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Lebenswasser

Donnerstag, 16. Januar 2014

Glenfarclas Heritage

Den Glenfarclas Heritage bekam ich halbvoll aus dem Freundeskreis, als Dankeschön für kurzfristigen Rechnersupport, mitgebracht.
Er kommt in einem Holzkistchen sicher umhüllt daher, was ihm eine gewisse Aufmerksamkeit einbringt.
Den Glenfarclas Heritage gibt es in einer schwachen Fassung von 40% und in der wuchtigen, die originär wohl für den französischen Markt bestimmt war - denn das rückseitige Label ist in gallischer Zunge bedruckt.
Inzwischen haben aber die meisten Onlinehändler den Glenfarclas Heritage 60% auch im Sortiment, die Preise liegen meist bei um die 35 Euro pro 0,7 Liter, mit der Holzkiste auf dem Bild habe ich ihn nur bei dem Versender gesehen, dessen Lager augenblicklich bestreikt werden. ;-)
Glenfarclas 'Heritage' Flasche
Auf der hölzernen Umverpackung ist eingebrannt(?) Glenfarclas Heritage aus der Heritage Malt Collection.
Der Glenfarclas Heritage wurde -wie auch sein Bruder im Geschmack der Glenfarclas 105- mit satten 60% Fassstärke abgefüllt. Sehr löblich.

In der Nase findet sich eine Note die an Orangen erinnert, das Aroma ist süßlich ohne erkennbaren heftigen Sherry Einfluss mit feiner Malzigkeit. Leckeres Näschen.

Der Sherry schlägt dann aber umso wuchtiger zu, wenn der erste Schluck den Mundraum füllt.
Intensiver Sherrygeschmack, matschige, fast faule dunkle Früchte ganz ähnlich wie beim 105.
Der Antritt ist überraschend weich und süß, etwas dunkle Schokolade findet auch ihren Weg auf die Zungenknospen.
Ich habe den zwar pur probiert, aber 60% haben eher die Eigenschaft die Zunge und ihre sinnliche Funktion spontan zu sedieren, was einer Verkostung mittelfristig eher abträglich ist.
Deshalb wurde fleißig nach der 'spoon' Methode verdünnt, auf einen 4cl dram gabs 6-8 kleine Teelöffelchen voll Wasser, später dann auch mal weniger.

Im Abgang findet sich immer noch faule dunkle Frucht, eine leicht säuerliche Note und ein etwas muffiges Tier Element krabbelt dazwischen auch noch den Rachen träge runter.
Der Abgang ist definitiv nicht meiner, das ist alles irgendwie dumpf und breiig.

Aber vorher kann man mit dem Glenfarclas Heritage 60% durchaus Spaß haben, ähnlich wie mit seinem Klon im Geiste dem Glenfarclas 105.
Geschmacklich liegen die ungefähr gleich auf.
Auch wenn, wie man nachlesen kann, die Fasszusammensetzung nicht gleich sein soll, gibt sich das imho geschmacklich nicht viel.
Da ich allerdings mit dieser Art von starkem Sherryeinfluss nicht ganz so glücklich bin, trinke ich den wirklich nur dann, wenn mir mal nach solch einer Art ist; und das Verlangen nach fauler Frucht am Abend habe ich nicht oft.

Wertung Single Malt
Glenfarclas 'Heritage'


Geschmack:
Fass3 bis Fass4
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile4

Fazit: Wie auch beim Glenfarclas 105 kann man, wenn man auf schweres, faules und dunkles Obst steht damit eigentlich nichts falsch machen. Vermutlich würde ich mir aber eher den 105 holen, denn der hat inzwischen zehn Jahre Reifung hinter sich, der Heritage ist ein NAS, auch wenn man dem schwachen Bruder desselben, dem 40% Heritage ein Alter von um die 8 Jahre nachsagt. Wer das nachsagt, in die Welt gesetzt hat, nur abschreibt und weiterverbreitet oder wirklich weiß, entzieht sich meinem Horizont. Ich bin es nicht. :-D Mit der Holzkiste ist der Heritage 60 durchaus ein kleiner Hingucker im Regal, wer sowas mag.


Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt - 5 Wunderbar - 4 Lecker - 3 Gut - 2 Brauchbar - 1 Widerlich - 0 Fußbad

Mittwoch, 15. Januar 2014

Big Peat Xmas 2012

Wieder mal ist Weihnachten vorbei, die Menschen werden allmählich gelassener und auch friedlicher im Umgang miteinander, kurzum der Konsumstress beginnt von Ihnen abzufallen.
Und so, wie der hausgemachte Familienstress jedes Jahr aufs Neue vor der Tür steht, so gibt es inzwischen bereits das dritte Jahr in Folge vom Big Peat eine sogenannte Christmas Edition.

Leider hänge ich ein gutes Jahr hinterher, so dass es nicht der Big Peat Weihnachten 2013 ist -denn der steht noch brav verschlossen im Regal- , sondern der Big Peat Christmas Edition 2012, den ich hier heute vorstelle.
Kurz noch für jene, denen das Konzept vom Big Peat nicht bekannt ist, ein paar erläuternde Worte.
Big Peat Xmas 2012 Flasche
Der 'gewöhnliche 'Big Peat ist ein aus verschiedenen Single Malts zusammengemischter Whisky, ein sogenannter Blended Malt.
Er wird aus Ardbeg, Caol Ila, Bowmore und Port Ellen kreiert, wobei die Anteile von Port Ellen, aber vermutlich auch Ardbeg eher in geringerem Maße ihren Weg ins Endergebnis gefunden haben dürften, der (relativen) Seltenheit oder dem Geschäftssinn dieser beiden Marken halber.
Der 'normale' Big Peat wird mit anständigen 46% abgefüllt und mit einer comicartigen Figur beworben.
Nachdem sich anscheinend -wenn man am steigenden Preis etwas ablesen kann oder will- der Big Peat gut verkauft, was bei dem Gebotenen nicht verwundert, kamen die Strategen auf die Idee zu Weihnachten eine Sonderedition herauszubringen.
Erstmalig im Jahr 2011 erschien mit 57,8% Abfüllung der rüpelige Big Peat in der Weihnachtsedition, als sinnvoller Christkindersatz für Freunde des rauchigen Geschmackserlebnisses.
Mit deutlich höherem Preis - im Vergleich zur Standardabfüllung - spielt er in der Anschaffung in der Ardbeg Uigeadail Liga und kostet damals mithin so zwischen 56 und 60 Euro je nach Händler.
Der Testballon scheint hoch genug gestiegen zu sein, sodass in den Folgejahren weitere Weihnachtsabfüllungen auf dem Markt erschienen.

