Lebenswasser

Montag, 31. Oktober 2016

Danke

Gestern gabs einen kleinen Umtrunk beim Blödbabbler, schlicht als Whiskytasting getarnt.
Frau IausL, Herr AausL, Herr AausB und der werte Herr virtualmono waren gekommen, leider alle ein wenig angeschlagen und deswegen etwas reserviert beim Trinken Verkosten.
Als Vorschlag standen Old Perth Sherry Cask, Mackmyra Svensk Rök, Mackmyra Bruks, Glen Grant 21J-1995/2016, Glentauchers 5 Jahre - 2010 und ein Paul John Brilliance auf dem Tisch.
Wie immer galt, es durfte auch was anderes aus den Regalen gewählt werden.
Der Herr virtualmono brachte noch einen Port Charlotte An Turas Mor von Bruichladdich mit und bot diesen zur Verkostung an.

Tjo, tatsächlich haben wir uns dann an den Old Perth Sherry Cask als Starter gemacht, was sich im Nachhinein als Fehler erwies. Der von allen als lecker eingestufte Blended Malt eröffnete zu gut, der danach folgende Mackmyra Bruks kam nicht so richtig an. Zu jung, zu eigenbrötlerisch , was so auch später auf den Rök zutraf. Ich fand den Geschmack zwar interessant, aber beide scheinen noch ein wenig Ruhe im Fass zu brauchen um ein bisschen die garstigeren Noten abgemildert zu bekommen. Mal gucken, ob aber nicht schon das Öffnen der Flasche die gröbsten Spitzen in der nächsten Zeit nimmt.

Frau IausL die sich schon immer im Vorfeld vor dem Paul John fürchtet, nur weil ich ihr einst sagte, dass dieser Whisky aus Indien stammend eine sehr dubiose, lockere Kapsel hatte, konnte auch gestern beruhigt werden, der Brilliance blieb zu. Um da mal den werten Herrn DHL - Teslakönig vor dem Herrn(wie ich durch Herrn virtualmono gestern erfuhr)- von whisky.de grob zu zitieren: Man kann da schon mal ein Auge riskieren. ;-)

Die beste aller Ms., die Ms. Blödbabbler, hatte sich bereits morgens in der Frühe aufgeopfert und Apfelstreuselkuchen, sowie aus nicht benutztem Teigrest noch ein paar Plätzchen gebacken.
Sinnigerweise waren es - im Haus des Herrn Blödbabblers - Engelplätzchen, gestochen mit der einzigen Form die wir besitzen. Mein Versuch diese als Schutzengelsplätzchen gegen den Paul John zu verkaufen fruchtete leider nicht, auch da blieb die Flasche zu. :-D
Wegen der gestern enttäuschenden Schwedenwhiskys, den Blomstertid hebe ich mal fürs Frühjahr auf, versöhnte ich die meisten der Verkoster mit einem Tomatin 18, einzig der Herr virtualmono war sich nicht ganz klar, was er -ob der enthaltenen Schärfe- davon halten sollte. Herr AausB und Frau IausL signalisierten Wohlwollen, Herr AausL, als erklärter Whiskynichtmöger, nuckelte derweil scheinbar glücklich an selbstgebasteltem Eierlikör in seiner Ecke der Couch.

Nachdem leider sowohl der werte Herr AausB, als auch Frau IausL von gesundheitlichen Einschränkungen sprachen, beschränkten wir uns noch auf eine zu öffnende Flasche Old Ballantruan 10 Jahre aus den Hallen von Tomintoul, der uns allen sehr gut mundete. Ein wirklich guter Whisky, der direkt nach dem Öffnen schon wunderbar harmonisch im Glas war. Selbstredend tranken wir nicht die Flasche leer, sondern nur ca. 1-2cl davon.

Weil einzig Herr virtualmono und der Blödbabbler noch konnten wollen hätten können, die Ms. Blödbabbler war bereits auf leckeren fränkischen Silvaner umgestiegen, und der Rest schwächelte aus akzeptierten Gründen, ließen wir den An Turas Mor dicht - denn den gibts ja auch nicht mehr zu einem akzeptablen Preis zu kaufen, so kann dann der Herr virtualmono erst mal seine Reste Laphroaig QC und die noch rareren Reste vom 3D leeren. Sonst verliert der Port Charlotte zu viel Rauch wenn er sinnfrei offen rumsteht. Brav wie wir im gesetzten Alter inzwischen sind, fuhr der Herr virtualmono mit der Bahn heim und ließ sein Auto stehen.

Wie immer blieben Kuchenstücke übrig, der Kaffee ward geleert und der Blödbabbler hat mal wieder alle totgesabbelt. Business as usual. Wie immer war es zu kurz, zu selten und was-weiß-ich-noch-alles. Es bleibt der fromme Wunsch, man sollte sich einfach öfter sehen und dummes Zeug babbeln, was Schönes trinken und sich an Freunden erfreuen.
Ich sage einfach mal: Danke, dass ihr da ward. Ich freue mich schon darauf euch hoffentlich in Bälde mal wieder hier zu haben - oder die Ms. und ich suchen euch heim!

Euer Blödbabbler

Dienstag, 4. Oktober 2016

Auswärts

Sehr schön. Der Herr AausB hatte zum Whiskytasting geladen und seinem Ruf wurde selbstredend gefolgt.
Auch wenn sich die Verkostung größtenteils auf den Herrn AausB, den werten Herrn TausI und meine Wenigkeit beschränkte - Frau NausM, SausB und die beste aller Ms. schnuffelten und nippten zwar mal, hielten sich aber sonst eher fern vom Teufelszeug.
Aufgeboten waren:

aus Belgien eine Flasche Lambertus Single Grain 10 Jahre.
Hier beschrieb sehr gut der selbsternannte Whiskyevangelist Jim Murray in der 2016er Ausgabe der Whiskybible das es sich um ein irritierendes Geschmackserlebnis handelt. Er vergab vernichtende 44 Punkte -die mir allerdings nach Verkostung etwas hochgegriffen erscheinen.
Die Nase ist noch ansprechend, sehr leicht und karamellig, wie man es bspw. von einem Greenore 8 (heute Kilbeggan 8) kennt. Daneben allerdings eine Note Marshmellow die schon schlimmes befürchten lässt. Und prompt wird man nicht enttäuscht: Im Mund schmeckt es nach geschmolzenen Gummibärchen(nach anderer Lesart: nach einem Energydrink der Art 'Roter Ochse' :-D ) zusätzlich stark adstringierend und dann bizzelt es noch und ist säuerlich. Bah! Echt böser Stoff, wenn man einen Whisky erwartet.
Belgier sollten bei den Dingen bleiben die sie können: Fritten und Kindern, oder wie es einst schon der bewunderte Wiglaf Droste treffend formulierte: Bombardiert Belgien!

