bis dahin rate ich den mit guten 3-4 Fässern.

Irgendwo zwischen der obigen Reihenfolge nahmen sich die Damen und Herren noch den Amrut und den Bruichladdich vor. Der Amrut, ich habe mal genippt, ist etwas 'brenniger', als mein späteres Batch, aber bleibt ein leckerer guter Stoff. Die Inder bei Amrut haben es raus wirklich guten Whisky zu produzieren.

Beim Bruichladdich tendierte die Einschätzung eher Richtung meines Artikels, selbst der werte Her AausB erklärte ihn 'besser' in Erinnerung zu haben, während Frau SausB ihr ursprünglich positives Urteil revidierte. Einzig Frau KausA konnte ihm etwas abgewinnen, während Herr EausF und Herr Haus? beide den Daumen senkten, mal mehr, mal weniger. Meine Ms. mir saß der Graus ja noch im Nacken, weshalb wir den nicht nochmal probieren wollten. :-D

Frau SausB hatte, wie der Herr AausB nicht verriet, einen Tortellonisalat (mit Käsetortelloni) gemacht und es standen diverse Käse und Brot zur Verfügung, so dass keiner von uns vom Fleisch fallen musste.
An dieser Stelle ein dickes Dankeschön, habt ihr beide gut gemacht, war ein schöner Abend, den wir -wenn es nicht ganz warm ist- sicherlich wiederholen sollten.
Denn meine angesammelten Flaschen sollten auch mal wieder einer genaueren Verkostung anheimfallen, findet

Ihnen Ihr Blödbabbler

Freitag, 10. Mai 2013

Glen Grant 'The Major's Reserve'

Heute ein weiterer Whisky aus den Regalen der Supermärkte.
Aus der Destillerie Glen Grant ihr billigster Einsteigerwhisky, der Majors' Reserve.
Glen Grant'The Major's Reserve'Flasche
Mit einer billigen Faltschachtel und dem dünnen Blechschraubverschluss geht sicherlich kein Cent an die falsche Stelle.
Die Flasche Glen Grant 'The Major's Reserve' gibts - wenn man mal die Angebote außen vorlässt- meist für um die 15-16 Euro pro 0,7 Literflasche.
Da zumindest bei uns in der Gegend jedoch eine große Supermarktkette mit 4 Buchstaben den gefühlt alle 4 Wochen für 12 Euro im Angebot raushaut, ist er preislich meist noch unter der Whiskyreferenz "Hölle", dem Loch Lomond NAS angesiedelt, mit dem er sich zumindest die 'Alterslosigkeit' teilt.
Bei den meisten Onlinehändlern liegt er bei 18-20 Euro, klar wo man sich eindecken sollte, wenn man sich eindecken sollte. ;-)

Der Glen Grant 'The Major's Reserve' ist ein noch junger Whisky.

In der Nase ist er fruchtig und hat einen Hauch Crème brûlée bei insgesamt eher schwachem Aroma.

Im Mund ist er schwach karamellig süß, leicht holzig trocken und mittelstark.
Ein bisschen zartbitterer Geschmack ist auch noch dabei.
Auf der Pappschachtel wirbt man mit seductively smooth, ich empfinde den Glen Grant jedoch als deutlich brennig auf der Zunge und im Mundraum.
Etwas das die Ms. Blödbabbler eigentlich gar nicht mag, dennoch zählt sie diesen Whisky zu ihren "Trink-ich-gerne"- Standards.
Merkwürdige Welt.
Allerdings hat er auch 'nur' alkoholische 40% und ist von daher eben etwas sanfter, als es die meisten 46% abgefüllten Whiskys sind, die ich dennoch häufig als milder und weicher empfinde.
Da der Glen Grant 'The Major's Reserve' vermutlich nicht lange genug Zeit im Fass hatte um dunkler zu werden, wurde seine Farbe mit E150a aufgehübscht - wers braucht und wenns denn schön macht. m(

Der Abgang soll haselnussig sein, was ich leider nicht gemerkt habe.
Ich kann nur feststellen: süß (Vanille(?), Karamell(?)) und hat einen leichten Sherry Einfluss - keine Ahnung wo der herkommt - und ist überraschend trocken. Und dann *paff* eh man sich versieht ist er weg.