Der erste Xmas Big Peat von 2011 fand in meinem Bekanntenkreis ein eher ernüchterndes Echos, beim gemeinsamen Verkosten fanden wir den alle gesegnet mit „Zuviel von allem“, alkoholisch und eindimensional rauchig hin zur verbrennenden Teerpappe.
Der werte Herr EausH rankte ihn sogar unter dem Loch Lomond NAS wie man hier nachlesen kann. m(
Erst im Laufe der Zeit gelang es mir mich dem ruppigen Kerl zu nähern, und siehe da, nach ungefähr der Hälfte der Flasche (nicht auf einmal, sonst wäre das kein Wunder, denn bohnenvoll leidet die Kritikfähigkeit doch enorm :-D )war ich schlagartig sehr angetan.
Aber auch mit dem Ardbeg 10 hatte ich ja zu Anfang meine Probleme, wurde ich nicht richtig warm mit ihm, bis dann der Knoten platzte und ich mich in den Geschmack nahezu verliebte.
So auch hier, beim Big Peat Xmas 2011.
Die -ursprünglich bemängelten Anstößigkeiten hatten sich hin zu einem herrlich Spaß bringenden Whisky gewandelt. Aber genug vom 2011, hier und heute geht es um den Big Peat Xmas Edition 2012.

Mit anständigen 53,6% abgefüllt, als Small Batch Cask Strenght tituliert, steht der Big Peat auf festen Beinen.
Wenn das Small Batch allerdings nicht mehr mit Wasser verdünnt wurde, wogegen der Zusatz Cask Strenght spricht, sollten trotz der Absenz einer Altersangabe dennoch einige ältere Whiskys onboard sein, denn sonst läge der Alkoholgehalt vermutlich höher wie noch im Vorjahr.

Der Big Peat Xmas 2012 ist in der Nase überraschend mild, sogar sehr mild mit Honig und dem unvermeidlichen Rauch, der aber weniger wuchtig daherkommt, als man es vom 'normalen' Big Peat gewohnt ist.
Die Nase ist gut, aber nicht wirklich spektakulär, sodass ich mich zügig an den Geschmackstest machen kann.

Für seine 53,6% ist der Whisky überraschend mild auf der Zunge, trotzdem machen die % natürlich die Mundhöhle angenehm warm.
Er ist süß, eher Honig als Karamell, nur leicht teerig -dennoch ist dies der dominante Eindruck- und etwas trocken.
Ein sehr stimmiger Geschmackseindruck, bei dem sich die Süße sehr gut mit der Teerigkeit verbindet, aber die ganz medizinische Note á la eitriger Jodverband stellt sich nicht ein. Ist eben kein Laphroaig mit drin. ;-)

Im Abgang bleibt der Big Peat Xmas 2012 warm und süß, der Geschmack heftet sich teerpappenartig an die Geschmacksknospen und verweilt dort, bis man wieder aufwacht oder sich mit einem Zungenschaber vor dem Frühstück der klebrigen Reste entledigt.
Trotz der Intensität mit der der Big Peat den Schlund teert, ist diese Note dabei nie sonderlich aufdringlich oder störend, sondern immer ein gut eingebundener Teil eines wirklich schönes Ganzen.

Sehr lecker.

Eben gerade, als ich das hier schreibe, mal nachgeguckt: bei den meisten Händlern ist er im Jahre 2014 -nicht wirklich erstaunlich- vergriffen.
Doch dort, wo er noch erhältlich ist, gibt es ihn bspw. gerade im Angebot für knapp unter 50 oder als 'Normalpreis' bei anderen Händlern für knappe 55 Euro.

Wertung Blended Malt
Big Peat 'Xmas Edition 2012'


Geschmack:
Fass5
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile3

Fazit: Wie auch sein Vorgänger ein gutes, angenehm- rauchiges Single Malt Amalgam von der Insel Islay. Wer sich nicht daran stört, dass es die 2012 er Ausgabe ist, kann sich momentan -wenn er gut guckt- für 50 Euro einen leckeren Stoff ins Haus holen. Immerhin hat mich der 2012 so wuschig gemacht, dass ich mir auch die 2013er Fassung geholt habe. Mal sehn, wann ich dazu komme den zu testen, und ob es weiterhin eine sichere Bank bleibt sich den Big Peat in Fassstärke einmal im Jahr für deutlich mehr Geld ins Haus zu holen, oder ob man sein Geld lieber weiter wandern lässt. Mit dem 2012 macht man imho nichts falsch.