Es folgte aus Schottland eine Flasche 12 jähriger Aberfeldy.
Um Längen besser, aber leider nicht richtig gut - dennoch angenehm trinkbar und mit feinen PLV.
Die Nase ist hierbei die Schwachstelle, wir rätselten nach welcher Frucht der Kamerad riecht und ; Frau SausB mit feinem Näschen vermutete Himbeere.
Wie bei manchem Whisky tut ein Tropfen Wasser manchmal Wunder. Einige schmecken danach gar nicht mehr, andere werden um Längen besser. Hier ist letzteres der Fall.
Mit Wasser kriegt der Aberfeldy locker 5 Punkte mehr und läge, wenn man eine Hunderterskala anlegte, sicherlich bei 83 Punkte.

Nun gabs aus Wales den Penderyn Legend, der mit einer wunderbaren Pflaumennote aufmachte und insgesamt eine sehr schöne Nase darbot.
Im Geschmack weich und süß ein sehr netter Whisky, gut trinkbar.

Doch die Europareise ging weiter, den mit dem Flóki Young Malt, der -wenn ich es richtig nachgelesen habe kein Whisky, sondern ein young spirit von einem Jahr ist- fand sich ein nordischer Exot im Glas wieder.
In der Nase etwas hefig, befand ich den Geruch (mit Hilfe der Frau SausB im freien Assoziieren) als Haselnuss trifft (warme) Marone und sehr lecker.
Im Mund dunkel, schwer und stark adstringierend, Nussgeistaromen aber erstaunlich weich. Das war ein leckerer Schluck, und im Geschmack einzigartig im positiven Sinn.

Nächster Halt Finnland: Mit dem Teerenpeli Kaski fand sich ein weiterer Exot im Glas wieder.
Sehr angenehmes, schweres und dunkeltöniges Aroma verströmt eine Mehr-davon-haben-wollen Aura.
Im Geschmack ist er süß, starker Fasseinfluss, schöner Sherry und deutlich spicy, im Mund bleibt der Sherry stehen, auch nachdem der finnische Kumpel den Rachen schon länger runter ist.
Wow. Ein sehr geiles Stöffchen aus den Trögen in Lahti.

Zum Abschluss und etwas deplatziert(weil wir uns vom hint of peat auf dem Etikett haben täuschen lassen) ein sanfter irischer Blend namens Inishowen.
Kaum spürbar in der Nase, leicht mentholig.
Er ist -wie viele irische Blends- sanft, weich und süffig, bleibt aber eher belanglos. Da er zusätzlich im Mund und an der Zunge bizzelt, macht es mir ihn -im Vergleich zu bspw. einem Paddy oder Jameson- eher unsympathischer.

Und, da Whisky alleine natürlich zwar schon für genügend Gesprächsstoff ausreicht, wir aber immer noch eine Schippe mehr drauflegen(Warum? Weil wirs können!), ergaben sich auch noch bizarre Gespräche rund um Kühe und ähnliches.
Und so nahmen wir zwei Erkenntnisse über Kühe mit:

Erstens gehen Kühe im Wasser nicht unter, weil sie 'von hinten' damit volllaufen würden - wegen fehlender Funktion des Schließmuskels.
Durchaus eine bizarre Vorstellung, von der auch keiner der Teilnehmer vorher gehört haben wollte, bis auf eine Mitdiskutantin, die es eben anfragte.
Selbst bei der renommierten biologischen Fachzeitschrift "Die Zeit" gabs dazu vor 13 Jahren bereits einen Artikel, der sich mit dieser Fragestellung grübelnd auseinandersetzte.

Zweitens, verdauen Kühe Einzellermasse im Dünndarm und nehmen Eiweiß darüber auf.
Mein abendlicher Erklärungsansatz, diese stammten - als Anhaftung - von den gefressenen Gräsern entbehrt allerdings wohl der Realität.
Der geschätzte Herr wvs schrieb dazu: Die genannten Arten fressen zwar pflanzliche Produkte, aber ihr Verdauungsapparat stellt eine große "Gärkammer" dar, in der Bakterien, Hefen (Pilze) und tierische Einzeller [Sammelbegriff = Magen- & Darmfauna] die pflanzliche Nahrung zersetzen. Daraus bildendie Bakterien, Hefen und Einzeller vieltausendfache Nachkommenschaft.
Diese neu gebildeten Zellen bestehen überwiegend aus Eiweiß.
Dieses Eiweiß ist es, das die Pflanzenfresser in ihrem Dünndarm
verdauen, wovon sie in Wahrheit 'leben'.
Kurz gefaßt: Pflanzenfresser nehmen pflanzliche Nahrung auf. Ihre
Magen- und Darmfauna zersetzt die pflanzlichen Produkte und vermehrt
sich. Diese Einzeller-Masse wird vom Pflanzenfresser als Eiweißquelle
verdaut.
da stehts.

Also nette Whiskys in feiner Runde getrunken, nebenbei lecker gegessen und Wissen vertieft, erhalten oder verworfen- was will ein Mensch für einen Abend mehr?

Danke für den schönen Abend.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Dienstag, 5. Juli 2016

Teurer Schnapsgott

Aller Orten hört man berechtigte Kritik: Preise für Whisky seien inzwischen immer öfter ins Groteske überhöht, Qualität nehme ab, ehrwürdiges Alter würde ersetzt durch fantasievolle Geschichten und höheren Preis, und das eh schon teure Hobby würde langsam immer unerschwinglicher. Viel davon sehe ich auch so, der werte Oliver Klimek von dramming.com hat die Pforten erstmal geschlossen, die Lust am Whiskybloggen ist ihm -auch durch diese Entwicklungen- etwas abhandengekommen. Same here. Mein anfänglicher Enthusiasmus hat ebenfalls schon ein paar arge Dämpfer erhalten, aber, wenn ich endlich die Buddeln fotografiert habe, werde ich dennoch wieder ein wenig tasting notes hier einstellen. Leider hat mir googles Android-Update im Dezember ja einen Werksreset aufgenötigt, bei dem alle im Nexus lebenden Schnapsflaschenbilder in eine dunkle Zwischenwelt ohne USB-Anschluss gekommen sind, Nirvana at it`s best. HMPF!
Und, da ich schon bei quasi religiösen Metaphern bin, so schrieb ich eben in einem Thread bei whisky.de folgenden Beitrag.

