Freitag, 28. Juli 2017

Glen Moray 12

Die Destillerie Glen Moray liegt in der Speyside, beim Ort Elgin, wo auch die Destillerie Glen Elgin ihr Dasein fristet.

Sie haben ein paar NAS Abfüllungen mit diversen Fassnachreifungen, einen alten 16 jährigen(eingestellt), neu einen 15 und 18 jährigen Whisky, sowie einen 25 jährigen in ihrer Produktionsrange.

Meine 0,7 Liter Flasche kaufte ich Anfang 2014 für 24 € bei einem Onlineversender, heute kostet die Flasche -wenn man guckt- immer noch ungefähr genauso viel, man kann aber auch fast 30 dafür bezahlen. ;)
Glen Moray 12 Flasche
Der Glen Moray 12 wurde mit 40%, Farbstoff, kühlgefiltert und aus Ex-Bourbonfässern abgefüllt.

Was erwarte ich mir von einem einfachen Speysider aus einem Ex-Bourbonfass?
sehr leichte, süße Nase, check!
Aprikosenaroma, check!
Karamell und etwas Vanille, check!
Einen kleinen alkoholischen Stich...check...äh... nee, der stört, aber fairerweise muss ich sagen, es wurde mit der Zeit besser.
Alkohol sollte tatsächlich atmen, der Ersteindruck direkt nach dem Öffnen ist manchmal anders, als man es sich denkt - meist nicht besser.
Bis hierher keine Überraschung, etwas langweilig, aber nicht schlecht.

Im Mund ist der erste Eindruck holzig und trocken, das habe ich so nicht erwartet, schwache Vanille und Mandel, süße und gute Crème brûlée.
Überraschender Start, aber der ist durchaus lecker und auch süffig wie es ein Speysider sein sollte.

Der Abgang ist dann nicht so seine Paradedisziplin, er ist deutlich warm, etwas sprittig und dabei überraschend lang.
Die Süße ist schnell weg und etwas Pelziges bleibt auf der Zunge zurück, mitsamt einer gefühlten Staubschicht.
Hmpf, nicht das, was ich mag. Besonders diesen staubartigen Belag auf der Zunge finde ich bei Whiskys unschön. Manchmal geht es mehr in Richtung Papierstaub und auch das ist nicht mein absoluter Favorit. So klar, wie sich die Nase darbot, so unrein erscheint mir der Abgang.

In der Whiskybase gibts dazu: Glen Moray 12

Wertung Single Malt
Glen Moray 12

Geschmack:
Fass2 bis Fass3
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile4
Fazit: Der Glen Moray 12 hätte das Zeug zum preiswerten Sommerdram, die Anlagen sind da, ich finde einzig er patzt deutlich im Abgang. Wer sich aber nicht an staubigem Geschmackseindruck Art stört, der kann zuschlagen und bekommt so einen leichten Speysider mit Altersangabe für kleines Geld.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt - 5 Wunderbar - 4 Lecker - 3 Gut - 2 Brauchbar - 1 Widerlich - 0 Fußbad

Pflanzenabschnitte wiederbeleben

Damit ich nicht nur noch über Schnaps schreibe und noch die letzten Leser vergraule, nebenbei mal wieder erstmalig was über Pflanzen.

Ich bin ja bekanntlich leider mit dem "Schwarzen Daumen" gesegnet, was bedeutet, selbst ein Kaktus geht bei mir in kürzester Zeit ein.
Pflanzen denen man gemeinhin Robustheit und ähnliches nachsagt, werden bei mir nicht alt, weswegen ich es lieber der Ms. überlasse, sich um die Fütterung dieser grünen Geschöpfe zu kümmern.
Dies -und natürlich meine sprichwörtliche Faulheit- sind der Grund, warum ich zwar pflanze, aber sonst nur doof zugucke, wies wächst. ;)

Nachdem ich vor einiger Zeit mitbekam, dass man die Abschnitte diverser Gemüse, die in der Küche beim Kochen anfallen, einfach wieder in die Erde stecken kann und *simsalabim* sprießen daraus dann wieder neue, meist etwas kleinere Pflänzchen, mache ich das auch voller Wonne und mit Passion.

Besonders Lauch und Lauchzwiebeln sind da (fast) immer eine sichere Bank.
Knoblauch und Ingwer haben auch schon geklappt, Petersilie und Schnittlauch regenerieren sich ebenfalls schön für eine zweite Ernte.
Auch das bereits sterbende Basilikum hat sich nochmal berappelt und schön geblüht, zur Freude der Insekten und mir.
Radieschen waren bisher leider immer ein Fiasko, da habe ich nichts mehr rausholen können, vermutlich geht das nicht.
Mit Staudensellerie werde ich es -wenn die richtige Suppensaison wieder beginnt- auch nochmal probieren.