Ihnen Ihr Blödbabbler

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6 Perfekt - 5 Wunderbar - 4 Lecker - 3 Gut - 2 Brauchbar - 1 Widerlich - 0 Fußbad

Mittwoch, 8. Januar 2014

Magilligan Pure Pot Still

Durch Zufall stolperte ich bei einer Onlinebestellung über die heutige Flasche, einen irischen Single Malt aus den Trögen von Cooley, den Magilligan Pure Pot Still.
Der Magilligan ist ein 5 jähriger Single Malt, auch wenn auf dem Etikett etwas von Pure Pot Still steht.
Die Begrifflichkeit Pure Pot Still, die sonst einen irischen Whiskey bezeichnet, der sowohl aus gemälzter als auch aus ungemälzter Gerste besteht, ist nicht geschützt, und kann, solange der Whiskey in einer Pot Still Destillationsanlage (die mit den Kupferkesseln ;-) ) entsteht auch aufs Etikett geschrieben werden. Hier haben wir es aber mit einem echten, jungen Single Malt zu tun.
Magilligan Pure Pot Still Flasche
Bisher war ich von den verkosteten irischen Single Malts nicht wirklich begeistert; den Tyrconell nannte ich gerne den irischen Loch Lomond, den Clontarf mochte ich bisher auch nicht so sehr und der Connemar Peated gruselte mich.
Dafür hab ich mein Herz an die Pot Stills (die aus gemälzter und ungemälzter Gerste) verloren; der 12 jährige Red Breast in der 46% Abfüllung ist immer noch mein Liebling, wobei ich mit der Cask Strenght Fassung desselbigen hadere, da mir die zu singlemaltig daherkommt. Aber auch ein Green Spot oder Powers John's Lane 12 sind wirklich gute und leckere Erzeugnisse von der grünen Insel.
Ich war also nicht unbedingt überzeugt von meiner Idee mir einen Iren zu kaufen, der sich als Single Malt präsentiert.
Aber da mir der Name gut gefiel (ich musste irgendwie immer an Gilligans Insel dabei denken und schmunzeln) zögerte ich nicht, als ich ihn bei besagtem Händler für knappe 30 Euro - die 0,7 Liter Flasche - im Frühjahr 2013 sah.

Er ist in einer schönen grünen Flasche mit akzeptablen 43% Alkohol abgefüllt und hat ein schönens, stimmungsvolles Etikett -sonst war meine Flasche allerdings nackt, das heißt kein Blechkleid oder eine Pappschachtel trennten des Betrachters Blick vom Gewollten.

Da nichts von ungemälzter Gerste auf dem Etikett steht, sondern nur von gemälzter ist es eben -wie bereits oben erläutert- kein(Pure) Pot Still, sondern ein Single Malt.
Egal, wie man das marketingtechnisch nennen mag. Punktum.
Da der Whiskey relativ hell ist (deshalb die grüne Flasche?) und ich nichts von Karamellzugabe auf dem Etikett finde, vermute ich mal, dass man sich bei der Farbgebung an die Originalfarbe gehalten hat.
Die Online-Händler haben allerdings, der nächste Abmahner ist schließlich nie weit, sicherheitshalber "Mit Farbstoff" dabeistehen.
Der Magilligan durfte 5 Jahre in Bourbonfässern reifen, was mir entgegen kommt, da ich es nicht so mit Sherryfassreifung habe und auch ganz sicher nicht mit stylisher Sherryfassnachreifung (ja, ich schmecke leider auch Schwefel im Whisky -eingebracht durch lausige Sherryfässer - vermutlich meiner diabolischen Ader geschuldet;-) ).

Im Geruch ist der Magilligan schön zitrusfruchtig, grüner Apfel und eine wunderbare Frische steigen in die Nase und lassen die Vorfreude wachsen.

Im Mund ist er sehr malzig mit etwas trockenem Holzeinfluss.
Er besitzt eine schöne Öligkeit, hat aber eine Beinote die mich an den Geruch von schmutzigem Lagerhallenboden denken lässt.
Das ist, wiewohl es eklig klingt, allerdings nicht sonderlich schlimm, denn diese Note ist sehr schwach und -so komisch das klingen mag- unterstützt die vorhandene Öligkeit auf interessante Weise.
Aber ich mag ja auch das Schmieröl-Salzwasser-Bilgengemisch bei Caol Ila gerne. :-D

Im Abgang ist der Magilligan dann warm, malzig und süß.
Das Ölige geht über in eine Fettigkeit der Marke Lippenpflegebalsam, von der Konsistenz her, nicht vom Geruch oder Geschmack.
Nach einem kurzen Augenblick bittert der Magilligan dann leicht nach, was aber im Kontrast zum Malz und der Süße nicht als unangenehm empfunden wird.

Wow, der erste Single Malt aus Irland, der mir schmeckte und der sich wunderbar trinken lässt.

Wertung Single Malt
Magilligan 'Pure Pot Still'


Geschmack:
Fass4
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile4

Fazit: Ein sehr angenehm zu trinkender und durchaus leckerer irischer Single Malt, der trotz seines jungen Alters nicht garstig oder sprittig daherkommt.


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Dienstag, 7. Januar 2014

Blackstone 18

Im Winter 2011 gab es bei Aldi einen 18 jährigen Speyside Whisky, für round about 16 Euro
Die Discounterkonkurrenz von Lidl hatte zeitgleich einen 12 und einen 18 jährigen Speysider aufgefahren, zu denen ich hier und hier schon etwas geschrieben habe.
Da die beiden von Lidl erstandenen Whiskys inzwischen schon lange leer sind, der von Blackstone 18 von Aldi jedoch noch nicht mal halb geleert wurde, zeigt sich bereits, das für mich mit diesem etwas nicht ganz passte.
Blackstone 18 Flasche
Die Flasche weist den Blackstone 18 als 40% Vertreter seiner Zunft aus, der Hinweis auf die Zweifachdestillation geht an die Holzköpfe Unwissenden, die nicht wissen, dass der meiste schottische Whisky (mindestens) zweifach gebrannt wird.
Ausnahmen sind bspw. Auchentoshan (dreifach) und Springbank(2,5 fach).
Das der Whisky in Eichenfässern gelagert wurde ist nun auch nicht sehr überraschend, dürfte er sich doch sonst nicht Whisky nennen.
Kurzum das Label strotzt vor Marketingblablubb der aussageleeren Art, wenn es denn überhaupt anderes Marketinggewäsch geben sollte. ;-)

In der Nase ist der Blackstone 18 wachsig mit einem leichten Hauch Pfirsich - durchaus nicht unangenehm.