Nachdem das schnöde Hobby "Schnapstrinken" oftmals schon religiöse Ausmaße angenommen hat, sind eben auch viele bereit ihr Geld -in Analogie zur Religion- dem vermeintlichen Gott via dessen Propheten zu opfern.

Hier endet dann jeglicher rationale Versuch des feinen Schnapstrinkens und einer reinen Beschaffungsmentalität und geht über in religiöse Verzückung: hui, ein Arschberg Krokodil und eine Flasche MachSieAlle aus einem echten Sherry-Fass zusammen für nur 1000 Euro, das muss ich sofort haben, egal ob dann der Rest der Familie noch was zu kauen daheim hat, oder nicht.

So gebe man zwar nichts auf Jim Murray und seine Kumpel, aber hey, auch wenn der Preis für die jährlich Nummer 1 drastisch durch die Decke geht, muss man natürlich eine Flasche von was-auch-immer haben, man gönnt sich ja sonst nichts. Whiskylemminge.

Naja, bei den meisten wirds nicht ganz so schlimm sein, die haben meist keine Familie, aber die Tendenz scheint mir klar zu sein. Nehme ich mich auch nicht von aus, die Regulatorien, die noch eine Grenze einziehen sind nur unterschiedlich ausgeprägt. Beim Einen limitiert so ein Funken rationaler Restverstand, beim Anderen der immer zu leere Geldbeutel und beim Dritten konsequent gar nichts mehr, die Summe der alkoholischen Anschaffungen.

Ich frage mich ja inzwischen, ob es nicht absurd ist, für eine Flasche Allerwelts-NAS der dafür dann *trommelwirbel* in Fassstärke in den Whisky-Connaisseurs Trog gekippt wird, das zu zahlen, was vorher der 10-15 Jahre gereifte gekostet hat, plus einen beträchtlichen Märchenaufschlag zum Füttern der Marketing-Ghuls.
Wenn man den Verlust an Alk-Prozenten -via Angels Beitrag- abzieht, zwischen einem 60%igem NAS (3+ Jahre) und einem 46%igem 16 Jahre gereiften, kommt wahrscheinlich schon alleine dieser Betrag als Differenz in Frage. Zusätzlich spart man sich Lagerhaltung und ähnliches, was bisher immer als Kostentreiber genannt wurde in den alten Märchen, die uns die Vorväter der heutigen Marketing-Ghuls so gerne erzählten.

Unterm Strich gibts deutlich zu viele, die bereit sind auf jeden Zug aufzuhüpfen, egal obs das halbjährliche neue Smartphone sein muss, oder eben der -wie überraschend- limitierte, einzelfässige und vom Masterdestiller handgestreichelte Whisky, der mal eben dreistellig startet und noch Luft nach oben hat.
Warum?
Weil es bezahlt wird!
Von allen? Nein, aber von genug Mitmenschen, damit es sich für die Destillen und die ParasitenNutznießer drum herum noch deutlich lohnt.
Solange das so ist, werden eben auch weiterhin deutlich steigende Preise zu verzeichnen sein, und es überrascht mich nicht, wenn Deutschland oftmals Ziel von überteuerten Fantasieabfüllungen ist, scheint doch die Bereitschaft sich ein X für ein U vormachen zu lassen eine der Kernkompetenzen hierzulande zu sein.


Ihnen Ihr Blödbabbler

Freitag, 27. Mai 2016

*Seufz*

Heute war ein guter Tag.
Der werte Herr IausO besuchte mich am Morgen und überbrachte mir ein feines Geschenk -für gerne- erbrachte Dienste im Bereich einer Wordpress-Seite, für die er verantwortlich zeichnen soll.
Ich hatte ihm die Tage von einer Abfüllung erzählt, die 18 Jahre in Fässern ruhen durfte und die von der schwedischen Powermetal-Band HammerFall *vertrieben* wird, zu einem -wie ich finde- unverschämten Preis.
Deutlich über 100 Euronen für eine Buddel 'unbekannten' 18 jährigen Speyside-Schnaps finde ich viel Geld und würde ich dafür auch nie nicht bezahlen.
Alter drauf, hin oder her.

Ich kaufe mir da lieber weiter ein paar leckere Buddeln vom 23 jährigen Glen Grant eines unabhängigen Abfüllers, für noch unter 80 Tacken. Aber sei es drum.

Denn, einem geschenkten Whisky schaut man nicht zu genau aufs Preisetikett, sondern freut sich wie ein kleiner Bub, der dem Nachbarskind den Lutscher geklaut hat.

HammerFall sind Wiederholungstäter, haben das schon vorher getan - sie brachten einen Whisky(damals rauchig) heraus, der nach dem Album von 1998 und/oder dem Lied "Legacy of kings" benannt wurde, welches mir deutlich besser gefällt, als die Ritchie Blackmoresche Anmutung "Imperial", die den Namen des neuen Whiskys ziert. :D
Nun aber eben Alter(18) und dafür 3% weniger Alkohol. WTF!