In meinen Augen ein bodenständiger, anständiger und preiswerter Einstiegswhisky - wenn es denn ein Single Malt in der 15 Euro Klasse sein soll.
Allerdings ist das nix 'dolles', aber eben durchaus trinkbar - im Gegensatz zu dem Ding aus einer anderen Welt in der hübschen blauen Metalldose.

Wertung Single Malt
Glen Grant ‘The Major's Reserve’


Geschmack:
Fass3
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile5

Fazit: Glen Grant macht es beim Supermarkt-Whisky 'The Major's Reserve' richtig. Billige Verpackung, billiger Schraubverschluss und dafür ein anständiger Whisky in der Buddel. Eben kein Blender, sondern ein Single Malt. :-D


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Dienstag, 7. Mai 2013

Paddy

Ein Klassiker des easy drinking ist der Paddy von der grünen Insel.

Für kleines Geld gibt es den Paddy ganz unspektakulär mit billigem Blechschraubverschluss und ohne eine Umverpackung.
Paddy Flasche
Hier ist -aus Kostengründen- die 1 Literflasche vorzuziehen, die für eine Preis von knapp 20 Euro zu haben ist.


In der Nase ist er sehr karamellig, fast schon pot-stillig und dabei eben angenehm leicht und mild.
Menschen die gewöhnlich keinen oder ungerne Whiskey trinken, wie z.B. der Herr AausF oder Frau RausH, fanden den durchaus ansprechend; meine Ms. trinkt ihn ebenfalls gerne, sodass immer eine Flasche davon im Haus vorrätig ist.

Im Mund ist er sehr leicht und mild, schön grainig und karamellig süß, brennt aber zumindest bei mir an den Zungenseiten sanft.
Inzwischen scheint es leider auch stärkere Schwankungen beim Paddy zu geben; die aktuelle Flasche (vorgestern geöffnet) ist deutlich bissiger, als die 5 Stück, die wir in den letzten 3 Jahren auf dem Tisch hatten.
Hoffentlich ist das nur ein Ausrutscher und kein Trend, der sich eventuell aus der starken Nachfrage und einer „Alles-muss-raus-Mentalität“ nach irischen Whiskeys in der letzten Zeit ergibt.

Ein Abgang ist fast nicht vorhanden, so kurz ist er, allerdings dominiert auch hier karamellige Süße.

Ich mag den Paddy, der ist ein schöner Starter um die Zunge anzuwärmen aber auch ein treuer Begleiter für einen entspannten, anspruchslosen Whiskey Genuss in den warmen Monaten.

Nebenbei ist er eine gute geschmackliche Ergänzung zu einem Pint Guinness am St. Patricks Day. :-D

Wertung Blended Whisk(e)y
Paddy


Geschmack:
Fass4
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile5

Fazit: Ein sehr süffiger, leichter süßer Einsteigerwhiskey, der auch denen schmeckt, die eigentlich mit Whiks(e)y nichts am Hut haben. Gutes Mitbringsel und schöner Stoff für heimelige Abende zu einem guten Preisleistungsverhältnis.


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Montag, 6. Mai 2013

Bruichladdich 18 'Vintage 1989 Carmel Cask'

Es wird langsam Zeit meine alten Tastingnotes (2011 ff.) vom Schmierzettel ins digitale Format umzusetzen.

Auch habe ich mit schlechtem Gewissen zwischen den ganzen Flaschen die sich hier aufreihen eine Leihgabe des Herrn AausB wiedergefunden, deren Besprechung und Rückgabe nun dringlichste Aufgabe ist.
Auf sonderbaren Wegen fand eine Flasche Bruichladdich 18 Jahre Vintage 1989, welche in Weinfässern des israelischen Carmel Weinherstellers nachreifte oder in Bruichladdich Marketingsprech aced in wine casks from carmel winery, israel, ihren Weg zum Herrn AausB und danach direkt zu mir.