Im Mund ist er dann ölig, süß und pelzt die Zunge etwas auf.
Was aber ein echtes Problem ist, ist der extrem starke Holzeinfluss, der ihn leider gallebitter werden lässt.
Der erste Eindruck ist wirklich gut, der süße, leichte und ölige Geschmack trifft die Zunge und man denkt - o.k. ein sanfter Speysider business as usual- aber die bittere Keule schlägt dann wuchtig aufs Gemüt und die Geschmacksnerven ein.

Wenig überraschend ist die brutale Bitterkeit auch im Abgang dermaßen dominant, das man sich wünscht, man hätte einen Karamellbonbon in der Nähe um das galleähnliche Geschmacksdesaster zu neutralisieren. Bah, so ein fieser Fasseinfluss ist mir bisher noch nicht untergekommen. Wenn ich beim Storm über etwas Bitterkeit geschimpft habe, war das wie ein Honigdrops im Vergleich hierzu. Der Geschmack ist so gemein, das es mir nicht gelungen ist, bisher mehr als einen dram davon zu trinken.

Hier wurde ein durchaus nicht schlechter Whisky durch die Lagerung und die miese Fassauswahl schlicht ruiniert.

Allerdings gab es scheinbar zwei unterschiedliche Chargen im Handel, denn der von der Frau IausF gekaufte Blackstone 18 hatte diese extreme Bitterkeit nicht, sondern war ein einfacher und trinkbarer Speysider, ähnliches konnte man in den einschlägigen Foren lesen.
Tjo, da hab ich mal in die Kagge gegriffen Pech gehabt - echt bitter, im wahrsten Sinne des Wortes.

In den Folgejahren habe ich mir, auch, weil einfach so viele andere Flaschen meiner Obhut bedurften, keine Discounter Whiskys mehr um die Weihnachtszeit gekauft.
Manchmal mag ich eben einfach 'wissen' was ich für mein Geld bekomme und nicht selbiges für einen Whisky der Marke 'Surprise' spekulativ anlegen.

Dennoch ließ sich als Fazit der drei getesteten Discounterwhiskys festhalten: bei Discounter verkaufte Whiskyware muss nicht zwangsläufig schlecht oder von minderer Qualität sein, ein Festival der Sinne wird es aber meiner Einschätzung nach auch eher selten.

Wertung Single Malt
Blackstone 18 (2011)


Geschmack:
Fass1 bis Fass2
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile3

Fazit: Schade, hier wurde ein passabler Speysider durch wirklich schlechte Fässer ruiniert, selbst der billige Preis rechtfertigte den Kauf nicht.


Ihnen Ihr Blödbabbler

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Montag, 6. Januar 2014

White Horse

Heute stelle ich nach längerer Zeit mal wieder einen Blended Whisky vor, den White Horse.
Im befreundeten Ausland für knappe 8 Euro erstanden erfreut die Flasche mit einem Blechschraubverschluss und einem 40% gefärbten Whisky in stabiler Flasche.
Wenn man ihn bei den Versendern findet, dann lohnt sich sicherlich die 1 Liter Flasche für um die 19 Euro.
White Horse Flasche
In der Nase ist er irgendwie parfümig, schwach und frisch und jung.
Nix dolles, aber wer erwartet auch schon von einem Standardblend, dass er einen mit seinem wuchtigen Aroma die Nebenhöhlen freipustet.Eben!

Dann im Mund die erste Überraschung, süß, karamellig, mandelig und vanillig mit einer sanften Tabaknote im Hintergrund und einer leichten -nicht unangenehmen- Holznote, sowie einem Hauch Menthol. Richtig lecker und süffig.
Zusätzlich kommt er ein wenig ölig auf der Zunge an und ist warm bis brennig, hier schlägt dann leider auch eine gewisse Sprittigkeit zu.

Sein Abgang ist ebenfalls süß, hier schleicht sich dann noch ein etwas bitteres Element dazu.
Er ist deutlich warm und -für einen Blend- überraschend lang.

Sehr schön, ich liebe es, wenn man mit nichts rechnet und dann doch positiv überrascht wird.
Zumindest die bessere Variante als umgekehrt: viel Erhoffen und dann brutal enttäuscht werden.


Der White Horse ist ein lecker süffiger Standardblend, der eine Zeitlang - als ich nicht nur schnuffeln und verriechen usw.-, sondern einfach mal entspannt mit dem Glas in der Hand zum Fernsehen etwas trinken wollte - ein guter Begleiter war.


Wertung Blended Whisky
White Horse


Geschmack:
Fass3
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile3

Fazit: Für den Preis von 7,99 für die 0,7 Liter Buddel war der White Horse der Hit, um Längen angenehmer als bspw. ein Hanky Bannister oder wie die billigst Kerle alle heißen mögen. Wenn man 19 Euro für die 1 Liter Flasche zahlt, konkurriert er mit anderen Blends und da wird die Luft dann schon etwas dünner. Ein leckerer, manchmal etwas garstiger Blend der dennoch Spaß machen kann wenn man sich darauf einlässt.