Egal, ich bin erstmal wuschig und glücklich, obwohl ich mal vermute: es ist eigentlich eher eine Sammlerflasche und was zum Spekulieren, denn zum Trinken.
Also, erstmal nicht hektisch aufreißen, sondern lieber sanft zu den anderen 250 Flaschen stellen. :-)

Und zum Ausklang des Tages eine Runde HammerFall von 1997:The Dragon Lies Bleeding

Selige Grüße Ihnen Ihr Blödbabbler

Freitag, 24. April 2015

Singleton of Dufftown 12

Heute mal (wieder) ein vermutlich in Kürze ebenfalls aussterbender 'Supermarkt'whisky aus den Trögen der Dufftown Destillerie in –na, wo wohl?- Dufftown.
Der Singleton of Dufftown 12 Jahre ist in Resten bei einigen Onlineversendern noch zu absurd teuren Preisen, also irgendwas um die 33-35 Euro pro Buddel zu haben(hoppla die DHL Gattin hat ihn sogar noch für 29,90). :-O
Meine Flasche vom Singleton erstand ich -als sie im Angebot im hiesigen Supermarkt war- für knapp unter 22 Euro vor einem guten Jahr, sonst kostete sie dort so um die 24 Euro.
Der Duden weiß über das deutsche duff zu berichten, es stünde für matt und glanzlos.
Im Englischen steht es synonym für useless, poor, unsatisfactory und ich bilde mir ein, mal gelesen zu haben, auch für Fusel.
Nun, das legt zumindest die Messlatte nicht künstlich hoch.
Singleton of Dufftown 12 Flasche
Mir gefiel die flundrig-flache und grüne Flaschenform ausnehmend gut, auch, da sie durch keinerlei Verpackung vor meinen kritischen Augen geschützt war. Also nahm ich sie mit, obwohl ich die 71 Punkte und die Bemerkung der Singleton 12 sei 'finess-free' von Murray noch im Kopf hatte. Ein Whisky, schlechter bewertet als das Grauen im blauen Blechgewand , erweckte durchaus mein krankes Interesse.

Nach dem ersten Öffnen und Verkosten musste ich bleich erkennen, der werte Herr Murray hatte eine nicht komplett an den Haaren herbeigezogene Kritik geäußert.
Auch, wenn ich es im Vergleich zum Brackwasser aus den Gestaden vom Loch Lomond sicherlich nicht schlechter fand, hielt sich meine Begeisterung darüber dennoch in sehr engen Grenzen.

Eine Flasche gedacht zur Ehrung der Ahnen: Die kann man eigentlich nur offen stehen lassen, um den wirren Geist -sich über die Monate und Jahre, hin zu den Altvorderen- verflüchtigen zu lassen.
Doch, alter Knausersack der ich nun mal bin, habe ich sie dennoch wieder brav verkorkt und in die hinterste Ecke im Barfach gestellt - zum Hanky Bannister, dem Mellow Corn und dem Heaven Hill.

Ungefähr ein halbes Jahr nach diesem Trauerspiel fiel mein Blick beim Umsortieren des Fachs - es musste Platz geschaffen werden für ein paar ältere Flaschen von van Wees ohne Umverpackung- auf des Dufftowns Singleton, und in einem Anfall von galoppierendem Masochismus beschloss ich es erneut zu wagen einen dram davon zu kosten.

In der Nase offenbarte sich ein schwach blumiger und malziger Ton, süß und nach einiger Zeit im Glas mit einem Karamellaroma.
Gar nicht so schlecht. Nix dolles, aber auch nicht mehr so schlimm wie befürchtet.

Im Mund ist er süß und (milch)schokoladig, pelzt aber bereits in diesem frühen Stadium die Zunge auf. Das passiert mir sonst eigentlich erst beim Abgang und ist nicht so schön.
Er hat eine (hier eine Gemeinsamkeit zum Monster vom Loch Lomond) grasige Note ist aber auch frisch und mentholig im Mund.
Über allem liegt ein hölzerner Malz- und ein irgendwie muffiger, leicht fauler Sherryton. Hoppla. Klingt alles nicht doll, ist es auch nicht wirklich, aber deutlich besser, als ich es nach der Ersteröffnung in Erinnerung hatte.

Im Abgang tritt der Singleton leider noch mal aus, die Zunge trocknet aus und pelzt weiter auf, wie ein Tribble in der Balz.
Er ist deutlich warm, fast schon bissig und brennig. Dafür behält er aber eine schöne Süße bei.

Nun, nachdem ich schon bei Menschen nichts vom verlogenenen Ritual halte, von Verstorbenen nur Gutes zu reden, fange ich bei einem sterbenden Whisyks erst gar nicht damit an.
Der Singleton of Dufftown 12 ist in meinen Augen ein trinkbarer Whisky, etwas garstig und nicht sonderlich verlockend, eher reizlos - dennoch durchaus trinkbar.
Er wird trinkbar, nachdem er eine Weile in der geöffneten Flaschen und in die Ecke gestellt verbracht hat.
Mit ein wenig Wasser wird er sogar zu einem brauchbaren Sommer/Herbstwhisky.
Für ähnliches Geld schmeckten mir der Speyburn 10, auch der (aussterbende) Glenlivet 12 oder als Vertreter eines NAS Whiskys der Tullibardine Aged oak deutlich besser.

So wie es den Anschein hat, sind inzwischen an die Stelle des zwölfjährigen Singleton in den Supermarktregalen seine alterslosen Erben, wie der Spey Cascade oder der Tailfire getreten.
Eine Flasche vom Spey Cascade habe ich mir beim letzten Weihnachtsangebot im Supermarkt vor Ort für 19,90 trotz des durchwachsenen Ergebnisses vom Zwölfjährigen mal eingepackt, weil ich eben nur begrenzt lernfähig bin.
Aber: Spontankäufe erfreuen eben hin und wieder die Seele, unabhängig vom gruseligen Ergebnis das einen möglicherweise sicherlich erwartet. :-D

Eine Miniatur des Singleton of Dufftown 12, die ich als 'Dankeschön' in einer Whiskybestellung dabei hatte, habe ich dem Herrn AausB aufgenötigt.
Damit auch er noch in den Genuss kommen kann, diesen Whisky zu verkosten, bevor es irgendwann mal was gescheites aus dieser Destillerie gibt. diese Möglichkeit nicht mehr gibt.



Wertung Single Malt
Singleton of Dufftown 12


Geschmack:
Fass2
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile3

Fazit: Der Singleton 12 aus dem Hause Dufftown ist in meinen Augen nicht so schlimm, wie ihn der werte Herr Murray macht(71 Punkte), aber leider auch nicht deutlich besser. Er ist tatsächlich trinkbar, richtiger Spaß kommt dabei -zumindest bei mir- aber nicht auf. Für die aktuell aufgerufenen Preise (30-33 Euro) fände ich vermutlich immer einen Whisky, der mir deutlich mehr behagt, selbst wenn dieser dann kein Alter trüge.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt - 5 Wunderbar - 4 Lecker - 3 Gut - 2 Brauchbar - 1 Widerlich - 0 Fußbad

Donnerstag, 23. April 2015

Aberlour 10

Heute gibts ein paar Tastingnotes zum Aberlour 10 - dem wohl aussterbenden Einsteigerwhisky aus der namensgebenden Destillerie in der Speyside.