Danke dafür noch mal an dieser Stelle.

Bruichladdich 18 Vintage 1989 Carmel Cask
Der Whisky ist wie es den Anschein hat vergriffen, in der Bucht treibt er -hin und wieder- so um die hundert Euro herum, herum.
Da auf dem Etikett der Flaschenrückseite alles –bis auf den obigen Spruch- in Hebräisch verfasst ist, halten sich meine Erkenntnisse über diesen Whisky leider in Grenzen.

Was ersichtlich ist, der Whisky wurde mit anständigen 46% Alkohol abgefüllt.
Ob er allerdings koscher ist, entzieht sich meines Begriffsshorizonts, da ich nicht den Dreck unter meinem Fingernagel auf religiös motivierte Genussregeln gebe.

Im Geruch ist der Bruichladdich angenehm fruchtig, ein Spritzer Zitrone und etwas malziger Anklang.
Dabei ist aber auch noch etwas Schmieriges aber gut eingebettet in schwaches Küstenaroma.
Insgesamt keine spektakuläre Nase, aber auch nicht unangenehm, kann man so lassen.

Im Mund schmeckt der erste Schluck zuerst wunderbar mandelig wird dann aber schlagartig von der Weinnachreifung getötet, eine extrem unangenehme säuerliche Note und ein stumpfer hölzerner Geschmack lassen einen sekündlich erbleichen und an den eigenen Sinnen oder denen von Bruichladdich zweifeln.
Bah! So ein fieser Twist ist mir bisher noch bei keinem Whisky vorgekommen.

Ich mag ja sehr dominanten Sherryeinfluss im Whisky schon nicht sehr gerne, aber bei dem hier wünschte man sich der Geschmack hätte dem Fass den Boden raus gehauen, sodass er nicht mehr auf die Menschheit losgelassen werden kann.
Selbst die beste aller Mss. - nämlich meine - verzog angewidert das Gesicht und schüttelte sich ob der dargebotenen Geschmackshölle aus den Weinfässern des Grauens.

Im Abgang wird es sehr schnell trocken im Mundraum, vermutlich dem säuerlichen Knospenrüttler und -schüttler aus den Trögen des Weinanbaus geschuldet.
Zum Glück erkämpft sich das Malz noch einen kleinen Platz an der Rachenresterampe und auch ein guter vanilliger oder karamelliger Einfluss (durch den Mundraumschock kann ich das nicht besser eingrenzen) zeigt noch kurz seine Krallen.
Im gesamten ist der Abgang eher lang und ich wünschte das wäre nicht so.


Ein sehr merkwürdiger Whisky. Die Anlagen ohne den schauderhaften Weineinfluss sind gut, ausgesprochen schöne leckere Malzigkeit und Mandelaroma, aber eben nur für den kleinsten Teil einer Sekunde, bevor das alles brutal zunichte gemacht wird – so ein Schlamassel!
Selten, ach was, noch nie habe ich einen so zu Tode gefinishten Schnaps getrunken.

Sorry lieber AausB, aber das sind schon meine netten Tastingnotes. :-D
Aber, das Positive ist, ich bringe dir den in Kürze zu deinem Tasting mit, da können die anderen gerne mal gucken, ob ich zuviel versprochen habe.

Wertung Single Malt
Bruichladdich 18 ‘Vintage 1989 Carmel Cask’


Geschmack:
Fass2
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile2

Fazit: So ein Ärgernis, ein vermeintlich guter Whisky wird durchs Weinfassfinishing nahezu untrinkbar. Ganz knapp gabs noch 2 Fässer von mir, aber auch nur für den kurzen Geschmacksmoment in dem der Weinterrorist noch nicht zuschlägt. Eigentlich ein sicherer Kandidat für ein Loch Lomond 'battle of hell'. Der Markt ist zum Glück inzwischen leer, sein Geld kann man deutlich besser anlegen z.B.in Lehmann Brothers‘ Aktien. *eg*


Ihnen Ihr Blödbabbler

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