Ihnen Ihr Blödbabbler

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6 Perfekt - 5 Wunderbar - 4 Lecker - 3 Gut - 2 Brauchbar - 1 Widerlich - 0 Fußbad

Amrut Single Malt

Der heutige Testkandidat stammt mal nicht von den Schotten oder den Iren, sondern kommt aus Indien, genauer, aus der Destillerie Amrut.
Von Amrut habe ich schon den Amrut Fusion getestet und für gut befunden, der getestete Single Malt ist deren Einsteigerschnaps im Sortiment.

Meine Buddel(n) lief(en) mir beim hiesigen Getränkehändler über den Weg, der sich inzwischen ein nettes Sortiment an Whiskys auf Halde gelegt hat.
Wie es der glückliche Umstand wollte war die Flasche auch noch billiger zu haben, als bei den üblichen Verdächtigen im Internet, nämlich für knappe 29 Euro.
Im Netz kostet der bei den meisten seriösen Händlern um die 32 Euro für die 0,7 Liter Flasche (Nachtrag: hoppla eben bei einem vertrauenswürdigen Händler im Netz den Amrut SM für 29.50 gesehen).
Amrut Single Malt Flasche
Deshalb an dieser Stelle mal der Hinweis: haltet die Augen immer schön offen und guckt ruhig auch mal beim Händler vor Ort nach Whisky.
Meist ist der gar nicht deutlich teurer als bei den Verschickern, einige sind sogar deutlich billiger zu haben, bspw. Jim Beam Yellow oder auch ein Four Roses Bourbon.
Bei unserem um die Ecke erstand ich bspw. einen Nikka Pure Malt Black für 4 Euro weniger, als der billigste Versender ihn mir feilbot.
Kurzum, guckt und kauft ruhig mal bei euren lokalen Händlern, stärkt den Handel vor Ort; man hat die Buddel gleich und wenn man mag dann kann man mit dem Mann vor Ort noch ein wenig fachsimpeln oder Anregungen für zukünftige Einkäufe abgeben.
Gerade in unserem Hobby schwanken die Preise zum Teil erheblich zwischen den einzelnen Händlern, unterschiedlichen Flaschen und Abfüllungen - Vergleichen und dann bewusst kaufen ist sicherlich, bei den ohnehin satten Preisen für Whisky, immer ein guter Rat.

Aber zurück zu Amrut.
Durch das deutlich wärmere Klima in Indien, reifen die Whiskys deutlich schneller, als im sonnigen weniger von der Sonne verwöhnten Schottland(obwohl ich immer einen Sonnenbrand bekommen habe, so ich dort urlaubte und ich auch meist >75% Sonnentage hatte), sodass auch junge und jüngere NAS Whiskys einen Reifegrad aufweisen können, wie man ihn von schottischen erst nach 10,12 oder 15 Jahren erwartet.

Der Amrut Single Mal ist ohne Altersangabe und kommt in diversen Batches (schlauerweise habe ich vergessen meine getesteten von der Flasche abzuschreiben, sie wurden jedoch September 2012 abgefüllt), die allesamt mit anständigen 46% , nicht kühlgefiltert und mit naturbelassener Farbe abgefüllt werden, daher.

Die stabile Metalltube mit ihren erdfarbenen Tönen rundet den positiven Gesamteindruck an, auch erfreut mich immer ein kleiner Beileger in der Tube, der mich mit dem Gesamtsortiment vertraut macht.

In der Nase finden sich neben einer leichten Grasnote auch frische Zitrusfrucht, ein feines Honigaroma und etwas klebriger Karamellduft. Lecker und leicht, mit anfänglich sanftem Alkoholstich.

Im Mund ist der Amrut Single Malt samtig, mit einer Schaufel lecker süßem Honig auf den dann eine sandelholzartige Note folgt.
Der Amrut ist durchaus stark und würzig, hier macht sich der Holzeinfluss deutlich bemerkbar, eine leichte, schöne bittere Note und etwas Lakritz spielen auch noch mit und erfreuen des Testers Geschmacksnerven.

Der Abgang ist deutlich warm, die Zunge pelzt etwas auf und im Mund überwiegt eine Mischung aus Süße und Würze, die relativ lang stehen bleibt.

Hjjamm. Sowohl der Amrut Fusion, als auch der Einstiegs Single Malt haben mich restlos von dieser Destillerie begeistert.
Leider haben die Preise für die anderen Whiskys aus dem Sortiment zum Teil schon böse angezogen bzw. halten ein eher ambitioniertes Niveau, sodass vermutlich hier erstmal Schluss ist mit meinen Test zu indischen Whiskys.
Ich mache ja einiges mit, aber eben nicht alles und es gibt noch ne ganze Menge andere Destillerien zu entdecken, deren Erzeugnisse zu verkosten und sich an guten Preisen zu erfreuen.
Wobei der Amrut peated und der Cask Strenght noch im Rahmen bleiben, wenn man sich eben nicht am fehlenden Alter im Verhältnis zum Preis stört.

Nachdem bei meinem Getränkehändler vor Ort die Lage Amrut (12 Flaschen, von denen ich alleine zwei kaufte) aufgebraucht waren hat er zwar Nachschub beigeschafft, aber auch gleich mal den Preis um ein paar Euro angehoben. Nun kostet er soviel wie bei den Onlineversendern und wird erstmal nicht mehr nachgekauft.
Doch man sollte sich nicht von meiner Entscheidung beeinflussen lassen; auch für den Preis von 32 Euro ist der Amrut Single Malt ein klarer Kauf für jeden der mal was außer der (Irland/Schottland/USA) Reihe probieren möchte; und der Preis ist noch immer gut und fair.
Die, von denen ich spreche liegen deutlich jenseits der 50 Euro Marke und das finde ich schon bei Ardbeg und Konsorten deutlich übertrieben.