Auf deren Webseite erfährt man in der aktuellen Range, dass sie mit dem 12 jährigen beginnen - hier hat also offenbar ein Wechsel stattgefunden, bei dem der bisherige Einsteiger, der zehnjährige unter die Räder kam.
Lustigerweise antizyklisch zur NAS-Schwemme. ;-)
In den Worten der Aberlour Destillerie klingt das dann so:Our single malts are made from expertly crafted new spirit, usually double cask matured for at least 12 years in the finest hand-picked Oloroso Sherry butts and first fill Bourbon casks. aberlour.com
Der Aberlour 10 war einer meiner ersten Whiskys als ich vor ein paar Jahren begann mit Whisky mögen und Whisky kaufen.
Damals schrieb ich noch nichts auf, sondern erfreute mich stattdessen nur an dem mir dargebotenen Wasser des Lebens.
Aberlour 10 FlascheDen Aberlour 10 mochte ich -wie eigentlich fast alle damaligen Whiskys(bis auf die blaue Hölle vom See)- gerne und habe mir dann 2013 noch eine Flasche davon nachgekauft.
Meine erste Flasche war eine 1 Liter Flasche von einem deutschen Versender, der Nachkauf war eine 0,7 Liter Flasche aus dem befreundeten Ausland.
Leider habe ich für die beiden Einkäufe keine Rechnungen mehr vorliegen, aber im Kopf habe ich noch, dass die Literflasche unter 30 und der Nachkauf um die 23 Euro gekostet haben.
Heute kostet der Aberlour in der Literflasche, wenn man ihn noch bekommt, wohl um die 35 Euro in der 0,7er Ausgabe liegt er dann knapp unter 30.
Negativ fällt mir auf: meine alte Flasche war mit 43% abgefüllt, die neueren haben alle nur noch 40%.
Weiterhin negativ ist mir ein Versender aufgefallen, der bei ihm nicht erhältliche Flaschen nicht etwa auslistet, sondern mit niedrigem Preis weiterhin drin stehen lässt.
Er ist damit zwar nicht der Einzige - das machen inzwischen leider einige -allerdings ist dies für mich ein deutliches Kriterium genau dort nicht mehr zu bestellen, da es unnötig Zeit kostet sich mit diesen Artefakten zu beschäftigen, denn bestellen kann man sie ja doch nicht ist diese Lockvogelmethode für mich ein klares ein K.O. Kriterium(Ich habe denn auch mal den Verweis auf eure Whiskyinfos aus meiner Linkliste genommen).

Von Aberlour habe ich bisher den 10 jährigen (43%), den 10 jährigen(40%), sowie den Aberlour 15 Jahre 'Cuvée Marie d'Ecosse' im Glas gehabt.
Im Regal stehen noch ungeöffnet eine Miniatur des Aberlour 10Jahre (40%), ein Aberlour Select Cask Reserve 15 Jahre, ein A'bunadh(#38), sowie ein Aberlour 18 Jahre herum und warten darauf, mir irgendwann zu Diensten sein zu dürfen.



Doch zurück zum Aberlour 10 und meinen Eindrücken dazu.

Er bietet eine - im besten Sinne- unspektakuläre Speyside Nase.
Sein Aroma ist fruchtig und süß mit Sherryanklängen und deutlich leichtem Geruch. Insgesamt ist das Gebotene lecker. Sommerlicher Stoff.

Im Mund bekommt man Honigsüße, er ist auffallend mild und hier auch mit deutlich mehr Sherryeinfluss auf der Zunge spürbar.
Eine malzige Note und kaum würzige Eiche, dafür cremig-schokoladiges Mundgefühl, gefolgt von etwas bitterer Schokolade.

Sein Abgang ist deutlich warm und er brennt etwas - überraschend nachdem er im Mund eigentlich mild daherkommt.

Ein netter All-day-dram mit einem noch guten PLV der inzwischen wohl vom Markt verschwindet und durch den 12 jährigen als Einstiegsdram(mit dann auch mindestens 6-8 Euro Mehrpreis) ersetzt wurde/wird.

Wertung Single Malt
Aberlour 10

Geschmack:
Fass3
bis
Fass4
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile4

Fazit: Der Aberlour 10 ist ein netter und unaufdringlicher Speysidewhisky der leicht & easy zu genießen ist. Für mich ein schöner Sommerdram mit einem guten PLV, der leider vom Markt genommen wird/wurde.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
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Mittwoch, 22. April 2015

BenRiach 10 'Curiositas peated'

Wenn man sein großes Latinum durch Erlernen von Whiskynamen hätte machen können, so wäre dies sicherlich ein gangbarer Weg für mich gewesen.
So aber quälte ich mich durch einen späteren Sprachabkömmling davon - bis ich mich endlich davon frei machen durfte.
Heute reichen meine Französischkenntnisse nur noch zum Bestellen eines Hotelzimmers am Lac Léman oder zu einer gestenreichen(nicht gerstenreichen!) Diskussionen mit den dortigen Müllmännern, wenn mein Auto ihnen bei der Arbeit im Weg ist.
Also wars wenigstens keine komplett verschwendete Zeit. :-D