Momentan verzweifle ich jedoch am roten Lauchzwiebeleinsatz, der wurzelt zwar, aber er wächst scheinbar nicht nach - zumindest scheint die Schnittstelle nur zu verhärten, das grünt nüscht aus!
Hat jemand diese Erfahrung auch schon gemacht?
Lauch
Zwischen den sprießenden normalen Lauchzwiebeln und dem Basilikum, Schnittlauch, Petersilie sieht man die zwei roten, bei denen sich nix tut.

Lauch_Rosmarin
Vor dem Rosmarin sieht man den abgeblühten Lauch, der von den Hummeln gerne heimgesucht wurde. Da habe ich dann aufs mampfen verzichtet, Insekten haben es eh schon schwer genug heutzutage, muss ich nicht noch den Lauch wegfressen. :D

Ingwer
Grünender Ingwer, unter der Erde ist schon eine schöne Knolle rangewachsen. Hjam. Daneben der unvermeidliche, frisch eingepfanze Lauch von heute Mittag(Gemüsesuppenfond).


Ihnen Ihr Blödbabbler, Kartoffelkäfer des Herrn

Strathisla 12

Die Destillerie Strathisla liegt in der Speyside in Keith und hat, zusammen mit Glenturret, Ardmore, Glen Keith und Highland Park, neben schnödem Alkohol noch eine schöne Katzengeschichte anzubieten.
Neben Towser the mouser(Glenturret), Tommy "The three-legged Beast of Ardmore" und Barley, Malt and Peat bei Highland Park verrichtete Passport ihren Job (nach einer unfreiwilligen Reise von Kentucky im Container zusammen mit gebrauchten Bourboncasks) zuerst in der Glen Keith Destille und wanderte dann später über die Straße zu Strathisla.
Mehr zu den Katzen der Destillerien gibts hier zu lesen.

Aber neben Katzengeschichten wurde und wird in Strathisla natürlich hauptsächlich Whisky produziert, der verbreitetste davon ist vermutlich der 12 jährige, um den es heute hier gehen soll.
Strathisla 12 Flasche
Vieles von den Strathisla Destillaten fließt in den Chivas Regal, dessen Leadmalt eben Strathisla herstellt.

Der Strathisla 12 wurde von mir im Frühjahr 2014 für 34 € für die 1 Literflasche bei einem Onlinehändler gekauft. Heute kostet er- wenn man ein wenig schaut- ca. 38 €; er kann aber auch über 46 € kosten, wenn man nicht so genau hinschaut. ;)
Er wurde mit klassischen 40% abgefüllt und bekam eine Schippe des guten, alten Zuckerkulörs zur Farbharmonisierung verpasst, kühlgefiltert wurde er auch, tippe ich mal.
Abgepackt ist er in einem eher weichen Karton mit rosa Eingriff oben, der Farbe, die auch die 12 auf dem Flaschenlabel ziert. Die Flasche ist dickwandig und schwer, dem des Aberlour a'bunadh nicht unähnlich. Das Label ist hübsch, mit den beiden Pagoden der Destillerie stimmig und beinahe elegant und erwähnt mehrfach, dass Strathisla die älteste Destille der Highlands sei. Meiner ist aber länger! :p
Von der Verpackung kommt hier mein katzenartiger, unvermittelter Sprung in medias res:
Plumps!

In der Nase steht sofort diese typische Speyside Nase, fruchtig, leicht und schönes Aprikosenaroma. Classic Speyside für mich, lecker und überzeugend.

Im Mund wiederholt sich der Jo!-Effekt. Warmes, seidiges Mundgefühl und viel süßer Honig.
Ein wenig Holzeinfluss,in der Richtung nussige Schokolade, gibts vom Fass, dass dann noch ein wenig nachbittert während der Schluck langsam die Zunge verläßt.

Der Abgang ist dann eher kurz, die Zunge pelzt mir ein wenig auf, ein guter Teil der Süße bleibt noch einen Moment stehen als Kontrast zur sanften Bitterkeit.

Ich finde den Strathisla 12 einen schönen, süffigen all-day-dram>, der seine Stärken in der wärmeren Jahreszeit ausspielt.