Wertung Single Malt
Amrut ‘Single Malt’


Geschmack:
Fass4
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile4

Fazit:Der Einsteiger Single Mal aus dem indischen Hause Amrut ist trotz fehlendem Alter ein sehr guter, nicht zu komplexer Whisky der sicherlich sein Geld wert ist. Wer auf der Suche nach etwas neben den üblichen Vertretern aus Schottland, Irland oder den USA ist, macht damit nichts verkehrt, wer allerdings auf mehr Komplexität steht, dem sei zum Amrut Fusion geraten.


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Sonntag, 15. September 2013

Talisker 10

In meinem heutigen Geschmackseindrucks Text geht es um einen Whisky, einen Standardklassiker von der Isle of Skye.
Aus der einzigen Destillerie "Taslisker" kommt deren Einstiegswhisky der mindestens 10 Jahre gereift ist, der Talisker 10.
Der Talisker 10 ist im inzwischen immer zunehmend irrsinniger werdenden Markt mit Whisky preislich ziemlich stabil geblieben.
Während sein erwachsener Bruder, der Talisker 18 inzwischen -wenn man ihn denn bekommt- bei 100 Euro angekommen ist; meine Flasche stammt zum Glück noch aus 2011 da erstand ich sie für 52(!) Euro.
Aber da sind wir beim Talisker 10 zum Glück noch weit davon entfernt; der kostet in der 0,7 Liter Flasche meist zwischen 28 und 30 Euro, meine 1 Literflasche lag 2012 bei 37,50 Euro.

Was bekommt man für sein Geld?
Man bekommt einen kühlgefilterten und mit Farbstoff versehenen(auf meiner aktuellen Flasche merkwürdigerweise nicht gekennzeichnet) aber auch mit lustig-unrunden 45,8% Alkohol abgefüllten Whisky in einer stabilen, stylish blau und maritim gehaltenen Verpackung.
An dieser Verpackung hat Talisker inzwischen leider gebastelt, so hat die neue Serie stattdessen die gischtende See drauf, wie beim Talisker Storm zu sehen und ist imho nicht mehr ganz so stabil.
Mein Talisker 10 stammt aus dem Jahre 2012; in 2011 hatte ich eine weitere Buddel davon verkostet.
Talisker 10

In der Nase ist zitrusfrisches Aroma und ein delikater Hauch von Rauch, aber nicht aufdringlich und schwer, wie gewöhnlich bei seinen Geschwistern auf Islay anzutreffen.

Im Mund ist er leicht salzig, pfeffrig scharf und auch ein wenig, angenehm süß.
Eine Tabak- und Schokoladennote sowie ein sanft bitterer Fasseinschlag runden den Geschmack vortrefflich ab.
Man kann sich trefflich streiten, ob die Schärfe pfeffrig oder eher-nach Talisker Marketingsprech- ein chili catch ist.
Wobei, wenn ich ehrlich bin, ist es eher diese Richtung, denn Pfeffer hat imho mehr Tiefe bei seiner Schärfe, als es eine meist eindimensionale Chilischärfehat.
Seis 'drum, scharf ist scharf und dies ist ja auch das Destillerie-Alleinstellungsmerkmal - zu Recht.
Ich mag diesen Biss, der sich deutlich von alkoholischer Schärfe unterscheidet und dem Talisker 10 eine wichtige und interessante Note zufügt.

Im Abgang ist es erwartungsgemäß warm und pfeffrig brennend - durchaus lang und der sanfte Kick der Tabaknote zappelt auch noch ein wenig im Rachen, bis doch die Süße letztlich die Oberhand gewinnt.

In meiner Beschreibung des Talisker Storm habe ich etwas ungnädig über den Talisker 10 geklungen, ich schrieb:Viele schwören ja auf den Talisker 10 Jahre als Standardwhisky, ebenso wie auch auf einen Highland Park 12. Beides konnte ich nie völlig nachvollziehen;[...]
Der Talisker 10 ist ein durchaus guter trinkbarer Whisky, sein pfeffriges Alleinstellungsmerkmal rettet ihn noch, aber im Vergleich zu seinem neuesten Brüderlein, fällt er deutlich ab.

Ich gestehe, hier war ich etwas voreilig, denn wenn man das PLV beim Talisker 10 betrachtet, erhält man für kleines Geld einen handwerklich guten, geschmacklich ausgefallenen und süffigen Whisky, der es sich immerhin 10 Jahre im Fass gemütlich machen durfte.
Im direkten Vergleich gefiel mir allerdings der "Storm" -anscheinend als einzigem Tester auf diesem Planeten- besser, trotz dessen unschöner Bitterkeit.
Was den oben ebenfalls angesprochenen Highland Park angeht, so habe ich noch eine geschlossene Flasche davon hier rumstehen um mein ungnädiges Urteil eventuell doch noch zu revidieren. Mal sehen, wann ich mich da ranmache.


Wertung Single Malt
Talisker 10


Geschmack:
Fass3
bis
Fass4
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile4


Fazit: Ein guter Standardwhisky, süffig und mit einem (noch) sehr guten PLV. Wer es gerne mal schärfer hat und wer nicht von Rauch, Torf und Jod erschlagen weren möchte, der erhält mit dem Talisker 10 einen anständigen Whisky für die kältere Jahreszeit.


Ihnen Ihr Blödbabbler

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Dienstag, 23. Juli 2013

Caol Ila 1983 double matured

Mein bisher teuerster Whisky war eine Anschaffung auf der Whiskymesse in Aschaffenburg im Winter 2011.
Ein Caol Ila 1983 aus Fass # 4799 der noch einen kleinen Zeitraum in einem 20 Liter Limousin Eichenfass gefinisht wurde.
Er hatte 54,4% Alkohol und ich leistete mir eine 0,2 Liter Abfüllung für - ich glaube - 27 Euro; der 0,7 Liter Flaschenpreis war -wenn ich mich recht entsinne- um die 85 Euro.
Caol Ila 1983 Flasche
Kurz zuvor hatte ich auf der Messe eine Einzelfassabfüllung eines ebenfalls 27 Jahren alten Caol Ila probiert, der mir ebenfalls zugesagt hatte.