Von den Destillern um Managing Director Billy Walker stammt der zehnjährige Curiositas peated der noch zu einem guten Preis zu haben ist.
Wenn man kurz im Internet nachguckt findet man ihn für knapp unter 32 Euro für die 0,7 Liter Flasche und mit anständigen 46% abgefüllt.
Wie bei BenRiach üblich wird nicht kühlgefiltert und die Farbe stammt aus dem Fass und nicht aus der Zuckerdose. Recht so!
BenRiach mälzt inzwischen seit ein paar Jahren (2012) wieder selbst, wobei ich allerdings nicht glaube, dass sie das für die gesamte Produktion machen.
Inzwischen kann der Curiositas peated wohl aus dem Stoff nach dem Wiederanlaufen der Destillerie im Jahr 2004 sicherlich wieder bestritten werden.
Ich kredenzte den Teilnehmern beim letzten Babbler-bittet-zur-Verkostung Treffen, jenem bei dem auch der Glenfarclas 8 eröffnet wurde, den BenRiach C.P..
Dieser stieß auf ein ungeteilt gutes Echo, der werte Herr AausB bevorratete sich mit einer Flasche und Frau CausD bekam von mir als Wegzehrung noch eine kleine 5cl Miniatur damit befüllt.
Doch auch -der wohl inzwischen hoffnungslos an twitter verlorene- Herr virtualmono, sowie Frau IausF mochten den BenRiach gerne, sagten sie zumindest. ;-)
BenRiach 10 'Curiositas peated' Flasche
Auf der etwas unruhig wirkenden Tube, die in schönem schwarz gehalten ist, erfahren wir, dass gewöhnlich eine leichte Torfigkeit beim Whisky aus dem Wasser stammt, aber hier -im speziellen Fall des Curiositas peated- eben der Geschmack und das Aroma durch Torf(rauch) beim Darren des Malzes eingebracht wurde. Wers noch nicht wusste, der freut sich sicherlich über diese Info.
Besser als: Wir haben den Längsten! Und sind nebenbei noch die tollsten Hechte in der Mash tun Gefasel das einem hin-und-wieder auf den Umverpackungen über den Weg läuft.

Bisher habe ich von BenRiach den alterslosen Gesellen Birnie Moss, sowie den zwölfjährigen 'Arumaticus Fumosus' im Glas gehabt, beides in meinen Augen zwei Kandidaten für wunderbare Whiskys.
Von BenRiach stehen desweiteren hier in der Blödbabbler Höhle noch einge ungeöffnete Flaschen im Regal, als da wären: der 'Heart of Speyside', der 'Importanticus Fumosus 12', der 'Dark Rum Wood Finish 15', der Benriach 16, der 'Septendecim 17' und der Benriach 20 - hoffentlich alles leckere Reserven für die Zukunft.

Das Aroma des zehnjährigen 'Curiositas peated' ist intensiv, stark rauchig mit einem Einschlag Heidekraut und macht sofort Lust aufs Probieren.

Wow! Im Mund Honig, Waldhonig(ohne die Ausscheidung von Läusen zu sich zu nehmen, Bäh!), und schön deutlicher Rauchgeschmack.
Er ist mild und hat eine gewisse -super dazu passende- holzige Würze anzubieten, etwas Ingwer und ein wenig Öligkeit runden das Bild für mich stimmig ab.
Der Hammer, ein wunderbarer Geschmack der fast schon zum Trinken denn zum Genießen einlädt.
Also: Vorsicht ist die Mutter der Selbstdisziplin, oder so ähnlich.

Im Verschwinden bittert er dann leicht aus, vorher ist er jedoch fein warm, schön süß und rauchig.
Die Zunge pelzt er allerdings ganz leicht auf.

Ein Knaller, erst recht für einen Preis von knapp unter 32 Euro.
Hier bekommt man einen Whisky mit Altersangabe, und aus dem Herzen einer der wenigen 'privaten' Destillerien geboten, der gefährlich süffig und spaßmachend daherkommt.
Ich hoffe mal, dass die Preise nicht auch beim BenRiach 10 C.P. in Kürze deftig anziehen werden und er uns als wunderbarer, rauchig-süßer Alltagsdram eine Weile erhalten bleibt.


Wertung Single Malt
BenRiach 10 'Curiositas peated'


Geschmack:
Fass5
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile5

Fazit: Wenn ich mir damit nicht ins eigene Fleisch schneiden würde, stünde hier natürlich eine klare Kaufempfehlung. So aber rate ich allen da draußen selbstsüchtig: kauft weiterhin eure geliebten, rauchigen Islay NAS Whiskys für deutlich mehr Geld - denn so bleibt der Preis für diesen wunderbaren Whisky vielleicht noch eine Zeit lang unten und die Bestände reichen länger für mich! :-D

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt - 5 Wunderbar - 4 Lecker - 3 Gut - 2 Brauchbar - 1 Widerlich - 0 Fußbad

Donnerstag, 16. April 2015

Glenfarclas 8

Nach meiner Woche der NAS Whiskys gehts nun weiter mit ein paar Einsteigerwhiskys die alle ein Alter auf dem Label tragen.
Den Anfang macht dabei der Glenfarclas mit dem süßen Alter von 8 Jahren.
Der Glenfarclas 8 war von mir gedacht als Einstiegsdram zum letzten Whiskytasting in der Höhle des Blödbabblers - und wurde auch zu diesem Behuf angeschafft.

Ich mag Glenfarclas.
Eine schottische Destillerie in Privatbesitz mit bisher meist gutem PLV.
Ich mochte deren 12 jährigen gerne, ansprechender Stoff in der Literbuddel für knapp über 30 Euro (augenblicklich bei einem Händler für 29 € im Angebot) und fand auch den 105 für das aufgerufene Geld eine Wucht.
Inzwischen habe ich mir noch den 17 und 18 jährigen auf Halde gelegt- denn wer weiß schon, wie die (Whisky)Zeiten noch werden?
Doch zurück zum Kinderwhisky mit seinen 8 Jahren.
Man hätte ihn sicher auch 'Legacy' oder 'Fortunato' nennen, stillschweigend sein Alter weglassen und den Kunden damit für doof verkaufen können. Hat man aber nicht gemacht. Brav!
Außerdem hat man ja sein eigenes Erbe mit dem Heritage und seinem Fassstärkebruder alterlos dem Volk bereits überliefert, sowie sich bei der Trilogy(Passion&Springs&Team)ausgetobt. :-D
Glenfarclas 8 Flasche
Mein Glenfarclas kostete im Januar 2015 23,50 Euro, ist aber -wenn man guckt- durchaus für knapp unter 23 zu haben.
Wenn man dies dann allerdings auf den Literpreis hochrechnet, kostet der 8 jährige überraschenderweise etwas mehr als der 12 jährige. Verkehrte Welt!
Der Glenfarclas kommt in glenfarclasüblicher Kartondose und wurde diesmal mit grüner Farbe bedruckt - im Vergleich zum blauen 12er oder dem roten 10er.
Leider sind sonst nur die üblichen Marketingphrasen, bei denen lediglich nach bester Serienbriefmanier das Alter auf der Rückseite entsprechend je nach Whisky geändert wird, aufgedruckt. Schade, das geht besser.
Er wird mit 40% Alkohol abgefüllt und schweigt sich stoisch darüber aus, ob er farblich verändert oder kühlgefiltert wurde, oder nicht. Die Händler interpretieren das auch unterschiedlich.