In der Whiskybase gibts dazu: Strathisla 12

Wertung Single Malt
Strathisla 12

Geschmack:
Fass3
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile4
Fazit: Der Strathisla 12 ist ein sehr schöner Sommerdram, easy drinking und nichts Garstiges drin, was einem den leichten Trinkgenuss verbrämen könnte. O.k., eine Ecke oder Kante für den Bereich Komplexität geht im ab, aber man bekommt dafür einen klassischen Speysider aus dem Lehrbuch, also das, was ich damit verbinde.

Ihnen Ihr Blödbabbler

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6 Perfekt - 5 Wunderbar - 4 Lecker - 3 Gut - 2 Brauchbar - 1 Widerlich - 0 Fußbad

Glenfarclas 18

Der Glenfarclas 18 gehört nicht zum Standardrepertoire der Destillerie, die seit sechs Generationen im Familienbesitz ist, sondern ist war eine "Travel Retail only" Geschichte.
Inzwischen gibts den aber bei quasi jedem Händler der mit Whisky zu tun hat. Was jedoch geblieben ist, sind die Abfüllung in der 1 Literflasche und ein guter Preis.

Wie bereits zum Glenfarclas 17 geschrieben, ist er deutlich billiger zu haben, als sein um ein Jahr jüngerer Bruder.
Meine Flasche stammte aus dem Jahr 2015 und kostete 49,99 € für den Liter bei den Freunden an der Tanke um die Ecke von Trier.
Glenfarclas 18 Flasche
Im Glenfarclas Stil kommt die runde Dose daher, die allerdings farblich ein wenig nach Weihnachtsedition ausschaut.
Die auf jeder Dose abgebildeten Initialen der Family J&G Grant stechen einem fast körperlich schmerzhaft metallisch-rot ins Auge und generieren eine Art von Moiré-Effekt -auch auf den noch nüchternen Betrachter.
Die Dosenfarbe ist eine rotbraune Farbmischung, wie immer nichtsagend rückseitig beschriftet.
Abgefüllt wird der GF 18, ebenso wie der 12, 17, 21, 25, 30 und 40 jährige mit 43%. Löbliche Ausnahme -mit mehr Umdrehung- in der Standardrange gibts nur beim 15 jährigen mit 46%.

Mit dem 15 jährigen, und scheinbar neuerdings auch mit dem 12er teilt er sich leider auch den Liebesgruß aus der Hölle - in Form von schwefligem Aroma & Geschmack.
Hmpf!
Im Glas riecht es zwar schön nach Sherry, aber leider auch in der bocksfüßigen Variante, unschwer als Schwefelaroma auszumachen, sorgt es für Missmut, zumindest bei mir.
Der Geruch ist dicht, fast cremig in der Nase und es geht in die Richtung von dunkler Schokolade.
Wäre fast schön ohne den muffligen Teufelsfurz im Glas.

Im Geschmack ist der gerade Volljährige trocken und adstringierend. Bittere Einflüsse vom Fass begleiten den im Hintergrund präsenten Streichholzgeschmack, cremige Textur und dunkle, bittere Schokolade übernehmen das Mundgefühl. Fettige Lippen macht der GF 18 auch, bietet sich also zur Prophylaxe und Therapie bei trockenen Lippen an.

Nachdem er sich den Schlund runter gemacht hat, bleibt er dabei warm und fast schon pfeffrig, beinahe schon scharf zu nennen. Alter muffiger Sherry und bitteres Holz bleiben zurück.
Tjo. Hmm. Nicht mein GF Favorit, aber auch -trotz des Schwefeleinflusses- noch trinkbarer Whisky, der aber gegen den ein Jahre jüngeren GF 17 nicht ankommt.
Hier ist der Schwefel das mindernde Element, der Rest ist mir zu eindimensional auf die bitteren Bereiche angelegt. Wer darauf aber steht und sich nicht am Teufelsfurz stört, der kann hier für kleines Geld zuschlagen. Denn richtig schlecht finde ich den GF 18 eben auch nicht.

In der Whiskybase gibts dazu: Glenfarclas 18

Wertung Single Malt
Glenfarclas 18

Geschmack:
Fass3
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile5
Fazit: Der Glenfarclas 18 ist ein guter und preiswerter Whisky aus dem Sherryfass. Leider stören mich die Schwefelaromen stark und die sehr einseitige Fixierung auf dunkel und bitter muss man mögen. Aber einen anderen, 18 jährigen Sherryfass Whisky in der Literflasche für unter 50 €, muss man auch erstmal finden. Kann man, muss aber nicht unbedingt.

Ihnen Ihr Blödbabbler

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