Das Problem bei Messeverkostungen ist imho, viele Menschen, andere Gerüche als daheim und natürlich meist deutlich mehr unterschiedliche Whiskys die man verkostet.
Alles immer ein wenig unruhig, irgendwie ist man immer auf der Jagd.
In meinen Augen ein schlechtes Umfeld für 'ernsthaftes' Verkosten.
Allerdings kommt man dort relativ einfach –meist zu einem akzeptablen Preis- in die Möglichkeit, eben zu probieren, wonach es einen verlangt.
Ich bin da immer etwas zwiegespalten, aber man kann sich ja vom –vor Ort- probierten Stoff noch was für daheim einpacken lassen.
So auch hier.
Ich verkostete den Caol Ila 1983 direkt vom Fass, sozusagen und er mundete mir gut; Geruch wie aus einer Schiffsbilge, Geschmack nach Schmieröl gelöst in salzigem Wasser, ein Caol Ila fürwahr. :D

Nachdem ich mich zuhause, er war zurückgelegt für –eine besondere Gelegenheit- endlich dranmachte, hatte er leider –zumindest in meiner Erinnerung- deutlich an Aroma verloren. Eventuell mein Fehler, oder ich war bereits zu enthemmt, als ich ihn auf der Messe verkostete.

So hatte ich nur noch einen schwachen Bilgegeruch, ganz wenig Rauch -fast schon keiner mehr- und ein wenig süßliche Karamellbonbons beim etwas enttäuschten Schnuffeln in der Nase.
Das war deutlich mehr in Aschaffenburg, eventuell bekam dem Whisky die Wartezeit in der kleinen 0,2 Liter Flasche nicht, wer weiß.
Die Nase war immer noch nett, aber leider nicht mehr so *geil* wie ich mich erinnerte.

Im Mund zeigt sich die lange Reifezeit, eventuell auch das frische Kleinfass der Nachreifung, deutlich Eiche, würzig, trocken.
Die Süße ist leicht, erst Karamell, dann Honig.
Anflüge von Zimt und leichter Zitrusgeschmack finden auch noch ihren Weg.
Geschmacklich finde ich den klasse, das ganze harmoniert sehr schön und macht ihn gut trinkbar.

Der Abgang ist lang und trocken, dabei etwas bitter und dagegen stehend noch ein Hauch süßes Karamellaroma.

Ein interessanter Whisky, den ich vermutlich schneller, also früher hätte trinken sollen.
Dennoch auch nachdem er scheinbar an Aroma verloren hat, noch wirklich gut.
Allerdings gönne ich mir jetzt erstmal wieder die Preisrange bis 60 Euro und nicht mehr die ab 85 aufwärts. ;-)

Wertung Single Malt
Caol Ila 1983 double matured


Geschmack:
Fass3
bis
Fass4
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile3
Der Whisky hat leider ein Fass verloren, während er auf mich Blödi gewartet hat, mein dämlicher Fehler. *hmpf*


Fazit: Nettes Experiment, guter bis leckerer Whisky, aber für mein Portemonnaie und die Preishemmschwelle in meinem Kopf 'noch' zu teuer. Dennoch mal weiter beobachten was es in 2013 gibt.


Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt - 5 Wunderbar - 4 Lecker - 3 Gut - 2 Brauchbar - 1 Widerlich - 0 Fußbad

Samstag, 20. Juli 2013

The Bailie Nicol Jarvie

The Bailie Nicol Jarvie

Heute mal wieder ein Blend, der gewöhnlich nicht in den Regalen der Supermärkte zu finden ist, obwohl er vom Preis her eigentlich gut zu Chivas und ähnlichen Marken passen würde.
Die Rede ist vom The Bailie Nicol Jarvie oder kurz B.N.J aus dem Hause Glenmorangie plc..
The Bailie Nicol Jarvie Flasche
Ein stilsicher daherkommender Blend, mit feinem Etikett, eleganter Flasche und der Ansage, dass die verwandten Whiskies darin mindest 8 Jahre gereift seien.
Ich vermute mal nur die Single Malts und nicht der Grain Anteil, der allerdings, wenn man dem rückseitigen Etikett Glauben schenken darf, auch gering ausfällt. „The Bailie Nicol Jarvie, we believe, boast the Highest Malt Content of any blended Scotch whisky.“
Im Netz fand ich die Information, dass ein Grain Anteil von 40% beteiligt sei - obs stimmt weiß ich nicht.
Auf dem Etikett ist eine Geschichte mit dem namensgebenden Bailie, einem Cousin von Rob Roy aus Sir Walter Scotts gleichnamigen 'epic’ beschrieben, die den noblen Charakterzug desselben mit eben diesem Blend gleichsetzt.
Der BNJ sei der Whisky, der Offiziere und Gentleman, seit seinem Aufstieg innerhalb des Militärs während der Buren Kriege.

1994 wurde das 'ursprüngliche' Rezept geändert.

Blabla, aber immerhin kann dieses Label auf eine lange Tradition zurückblicken, und das ist ja auch was Schönes in den heutigen hektischen Zeiten.

Sein Aroma ist herrlich leicht, frisch und fruchtig und von angenehmer Süße.

Im Mund entwickelt sich ein malziger, schwach bitterer, holzig trockener und dabei aber vanillig süßer Geschmack der Freude macht.
Ganz sanft, fast unmerklich, ist eine rauchige, eher tabakige Note dabei, die ihm mehr Tiefe gibt.
Er ist wunderbar mild und weich - ein echter Mundschmeichler.
Hier stören mich auch die 'nur’ 40% Alkohol nicht, umso eher kann man mit einem weiteren dram sündigen seine wahre Freude haben.