In der Nase findet sich sehr schwacher Sherrygeruch(trockener nicht süßer) und Malz.

Im Mund ist er süß und weich, dann kommt aber auch schon etwas Würze und eine schwache Trockenheit.
Etwas bittere Schokolade und als ich einmal einen dram Auchentoshan zuvor im Glas hatte(das natürlich danach ausgewaschen wurde) - eine deutliche Weißweinnote. Die habe ich aber später so nicht mehr rauskitzeln können.
Meist lagen eher klassische Sherrynoten auf der Zunge - präsent, aber nie aufdringlich.

Im Abgang rumpelt er dann doch ein wenig und ist pfeffrig warm, mit leichter Sherry- und adstringierender (Holz-)Note. Dafür fettet er die Lippen schön ein und zum Schluss kurz vorm Ende kommt auch noch das Malzerlebnis. Fein.

Meine Gäste fanden den durchaus ansprechend, obwohl natürlich sinngemäß Sprüche kamen, wie: "Oh, wie edel, ein achtjähriger Whisky, der Herr Blödbabbler verwöhnt uns!".

Und ehrlich, mehr sollte es und er auch nicht sein.
Ein netter, preiswerter Einsteigerwhisky, dankbarerweise ohne Schwefelzugabe und von einer Destillerie gemacht, die seit zig Generationen in privaten Händen ist. Was will man mehr?
Irritierend bleibt festzuhalten, dass er -hochgerechnet- etwas mehr kostet als der 4 Jahre länger gereifte 12 jährige aus gleichem Hause.
Aber dieser hatte dafür in meiner letzten Buddel auch einen deutlichen und schwefligen Tritt vom spanischen Teufel abbekommen.

Glenfarclas ist ihr Nachwuchs scheinbar auch nicht ganz geheuer, denn auf deren Webseite beginnt die Range erst mit dem 10 jährigen. Da sage ich mal: (Don't) Kick the baby!

Wertung Single Malt
Glenfarclas 8

Geschmack:
Fass3
bis
Fass4
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile4

Fazit: Für 23 Euro bekommt man einen 8 Jahre gereiften Whisky mit Sherryeinfluss und ohne Schwefel, der nicht sonderlich kompliziert ist. Easy drinking und Spaß macht er nebenbei auch. Wer den 12 jährigen mochte, der kann hier auch mal reinschmecken.

Ihnen Ihr Blödbabbler

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6 Perfekt - 5 Wunderbar - 4 Lecker - 3 Gut - 2 Brauchbar - 1 Widerlich - 0 Fußbad

Mittwoch, 15. April 2015

Campbeltown Loch

Von den Springbank Distillers stammt der Blended Whisky Campbeltown Loch, den es auch mit hohen Altersangaben gibt, dieser hier ist ein NAS -obwohl man in als 5 jährigen bezeichnet im Netz finden kann.
Die Vermutung liegt nahe, da es die Besitzer von Springbank sind die diesen Blend herausgebracht haben, dass er eben aus Springbank und Longrow Single Malts besteht - woher der Grainwhisky stammt entzieht sich aber meiner Kenntnis.

Springbank ist eine -wenn nicht die- Handwerksdestillerie in Schottland, die machen alles selbst vom Mälzen bis zur Abfüllung.
Es gibt zu Springbank eine schöne Destillerie Vorstellungsreihe von ralfy, die er vor Ort gemacht hat, in 1,2,3,4,5,6,7 Teilen.

Allerdings kann man meiner Meinung nach nicht ausschließen, dass auch andere Whiskys (irgendwann) in dem Blend heimelig werden könn(t)en, bspw. ein Kilkerran von Glengyle oder ein Whisky aus jeder anderen Destillerie in Schottland. Wenn ich darüber etwas nachdenke, dann könnte das bereits heute der Fall sein. :-D
Aber wer spekulieren will der sollte an die Börse gehen, gelle. Ich will trinken und genießen und dafür ist der Stoff aus dem Loch in Kintyre sehr gut geeignet.
Campbeltown Loch Flasche
Ich mag Springbanks Konzept, nicht nur die billigste Lösung für Arbeitsprozesse zu wählen, sondern sich auch in Verantwortung für die Gemeinschaft vor Ort zu sehen - dafür kostet der Stoff dann eben meist ein paar Euro mehr als der von anderen Destillerien. Who cares?
Ungeöffnet stehen hier bei mir im Regal noch ein Hazelburn 12, Springbank 10, Springbank 22 und ein Longrow peated; besprochen hab ich anno 2011 den Longrow C.V..
Meine Flasche vom Campbeltown Loch kostete 15,90 € für die 0,7 Literflasche ohne Umverpackung kurz hinter der offenen Grenze im befreundeten Ausland.
Überraschend preiswert, wenn man obiges berücksichtigt und was man sonst an Qualität und Geschmack für diesen Preis bekommt.
Bei den Onlinehändlern finde ich leider nur den 21 Jahre alten, großen Bruder. Keine Ahnung ob es den 5 jährigen (noch) irgendwo gibt oder irgendwann.

Die Flasche ist eine Standardwhiskyflasche mit schönem Etikett das einen gemalten Blick auf den namensgebenden Ort gibt.
Bei den Springbankern scheint man ein Faible für Frakturen und ähnliche Schriftarten zu haben, diese hier erinnert mich ein wenig an Jugendstil. Egal, insgesamt ein schönes Etikett.
Als Besonderheit für einen Blended Whisky in dieser Preisklasse findet sich als 'Verschlusssache' ein Korken, statt eines billigen Blechverschlusses im Flaschenhals.
Der Campbeltown Loch wurde mit 40% Alkohol und zusammengebastelt aus 100% schottischen Whiskys abgefüllt - ob er gefärbt wurde(ich denke ja) erfährt man nicht.
Außer mit Ikonen, die durchgestrichene, schwangere Frauen(mit Glas in der Hand) und grüne Punkte für verfehlte Recyclingkonzepte zeigen, hält sich das Produkt mit Informationen bedeckt.
Leider erfährt man auch auf der Webseite bei den Springbank Distillers nichts zu ihren Blends, sondern nur etwas zu den Single Malt Hausmarken Hazelburn, Springbank und Longrow.