Der Abgang ist dann eher kurz, dabei schwach brennig oder wärmend, aber eben mit der feinen Süße von Vanille beschenkt.

Ein wirklich eleganter Blend, bei dem von der Flaschenform, dem Label bis hin zum Geschmack alles passt.

Den B.N.J findet man bei den besser sortierten Onlinehändlern für einen Preis von um die 24 Euro für die 0,7 Liter Flasche, die ist er allemal wert.

Sehr schön zu trinken und mit 'langer’ Traditionslinie ein Blend für den gepflegten Männerabend *hüstel*, wobei er durch seine weiche Art sicherlich auch den Damen schmecken dürfte und sogar den Gegnern des Rauches wie dem Herrn MausO, an dem ich ihn mal testen werde.



Wertung Blended Whisky
The Bailie Nicol Jarvie (B.N.J)


Geschmack:
Fass4
bis
Fass5
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile4

Wer von Johnnie Walker 'Black', Chivas und Konsorten mal eine Pause machen möchte, sich selbst mal was schönes gönnen mag und wer 'noch' davor zurückschreckt einen der Premiumblends für den Preis einer 25-30 jährigen Flasche Single Malt zu erstehen, der sollte hier zuschlagen. Ein eleganter Blend für einen eleganten Anlass und mehr. Kauftipp!


Ihnen Ihr Blödbabbler

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Donnerstag, 18. Juli 2013

Speyside 18 (2011)

Der zweite Lidl Whisky aus dem Weihnachtsverkauf 2011 ist der 18 jährige Single Malt mit dem vielsagenden Namen Speyside Single Malt Scotch Whisky (18).
Auch dies ein (Handels-)Name, der nichts mit der "The Speyside Distillerie" zu tun hat.
Speyside Single Malt Scotch Whisky 18 (Lidl 2011) Flasche
Wie sein kleiner Bruder im Regal, der Ben Bracken 12, kostete der unter 20 Euro, ich kaufte ihn für sagenhafte 16,99 Euro, denn Lidl senkte seinen Ursprungspreis, nachdem Aldi seinen Blackstone 18 für eben weniger als diesen anbot.

Weniger als ein Euro für jedes Jahr der Reife, wo gibt’s denn so was?
Selbst der 'billige' 18 jährige Whiskys aus den Trögen von Loch Lomond kostet derer 2 Euro pro Reifungsjahr.
Was erwartete ich mir davon?
Wie schon beim Ben Bracken 12 und dem Blackstone 18 nicht viel, niedrige Erwartungshaltung und ein entspanntes –für den Preis kann man eigentlich nicht viel erhoffen, so altersmäßig- ließen es mich locker angehen.

Wie auch bei seinem kleinen Brüderchen im Regal ist sein Aroma nicht sehr intensiv, eher mild, sandelholzig und blumig.
Auch nix wirklich dolles, aber trotzdem auch ganz sicher nicht abstoßend.

Im Mund merkt man dann die paar Jahre mehr im Eichenfass; es finden sich bittere und würzige Töne, alles wirkt ein wenig ölig aber mit netter Süße.
Nicht wirklich rund, aber das bittere Element findet im süßen Gegenpart einen würdigen Pol und stört nicht.

Auch dieser Whisky ist schneller weg, als man „dram!“ rufen kann.
Geschmacklich findet sich sanfte Bitterkeit und eben noch etwas Süße.
Die Lippen sind leicht fettig oder ölig da bin ich mir nicht ganz sicher, aber so erspart der dram "Speyside 18" nebenbei noch ein kostspieliges Lippenpflegeprodukt - wenn das man kein angenehmer Nebeneffekt ist.

Mir gefiel der "Speyside 18" ganz gut, allerdings einen Hauch weniger, als sein kleiner Bruder der Ben Bracken 12, dennoch erhält er die gleiche Note, da meine nächstniedrigere Stufe deutlich zu schlecht wäre.
Der war in seiner einfachen Art deutlich süffiger und weniger eichenlastig, ja, ja ich weiß, dass Whisky mit der Dauer im Fass dazu neigen kann bitterer zu werden.
Hier war es ja auch durchaus erträglich, im Gegensatz zum Blackstone 18, bei dem ich noch gar nicht weiß, ob ich da meine Notes veröffentlichen will.

Dennoch, war auch der Discounter Whisky für seinen Preis ein brauchbarer Sommerbegleiter, nicht sonderlich schwer, nicht wirklich komplex, nichts was mich an einem lauen Abend überfordert oder meine Aufmerksamkeit zu stark gebunden hätte. Und mal ehrlich, hin und wieder will man doch genau so etwas.

Wertung Single Malt
Speyside Single Malt Scotch Whisky 18 (Lidl 2011)


Geschmack:
Fass2
bis
Fass3
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile5

Fazit: Auch den "Speysider 18" gabs in einer Neuauflage zu Weihnachten 2012 und es wird ihn vermutlich 2013 wieder geben. In den Foren der Whiskymenschen gibt’s dann immer ganz aufgeregtes, abgeklärtes und abschätzendes Rauschen ob der dieses Jahr wieder so ist, ob man den kaufen sollte, was sich wohl für eine Destille dahinter verbirgt und wieso ein Whisky der nicht mindestens 50 Euro kostet und den Namen Ardbeg auf dem Label trägt nichts taugen kann. Meine Erfahrung zeigt, man kann auch durchaus mit einem 'billigen' 18 jährigen Discounter seinen Spaß haben, wenn man nicht erwartet, dass sich die Erde dadurch rückwärts dreht.


Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt - 5 Wunderbar - 4 Lecker - 3 Gut - 2 Brauchbar - 1 Widerlich - 0 Fußbad