Der Campbeltown Loch hat eine frische Brise im Glas, Malz, Karamell und sehr schöner, feuchter Drehtabakgeruch. Sehr fein!

Im Mund ist er weich und süß -Vorhang auf- deutlich mehr Tabak tritt ins Rampenlicht. Etwas pfeffrig und ganz schwach salzig, Assoziation von Ingwer liefert ein wenig Wärme. Ein leicht saures Element passt sich stimmig ins Gesamtkonzept von rundem Geschmack. Voll und cremig trotz der 'nur' 40% Alkohol.

Nachdem der Campbeltown im Loch verschwunden ist, bleibt es warm, prickelnd und süß in der Eintrittshöhle des Geschmacks. Hier dann eher Vanille denn Karamell mit immer noch leichter Säure als Kontrastdummy assistierend.

Wow! Ein Blend für 16 Euro der so ziemlich alles richtig macht.
Leckerer und richtig gut zu trinkender Stoff aus der Whisky-Manufaktur der Mitchells.


Wertung Blended Whisky
Campbeltown Loch


Geschmack:
Fass4
bis
Fass5
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile5

Fazit: Für kleines Geld gibts hier einen wunderbaren Blended Whisky mit sanfter Tabaknote und leckerer Süffigkeit. Blödbabbler meint: Wenn schon Banker dann Springbanker! Falls man den Campbeltown Loch irgendwo sieht -und sich nicht zu schade ist einen Blend zu trinken- sicherlich ein kluger und reueloser Kauf.

Ihnen Ihr Blödbabbler

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Dienstag, 14. April 2015

Auchentoshan Select

Zum Abschluss meiner kleinen NAS-Whisky Tastingwoche, in der ich den Big Peat Xmas Edition 2014, den Bowmore 100 Degrees Proof, den Bunnahabhain Cruach-Mhòna, den Tyrconnell NAS, den Clontarf (White Label) NAS, den Cask Islay Vatting No.1, den Writers Tears, sowie den Tomatin Legacy (B4) vorgestellt habe, ist heute der Auchentoshan Select dran.

Wie es den Anschein hat, ist der Auchentoshan Select inzwischen aus der aktuellen Range der Destillerie geflogen, dennoch ist er noch bei einigen Händlern in der 1 Liter Flasche zu haben.
Für einen Preis von unter 28 Euro für den Liter lacht das NAS Herz des Whiskykäufers.
Auchentoshan 'Select' Flasche
Auchentoshan destilliert seinen Whisky dreifach, was ihm ein gewisses Alleinstellungsmerkmal unter Schottlands Destillerien gibt.
Der Karton ist zweckmäßig und liefert immerhin die Information wie der gemeine Schotte vor Ort Auchentoshan auspricht: ock-un-tosh-un und marketingsprecht noch ein wenig davon, dass die Eichenfässer für die Reifung einer carefull selection unterworfen waren.

Wenn man nun also glaubt diesen Fakt speziell hervorheben zu müssen, so wirft das natürlich im Umkehrschluss kein gutes Bild auf die normalen, anderen, teureren Abfüllungen von Auchentoshan. Denn diese wurden dann ja scheinbar nicht bedacht ausgewählt, sonst wäre es ja banal und man müsste es nicht auf die Packung als Besonderheit drucken, oder? ;-)

Der Select wurde mit passenden 40% Alkohol abgefüllt und mit Farbstoff für die Doofen bunt gemacht. Business as usual.
Sonst hält man es mit Informationen eher mit Hamlet auf der Verpackung: the rest is silence.

Diesmal gehts ohne große Whiskybeschimpfung gleich in medias res, ich sammle meine Kräfte noch für den Pig's Nose und den Glengoyne 12 CS. *eg*

Der Auchentoshan Select hat ein sehr leckeres und leichtes Aroma.
Blumige Aromen und -deren durch Bienen verarbeitetes Endprodukt- der süße Honig flattern, fluffig, fliegend in des Nasenflügels innerstes hinein.
Etwas Frucht, in Richtung Mango, sowie die sanfte Holznote eines eher leichten Holzes findet sich ebenfalls zum Stelldichein.
Ich stelle fest: Der Select ist vom Aroma her ein sehr schöner Frühling-Sommer-all-day-dram zum Trinken - nix allzu komliziertes, dafür aber durchaus appetitanregend.

Im Mund spürt man zuerst eine schwache, würzige Holznote die ich mit sandelholzartig beschreiben würde.
Er ist etwas honigsüß und wird später erkennbar warm ohne dabei zu brennen.
Eine leichte bis deutliche Trockenheit ist im zu eigen, es bittert im Mund zügig nach und ist vom Gesamteindruck eher leicht. Wenn man direkt danach durch die Nase ausatmet erhält man ein sehr schönes Aroma vom Select gratis dazu.

Abgänglich ist er einen Tacken staubig und macht eine trockene Zunge.
Dennoch ist er auch da noch süß, allerdings verstärkt sich das bittere Element hier noch ein wenig.
Insgesamt ist er eher schnell weg -positiv gewendet macht er uns den Mund frei für einen weiteren Schluck davon. ;-)

Wertung Single Malt
Auchentoshan 'Select'

Geschmack:
Fass3
bis
Fass4
Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile5

Fazit: Der Auchentoshan Select ist ein angenehmer Frühjahr- und Sommerwhisky. Nichts was einen überfordert und wenn man mal nicht nur schnuffeln möchte, sondern einfach mal einen Whisky trinken, dann ist er sicherlich keine falsche Wahl. Für den Preis von knapp 28 Euro pro Liter ein netter und fairer Einsteiger in die Welt des Lowland Whiskys, auch wenn er sicherlich kein Whiskys-Überflieger ist. Aber so stelle ich mir einen NAS Whisky vor: gut trinkbar, mit erkennbarer Qualität und zu einem ansprechenden Preis. Klar, dass der heute nicht mehr in die Range passt und langsam vom Markt verschwindet.

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